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Ungesteuerter und gesteuerter Zweitspracherwerb

Termpaper, 2006, 15 Pages
Author: Barbara Hermanns
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 15
Grade: 1,6
Bibliography: ~ 5  Entries
Language: German
Archive No.: V74369
ISBN (E-book): 978-3-638-68144-5

File size: 128 KB


Excerpt (computer-generated)

Ungesteuerter und gesteuerter Zweitspracherwerb

von

Barbara Hermanns

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Erstspracherwerb/Zweitspracherwerb 3

2.1 Erstspracherwerb 3
2.2. Zweitspracherwerb 4
2.3. Unterschied Erstspracherwerb/Zweitspracherwerb 5
2.4. Ungesteuerter/gesteuerter Zweitspracherwerb 5
2.5. Ungesteuerter Zweitspracherwerb 5
2.6. Gesteuerter Zweitspracherwerb 6
2.7. Mischformen 6

3. Die wichtigsten Theorien des Zweitspracherwerb 7

3.1. Identitätshypothese 7
3.2. Kontrastivhypothese 7
3.3. Die „Monitor-Theorie“ von Krashen 8
3.4. Die Pidginisierungstheorie 8

4. Grundgrößen des Spracherwerbs 9

4.1. Antrieb 9
4.2. Sprachvermögen 10
4.3. Zugang 11
4.4. Verlaufsstruktur 12
4.5. Tempo des Erwerbsprozesses 13
4.6. Endzustand 13

5. Zusammenfassung 14

6. Literaturverzeichnis 15

 


 

1. Einleitung

Wird es uns am besten ermöglicht eine Sprache zu lernen, indem wir aktiv an alltäglicher Kommunikation teilnehmen, oder gelingt dies besser wenn wir nach und nach im Unterricht die Sprachstrukturen vermittelt bekommen? Wäre es vielleicht besser durch Rollenspiele im Unterricht auf die natürliche Kommunikation vorbereitet zu werden, damit einem dann ein besserer Einstieg ermöglicht wird? Wie gut gelingt es uns, ohne vorbereitende Maßnahmen aus der Vielfalt fremder Sprachlaute unser eigenes Ausdrucksrepertoire zu erweitern und inwieweit sind wir dabei auf die Mitarbeit des Kommunikationspartners angewiesen?
Wirklich klare Antworten auf diese Fragen zu erhalten ist sehr schwierig, da der Spracherwerbsprozess von vielen, ineinander verflochtenen Faktoren abhängig ist. Um dem Leser einen Einblick in diese komplexen Strukturen zu ermöglichen, werde ich versuchen, diese etwas näher zu beleuchten und auch einige Rückschlüsse für den Zweitsprachenunterricht zu ziehen. Dazu werde ich hier mit der Klärung der Begriffe Erstspracherwerb und Zweitspracherwerb beginnen und auch die Unterschiede herausstellen, um dem Leser einen ersten Einblick zu verschaffen.
Auf den Zweitspracherwerb werde ich dann genauer eingehen und bezüglich diesem auch die unterschiedlichen Erwerbsformen wie ungesteuerter-, gesteuerter Zweitspracherwerb erläutern. Da der Zweitspracherwerb ein in den letzten Jahren viel umforschtes Thema ist, scheint es mir notwendig, auch die bedeutendsten Theorien über den Zweitspracherwerb vorzustellen. Dem Leser soll so verdeutlicht werden, wie unterschiedlich diese Theorien sind und wie schwer es demnach auch ist, allgemein gültige Schlussfolgerungen zu ziehen.
Um sich über den Prozess des Spracherwerbs klar zu werden, werde ich abschließend die grundlegenden Faktoren, die ihn steuern, erläutern.

2. Erstspracherwerb/Zweitspracherwerb

2.1 Erstspracherwerb

Man spricht von einem Erstspracherwerb oder auch Mutterspracherwerb, wenn der Lerner zuvor noch keine andere Sprache erworben hat. Nach der Pubertät ist dieser Lernprozess weitestgehend abgeschlossen, wobei sich der Wortschatz jedoch ein Leben lang vergrößert bzw. verändert. Der Lerner entwickelt mit dem Erwerb der Erstsprache auch seine kognitiven und sozialen Fähigkeiten, was einen wesentlichen Unterschied zum Zweitspracherwerb darstellt. Entwicklung von sozialen Fähigkeiten heißt, dass ihm zugleich auch die moralischen und kulturellen Grundprinzipien einer Gesellschaft vermittelt werden, so dass er Vorstellungen, Wünsche und Gefühle in sozial normierter Weise ausdrücken kann. Die soziale Entwicklung und damit die Ausbildung einer sozialen Identität ist somit sehr eng mit dem Erstspracherwerb verbunden.1
Bei der kognitiven Entwicklung werden grundlegende Sprachelemente wie die Deixis und das Zeitkonzept ausgebildet. Deiktische Ausdrücke beziehen sich auf Personen (ich, du, wir, ihr usw.), auf Zeiten (jetzt, morgen, demnächst usw.), und auf Orte (hier, dort, usw.). Ist diese Entwicklung noch nicht vollständig abgeschlossen, können für den Lerner seine Äußerungen noch eine völlig andere Bedeutung haben. Gerade im Grundschulalter werden zum Beispiel noch Ausdrücke wie „gestern“ und „morgen“ verwechselt.2
Im Allgemeinen wird häufig davon gesprochen, dass der Erstspracherwerb weitaus müheloser ist als der Zweitspracherwerb. Hält man sich jedoch die enorme Zeitspanne bis zur Pubertät vor Augen, vermag ich diese Mühelosigkeit etwas in Frage zu stellen. Denn geht man davon aus, dass ein Kind pro Tag etwa 5 Stunden Sprache hört und selber verwendet, was dann in den ersten fünf Jahren etwa 9100 Stunden wären, so ist dies alles andere als ein geringer Zeitaufwand. Vom ersteren Standpunkt ausgehend wurde von Lenneberg die Theorie der „kritischen Spanne“ entwickelt, welche besagt, dass der Erwerb der Sprache während des ersten Lebensjahrzehnt durchaus der günstigste Zeitraum sei. Nach Lenneberg verfügt das Gehirn nur in dieser Zeitspanne über eine gewisse Plastizität, wo sich die Vernetzung von Hirnfunktionen vollzieht. Dadurch werde dem Lernenden eine besondere, leichtere Form des Spracherwerbs ermöglicht. Da der Zeitaufwand jedoch beim Zweitspracherwerb sehr viel geringer ist als beim Erstspracherwerb und sich nach Untersuchungen von Neufeld (1979) gezeigt hat, dass gut motivierte Erwachsene eine Sprache durchaus akzentfrei und perfekt lernen können, lässt dies Lennebergs Theorie in einigen Punkten zweifelhaft erscheinen.3

2.2. Zweitspracherwerb

[...]


1 Vgl. Klein, S16ff

2 Vgl. Albert 2002, online im Internet, S.15ff

3 Vgl. Klein, S.17ff


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