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Title: Heuristiken (Presentation (Elaboration))
Heuristiken

Presentation (Elaboration), 2006, 43 Pages
Authors: Sven Bartelmei, Johanna Katris
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Category: Presentation (Elaboration)
Year: 2006
Pages: 43
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 10 + 26 Internetquellen  Entries
Language: German

Archive No.: V73145
ISBN (E-book): 978-3-638-63479-3

File size: 402 KB


Excerpt (computer-generated)

MANUAL

Heuristiken

von: Sven Bartelmei und Johanna Katris

Sommersemester 2006

 


INHALTSVERZEICHNIS

1. GRUNDLAGEN DER HEURISTIKEN 4

1.1. EINLEITUNG 4
1.2. BEGRENZTE RATIONALITÄT 5
1.3. DEFINITION DER HEURISTIKEN 6

1.3.1. Adaptive Toolbox 7
1.3.2. Eigenschaften 7
1.3.3. Vorstellung der Heuristiken 9

1.3.3.1. Gaze-Heuristik (Blickheuristik) 9
1.3.3.2. Rekognitionsheuristik (Wiedererkennungsheuristik) 10
1.3.3.3. Heuristiken mit Cues 11

1.3.4. Wie arbeiten diese Heuristiken? 12

1.4. HEURISTIK VS. STATISTIK 13
1.5. FAZIT 13

2. ELTERLICHES INVESTMENT BEI EINFACHEN ENTSCHEIDUNGSREGELN 14

2.1. EINLEITUNG 14
2.2. ELTERLICHES INVESTMENT 14
2.3. SIMULATION 15

2.3.1. Durchführung der Simulation 16
2.3.2. INTERAKTION 16
2.3.3. Diskussion nach der Interaktion 17
2.3.4. Simulationsergebnisse 20
2.3.5. Optimales Investment 21
2.3.6. Vergleiche der Simulationsergebnisse mit der Realität 23

2.4. FAZIT 24

3. „SATISFICING“ BEI DER PARTNERSUCHE 25

3.1. EINLEITUNG 25
3.2. INTERAKTION 25
3.3. WICHTIGE VERTRETER 26

3.3.1. Johannes Kepler 26
3.3.2. Peter M. Todd 26

3.4. EINSEITIGE PARTNERSUCHE 27

3.4.1. Die Dutzend-Regel („Try a dozen rule“) 27
3.4.2. Die 37% - Regel 28

3.4.2.1 „Sekretärinnenproblem“ – Secretary Problem 28
3.4.2.2. Die 37% - Regel anhand des „dowry problem“ (Mitgiftproblem) 29
3.4.2.3. Die 37%-Regel in der Realität 29

3.4.3. Take the next best (TNB) 30

3.5. ZWEISEITIGE PARTNERSUCHE 33

3.5.1. Pairing-Offering-Mating-Cycle 33
3.5.2. Ergebnisse einzelner Regeln und deren Probleme 34
3.5.3. Die „beste“ Strategie 35

3.6. FAZIT 35

LITERATURVERZEICHNIS 37

ONLINE-VERZEICHNIS 38

ABBILDUNGSVERZEICHNIS 41

TABELLENVERZEICHNIS 42

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 43


 


 

1. Grundlagen der Heuristiken

1.1. Einleitung

Schlägt man ein Buch zum Thema Denken und Entscheiden auf, so kann man damit rechnen, dass einem folgender Leitsatz begegnet: „Vernünftiges Denken basiert auf den Gesetzen der Logik, der Wahrscheinlichkeitsrechnung oder der Maximierung des erwarteten Nutzens“1.

Aus mathematischer Sicht sind Wahrscheinlichkeit und Logik elegante Systeme, sie beschreiben jedoch nicht, wie Menschen wirklich urteilen. Dazu ein kleines Beispiel: Ein Entscheidungstheoretiker einer Universität überlegte hin und her, ob er den Ruf einer anderen Universität annehmen sollte oder nicht. Sein Kollege nahm ihn zur Seite und empfahl ihm, seinen erwarteten Nutzen zu maximieren. Daraufhin entgegnete der Professor, er solle doch damit aufhören, denn diesmal sei es ernst!2 Heuristiken beschäftigen sich mit der Frage wie Menschen im Alltag tatsächlich urteilen und entscheiden, meist ohne Wahrscheinlichkeiten und Nutzen zu berechnen. Traditionell herrscht die Annahme der Mensch sei ein Homo Oeconomicus. Nach dieser Definition müsste er mit unbegrenzter Zeit, Wissen und rechnerischen Kapazitäten ausgestattet sein. Entscheidungen im Alltag sind jedoch unter Unsicherheit und begrenzter Zeit zu treffen und das Gehirn eines Menschen ist, entgegen der traditionellen Vision, kein Laplacescher Dämon3. Aber auch wenn keine optimale Lösung zu erkennen ist, ist der Mensch nicht zur Untätigkeit verdammt oder zum Scheitern verurteilt. Mit Hilfe von Heuristiken kann er gute Lösungen finden.

Die traditionelle Interpretation von Rationalität wirft nun folgende Fragen auf, die wir uns mit Hilfe von Heuristiken beantworten wollen. Wie kann eine Person vernünftige Entscheidungen unter begrenzter Zeit und begrenztem Wissen treffen? Wie lange soll man nach Lösungen suchen, bevor man eine Vorhersage oder Entscheidung trifft?

1.2. Begrenzte Rationalität

Niemand kann sich in seinem Leben alltäglich auftauchenden Entscheidungssituationen entziehen. Entscheidungen gehören ebenso zu den elementaren Bestandteilen des Lebens, wie die Grundbedürfnisse eines jeden Menschen nach Schlaf oder Nahrungsaufnahme. Jedoch sind die Anforderungen der Alternativenauswahl nicht bei allen Entscheidungen gleich. Die morgendliche Wahl zwischen Kaffee und Tee fällt niemandem sehr schwer. Dies liegt vor allem daran, dass dies eine routinisierte Entscheidung ist, mit wenigen Alternativen und nicht schwerwiegenden Folgen. Es gibt jedoch auch eine Vielzahl von Gegebenheiten unter denen das Treffen von Entscheidungen erhebliche Anforderungen stellt. Hierzu zählen vor allem neuartige Entscheidungssituationen ohne Erfahrungswerte und die Entscheidung unter Unsicherheit, bei denen die Auswirkungen von Entscheidungen unüberschaubar und komplex sind oder nur auf Basis von Wahrscheinlichkeiten antizipiert werden können4. Erklärt werden soll nun zunächst, in welchem Maße rationales Handeln in den uns Tag täglich begegnenden Entscheidungssituationen nach Herbert Simons Auffassung tatsächlich möglich ist. Weiterhin wird auf die verschiedenen Heuristiken und ihre Merkmale eingegangen.

Abbildung 1: Herbert Simon (1916-2001)5 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Herbert Simon interessierte sich schon immer für das Forschungsgebiet der Entscheidungsfindung (innerhalb von Organisationen) und prägte entgegen der traditionellen Annahme des Homo Oeconimicus, im Jahre 1957, die im folgenden erläuterten Begriffe, die die Grundlage der von uns verwendeten Werke „Simple heuristics that make us smart“ und „Bounded Rationality: The Adaptive Toolbox“ werden sollten und den Beginn der Theorie der Begrenzten Rationalität darstellen.

„Boundedly rational decision making necessarily involves nonoptimizing procedures“6. Modelle begrenzter Rationalität verwandeln uns in normale Menschen zurück, denn sie versuchen zu erklären, wie Menschen sich verhalten, wenn sie nur begrenzte Zeit und begrenztes Wissen haben. Begrenzte Rationalität ist jedoch nicht gleich zu setzen mit Irrationalität. Menschen handeln vielmehr rational unter den jeweiligen Entscheidungsbedingungen. Decision making is a search process guided by aspiration levels. An aspiration level is a value of a goal to be reached or surpassed by decision alternatives. The process of searching this goal is called satisficing 7. Satisficing ist eine Wortschöpfung aus satisfy und suffice. Nach Herbert Simons Auffassung müssen Denkprozesse nicht perfekt, sondern nur satisficing sein, d.h. zufriedenstellend für das Anspruchsniveau eines Menschen. Aspiration levels sind dynamisch, d.h. sie sind hoch, wenn es einfach ist zufrieden stellende Alternativen zu finden und niedrig, wenn es schwer ist solche zu erlangen (aspiration adaptation).

1.3. Definition der Heuristiken

Als Heuristik (abgeleitet von [alt]griechisch ευρίσκω, heurísko, zu deutsch ich finde) bezeichnet man Strategien, die das Finden von Lösungen ermöglichen sollen, zu denen kein Algorithmus bekannt ist, der mit Sicherheit zum Erfolg führt8. Daher bezeichnet man sie auch als Daumenregeln die uns im Alltag zur Problemlösung dienen sollen.

Heuristiken vereinen zwei scheinbar widersprüchliche Eigenschaften: Einfachheit und hohe Genauigkeit und erklären wie Menschen gelernte Fähigkeiten benutzen. Heuristiken sind bereichsspezifisch. Also darauf ausgerichtet, eine bestimmte Klasse von Problemen zu lösen. Heuristiken nutzen Umweltstrukturen. Ökologische Rationalität besagt, dass Heuristiken sehr schlicht aber effektiv sein können, wenn sie gut an ihre Umwelt angepasst sind. Heuristiken sind somit schnell, einfach und gut zu nutzen. Bei der sozialen Rationalität kommt zusätzlich zu den Zielen der ökologischen Rationalität hinzu, bestimmte Entscheidungen moralisch zu rechtfertigen oder einen sozialen Konsens zu erreichen9. Man kann den Menschen demnach als einen Nischen-Besetzer bezeichnen, der sich an seine jeweiligen Umweltstrukturen anpasst und nicht konsequent Kosten- Nutzen- Analysen als Homo Oeconomicus durchführt.

1.3.1. Adaptive Toolbox

[...]


1 forum.mpg.de (2006).

2 Vgl. forum.mpg.de (2006).

3 Vgl. mpib-berlin.de (2006a).

4 Vgl. hausarbeiten.de (2006).

5 nobelprize.org (2006).

6 Selten (2001), S. 16.

7 Vgl. Selten (2001), S. 13 f.

8 Vgl. wikipedia.de (2006a).

9 Vgl. forum.mpg.de (2006).


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