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Scholary Paper (Seminar), 1998, 14 Pages
Author: M.A. Marion Näser
Subject: Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
Details
Institution/College: University of Marburg (Institut für Philosophie)
Tags: Kant Ethik
Year: 1998
Pages: 14
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-14494-0
File size: 170 KB
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Excerpt (computer-generated)
Autonomie und Freiheit in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten Kants
von Marion Näser
Inhalt:
1. Vorwort 2
2. Autonomie und Freiheit in der "Grundlegung" 2
2.1 Bedeutung der Begriffe 2
2.1.1 Autonomie ist das Prinzip der Moral 2
2.1.2 Das Prinzip der Autonomie ist der kategorische Imperativ 3
2.1.3 Welche Prinzipien können nicht Grundlage der Moral sein? 3
2.1.4 Der Freiheitsbegriff Kants 4
2.2 Mit den Begriffen verbundene Probleme 5
2.2.1 Hat der autonome Wille doch ein Objekt ? 5
2.2.2 Das Problem der Pflichtenkollision 6
2.2.3 Indeterminiertheit der kantischen Ethik 7
2.2.4 Das Problem der Menschenwürde 7
2.2.5 Das Freiheitsproblem 8
3. Schlussbemerkungen 10
3.1 Möglicher Vergleich der kantischen Ethik mit der Stoa 10
3.2 Vorläufiges Fazit meiner Beschäftigung mit der kantischen Ethik 11
4. Literaturverzeichnis 11
1. Vorwort
Kants praktische Philosophie steht und fällt mit den Begriffen der Autonomie bzw. der Freiheit: Diese ist die Voraussetzung für das sittliche Handeln, ist "das oberste Prinzip der Sittlichkeit", wie Kant in seiner "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten" (GMS II, Abs. 79, S. 440) sagt. Zuerst sollen die Begriffe der Autonomie und der Freiheit am Text der "Grundlegung" erläutert werden. Danach werde ich darauf eingehen, welche Widersprüche sich meines Erachtens aus diesen Begriffen innerhalb der kantischen Konzeption ergeben, sowie auf Probleme verweisen, die im Anwendungsbereich der Ethik auftreten können.
2. Autonomie und Freiheit in der Grundlegung
2.1 Bedeutung der Begriffe Autonomie und Freiheit
Autonomie und Freiheit sind letztlich Synonyme: "Was kann denn wohl die Freiheit des Willens sonst sein als Autonomie [...] ?" fragt Kant (GMS III, Abs. 2, S.446) und: "Freiheit und eigene Gesetzgebung des Willens sind beides Autonomie" (GMS III, Abs. 9, S. 450). Man muß sie daher, obschon sie verschiedene Aspekte darstellen (GMS III, Abs. 9, S. 450), zusammen behandeln. Ich werde im Folgenden einzelne Aspekte dieser Begriffe darstellen.
1. Nur durch die Autonomie ist eine allgemeingültige Ethik möglich - Autonomie ist "das alleinige Prinzip der Moral" (GMS II, Abs. 79, S. 440)
Autonomie ist das Prinzip eines Willens, der nicht durch fremde Gesetze, sondern durch sich selbst bestimmt wird und sein eigenes Gesetz unabhängig von Belohnungs- oder Bestrafungsmechanismen ("Reiz oder Zwang") befolgt, die bei fremden Gesetzen nötig sind (da der Wille die Gesetze nicht um ihrer selbst willen will, muß er ja einen Anreiz dazu haben; GMS II, Abs. 59, S.432). Werden die Gesetze von den Objekten des Willens gegeben, so ist dieser heteronom bestimmt: Eine "ethische" Handlung wird nicht um ihrer selbst willen, sondern zu einem bedingten Zweck vollzogen ("ich soll etwas tun, weil ich etwas anderes will", GMS II, Abs. 87, S. 444), um etwas zu vermeiden oder zu erlangen (GMS II, Abs 80, S. 441, und Abs. 87, S. 444) , z.B., um glücklich zu werden. Der dazugehörige Imperativ ist bedingt (hypothetisch), da er nur eingeschränkt, nur auf diesen Zweck bezogen gültig ist, dessen Gewolltwerden von der Natur des Menschen abhängig, also kontingent ist; ein solcher Imperativ kann daher nicht Prinzip einer Moral sein, die ja für alle vernünftigen Wesen gelten soll (GMS II, Abs. 87, S. 444). Damit wendet Kant sich gegen heteronome Ethiken wie z.B. eine theologische Ethik, die Lohn bzw. Strafe durch Gott ethischem Handeln zugrundelegt (GMS II, Abs. 84, S. 443). Der autonome Mensch ist unabhängig von äußeren Autoritäten.
2. Das Prinzip der Autonomie ist der kategorische Imperativ
Autonomie heißt, nach dem kategorischen Imperativ Denken und Handeln (GMS II, Abs. 79, S. 440, und GMS II, Abs. 80, S. 441: Das Gesetz der "Tauglichkeit seiner Maximen zu einer allgemeinen Gesetzgebung" bestimmt den autonomen Willen), also, seine Leitlinien des Handelns immer auch als allgemeines Gesetz konzipieren (GMS III, Abs. 2, S. 447: "Der Satz aber: der Wille ist [...] sich selbst ein Gesetz, bezeichnet nur das Prinzip, nach keiner anderen Maxime zu handeln, als die sich selbst auch als ein allgemeines Gesetz zum Gegenstande haben kann. Das ist aber gerade die Formel des kategorischen Imperativ und das Prinzip der Sittlichkeit...").Autonomie ist also "Freiheit des Willens" (GMS II, Abs. 64, S. 434), aber nicht Willkür! Willkür wäre nur scheinbar Freiheit, in Wahrheit aber Heteronomie, da der Wille durch Triebe u.ä. bestimmt würde.
[...]
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