Friedrich von Staufen als Herzog von Schwaben - eine historisch gerechtfertigte Bezeichnung?

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Details

Titel: Friedrich von Staufen als Herzog von Schwaben - eine historisch gerechtfertigte Bezeichnung?
Autor: Holger Skorupa
Fach: Geschichte - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Veranstaltung: Burgen und Festungen im Mittelalter
Institution/Hochschule: Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 13
Note: keine
Literaturverzeichnis: ~ 5  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 113 KB
Archivnummer: V72753
ISBN (E-Book): 978-3-638-73068-6
ISBN (Buch): 978-3-638-82402-6

Zusammenfassung / Abstract

Als Friedrich I. Barbarossa 1152 erster staufischer Kaiser des Heiligen Römischen Reiches wurde, konnte er auf einen erheblichen Machtanspruch seines Geschlechtes, unglaublichen Reichtum und weit verbreitete Besitztümer blicken. Dem staufischen Geschlecht stand eine ruhmreiche, aber auch gefährliche Zukunft bevor. Kaum 80 Jahre früher, um 1075, war es für den Großvater Friedrichs I. Barbarossa, Friedrich von Staufen, fast ausgeschlossen, an eine solche Hausorientierung zu denken. Der Burgherr zu Hohenstaufen stand am Anfang seines Schaffens, fand kaum Beachtung in der adligen Welt in der Mitte des elften Jahrhunderts. Auch um 1080, nunmehr mit der Herzogswürde zu Schwaben belehnt, änderte sich an dieser Stellung Friedrichs in der Hierarchie der Fürsten wenig – zu stark waren seine Gegenspieler, zu schwach seine Parteigänger. Konnte der Staufer aufgrund der Opposition gegen ihn und seine Vertrauten tatsächlich seine herzoglichen Pflichten erfüllen oder war er lediglich eine Marionette der regionalen schwäbischen Gewalt? Und noch vielmehr versucht diese Abhandlung einen Einblick darauf zu gewähren, inwiefern es zutreffend ist, von Friedrich dem Staufer als Herzog von Schwaben zu berichten? Ist diese Bezeichnung historisch gerechtfertigt? Aufgrund der nur in geringer Anzahl vorhandenen zeitgenössischen Quellen und dem augenscheinlichen wesentlich geringeren Interesse an der Persönlichkeit Friedrichs von Staufen, existieren kaum Forschungen zu dem Begründer des staufischen Geschlechtes. Die neuere Arbeit der Geschichtswissenschaft beschäftigt sich im Hinblick auf die Staufer wieder stärker mit der Rolle Friedrichs I. Barbarossa, vor allem in Verbindung mit der imposanten Burgenzahl in der staufischen Zeit von 1125 bis 1653. Dennoch scheint Friedrich von Staufen beachtenswert, nicht zuletzt basierend auf dem Faktum, dass es genau dieser war, der als erster Burgherr der dem staufischen Geschlecht namensgebenden Burg Hohenstaufen genannt wird. Auch zeigt sich das Leben und Schaffen Friedrichs als keineswegs geradlinig, sondern ist von Konflikten und Kontroversen geprägt. Aufgrund dieser Tatsache wird im Folgenden der Aufstieg des einfachen Grafen in Nordschwaben zu dem vom deutschen König ernannten Herzog von Schwaben beleuchtet und seine Stellung in Bezug zu seinen Gegenspielern analysiert.

Textauszug (computergeneriert)

Friedrich von Staufen - In Herzogswürde durch
König Heinrich IV. ohne Herzog von Schwaben zu sein

von

Holger Skorupa

 


Gliederung

1. Einleitung 3

2. Der Weg zur Herzogswürde 4

2.1 Friedrich von Staufen bis 1079 4
2.2 Konflikte im Reich und der Investiturstreit – König Heinrich IV 5
2.3 1079 – Friedrich wird Herzog von Schwaben  6

3. Kampf um Anerkennung – Die regionalen Auseinandersetzungen 7

3.1 Die Gegenspieler Friedrichs  7
3.2 Die Ausgleichsverhandlungen der „Herzoglichen“  9

4. Ergebnis und Perspektiven der Forschung  10

5. Anhang 11

6. Literatur- und Abbildungsverzeichnis 13

6.1 Literaturverzeichnis  13
6.2 Abbildungsverzeichnis  13

 


 

1. Einleitung

Als Friedrich I. Barbarossa 1152 erster staufischer Kaiser des Heiligen Römischen Reiches wurde, konnte er auf einen erheblichen Machtanspruch seines Geschlechtes, unglaublichen Reichtum und weit verbreitete Besitztümer blicken. Dem staufischen Geschlecht stand eine ruhmreiche, aber auch gefährliche Zukunft bevor.
Kaum 80 Jahre früher, um 1075, war es für den Großvater Friedrichs I. Barbarossa, Friedrich von Staufen, fast ausgeschlossen, an eine solche Hausorientierung zu denken. Der Burgherr zu Hohenstaufen stand am Anfang seines Schaffens, fand kaum Beachtung in der adligen Welt in der Mitte des elften Jahrhunderts. Auch um 1080, nunmehr mit der Herzogswürde zu Schwaben belehnt, änderte sich an dieser Stellung Friedrichs in der Hierarchie der Fürsten wenig – zu stark waren seine Gegenspieler, zu schwach seine Parteigänger. Konnte der Staufer aufgrund der Opposition gegen ihn und seine Vertrauten tatsächlich seine herzoglichen Pflichten erfüllen oder war er lediglich eine Marionette der regionalen schwäbischen Gewalt? Und noch vielmehr versucht diese Abhandlung einen Einblick darauf zu gewähren, inwiefern es zutreffend ist, von Friedrich dem Staufer als Herzog von Schwaben zu berichten? Ist diese Bezeichnung historisch gerechtfertigt?
Aufgrund der nur in geringer Anzahl vorhandenen zeitgenössischen Quellen1 und dem augenscheinlichen wesentlich geringeren Interesse an der Persönlichkeit Friedrichs von Staufen, existieren kaum Forschungen zu dem Begründer des staufischen Geschlechtes.2 Die neuere Arbeit der Geschichtswissenschaft beschäftigt sich im Hinblick auf die Staufer wieder stärker mit der Rolle Friedrichs I. Barbarossa, vor allem in Verbindung mit der imposanten Burgenzahl in der staufischen Zeit von 1125 bis 1653.
Dennoch scheint Friedrich von Staufen beachtenswert, nicht zuletzt basierend auf dem Faktum, dass es genau dieser war, der als erster Burgherr der dem staufischen Geschlecht namensgebenden Burg Hohenstaufen genannt wird.3 Auch zeigt sich das Leben und Schaffen Friedrichs als keineswegs geradlinig, sondern ist von Konflikten und Kontroversen geprägt. Aufgrund dieser Tatsache wird im Folgenden der Aufstieg des einfachen Grafen in Nordschwaben zu dem vom deutschen König ernannten Herzog von Schwaben beleuchtet und seine Stellung in Bezug zu seinen Gegenspielern analysiert. Um die Betrachtung vielschichtig zu gestalten, bedarf es zusätzlich einem Exkurs in die Situation des Heiligen Römischen Reiches zwischen 1072 und 1080, um auch die Rolle von König Heinrich IV. in Relation zu Friedrich von Staufen kennen zulernen.
War also Friedrich von Staufen ein Herzog mit urkundlicher Erwähnung, jedoch ohne Legitimation seiner Rechte in seinem Territorium oder bezeichnet ihn die Forschung der mittelalterlichen Geschichte zu Recht als Herzog von Schwaben?

2. Der Weg zur Herzogswürde

2.1 Friedrich von Staufen bis 1079

Friedrich von Staufen wurde um 1045 als Sohn Friedrichs von Büren geboren. Erst in seiner Lebenszeit, in der vierten Generation des Geschlechtes der Staufer seit Friedrich 987 Riesgraf war, konnte seine Familie das eigene Ansehen steigern.4 Friedrich, der Alte war nachweislich ein Jahrzehnt Graf, ob sogar Pfalzgraf im nördlichen Schwaben lässt sich aufgrund der mangelnden zeitgenössischen Quellen kaum beantworten.5 Von großer Bedeutung für das Staufergeschlecht wurde Friedrich durch die Erbauung einer Burg, die zu dem neuen Stammsitz der Familie werden sollte: Hohenstaufen. Dieses Anwesen diente in doppelter Weise der Namensgebung des Staufergeschlechtes. Zum einen wurde der Berg, auf dem die Anlage wahrscheinlich zwischen 1070 und 1080 entstand, Stoupa beziehungsweise Staufen genannt.6 Zum anderen leitete sich der Name Staufer eben aus dieser Örtlichkeit ab und gab dem späteren Kaisergeschlecht seinen Namen. Der Besitzstand der Staufer war um 1079 wohl eher gering.7

[...]


1 Faktisch findet sich zu der Lebenszeit Friedrichs des Staufers als zeitgenössische Quelle lediglich die „Gesta Frederici“ (Das Handeln Friedrichs) von dem staufischen Hauschronisten und Bischof Otto von Freising.

2 Ob diese Aussage tatsächlich zutreffend ist, wird in einem späteren Kapitel analysiert und ein Ergebnis erarbeitet.

3 Freising, Bischof Otto von; Rahewin: Die Taten Friedrichs. In: Schmale, Franz-Josef (Hrsg.): Cronica. Übersetzt von Adolf Schmidt. 2., korrigierte Auflage, Darmstadt: 1974, S. 144.

4 Vgl. Abbildung 1 „Die Stammtafel der Staufer bis Friedrich I. Barbarossa“

5 Engels, Odilo: Die Staufer. Sechste, überarbeitete und erweiterte Auflage, Stuttgart/Berlin/Köln: 1994, S.9.

6 Der Berg glich in seiner kreisähnlichen, sich nach oben verjüngenden Form einem spiegelverkehrten Becher. Vgl. hier Lehmann, Johannes: Die Staufer. Glanz und Elend eines deutschen Kaisergeschlechts. München: 1978, S. 15.

7 Engels, S. 10.

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