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Naukratis - Eine griechische Handelsstadt im Alten Ägypten

Scholary Paper (Seminar), 2005, 22 Pages
Author: Rebecca Müller
Subject: Egyptology

Details

Institution/College: University of Münster
Tags: Naukratis, Eine, Handelsstadt, Alten
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 22
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 12 + 1 online  Entries
Language: German
Archive No.: V73731
ISBN (E-book): 978-3-638-74459-1
ISBN (Book): 978-3-638-84482-6
File size: 958 KB

Abstract

Städte lassen sich in geplante und ungeplante Siedlungen unterteilen. Naukratis gehörte sicherlich zu Ersteren, da eine Reihe von gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen zu ihrer Gründung führte. Anders jedoch als Amarna und Qantir wurde Naukratis nicht von Ägyptern nach einem zuvor festgelegten Stadtplan nach den Wünschen des Herrschers errichtet. Vielmehr siedelten sich hier Griechen an, um mit der ägyptischen Bevölkerung und dem gesamten Mittelmeerraum Handel zu treiben. Dabei begünstigte dieser Standort ihre Unternehmungen durch verschiedene geologische und politische Gegebenheiten. Die Griechen hatten nicht nur Zugang zum Nil und konnten somit ihre Waren und Güter problemlos transportieren, sondern hatten auch die Möglichkeit, die gesamte Wareneinfuhr zu kontrollieren. Außerdem befand sich Naukratis nicht weit entfernt von der damaligen Hauptstadt Sais, was einen zusätzlichen Absatzmarkt bedeutete. Die Handelskontakte der Exilgriechen reichten bis weit ins Mittelmeer hinein und machten Naukratis über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Als griechische Handelsstadt auf ägyptischem Boden nahm Naukratis folglich eine einzigartige Position ein. Dabei ist besonders das Nebeneinander der beiden in diesem Ort aufeinander treffenden Kulturen bemerkenswert. Die Ägypter zeigten eine große Toleranz gegenüber den Griechen und gestatteten die Errichtung mehrerer den griechischen Göttern gewidmeter Tempel. Es ist davon auszugehen, dass sich die bereits seit Jahrtausenden bestehende Verwaltungstradition der Ägypter mit den Handelskontakten und der Geschäftstüchtigkeit der Griechen verband und sich für beide Seiten vorteilhaft auswirkte. Auf diese Weise entwickelte sich Naukratis über die Jahre hinweg zu einem der wichtigsten Handelszentren des gesamten Deltas. Doch wo liegen die Wurzeln dieser griechischen Siedlung auf ägyptischem Boden? Und wie sah diese Stadt aus, in der Händler aus aller Herren Länder verkehrten? Diesen Fragen möchte ich in dieser Arbeit nachgehen.


Excerpt (computer-generated)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Ägyptologie
Übung: Die Stadt im Alten Ägypten, Wintersemester 2006

Naukratis - Eine griechische Handelsstadt im Alten Ägypten

von

Rebecca Müller

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  3

2. Geschichtlicher Hintergrund  3

2.1 Ägypten zur Zeit der XXV. Dynastie 4
2.2 Aufstieg Psammetichs I. 5

3. Stadtgründung 5

4. Die Stadt Naukratis 6

4.1 Lage und Zustand der Stadt zu Petries Zeiten 7
4.2 Aufbau der Stadt  8
4.3 Bedeutende religiöse Gebäude 9

4.3.1 Der Temenos der Dioscuren 9
4.3.2 Der Temenos des Apollo  10
4.3.3 Der Temenos der Hera 10
4.3.4 Der Temenos der Aphrodite  11
4.3.5 Der Friedhof 12

4.4 Profane Gebäude 13

4.4.1 Die Skarabäus Werkstatt 13
4.4.2 Der „Great Temenos“  14
4.4.3 Wissenschaftliche Diskussionen 15

5. Entwicklung der Stadt  16

6. Fazit  19

7. Literatur  20

8. Abbildungsverzeichnis  21

9. Abbildungen 21




 

1. Einleitung

Städte lassen sich in geplante und ungeplante Siedlungen unterteilen. Naukratis gehörte sicherlich zu Ersteren, da eine Reihe von gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen zu ihrer Gründung führte. Anders jedoch als Amarna und Qantir wurde Naukratis nicht von Ägyptern nach einem zuvor festgelegten Stadtplan nach den Wünschen des Herrschers errichtet. Vielmehr siedelten sich hier Griechen an, um mit der ägyptischen Bevölkerung und dem gesamten Mittelmeerraum Handel zu treiben. Dabei begünstigte dieser Standort ihre Unternehmungen durch verschiedene geologische und politische Gegebenheiten. Die Griechen hatten nicht nur Zugang zum Nil und konnten somit ihre Waren und Güter problemlos transportieren, sondern hatten auch die Möglichkeit, die gesamte Wareneinfuhr zu kontrollieren. Außerdem befand sich Naukratis nicht weit entfernt von der damaligen Hauptstadt Sais, was einen zusätzlichen Absatzmarkt bedeutete. Die Handelskontakte der Exilgriechen reichten bis weit ins Mittelmeer hinein und machten Naukratis über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Als griechische Handelsstadt auf ägyptischem Boden nahm Naukratis folglich eine einzigartige Position ein. Dabei ist besonders das Nebeneinander der beiden in diesem Ort aufeinander treffenden Kulturen bemerkenswert. Die Ägypter zeigten eine große Toleranz gegenüber den Griechen und gestatteten die Errichtung mehrerer den griechischen Göttern gewidmeter Tempel. Es ist davon auszugehen, dass sich die bereits seit Jahrtausenden bestehende Verwaltungstradition der Ägypter mit den Handelskontakten und der Geschäftstüchtigkeit der Griechen verband und sich für beide Seiten vorteilhaft auswirkte. Auf diese Weise entwickelte sich Naukratis über die Jahre hinweg zu einem der wichtigsten Handelszentren des gesamten Deltas.1 Doch wo liegen die Wurzeln dieser griechischen Siedlung auf ägyptischem Boden? Und wie sah diese Stadt aus, in der Händler aus aller Herren Länder verkehrten? Diesen Fragen möchte ich in dieser Arbeit nachgehen.

2. Geschichtlicher Hintergrund

Die dritte Zwischenzeit von 1069 - 525 v. Chr. war von schwerwiegenden politischen Unruhen gezeichnet. Bürgerkriege, die Aufspaltung des Deltas in ein westliches und ein mittleres Reich und die Konflikte mit Oberägypten prägten das Bild. Nach dem Verlust der Souveränität richteten sowohl Nubien als auch Assyrien ihr Interesse auf Ägypten. In dieser unruhigen Phase der Geschichte betrat Pharao Psammetich I. aus Sais die politische Bühne.2

2.1 Ägypten zur Zeit der XXV. Dynastie

Der nubische König Taharqa, Vertreter der XXV. Dynastie, war zu dieser Zeit legitimer Herrscher über das Land am Nil. Das zu einer Großmacht aufgestiegene Assyrien unter Führung des Königs Assurbanipal hatte sein Einflussgebiet in das ägyptische Delta ausgeweitet und beanspruchte ebenfalls die Vorherrschaft. Verkompliziert wurde die Situation noch durch einige ägyptische Prinzen, die sich kleine Herrschaftsbereiche im Delta schufen. Unter ihnen befand sich auch eine aus Sais stammende Herrscherfamilie, die sich später zur 26. Dynastie erklären sollte.3 Taharqa, unzufrieden mit der politischen Situation, bemühte sich in mehreren Feldzügen, die Macht über ganz Ägypten zu erlangen. Im Jahre 666 jedoch marschierte Assurbanipal in Ägypten ein und besiegte den nubischen Pharao. Taharqa musste sich in den Süden des Landes zurückziehen. Die ägyptischen Prinzen des Deltas, unter ihnen Necho I. aus Sais, leisteten den assyrischen Invasoren Widerstand und schlossen ein geheimes Bündnis mit Taharqa. Assurbanipal entdeckte die hinter seinem Rücken geschmiedeten Pläne und entschloss sich, an den Verschwörern ein Exempel zu statuieren. 665v. Chr. holte er zum entscheidenden Schlag gegen Sais aus und tötete viele der Einwohner. König Necho und seine Familie überlebten den Racheakt und wurden nach Assyrien verschleppt. Dort mussten sie dem assyrischen Herrscher Gefolgschaft schwören. Dafür behielt Necho die Herrschaft über Sais und Memphis, seinem Sohn Psammetich wurde Athribis im Delta als Herrschaftsgebiet zugesprochen.4 Im Jahre 664 starb Taharqa, sein Sohn Tanutamun sah seine Chance gekommen und marschierte in Ägypten ein. Necho jedoch stand zu seinem Schwur und kämpfte gegen den nubischen Eindringling auf Seiten der Assyrer. Er starb im Kampf, woraufhin sein Sohn und Erbe Psammetich nach Assyrien floh und dort um Schutz bat. Assurbanipal, aufgebracht durch den neuerlichen Aufstand, marschierte in Ägypten ein und vertrieb Tanutamun endgültig. Daraufhin übernahm Psammetich im Jahr 664 v. Chr. die Herrschaft über Sais, Memphis und Athribis. Er war der erste Pharao der 26. Dynastie und sollte bis zu seinem Tod im Jahre 610 v. Chr. die Geschicke Ägyptens leiten.5

2.2 Aufstieg Psammetichs I.

In den nächsten Jahren gelang es dem jungen König, immer mehr Herrschaftsgebiete im Delta unter seine Kontrolle zu bringen. 657 v. Chr., mit dem gesamten Delta hinter sich, brach er ins restliche Ägypten auf. Bereits ein Jahr später, 656 v. Chr., hatte er das ganze Land von seiner Idee eines geeinten Ägyptens überzeugt und letzte Widerstände in Theben beseitigt. 6 Nun hatte der Pharao aus Sais den Wunsch, sich von der Herrschaft der Assyrer zu befreien. Er schloss ein Bündnis mit König Gyges aus Lydien und konnte auf diesem Hintergrund zum ersten Mal seit seiner Thronbesteigung Assurbanipal den Gehorsam verweigern. Dieses Bündnis jedoch hatte nur kurzen Bestand, da Gyges kurz darauf starb. Sein Sohn Ardys erneuerte die Freundschaft mit Assyrien und stand somit als Bündnispartner für Ägypten nicht mehr zur Verfügung. Es ist davon auszugehen, dass auch Psammetich nach diesem Rückschlag wieder Freundschaft mit Assyrien schloss und bis zu seinem Tod im Jahre 610 v. Chr. ein treuer Gefolgsmann der Assyrer blieb.7

3. Stadtgründung

[...]


1 vgl. Sullivan 1981: 6 ff.

2 http://www.petrie.ucl.ac.uk

3 Sullivan 1981: 7

4 Sulivan 1997: 181

5 Sullivan 1981: 8

6 Sullivan 1997: 182 f.

7 Sullivan 1981: 8 f.


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