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Zur Begrifflichkeit, Entstehung sowie den Funktionen von Stereotypen und Vorurteilen

Essay, 2004, 4 Pages
Author: B. A. Paul Peters
Subject: Cultural Studies

Details

Category: Essay
Year: 2004
Pages: 4
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 3  Entries
Language: German
Archive No.: V72336
ISBN (E-book): 978-3-638-62370-4

File size: 75 KB


Excerpt (computer-generated)

Europa Universität Viadrina, Kulturwissenschaftliche Fakultät / BA
Seminar: Interkulturalität vs. Multikulturalität

Zur Begrifflichkeit, Entstehung sowie den Funktionen von Stereotypen und Vorurteilen
Stereotype – Sind sie von Vor- oder Nachteil in einer interkulturellen Kommunikation?

von: Paul Peters
 


 

Um die Frage beantworten zu können, ist es notwendig, sich vorläufig erst mit dem Begriff des Stereotyps und seinen Eigenschaften auseinander zu setzen.

Was kennzeichnet einen Stereotyp? Auffälligstes Merkmal ist sicherlich das Spiel mit Klischees. Diese, genauso wie Stereotype, stellen das Ergebnis eines Wahrnehmungs- und Urteilsprozesses dar. Charakteristisches Merkmal von Klischees ist die Ordnung des Wahrgenommenen durch Schemen, die wiederum in eine Kategorienbildung münden. Diese ordnenden Schemen und Kategorien sind feststehende und schwer veränderbare Bestandteile einer häufig kollektiv geteilten Wahrnehmung. Folglich und in Anlehnung an Löschmann (2001) kann somit ein erstes Charakteristikum festgehalten werden: Stereotype sind Wahrnehmungs- und Urteilsprozesse, die durch schematisierte Vorstellungsinhalte, die man „[…] von den Dingen in der Welt […]“ (Löschmann 2001: 152) hat, bestimmt werden. Diese Vorstellungsinhalte beschreiben besondere Eigenschaften, „[…] die auf Individuen bzw. auf Klassen von Individuen […]“ (Löschmann 2001:152) bezogen werden. Ein zweites Merkmal von Stereotypen liegt in dem Verhältnis von Wahrnehmung zu Wiedergabe begründet. Auffällig ist dabei, dass Stereotype eine Art der Informationsverarbeitung darstellen. Diese Verarbeitung, der Prozess vom Wahrnehmen zur Wiedergabe, stellt eine Verknappung bzw. Zuspitzung durch Generalisierungen dar (vgl. Löschmann 2001: 152, 155). Stereotype sind folglich Abstraktionen, die sprachunabhängig existieren und einen simplifizierenden Charakter haben. Da sich Stereotype, insbesondere ethnische Stereotype, in ihrer Zuweisung von Eigenschaften immer von Gruppen auf Gruppen beziehen, bleibt das Individuum anonym (vgl. Löschmann 2001: 153). Sinnvoll unterschieden werden können Stereotype nur nach der Perspektive, die ihnen zu Grunde liegt. Demnach gibt es Eigen- und Fremdstereotype. Diese wiederum zeichnen sich auf der Seite der Eigenstereotype in erster Linie durch überwiegend positivere und differenziertere Merkmale, als Fremdstereotype es aufweisen, aus (vgl. Löschmann 2001: 160). Grundsätzlich lassen sich in Anlehnung an Löschmann zwei Kategorien von Stereotypen unterscheiden. Zum einen gibt es die Kategorie der Denkstereotype, in die Stereotype ethnischer, geschlechtlicher oder aber auch ideologischer Art, Eigen- und Fremdstereotype gehören. Merkmal dieser Denkstereotype ist häufig das Schema „[…] alle x sind y […]“ (Quasthof 1972: 228). Den Denkstereotypen gegenüber stehen die Sprachstereotypen, die wiederum durch „[…] vorgefertigte Syntagmen und Sätze […]“ (Löschmann 2001:160) gekennzeichnet sind. Als ein weiteres Merkmal lässt sich in Anlehnung an Löschmann (2001: 159) erkennen, dass sowohl Denk- als auch Sprachstereotypen nicht immer nur negativ, sondern auch positive Merkmale ausdrücken können. Ebenso müssen sie nicht immer falsch sein, weil sie auch nicht immer nur auf verzerrten Generalisierungen beruhen und somit auch nicht nur einen diskriminierenden Charakter besitzen. Das Merkmal beider Kategorien ist ihre Langlebigkeit, die auf der Tatsache beruht, dass es sich bei Stereotypen um ein tradiertes Wissen handelt, dass die ihm zugrunde liegende Kultur reflektiert. Dieses Wissen muss nicht mehr hinterfragt werden. Eine Veränderung tritt aus diesem Grund nur sehr selten ein, auch wenn sich der Bezugspunkt ihrer Aussage verändert hat. Stereotype werden zumeist wiederholt, unreflektiert und affektiv verwendet. Sie beruhen häufig auf eingebürgerten Vorurteilen (vgl. Löschmann 2001: 154).

[...]


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