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Hausarbeit, 2006, 19 Seiten
Autor: Dorothea Dentler
Fach: Medien / Kommunikation - Interpersonale Kommunikation
Details
Tags: Kommunikation, Sozialsysteme, Niklas, Luhmann, Impulse, Kommunikationswissenschaft
Jahr: 2006
Seiten: 19
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 10 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-88184-5
Dateigröße: 90 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Als der Soziologieprofessor Niklas Luhmann 1969 von der Universität Bielefeld aufgefordert wurde, sein Forschungsprojekt zu benennen, beschrieb er seine Arbeit folgendermaßen. Sein Projekt lautete damals und seitdem: „Theorie der Gesellschaft; Laufzeit: 30 Jahre; Kosten: keine“. Niklas Luhmann verfolgte bei seiner langjährigen Arbeit an der Konstruktion einer umfassenden Systemtheorie das Ziel, eine „[...] universal angelegte Theoriearchitektur [...]“ zu entwerfen, die in der Lage ist der komplexen modernen Weltgesellschaft gerecht zu werden. Als Schüler des Systemtheoretikers Talcott Parsons, beschäftigt sich auch Niklas Luhmann mit Systemen und deren Zusammensetzung aus Elementen zu komplexen Strukturen. Dennoch sind ihre Theorien, hinsichtlich der Komponenten und ihrer Organisationsweise, unterschiedlich. Niklas Luhmanns Gesellschaftstheorie lässt sich in vier Teilbereiche untergliedern, die allgemeine Systemtheorie, die Evolutionstheorie, die Differenzierungstheorie und die Kommunikationstheorie. Hierfür fließen Ansätze aus sehr unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen mit ein, wie zum Beispiel aus der Biologie, der Kybernetik, der Neurophysiologie und der Erkenntnistheorie. Im Folgenden sollen die, aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht, relevanten Bereiche der Systemtheorie näher beleuchtet werden. Die einfachen Sozialsysteme und das Verständnis von Kommunikation bei Niklas Luhmann. Aufgrund der begrenzten Umfangsvorgabe können nicht alle Aspekte der Systemtheorie berücksichtigt werden. Einige Bereiche der Theorie können daher entweder nur angerissen, oder müssen gänzlich außer Acht gelassen werden.
Textauszug (computergeneriert)
Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald
Institut für deutsche Philologie
Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft
SS 2006
Seminar: Theorien interpersonaler Kommunikation
„Kommunikation“ und „einfache Sozialsysteme“
bei Niklas Luhmann – Impulse für die Kommunikationswissenschaft
von
Dorothea Dentler
2. Fachsemester Kommunikationswissenschaft (B.A.)
Kunstgeschichte
General studies
Abgabetermin: 30.06.06
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Zentrale Begriffe der Systemtheorie 4
2.1 Die Organisationsweise der Autopoiesis 4
2.2 Sinn und Sinndimensionen 5
2.3 Die Ebenen sozialer Systeme 6
3. Einfache Sozialsysteme bei Niklas Luhmann 6
3.1 Das Kriterium der Anwesenheit 7
3.2 System und Umwelt 7
3.3 Strukturbildung durch Thema und Beitrag 8
3.4 Individuen und Personen 9
3.5 Das Theorem der (zweifach) doppelten Kontingenz 9
4. Die Kommunikation als selbstreferentieller Prozess 10
4.1 Eine Synthese aus Selektionen 10
4.2 Die Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation 12
4.3 Die Beteiligung des Bewusstseins an der Kommunikation 13
4.4 Kommunikation und Handlung 13
5. Impulse für die Kommunikationswissenschaft 14
6. Schlussbemerkung 16
7. Literaturverzeichnis 18
Anhang: Abbildung 1
1. Einleitung
Als der Soziologieprofessor Niklas Luhmann 1969 von der Universität Bielefeld aufgefordert wurde, sein Forschungsprojekt zu benennen, beschrieb er seine Arbeit folgendermaßen. Sein Projekt lautete damals und seitdem: „Theorie der Gesellschaft; Laufzeit: 30 Jahre; Kosten: keine“.1
Niklas Luhmann verfolgte bei seiner langjährigen Arbeit an der Konstruktion einer umfassenden Systemtheorie das Ziel, eine „[...] universal angelegte Theoriearchitektur [...]“2 zu entwerfen, die in der Lage ist der komplexen modernen Weltgesellschaft gerecht zu werden.
Als Schüler des Systemtheoretikers Talcott Parsons, beschäftigt sich auch Niklas Luhmann mit Systemen und deren Zusammensetzung aus Elementen zu komplexen Strukturen. Dennoch sind ihre Theorien, hinsichtlich der Komponenten und ihrer Organisationsweise, unterschiedlich.3
Niklas Luhmanns Gesellschaftstheorie lässt sich in vier Teilbereiche untergliedern, die allgemeine Systemtheorie, die Evolutionstheorie, die Differenzierungstheorie und die Kommunikationstheorie. Hierfür fließen Ansätze aus sehr unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen mit ein, wie zum Beispiel aus der Biologie, der Kybernetik, der Neurophysiologie und der Erkenntnistheorie.4
Im Folgenden sollen die, aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht, relevanten Bereiche der Systemtheorie näher beleuchtet werden. Die einfachen Sozialsysteme und das Verständnis von Kommunikation bei Niklas Luhmann. Aufgrund der begrenzten Umfangsvorgabe können nicht alle Aspekte der Systemtheorie berücksichtigt werden. Einige Bereiche der Theorie können daher entweder nur angerissen, oder müssen gänzlich außer Acht gelassen werden. Bei der Verwendung von Beispielen im Text, die sich durch kursive Schrift absetzen, wird der Individuumsbegriff, aus Gründen der Veranschaulichung, nicht im systemtheoretischen Sinn gebraucht werden. Abschließend soll auf den Unterschied der systemtheoretischen, im Vergleich zur handlungstheoretischen und wissenssoziologischen, Perspektive auf die interpersonale Kommunikation eingegangen werden. Es wird also der Frage nachgegangen, inwiefern die Ansätze der Systemtheorie zum besseren Verständnis interpersonaler Kommunikation verhelfen und welche Vorteile diese „neue“ Herangehensweise mit sich bringt. „Neu“ soll dabei nicht im Sinne von aktuell verstanden werden, sondern ist im Vergleich zu Kommunikationstheorien und -modellen zu sehen, die bis zur Etablierung der Systemtheorie vorherrschend/traditionell waren.
2. Zentrale Begriffe der Systemtheorie
Die Begriffe System, Autopoiesis und Sinn durchziehen Luhmanns gesamte Systemtheorie und ermöglichen eine Unterteilung in drei Analyseebenen, die zur Verdeutlichung in Abbildung 1 dargestellt sind. Die Ebene des Organisationsprinzips von Systemen, die Ebene ihrer Operationsweise und die Ebene der Systemarten innerhalb der sozialen Systeme.
Ein System ist eine spezifische Menge an Elementen, die zueinander in Beziehung stehen und so eine Struktur aufbauen. Die Elemente bilden dabei eine abgegrenzte Einheit, die sich von der sie umgebenden Umwelt unterscheidet. Ein weiteres Charakteristikum ist, dass das Systemganze stets mehr ergibt als die Summe seiner einzelnen Teile. Die Elemente werden in einer jeweils spezifischen Art und Weise zusammengefügt werden und gehen Verbindungen ein. Eine theoretisch andere Anordnung und Strukturierung der identischen Teile würde auch eine andere Ganzheit ergeben.5
2.1 Die Organisationsweise der Autopoiesis
Die erste Ebene beschreibt, auf welche Weise sich die Systeme organisieren. Luhmann unterscheidet grundsätzlich drei Arten von autopoietischen Systemen, die biologischen, psychischen und die sozialen Systeme.6
[....]
1 Luhmann (1997), S. 11.
2 Krallmann/Ziemann (2001), S. 309.
3 Vgl. Beck, Klaus (2006), S. 278.
4 Vgl. Krallmann/Ziemann (2001), S. 311.
5 Vgl. Krallmann/Ziemann (2001), S. 312.
6 Vgl. Krallmann/Ziemann (2001), S. 318 – 319.
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