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Seminararbeit, 2006, 48 Seiten
Autor: Patrick Kraus
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre
Details
Institution/Hochschule: Hochschule Pforzheim
Tags: Motive, Hauptzielländer, Direktinvestitionen, Wirtschaftspolitisches, Seminar
Jahr: 2006
Seiten: 48
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 42 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-73280-2
ISBN (Buch): 978-3-638-73313-7
Dateigröße: 682 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi berichtet auf ihrer Homepage des Bezirks Essen, dass die Dax 30 Unternehmen im Jahr 2004 35.000 Arbeitsplätze vernichtet haben. Der Arbeitsplatzabbau sei entgegen der Tatsache fortgeführt worden, dass die Unternehmen im gleichen Zeitraum ihre Gewinne auf mehr als ca. 36 Milliarden Euro verdoppelt haben. Demgegenüber steht die Tendenz, dass sich im Jahr 2005 die Auslandsinvestitionspläne der deutschen Industrieunternehmen auf einem Rekordhoch befanden. 40 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, Auslandsinvestitionen zu planen. Die Inlandsinvestitionen geraten aber immer weiter ins Hintertreffen. Das Resultat dieser Entwicklung scheint klar voraussagbar zu sein. Die Unternehmen verlagern die Arbeitsplätze in Länder mit niedrigeren Steuerabgaben und Arbeitskosten. Indessen steigt die Arbeitslosigkeit im Inland. Ein führender deutscher Wirtschaftsprofessor spricht gar von der Basar-Ökonomie Deutschland. Der Großteil der Wertschöpfung erfolgt in den Produktionsstätten im Ausland, wobei in Deutschland dann die Endmontage erfolgt. Im Zuge der immer stärker um sich greifenden Globalisierung, scheint Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit verloren zu haben. Doch welche Ziele verfolgen deutsche Unternehmen? Streben deutsche Unternehmen nur nach Kostensenkungen? Wo liegen vielleicht weitere Motive für ausländische Direktinvestitionen (im Folgenden: ADI)? Welches sind die Hauptzielländer deutscher Direktinvestitionen? Stimmt es wirklich, dass deutsche Arbeitsplätze durch ausländische substituiert werden oder gibt es vielleicht positive Effekte von ADI auch auf das Ursprungsland? Auf diese und weitere Fragen möchten die Autoren im weiteren Verlauf ihrer Arbeit eingehen. In Kapitel zwei wird eine kurze Definition des Begriffs Direktinvestition (im Folgenden: DI) gegeben und in Kapitel drei werden diverse theoretische Modelle diskutiert. Kapitel vier befasst sich im Allgemeinen mit den Motiven und Effekten ausländischer Direktinvestitionen. Kapitel fünf geht auf die Struktur der deutschen Direktinvestitionen ein. Im letzten Teil der Arbeit wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick gegeben.
Textauszug (computergeneriert)
Motive und Hauptzielländer deutscher Direktinvestitionen
von
Patrick Kraus
WS 2006/07
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Ausländische Direktinvestition 3
2.1 Begriff der ausländischen Direktinvestition 3
2.2 Klassifikation von Direktinvestitionen 4
3 Theoretische Ansätze 6
3.1 Kapitalmarktorientierte Ansätze 6
3.1.1 Die Zinssatztheorie 6
3.1.2 Währungsraumansatz 9
3.1.3 Portfoliotheorie der Direktinvestitionen 10
3.2 Unternehmensorientierte Erklärungsansätze 11
3.2.1 Theorie des monopolistischen Vorteils 11
3.2.2 Theorie des oligopolistischen Parallelverhaltens 12
3.2.3 Diamantansatz von Porter 13
3.2.4 Internalisierungstheorie 14
3.2.5 Weitere Theorien 15
3.3 Wachstumstheorien 16
3.3.1 Balanced Growth Theorie 16
3.3.2 Unbalanced Growth Theorie 17
4 Ursachen und Effekte von Direktinvestitionen 19
4.1 Motive für Direktinvestitionen im Ausland 19
4.1.1 Markt- und absatzorientierte Motive („Market-seeking“) 19
4.1.2 Beschaffungsorientierte Motive („Resource-seeking“) 20
4.1.3 Kostenorientierte Motive 20
4.1.4 Umweltorientierte Motive 22
4.1.5 Sonstige Motive 23
4.2 Effekte von ausländischen Direktinvestitionen 23
4.2.1 Gesamtwirtschaftliche Effekte auf das Gastland 23
4.2.2 Effekte auf das Heimatland 26
5 Struktur deutscher Auslandsdirektinvestitionen 28
5.1 Direktinvestitionen in Industrieländer 28
5.2 Direktinvestitionen in Entwicklungs- und Reformländer 30
6 Fazit und Ausblick 36
Anhang 37
Literaturverzeichnis 39
1 Einleitung
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi berichtet auf ihrer Homepage des Bezirks Essen, dass die Dax 30 Unternehmen im Jahr 2004 35.000 Arbeitsplätze vernichtet haben. Der Arbeitsplatzabbau sei wider der Tatsache fortgeführt worden, dass die Unternehmen im gleichen Zeitraum ihre Gewinne auf mehr als ca. 36 Milliarden Euro verdoppelt haben.1
Demgegenüber steht die Tendenz, dass sich im Jahr 2005 die Auslandsinvestitionspläne der deutschen Industrieunternehmen auf einem Rekordhoch befanden. 40 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, Auslandsinvestitionen zu planen. Die Inlandsinvestitionen geraten aber immer weiter ins Hintertreffen.2 Das Resultat dieser Entwicklung scheint klar voraussagbar zu sein. Die Unternehmen verlagern die Arbeitsplätze in Länder mit niedrigeren Steuerabgaben und Arbeitskosten. Indessen steigt die Arbeitslosigkeit im Inland. Ein führender deutscher Wirtschaftsprofessor spricht gar von der Basar-Ökonomie Deutschland. Der Großteil der Wertschöpfung erfolgt in den Produktionsstätten im Ausland, wobei in Deutschland dann die Endmontage erfolgt. Im Zuge der immer stärker um sich greifenden Globalisierung, scheint Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit verloren zu haben.3
Doch welche Ziele verfolgen deutsche Unternehmen? Streben deutsche Unternehmen nur nach Kostensenkungen? Wo liegen vielleicht weitere Motive für ausländische Direktinvestitionen (im Folgenden: ADI)? Welches sind die Hauptzielländer deutscher Direktinvestitionen? Stimmt es wirklich, dass deutsche Arbeitsplätze durch ausländische substituiert werden oder gibt es vielleicht positive Effekte von ADI auch auf das Ursprungsland? Auf diese und weitere Fragen möchten die Autoren im weiteren Verlauf ihrer Arbeit eingehen. In Kapitel zwei wird eine kurze Definition des Begriffs Direktinvestition (im Folgenden: DI) gegeben und in Kapitel drei werden diverse theoretische Modelle diskutiert. Kapitel vier befasst sich im Allgemeinen mit den Motiven und Effekten ausländischer Direktinvestitionen. Kapitel fünf geht auf die Struktur der deutschen Direktinvestitionen ein. Im letzten Teil der Arbeit wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick gegeben.
2 Ausländische Direktinvestition
2.1 Begriff der ausländischen Direktinvestition
Grundsätzlich müssen zu Beginn zwei Arten von Investitionen unterschieden werden. Zum einen die Direktinvestitionen und zum anderen die Portfolioinvestitionen. Um die beiden Investitionen voneinander abzugrenzen, bedarf es einer genaueren Betrachtung der Definitionen.
Die World Trade Organisation (im Folgenden: WTO) definiert die ADI, indem sie hervorhebt, dass durch Erwerb von Vermögenswerten Einfluss auf die Führung des Unternehmens im Gastland genommen wird.4 Von den statistischen Ämtern der Industrieländer wurde eine Grenze festgelegt, ab wann eine Beteiligung für eine Einflussnahme ausreicht. Laut Deutscher Bundesbank kann ab einer Beteiligungshöhe von zehn Prozent davon ausgegangen werden, dass der Investor die Möglichkeit besitzt, einen entscheidenden Einfluss auf die Geschäftspolitik des ausländischen Unternehmens zu nehmen.5 Auch die Organisation for Economic Cooperation and Development (im Folgenden: OECD) geht in ihrer Definition auf die Einflussnahme durch die Geschäftsführung ein. Außerdem erwähnt sie zudem noch die längerfristige Orientierung der Investitionen.6 Welcher Zeitraum unter einer langfristigen Investition verstanden werden kann, ist dabei nicht genauer definiert.
Unter einer ADI wird meistens nicht nur ein Transfer von Kapital, sondern auch ein Transfer von Sachkapital, Arbeit und / oder Wissen verstanden.7 Durch diesen Transfer entstehen die so genannten sunk costs, welche das Unternehmen schon zu einer längerfristigen Bindung verpflichten.8 All diese Merkmale ergeben einen Unterschied zwischen DI und Portfolioinvestitionen. Portfolioinvestitionen sind meist kürzer und nur mit einem Kapitaltransfer verbunden. Das Hauptunterscheidungsmerkmal ist das Kontrollmotiv, welches bei Portfolioinvestitionen keine Rolle spielt.9 Sie werden also nur getätigt, um eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals zu erhalten.
2.2 Klassifikation von Direktinvestitionen
Die Direktinvestition kann durch Aufgliederung in die drei Anlageformen und die verschiedenen Arten unterschieden werden. Die drei Anlageformen sind Neugründungen, Fusionen bzw. Übernahmen und Beteiligungen. Bei Neugründungen (greenfield investment) kommt es zum Aufbau eines neuen Unternehmens mittels eines Tochterunternehmens oder einer Auslandsniederlassung im Investitionsland. Anders ist dies bei Fusionen bzw. Übernahmen (mergers & acquisition) hier werden mittels Akquisition bereits bestehende Unternehmen übernommen. Hingegen wird bei Beteiligungen nur ein Anteil eines bestehenden Unternehmens erworben.10 In der Regel werden die verschiedenen Direktinvestitionsarten jedoch auf Grundlage der Eingliederung in den Unternehmensprozess abgegrenzt. Hierzu muss die Leistungserstellung im Ausland mit der des Inlandes verglichen wer- den, um in horizontale, vertikale und manchmal sogar konglomerate DI unterscheiden zu können.11
DI werden als horizontal angesehen, wenn im Investitionsland neben Service-, Marketing- und Verwaltungseinrichtungen auch eine gleichwertige Produktion wie im Inland aufgebaut wird. Dabei kann es sich um eine komplette oder nur teilweise parallele Produktion handeln.12 Hierbei werden durch die Produktionsstätte die Exporte des Mutterkonzerns ersetzt.13 Bei vertikalen DI werden im Gegensatz zu den horizontalen nur einzelne Produktionsstufen ausgelagert.14 Dabei dienen die im Ausland erstellten Güter als Vorprodukte für die Inlandsproduktion (rückwärtsgerichtete vertikale DI) oder die im Inland erstellten Endprodukte gehen als Input in die Auslandsproduktion ein (vorwärtsgerichtete vertikale DI).15
Als konglomerate DI werden solche bezeichnet, bei denen die Inlandsproduktion keinen direkten Bezug zur Produktion im Ausland besitzt.16 Dies ist allerdings eher selten der Fall.
3 Theoretische Ansätze
[...]
1 Vgl. Homepage des Verdi Bezirks Essen (URL:http://www.verdi.de/essen/themen/dax_30_unternehmen_vernichten_35.000_arbeitsplaetze)
2 Vgl. DIHK (2005) S.1.
3 Vgl. Sinn (2005), S.61 ff.
4 Vgl. Hinrichs (2005), S.3.
5 Die Deutsche Bundesbank vermutet diese Grenze erst seit Ende 1998. Vorher lag diese bei 20, vor 1990 sogar bei 25 Prozent. Um eine Harmonisierung mit den statistischen Ämtern anderer Industrieländer zu erreichen wurde diese Grenze für die Beteiligungshöhe vereinbart (Vgl. Beck (2005), S.13).
6 Vgl. Beck (2005), S.13.
7 Vgl. Reker (2001), S.6.
8 Vgl. Marx (2006), S.8.
9 Für eine detailiertere Unterscheidung vgl. z.B. Pfaffermayr (1996), S.1ff.
10 Vgl. Beck (2005), S.14.
11 Vgl. Beck (2005), S.14.
12 Im Dienstleistungsbereich ist eine horizontale Direktinvestition sehr oft Voraussetzung für den Markteintritt, da viele Dienstleistungen von lokalen und regionalen Regelungen abhängig sind, die aus dem Ausland nicht entsprechend erfüllt werden können(vgl. Marx 2006, S.12).
13 Vgl. Köller (2006), S.2.
14 Vgl. Marx (2006), S.12.
15 Vgl. Beck (2005), S.14.
16 Vgl. Beck (2005), S.14.
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