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Österreichs Gesundheitssysteme im Vergleich

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 19 Pages
Author: Mag., MBA MPA Gerald Seibold
Subject: Sociology - Individual, Groups, Society

Details

Institution/College: University of Linz
Tags: Gesundheitssysteme, Vergleich
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2007
Pages: 19
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 5  Entries
Language: German
Archive No.: V73969
ISBN (E-book): 978-3-638-78034-6
ISBN (Book): 978-3-638-83594-7
File size: 209 KB

Abstract

Abstract zu Gesundheitssysteme im Vergleich Es gibt keine zwei Gesundheitssysteme1, deren Organisation, Finanzierung und Leistungsangebot gleich wären. Ansprüche auf Leistungen, deren Ausgestaltung, Finanzierung, Regelungen der Kostenübernahme sowie Selbstbeteiligungen der Patienten variieren nicht nur zwischen den Ländern erheblich, sondern sind in einem Land auch teilweise von Jahr zu Jahr verschieden. Gerade da es viele Einflussfaktoren auf Gesundheit gibt, wie Ernährung, Bewegung, soziale Kontakte, Arbeitswelt und medizinische Leistungen, ist es schwierig, exakt zu bestimmen, was ein Gesundheitssystem ist, woraus es besteht, wo es beginnt und wo es endet. Ein Vergleich macht deutlich, dass alle Länder einem steigenden Ausgabendruck in den gesetzlichen Gesundheitssystemen auf Grund demographischer Alterung, wachsender Ansprüche und medizinisch-technischen Fortschritts gegenüberstehen. Effizienzsteigerung und Erhöhung der Transparenz beim Leistungsgeschehen ist überall gefordert, wenn eine gute Gesundheitsversorgung für alle sichergestellt werden soll. Die Strukturen sind in den Ländern historisch gewachsen. Je nach Ausgangslage haben Reformen in verschiedenen Ländern unterschiedliche Ansatzpunkte. Es wird jedoch angestrebt, Maßnahmen nicht nur punktuell zu ergreifen. Grundlegende Reformen benötigen einen langen Atem, der auch Regierungswechsel übersteht. Die widersprüchlichen Ergebnisse der Bedeutung von Gesundheitssystemen für die Gesundheit der Bevölkerung lassen sich so zusammenfassen: Gesundheitssysteme sind am Fortschritt von Gesundheit beteiligt; jedoch ist der Fortschritt in den einzelnen Ländern selbst bei vergleichbaren Volkseinkommen und Gesundheitsausgaben uneinheitlich. Systemmängel und falsche Steuerungsanreize mindern die positiven Effekte von modernen Gesundheitssystemen, verhindern sie jedoch nicht. Die Defizite in Gesundheitssystemen beruhen häufig nicht auf fehlendem Wissen, sondern auf der fehlenden Umsetzung von bestehendem Wissen in die Versorgungswirklichkeit.


Excerpt (computer-generated)

Johannes Kepler Universität Linz
Paper aus Pol. Systeme Österreichs im Vergleich

Gesundheitssysteme im Vergleich

von Gerald Seibold
2007

1 Einleitung ... 3

2 Krankenversicherung - Gesundheitswesen in Österreich ... 4
Finanzierung – Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung ... 5
Finanzielle Probleme und Defizite im Krankenanstaltswesen ... 5
Die ambulante Versorgung ... 6
Arzneimittel und Apotheken ... 7

3 Das Gesundheitssystem - Krankenversicherungs-Wesen Großbritanniens ... 8
Hausarztsystem ... 8
Finanzierung ... 9
Organisation des NHS ... 9
Die aktuellen Reformbemühungen - The NHS Plan ... 11

4 Krankenversicherung in Frankreich ... 12
Staatliche Krankenversicherung nach dem Solidaritätsprinzip ... 12
Historisch ... 14
Finanzierung ... 15
Leistungen ... 15
Zusatzversicherung ... 16
Überlegungen und Maßnahmen zur Kostendämpfung ... 17
Fazit ... 18

5 Literatur und Datenquellen ... 19

 

1 Einleitung

Es gibt keine zwei Gesundheitssysteme1, deren Organisation, Finanzierung und Leistungsangebot gleich wären. Ansprüche auf Leistungen, deren Ausgestaltung, Finanzierung, Regelungen der Kostenübernahme sowie Selbstbeteiligungen der Patienten variieren nicht nur zwischen den Ländern erheblich, sondern sind in einem Land auch teilweise von Jahr zu Jahr verschieden. Gerade da es viele Einflussfaktoren auf Gesundheit gibt, wie Ernährung, Bewegung, soziale Kontakte, Arbeitswelt und medizinische Leistungen, ist es schwierig, exakt zu bestimmen, was ein Gesundheitssystem ist, woraus es besteht, wo es beginnt und wo es endet.

Typisierung von Gesundheitsmodellen
Gesundheitssysteme werden im Wesentlichen folgenden Gesundheitssystemmodellen zugeordnet:

Beveridge-Modell eines Nationalen Gesundheitsdienstes, überwiegend staatliche Finanzierung und häufig staatliche Produktion/ Bereitstellung (Staatliche Bereitstellung bedeutet, dass die Leistungserbringer wie Ärzte und Apotheker sowie medizinische Hilfsberufe in einem Beschäftigungsverhältnis mit Arbeitgebern der öffentlichen Hand stehen.) von Gesundheitsleistungen (z. B. Dänemark, Großbritannien, Irland, Spanien, Portugal, Finnland, Schweden, Norwegen, Italien). Länder Mittel- und Osteuropas haben ihre Wurzeln zumeist in einem staatlichen Gesundheitssystem des Semashko(N. A. Semashko war der erste Gesundheitsminister der Sowjetunion.) -Typs mit vollständiger staatlicher Lenkung, Finanzierung und Organisation.

Bismarck-Modell eines Sozialversicherungssystems, das weitgehend durch einkommensabhängige Pflichtbeiträge von Arbeitnehmern und/oder Arbeitgebern(Die Unterscheidung der Finanzierung nach Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen ist im volkswirtschaftlichen Sinn wenig zielführend, da Arbeitnehmer auch den Arbeitgeberanteil durch ihre Leistung erwirtschaften müssen.) finanziert wird, und Gesundheitsleistungen, die unter staatlicher Aufsicht meist privat erbracht werden (z. B. Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Schweiz, Japan).

Markt-Modell mit überwiegend privater Finanzierung und privater Bereitstellung von Gesundheitsleistungen und relativ wenigen staatlichen Eingriffen oder Kontrollen (Vereinigte Staaten von Amerika).

In nahezu allen industrialisierten Ländern sind großen Teilen oder der ganzen Bevölkerung alle medizinischen Leistungen zugänglich, die am Markt verfügbar sind. Dabei müssen in diesen Systemen nicht nur die Kosten für die medizinischen Leistungen und die Entwicklungen in der Medizin finanziert, vielmehr muss auch die Ausgabensteigerung im Gesundheitswesen auf Grund einer absolut und relativ wachsenden Zahl älterer Menschen bewältigt werden. Zusätzlich haben Gesundheitssysteme, in denen Ärztehonorare mittels Einzelleistungen und Krankenhauskosten mit tagesgleichen Pflegesätzen vergütet werden, eine nicht unerhebliche Leistungsausweitung und Ausgabensteigerungen im Gesundheitswesen zu verzeichnen. Die Knappheit der Mittel verlangt insbesondere im Bereich Gesundheit nach rationalem, wirtschaftlichem Handeln. Mitunter entsteht der Handlungsdruck auch daraus, dass die Finanzierung in allen Ländern zu großen Teilen aus öffentlichen Mitteln erfolgt. Die Ausgaben für Gesundheitsleistungen belaufen sich in den meisten industrialisierten Ländern auf rund 10 % des Sozialprodukts2 und liegen zum Teil noch darüber. Daraus wird deutlich, dass selbst bei geringeren Aufwendungen für Gesundheitsleistungen gemessen an der Wirtschaftskraft eines Landes die Lebenserwartung deutlich variiert und in Ländern, die wenig "ausgeben", die Menschen vergleichsweise lange leben. Trotz höherer Ausgaben in Deutschland und den USA wird nur eine relativ geringe Lebenserwartung erreicht. In den USA und Deutschland sind die auf das BIP bezogenen Gesundheitsausgaben fast doppelt so hoch wie in Norwegen und im Vereinigten Königreich, und dies bei einer sogar etwas geringeren Lebenserwartung in den erstgenannten Ländern3.

 

2 Krankenversicherung - Gesundheitswesen in Österreich

Österreich ist ein föderalistischer Staat (9 Bundesländer) und dies spiegelt sich auch in einer dezentralen Gesundheitsverwaltung wider.

Oberste Behörde ist das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen. Weitere bundeseigene Unterbehörden gibt es nicht, da die Verwaltung von den Ländern und Gemeinden übernommen wird. Ein verbeamteter Arzt und ein Landessanitätsdirektor (bzw. Ärztin oder Direktorin) leiten diese Verwaltungseinheiten.

[...]


1 Vgl. Gerhard Kocher (2004), S. 28
2 Vgl. Beske, F.; T. Drabinski (2005), S. 39
3 Vgl. Rolf Rosenbrock, Thomas Gerlinger (2004), S. 23


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