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Kevin Lynch: „Das Bild der Stadt“ - Perzeptionstheorie in der planerischen Anwendung

Scholary Paper (Seminar), 2001, 14 Pages
Author: Tim Bormann
Subject: Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2001
Pages: 14
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 4  Entries
Language: German
Archive No.: V73250
ISBN (E-book): 978-3-638-88496-9

File size: 96 KB

Abstract

In unserer hochtechnisierten westlichen Welt sieht man jeden Tag viele Dinge, die auf der Welt geschehen. In unseren Städten rasen wir mit Höchstgeschwindigkeit von Punkt A zu Punkt B. Die relativen Räume verändern sich für uns mit jeder technischen Neuerung, wie dem Radio, dem Telefon, dem Fernsehen, dem Mobilfunk oder heute dem allgegenwärtigen Internet. Unser Blick schweift in die Ferne, aber wissen wir überhaupt wie unsere allernächste Umgebung aussieht? In unserer Vorstellung kann ein jeder durch seine Wohnung gehen und mehr oder weniger detailliert erzählen wo sich welcher Gegenstand befindet. Können wir dies auch in einem größeren Raum, wie der Stadt in der wir leben? Bei einem Versuch würde jeder schnell feststellen, dass dies viel schwieriger ist. Manche Bereiche der Stadt sind allgemein bekannt und haben sich besser als andere eingeprägt, aber warum ist dies so? Warum kennen wir diesen oder jenen Teil der Stadt? Stadtarchitekten wie Kevin Lynch sehen eine Möglichkeit um diese und weitere Problemstellungen zu beantworten in der Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen der Architektur der Stadt und der Wahrnehmung der Einwohner gibt? Im ersten Teil werden die Anhaltspunkte die Lynch zur Beantwortung dieser Aufgabe findet skizziert. Im Zweiten Abschnitt wird seine Methode anhand einer Untersuchung am Beispiels Berlin durchgeführt. Im abschließenden Fazit wird eine Zusammenfassung der Ergebnisse und eine Bewertung abgegeben.


Excerpt (computer-generated)

Kevin Lynch: „Das Bild der Stadt“ –
Perzeptionstheorie in der planerischen Anwendung

von

Tim Bormann

Proseminar: Einführung in die Kultur- und Sozialgeographie

Wintersemester 2000/2001

 

 

1. Einleitung  1

2. Kevin Lynch, „Das Bild der Stadt“  1
2.1. Grundlagen der Entstehung von Stadtbilden nach Kevin Lynch  2
2.2. Elemente des Stadtbildes  4
2.3. Beziehungen der Elemente untereinander und die zeitliche Veränderung des Bildes  5

3. Untersuchung von Vorstellungsbildern am Beispiel Berlin  7
3.1. Aufbau der Untersuchung  7
3.2. Beschreibende Analyse mit Erläuterungen  8
3.3. Interpretierende und weiterführende Analyse  

4. Fazit  11

5. Literaturverzeichnis  12

 

 

1. Einleitung 

In unserer hochtechnisierten westlichen Welt sieht man jeden Tag viele Dinge, die auf der Welt geschehen. In unseren Städten rasen wir mit Höchstgeschwindigkeit von Punkt A zu Punkt B. Die relativen Räume verändern sich für uns mit jeder technischen Neuerung, wie dem Radio, dem Telefon, dem Fernsehen, dem Mobilfunk oder heute dem allgegenwärtigen Internet. Unser Blick schweift in die Ferne, aber wissen wir überhaupt wie unsere allernächste Umgebung aussieht? In unserer Vorstellung kann ein jeder durch seine Wohnung gehen und mehr oder weniger detailliert erzählen wo sich welcher Gegenstand befindet. Können wir dies auch in einem größeren Raum, wie der Stadt in der wir leben? Bei einem Versuch würde jeder schnell feststellen, dass dies viel schwieriger ist. Manche Bereiche der Stadt sind allgemein bekannt und haben sich besser als andere eingeprägt, aber warum ist dies so? Warum kennen wir diesen oder jenen Teil der Stadt? Stadtarchitekten wie Kevin Lynch sehen eine Möglichkeit um diese und weitere Problemstellungen zu beantworten in der Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen der Architektur der Stadt und der Wahrnehmung der Einwohner gibt? Im ersten Teil werden die Anhaltspunkte die Lynch zur Beantwortung dieser Aufgabe findet skizziert. Im Zweiten Abschnitt wird seine Methode anhand einer Untersuchung am Beispiels Berlin durchgeführt. Im abschließenden Fazit wird eine Zusammenfassung der Ergebnisse und eine Bewertung abgegeben.

2. Kevin Lynch

„Das Bild der Stadt“ Kevin Lynch, ein Architekt und Berater für Städtebau arbeitete von 1954 bis 1959 am Massachusetts Institute of Technology an einem Versuchsprojekt, daß die anschauliche Form der Stadt zum Gegenstand hatte. Er geht davon aus, daß zwischen Art und Qualität von Architektur und der menschlichen Wahrnehmung Zusammenhänge bestehen. Testpersonen in drei amerikanischen Städten wurden befragt und aufgefordert ein Bild ihrer Stadt zu skizzieren. Sie sollten charakteristische Teile auflisten und ihre Meinung begründen. Aus diesen Informationen setzte Lynch das öffentliche Bild zusammen, welches die Stadt in den Augen ihrer Bewohner hatte. Die Resultate seiner Forschungsarbeit sind in dem 1970 in Deutschland erschienen Buch „Das Bild der Stadt“ ( The Image of a city) zu finden. Hierin benennt er verschiedene Kriterien für die Qualität der visuell erfassbaren Formen einer Stadt und die grundlegenden Elemente des Stadtbildes.

2.1.Grundlagen der Entstehung von Stadtbilden nach Kevin Lynch 

Die Ablesbarkeit oder Klarheit der Stadtszene bezeichnet die Leichtigkeit mit der ihre einzelnen Teile erkannt und zu einem zusammenhängenden Muster aneinandergefügt werden können ( Vgl. Lynch 1970,12 ). Um verstehen zu können wie die Umgebung im Zusammenhang mit dem Maßstab der Stadt im Bezug auf Dimension, Zeit und Verzweigtheit steht, darf man sie „...nicht einfach als ein Ding an sich betrachten, sondern so, wie sie von ihren Einwohnern wahrgenommen wird“ ( Lynch 1970,12 ). Für ihre Bewohner besteht in ihrem persönlichen Vorstellungsmuster das strategische Hilfsmittel um sich zurecht zu finden. Das Image ist ein Produkt aus Erinnerungen und den unmittelbaren Erfahrungen. Eine gute Vorstellung der Umgebung in der man sich befindet, gibt gefühlsmäßige Sicherheit. Jetzt könnte man sagen, daß ein unbekannter oder schlecht einzuschätzender Raum, ein Abenteuer sein könnte, jedoch ist es für kaum jemanden reizvoll die Richtung zu verlieren. Dies wird meist nicht der Fall sein, da die Anwesenheit anderer Menschen, Straßenschilder und Karten, eine Orientierungshilfe geben, jedoch für den Preis einiger Anstrengungen und Unsicherheiten. Ein Stadtbild mit „Charakter“ ist für den Bewohner oder den Besucher eines Ortes immer von großen Nutzen. ( Vgl. Lynch 1970,12-13 )

Die Gestaltung des kognitiven Bildes eines Raumes vollzieht sich nach Kevin Lynch in einem Prozess zwischen Beobachter und Umwelt. Der Betrachter verändert seine Vorstellung der Zeit durch hinzufügen von neuen Elementen und/oder Bedeutungsabänderungen von alten Elementen. Durch Umwelteinflüsse, durch bauliche Maßnahmen oder andere Veränderungen bleibt das reale Bild des Raumes seinerseits auch nicht das Gleiche. Außerdem differenzieren die geistigen Entwürfe von Beobachter zu Beobachter. Lynch meint herausgefunden zu haben, daß im Bezug auf Alter, Geschlecht, Erziehung, Beschäftigung, Temperament und Bekanntschaft mit dem Objekt, Gruppen nahezu identische Darstellungen ihrer Umwelt beschreiben und skizzieren. Letztlich schlussfolgert er, daß in allen verschiedenen Projektionen der subjektiven Wirklichkeit einige Gemeinsamkeiten oft vertreten sind, die ein allgemeines Bild ergeben. ( Vgl. Lynch 1970,16-18 )

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