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Leitfaden Kiswahili

Skript, 2005, 33 Seiten
Autor: Prof. Dr. mult. habil. Rupert Moser
Fach: Afrikawissenschaften

Details

Veranstaltung: Kurse Kiswahili I - IV
Institution/Hochschule: Universität Bern
Tags: Leitfaden, Kiswahili, Kurse, Kiswahili
Kategorie: Skript
Jahr: 2005
Seiten: 33
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V72191
ISBN (E-Book): 978-3-638-71527-0

Dateigröße: 279 KB


Textauszug (computergeneriert)

Leitfaden Kiswahili (Suaheli)

von

Prof. Dr. Rupert Moser

 


1. Aussprache

Laute:
a, b, ch, d, dh, e, f, g, gh, h, i, j, k, kh, l, m, n, ng, ny, o, p, r, s, sh, t, th, u, v, w, y, z.

Vokalzeichen (a, e, i, o, u): Italienischer Lautwert, d.h., sie werden wie im Italienischen oder Deutschen ausgesprochen.

Doppelte Vokalzeichen werden zweisilbig ausgesprochen:
saa (Stunde), sprich: sa-a
mzee (Alter, Greis), sprich: mze-e
bidii (Anstrengung, Fleiss), sprich: bi-di-i
kondoo (Schaf), sprich: kon-do-o
kuume (rechts), sprich: ku-u-me

Konsonantenzeichen: Englischer Lautwert. Das betrifft vor allem die Aussprache folgender Laute:

ch wie ’tsch’ in much: chuchunge (Schwertfisch), sprich: tschu-tschu-nge
j wie ’dsch’ in journey: jambo (Angelegenheit), sprich: dscham-bo
y wie ’j’ in yes: moyo (Herz), sprich: mo-jo
s wie scharfes (stimmloses) ’ss’ in sausage: sisi (wir), sprich: ssi-ssi
z wie weiches (stimmhaftes) ’s’ in zero (oder noch weicher): kazi (Arbeit), sprich: ka-si
sh wie ’sch’ in should: kishinda (Rest), sprich: ki-schin-da
m nicht silbisch: mbuzi (Ziege), sprich: mbu-si
m silbisch: mtu (Mensch), sprich: m-tu
n nicht silbisch: ndizi (Banane), sprich: ndi-si
n silbisch: nne (vier), watu wanne (vier Leute), sprich: n-ne, wa-tu wa-n-ne
ng ein Laut wie ’ng’’ in sing: ngombe (Rind), sprich: ng’om-be
[aber 2 Laute z.B. in ngoma (Trommel), sprich ngo-ma]
ny wie ’ng’ in cognac: nyakanyaka (völlig), sprich: nj’a-ka-nj’a-ka
r wie gerolltes Zungenspitzen-’r’ in research: sifuri (Null, Kupfer), sprich: si-fu-ri
v wie ’v’ in vase: mavuno (Ernte, Profit), sprich ma-vu-no
w wie ’w’ in will: wewe (du), sprich we-we

In aus dem Arabischen stammenden Wörtern finden sich ausserdem die Laute:

dh wie stimmhaftes ’th’ in father: fedha (Silber, Geld), sprich: fe-dha
th wie stimmloses ’th’ in thick: theluthi (Drittel), sprich: the-lu-thi
gh wie stimmhaftes nicht gerolltes Gaumen-’r’: magharibi (Westen), sprich: ma-gh’a-ri-bi
kh wie stimmloses ’ch’: kheri (Glück), sprich: che-ri, masalkheri (guten Abend)

Betonung: Immer auf der vorletzten Silbe:

Watu wanapika chakula. Kisu kinakata matunda. Mtu anasoma.
Die Leute kochen das Essen. Das Messer schneidet die Früchte. Die Person liest.

2. Wortstellung, „Konkordanz“ und „Klassensystem“

Kiswahili ist eine agglutinierende Sprache, d.h. Präfixe, Infixe und Suffixe (Vorsilben, eingeschobene Silben und Nachsilben) sind besonders wichtig.
Da das Swahili dafür jedoch nicht dekliniert, muss die Wortstellung (fast) immer eingehalten werden:

1. Subjekt - Prädikat - Objekt (SPO)

2. Dieses Prinzip wird auch beim Verbum eingehalten: Subjektspronomen - Zeitindikator - Objektspronomen (falls vorhanden) - Verbalstamm

3. Die Qualifikativa (Adjektive, Numeralien, Pronomen, Relativsätze) folgen immer nach dem Nomen

Beispiele:

Watoto wale wadogo wanasoma kitabu kile. (Jene kleinen Kinder lesen jenes Buch.)

Wörtlich übersetzt:

Wa- toto wa- le wa- dogo wa- na- soma ki- tabu ki- le
Die Kinder die jenen die kleinen sie Gegenwart lesen das Buch das jene.

Watoto wanakisoma. (Die Kinder lesen es (bezogen auf kitabu.)

Wa- toto wa- na- ki- soma.
Die Kinder sie Gegenwart es (bezogen auf Buch) lesen.

Watu watatu wanaimba. (Drei Leute singen, die drei Menschen singen.)

Wa- tu wa- tatu wa- na- imba.
Die Leute die drei sie Gegenwart singen.

Wazungu hawa wameona wakulima. (Diese Europäer haben die Bauern gesehen.)

Wa-zungu ha-wa wa- me- ona wa- kulima.
Europäer diese sie haben (Perfekt) gesehen die Bauern.

Wamewaona. (Sie haben sie (bezogen auf wazungu) gesehen.)

Wa- me- wa- ona.
Sie haben (Perfekt) sie (bezogen auf Europäer) gesehen.

„Konkordanz“ bedeutet, dass dem Präfix (der Vorsilbe) des Nomens (des Hauptwortes) auch die Vorsilben der von ihm abhängigen Wörter entsprechen [wie im Lateinischen Suffixe: puella illa parva]. Diese können gleichlautend oder verschiedenlautend (aber trotzdem einander entsprechend) sein:

Kisu kile kirefu kinakata. (Jenes lange Messer schneidet.)

Ki- su ki- le ki- refu ki-na- kata.
Das Messer das jene das lange es jetzt schneidet.

Mtoto yule mdogo anasoma. (Jenes kleine Kind liest.)

M- toto yu- le m- dogo a- na- soma.
Das Kind das jene das kleine es jetzt liest.
Kiswahili zählt zu den Bantu-Sprachen und damit zu den afrikanischen Klassensprachen. „Klassensystem“ bedeutet, dass die Nomina (Hauptwörter) nicht nach Geschlecht (männlich, weiblich, sächlich) sondern nach asexuellen Kriterien wie menschlich, tierisch, pflanzlich, gross, klein, Instrumente, Kollektive usw., den Klassen, eingeteilt werden. In den Bantu-Sprachen erfolgt diese Einteilung durch Präfixe (Vorsilben), die damit in etwa unseren Artikeln entsprechen. Eine Unterscheidung wie bei unserem bestimmten und unbestimmten Artikel existiert jedoch nicht. Das Swahili kennt noch 15 Nominalklassen.

Beispiel: Ein Mswahili ist Angehöriger des Ethnos der Waswahili, spricht Kiswahili und lebt in Uswahili.

3. Begrüssung – Salamu:

[...]


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