Die Gefahr aus dem Orient? Zum Feindbild Islam

Flash Player und JavaScript werden für eine verbesserte Ansicht des Dokuments benötigt. Bitte installieren Sie den Flash Player und aktivieren Sie Javascript.
Install Flash Player
Details
Autor: Christoph Wehr
Fach: Politik - Int. Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
Veranstaltung: PS Antisemitismus, Xenophobie und Islamophobie: Zur politischen Psychologie des Autoritarismus in Individuum, Gesellschaft und Staat
Institution/Hochschule: Freie Universität Berlin (FB Politik- und Sozialwissenschaften)
Jahr: 2002
Seiten: 17
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 187 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-14502-2
Textauszug (computergeneriert)
Die Gefahr aus dem Orient? Zum Feindbild Islam
von Christoph Wehr
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Feindbild Islam 4
2.1. Vorwurf Fundamentalismus 6
2.2. Vorwurf Gewaltbereitschaft 8
2.3. Vorwurf Frauenfeindlichkeit 10
3. Schlussbemerkungen 12
4. Literaturverzeichnis 14
1. Einleitung
Nicht zuletzt die Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington haben angesichts der Herkunft der Attentäter sowie ihrer Motivation den Islam vermehrt ins Blickfeld einer großen Öffentlichkeit gebracht - mit zumeist negativer Konnotation. Schlagworte wie "Fundamentalismus", "Islamismus" oder "Dschihad" und die häufige Tendenz, diese mit dem Islam gleichzusetzen, sorgen für eine diffuse Angst vor der "islamischen Gefahr", welche die westlichen Gesellschaften bedrohe. Allein die innerdeutsche Debatte über die Rasterfahndung, welche infolge der Attacken einsetzte, und die Kriterien, anhand derer mögliche "Schläfer" aufgespürt werden soll(t)en, verdeutlicht diese - mehr oder minder latent auftretende - Islamophobie innerhalb der westlichen Staatengemeinschaft. Noch deutlicher artikuliert sie sich in der willkürlich anmutenden sowie alle rechtsstaatlichen Vorstellungen außer Kraft setzenden Verhaftungswelle in den USA, welche nach den Anschlägen auf World Trade Center und Pentagon einsetzte: Hunderte Menschen wurden aufgrund fadenscheiniger Vorwürfe inhaftiert, welche nach Ansicht vieler Bürgerrechtler lediglich davon ablenken sollen, dass diese Menschen wegen ihrer arabischen oder muslimischen Herkunft pauschal verdächtig sind (vgl. Geyer 2002).
Die Diskussion um eine islamische Bedrohung gab es allerdings auch schon vor dem 11. September 2001. Besondere Publizität erzielte dabei der in Harvard lehrende Politologe Samuel Huntington, der bereits 1993 einen "clash of civilizations" unter anderem zwischen dem "Islam" und dem "Westen" als die Gefahr der Zukunft beschrieb (vgl. Ruthven 2000: 10). Solche Thesen sind alles andere als hilfreich für eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Islam und den ihm zugeschriebenen Eigenschaften. Statt die vorherrschenden Klischees zu bedienen, gilt es, eine differenziertere Auseinandersetzung mit dem Islam zu führen. In diesem Kontext ist auch die vorliegende Arbeit zu sehen.
Zunächst einmal muss dazu das "Feindbild Islam" (Hippler/Lueg 1993: 7) offengelegt werden. Dieses ist das Anliegen des zweiten Kapitels der vorliegenden Arbeit, welches die Beweggründe, aber auch die Erscheinungsformen dieses Feindbildes zum Inhalt hat. Im weiteren Verlauf der Arbeit (Kap. 2.1.-2.3.) wird dann der dem Feindbild zugrundeliegende Mechanismus anhand dreier Schlüsselbeispiele für Vorwürfe, die häufig gegenüber dem Islam geäußert werden (Fundamentalismus, Gewaltbereitschaft, Frauenfeindlichkeit), aufgezeigt. Die zentrale Fragestellung lautet dabei: Worauf gründen sich diese Vorwürfe bzw. inwiefern sind sie gerechtfertigt?
Die Ergebnisse aus dieser Untersuchung lassen nicht zuletzt auch Rückschlüsse auf die Gültigkeit anderer bestehender Vorurteile zu und tragen damit dazu bei, vorhandene Ängste und Vorurteile abzubauen und damit eine berechtigte Kritik am Islam erst zu ermöglichen: "Der Abbau des Feindbildes (Islam; d. Verf.) ist geradezu die Voraussetzung für eine ernsthafte Kritik" (Lueg 1993: 15).
2. Feindbild Islam
Jochen Hippler und Andrea Lueg schreiben in der Einleitung zu ihrem Buch "Feindbild Islam": "Dieses Buch will das Feindbild Islam untersuchen, nicht den Islam selbst. Es ist ein Buch über unser eigenes, über das ,westliche′ Denken und über Notwendigkeit, Struktur und Folgen eines seiner Feindbilder. Eine unserer Thesen lautet, daß die gegenwärtige Konjunktur populärer Literatur über die islamische Gefahr wenig mit dem vorgeblichen Gegenstand der Bedrohung - dem Islam -, aber um so mehr mit dem westlichen Denken, mit einer Identitätslücke nach dem Ende des kalten Krieges zu tun hat" (Hippler/Lueg 1993: 7).
[...]
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: