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Kontrastive Phraseologie im Kinderbuch auf System- und Textebene

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 59 Pages
Author: Diplom-Übersetzerin Kristin Müller
Subject: Romance Languages - Catalan Studies

Details

Event: Hauptseminar
Institution/College: University of Leipzig
Tags: Kontrastive, Phraseologie, Kinderbuch, System-, Textebene, Hauptseminar
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2006
Pages: 59
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 28  Entries
Language: German
Archive No.: V71555
ISBN (E-book): 978-3-638-63215-7

File size: 317 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Leipzig

Kontrastive Phraseologie im Kinderbuch auf System- und Textebene

Kristin Müller

 

Inhaltsverzeichnis


Einleitung ... 4

1. Kapitel: Phraseologie ... 5

I. Theoretische Grundlagen ... 5
II. Phraseologie im Kinderbuch ... 7

2. Kapitel: Kontrastive Phraseologie ... 7

I. Theoretische Grundlagen ... 7
II. Wörterbücher ... 8

3. Kapitel: Kontrastive Phraseologie Spanisch – Deutsch ... 8

I. Vergleichskriterien ... 8
    1. Phraseologische Bedeutung ... 8
    2. Wörtliche Bedeutung ... 9
    3. Morphosyntaktische Struktur ... 10
    4. Konnotation ... 11
    5. Bildhaftigkeit ... 11
II. Äquivalenztypen ... 12
    1. Quantitative Äquivalenz ... 12
        A. Monoäquivalenz ... 12
        B. Polyäquivalenz ... 12
            a) Quantitative Divergenz ... 12
            b) Quantitative Konvergenz ... 12
        C. Nulläquivalenz ... 13
    2. Qualitative Äquivalenz ... 13.
        A. Qualitative Konvergenz ... 13
            a) Totale Äquivalenz ... 13
            b) Partielle Äquivalenz ... 14
        B. Qualitative Divergenz ... 14
            a) Partielle Differenz ... 14
            b) Totale Differenz ... 15
        C. Nulläquivalenz ... 15
III. Besondere Beziehungen in der kontrastiven Phraseologie (Spanisch-Deutsch) ... 15
    1. Bedeutungsbeziehungen: Hyponymie – Antonymie ... 15
        A. Arten der Hyponymie ... 16
            a) Hyperonym – Hyponym ... 16
            b) Hyponym – Hyperonym ... 16
            c) Kohyponym – Kohyponym ... 16
        B. Antonymie ... 16
    2. Phraseologische Falsche Freunde ... 16

4. Kapitel: Übersetzung von Phraseologismen in literarischen Texten ... 17

I. Übersetzungsverfahren für die Übersetzung von Phraseologismen ... 17
    1. Substitution ... 17
        A. Äquivalenz auf Systemebene ... 17
        B. Keine Äquivalenz auf Systemebene ... 18
            a) Phraseologismen mit antonymischer Bedeutung ... 18
            b) Phraseologismen mit einem gemeinsamen Sem ... 19
            c) Phraseologismen gehören zum gleichen Themengebiet ... 19
            d) Hyponymische Beziehung der Phraseologismen ... 19
            e) Phraseologismen mit unterschiedlicher denotativer Bedeutung ... 20
    2. Verwendung einer freien Wortkombination ... 21
        A. Wörtliche Übersetzung ... 21
        B. Paraphrase ... 21
    3. Verwendung eines Lexems ... 22
        A. Lexem mit gleicher oder ähnlicher denotativer Bedeutung ... 22
        B. Lexem mit anderer denotativer Bedeutung ... 22
    4. Vom Übersetzer geschaffener Ausdruck, der einem Phraseologismus ähnelt ... 22
    5. Die Nicht-Übersetzung ... 23
    6. Kontamination von verschiedenen Übersetzungsverfahren ... 23
II. Zusammenfassung zu den Übersetzungsverfahren ... 24
III. Übersetzung von kreativ verwendeten Phraseologismen ... 25
    1. Übersetzung von Häufungen von Phraseologismen ... 25
    2. Übersetzung von Bedeutungsebenenswitching ... 26
    3. Übersetzung von Modifikationen ... 26

Abschließende Bemerkungen ... 27

Bibliographie ... 28

Anhang ... 30

I. Elvira Lindo und Manolito Gafotas ... 30

II. Textkorpus ... 31

Tabelle 1 ... 31
Tabelle 2 ... 39
Tabelle 3 ... 41
Tabelle 4 ... 56

 

 

Einleitung

In dieser Hausarbeit geht es um die kontrastive Phraseologie im Kinderbuch und dabei im Besonderen um die Äquivalenztypen (spanisch-deutsch) auf Systemebene und deren Anwendung auf Textebene: in der Übersetzung der Phraseologie. Die kontrastive Phraseologie ist eine sehr junge Disziplin, was zwar interessant ist, aber auch die Bearbeitung des Themas erschwert, da die Phraseologen in vielen Bereichen noch zu keinem Konsens gekommen sind.
Als Grundlage dieser Arbeit diente López (2002). Die Vergleichsmodelle (Vergleichskriterien, Äquivalenztypen, Übersetzungsverfahren etc.) wurden daraus übernommen. Alle theoretischen Grundlagen ab dem 3. Kapitel, Kontrastive Phraseologie Spanisch-Deutsch, wurden erstmals von López (2002) in dieser Form erarbeitet. Da hier ausdrücklich betont wird, dass López (2002) als Vorlage diente, wird später nicht noch einmal im Einzelnen darauf hingewiesen. Da die Abfolge in dieser Hausarbeit der von López (2002) ähnelt, ist es einfach die Sachverhalte dort vertiefend nachzulesen.
Natürlich benötigt man zur Anwendung der Äquivalenztypen auf System- und Textebene ein geeignetes Korpus. Ich habe bewusst ein Kinderbuch ausgewählt, da es besonders interessant ist zu untersuchen wie Phraseologismen in Kinderbüchern eingesetzt werden. Das Korpus der Phraseologismen habe ich aus dem spanischen Kinderbuch „Manolito Gafotas“ von Elvira Lindo, das 1994 erschien, und dessen deutscher Übersetzung von Sabine Müller-Nordhoff, die im Jahr 2000 unter dem Titel „Manolito“ veröffentlicht wurde, erstellt. Problematisch bei der Bezeichnung Kinderbuch ist, dass das spanische Original mit der Alterskennzeicnung „ab 12 Jahren“ veröffentlicht wurde, die deutsche Übersetzung jedoch schon für Kinder ab 10 Jahren empfohlen wird. Meiner Auffassung nach wäre es deshalb ungünstig gewesen in die Betrachtung der Phraseologismen, die verwendete Kindersprache mit einzubeziehen. Wenn man Original und Übersetzung betrachtet, ist der Anteil an Phraseologismen deutlich größer als der Anteil der verwendeten Kindersprache. Trotzdem sind im Anhang die besonders interessanten Phänomene der Kindersprache in einer gesonderten Tabelle aufgeführt.
Diese Hausarbeit ist in vier Kapitel untergliedert. Im ersten Kapitel, Phraseologie, wird in die theoretischen Grundlagen der Phraseologie eingeführt und eine kleiner Einblick in die Phraseologie im Kinderbuch gegeben. Das zweite Kapitel, Kontrastive Phraseologie, beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der kontrastiven Phraseologie. Mit dem dritten Kapitel, Kontrastive Phraseologie Spanisch-Deutsch, beginnt der praktische Teil der Arbeit. In diesem Kapitel werden die Vergleichskriterien anhand von Beispielen vorgestellt und im Anschluss werden die von López (2002) entwickelten Äquivalenztypen für das Kinderbuchkorpus angewandt. Am Ende des dritten Kapitels geht es um die besonderen Beziehungen in der Kontrastiven Phraseologie. Im vierten Kapitel, Übersetzung von Phraseologismen in literarischen Texten, werden die einzelnen Übersetzungsverfahren anhand von Beispielen erläutert. Im Anschluss wird noch die schwierige Übersetzung von kreativ verwendeten Phraseologismen behandelt. Es folgt die Schlussbemerkung und der Anhang. Der Anhang enthält das verwendete Korpus und setzt sich aus vier Tabellen zusammen. Die ersten beiden Tabellen waren für den Vergleich entscheidend. In der ersten Tabelle finden sich alle Phraseologismen aus dem spanischen Ausgangstext, die in der Zielsprache auf Systemebene eine Entsprechung finden. In der zweiten Tabelle befinden sich alle Phraseologismen aus dem spanischen Ausgangstext, die in der Zielsprache auf Systemebene keine Entsprechung finden. Die letzen beiden Tabellen verstehen sich als informative Zugaben, denn sie waren für die Durchführung des Vergleichs nicht von entscheidender Bedeutung. In der dritten Tabelle sind die Phraseologismen aufgeführt, die im Zieltext verwendet wurden und auf Textebene keine Entsprechung im Ausgangstext finden. Auf Systemebene findet ein Großteil dieser Phraseologismen jedoch eine Entsprechung. In der vierten Tabelle sind alle interessanten Phänomene der Kindersprache sowie umgangssprachliche Wendungen und kreative Wortneuschöpfungen aufgelistet.
Ich möchte abschließend darauf hinweisen, dass mir das Modell von López (2002) zwar als Vorlage diente, ich aber kleine Änderungen vorgenommen habe. Diese Änderungen finden sich vor allem im Anhang, wo ich mich vorwiegend mit den Phraseologismen auf Systemebene beschäftigt habe, da die Arbeit sonst zu umfangreich geworden wäre. Des Weiteren möchte ich betonen, dass mein einziges Hilfsmittel zur Erstellung des Anhangs Wörterbücher aller Art waren. Da alle Wörterbücher besonders im Hinblick auf Phraseologismen qualitative Mängel aufweisen, habe ich in einigen wenigen Fällen auf eine Quellenangabe verzichtet und mich allein auf mein Wissen verlassen.


1. Kapitel - Phraseologie


I. Theoretische Grundlagen

Die Phraseologie beschäftigt sich mit syntaktischen Verbindungen von Wort-Komponenten, die sich von freien Wortverbindungen unterscheiden (vgl. Fleischer 1997: 29). Obwohl die Phraseologie zu den wissenschaftlichen Teildisziplinen gehört, die sich in den letzten zwei Jahrzehnten am rasantesten entwickelt haben, gibt es für die Bezeichnung der festen Wortverbindungen eine, wie sie Fleischer (1997: 2) nennt, „geradezu chaotische Vielfalt“. So werden sie beispielsweise als Phraseologismen, Idiome, phraseologische Wortverbindungen, Redewendungen oder phraseologische Wendungen bezeichnet. In dieser Hausarbeit wird nur der Begriff Phraseologismus verwendet.
Phraseologismen unterscheiden sich von freien Wortverbindungen durch die folgenden Merkmale. Ein Phraseologismus ist eine feste Wortverbindung, die aus mindestens zwei Wörtern besteht. Diese Eigenschaft nennt man Polylexikalität. Jedoch ist man sich nicht einig, ob es sich bei den zwei Wörtern um „Autosemantika“ und/oder „Synsegmantika“ handeln soll. (vgl. Burger 1998: 15f) Die Komponenten des Phraseologismus müssen getrennt geschrieben werden. Aufgrund des Merkmales der Getrenntschreibung kann sich der Phraseologismusbestand einer Sprache sehr rasch ändern.
Das zweite wichtige Merkmal zur Abgrenzung eines Phraseologismus gegenüber einer freien Wortverbindung liegt in seiner Semantik. Die Bedeutung eines Phraseologismus ist nicht unmittelbar aus der Zusammenfügung seiner Komponenten ableitbar. Diese semantische Eigenschaft der Phraseologismen nennt man Idiomatizität. Sie bezeichnet die Umdeutung bzw. die semantische Transformation, welche die Komponenten in einem Phraseologismus erfahren (vgl. Palm 1995: 9). Phraseologismen können drei Grade von Idiomatizität aufweisen:

  • Phraseologismen, deren Gesamtbedeutung sich nicht aus der Semantik der einzelnen Komponenten ableiten lässt, nennt man idiomatisch, z. B. jmdm. einen Korb geben. Besonders deutlich wird die Idiomtizität bei Ausdrücken mit unikalen Komponenten wie gang und gäbe sein.
  • Phraseologismen, deren Gesamtbedeutung teilweise aus der Bedeutung der Einzelkomponenten ableitbar ist, nennt man teil-idiomatisch: einen Streit vom Zaun brechen
  • Ausdrücke, die keine Unterschiede zwischen phraseologischer und wörtlicher Bedeutung aufweisen, bezeichnet man als nicht-idiomatisch: sich die Zähne putzen.


(vgl. Burger 1998: 31f)

 

[...]



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