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Diploma Thesis, 2005, 97 Pages
Author: Karsten Schubert
Subject: Industrial Engineering and Management
Details
Tags: Potenzial, Lastmanagements, Ersatz, Regelenergiekraftwerke, Anteil, Energieträger
Year: 2005
Pages: 97
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 90 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-63498-4
ISBN (Book): 978-3-638-67598-7
File size: 2063 KB
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Abstract
In elektrischen Versorgungssystemen muss ständig ein Gleichgewicht zwischen Leistungserzeugung und Leistungsbedarf bestehen. Daher wird ein entsprechend ausgerichteter Kraftwerkspark unterhalten, der es ermöglicht, auf Laständerungen der Verbraucherseite mit den notwendigen Leistungsänderungen auf der Erzeugerseite zu reagieren. Bei unerwarteten Schwankungen ist kurzfristig Regelenergie einsetzbar, um Abweichungen zu kompensieren. Ebenso wie Laständerungen auf der Verbraucherseite stellt die fluktuierende Einspeisung aus erneuerbaren Energieträgern ins Stromnetz auf der Erzeugerseite ein Problem dar. Das schwankende Dargebot von Wind und Sonneneinstrahlung führt dazu, dass die zu erwartende elektrische Leistung, die aus diesen alternativen Energien erzeugt wird, im Voraus nicht genau bestimmt werden kann. Für das Versorgungssystem sind diese Schwankungen auf der Erzeugerseite gleichbedeutend mit denen auf der Lastseite. Da beide stochastisch unabhängig voneinander sind, können sie sich addieren und damit den Regelaufwand erhöhen. Die Schwankungen mit Hilfe von eigens dafür vorgesehenen Kraftwerken zu kompensieren, ist aus technischer Sicht zwar zielführend, jedoch stehen diese Reservekraftwerke die meiste Zeit still und sind im Vergleich zu Grundlastkraftwerken weniger wirtschaftlich. Als Alternative könnte der Regelenergiebedarf durch Lastmanagement bereitgestellt werden. Auf diese Weise werden Schwankungen auf der Verbraucher- und Erzeugerseite durch eine Veränderung der Gesamtlast ausgeglichen, wodurch wiederum der Einsatz von Reservekraftwerken verringert werden kann. Voraussetzung für die Regelung durch Lastmanagement ist, dass ein ausreichendes Potenzial an steuerbaren Lasten bereit steht, welches im Bedarfsfall von den Netzbetreibern abgeworfen oder zugeschaltet werden kann. In der Literatur wird sogar die Meinung vertreten, dass mit dem Lastmanagement eine der größten, noch kaum genutzten Ressourcen im Energiebereich zur Verfügung steht.
Excerpt (computer-generated)
Technische Universität Berlin
Fakultät III: Prozesswissenschaften
Institut für Energietechnik
Lehrstuhl für Maschinen- und Energieanlagentechnik
Potenzial des Lastmanagements als Ersatz für
Regelenergiekraftwerke
--
bei einem steigenden Anteil erneuerbarer Energieträger
Diplomarbeit
Eingereicht von:
Karsten Schubert
Eingereicht am:
14. April 2005
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
4
Tabellenverzeichnis
5
Vereinbarungen
6
1 Einleitung
8
1.1 Problemstellung .
8
1.2 Ziel und Methode der Arbeit
.
8
2 Lastmanagement als Regelenergie
10
2.1 Begriff und Abgrenzung 10
2.2 Die Funktion des Lastmanagements in Stromnetzen 12
2.3 Erzeugung 13
2.3.1 Konventionelle Kraftwerke 13
2.3.2 Kraft-Wärme-Kopplung 14
2.3.3 Erneuerbare Energieträger 15
2.4 Lasten 19
2.5 Regelenergie 20
2.5.1 Regelenergiekraftwerke 22
2.5.2 Energiespeicher 22
2.5.3 Steuerbare Lasten 25
2.6 Kommunikation 26
2.6.1 Die Tonfrequenz-Rundsteuerung 26
2.6.2 Die Funkrundsteuerung 27
2.6.3 Telefon- und Datenleitungen 28
2.6.4 Geeignete Kommunikationsmittel für das Lastmanagement 29
2.7 Virtuelle Kraftwerke 30
2.8 Zukünftige Entwicklung 31
2.9 Zusammenfassung 35
3 Bisherige Beispiele und Studien
37
3.1 Industrie und Dienstleistung 37
3.1.1 Das synchrone Lastmanagement der Stadtwerke Hannover 37
3.1.2 Das virtuelle Regelenergiekraftwerk der Saarenergie AG 40
3.1.3 Virtueller Großverbraucher der HAW Hamburg 41
3.1.4 Energiepark KonWerl 42
3.1.5 Die virtuellen Kraftwerke der Stadtwerke Schwäbisch Hall und der
Stadtwerke Unna 42
3.1.6 EDISon 43
2
Inhaltsverzeichnis
3.1.7 Dispower 44
3.1.8 Primärregelreserve durch das California Department of Water Re-
sources 45
3.2 Haushalte 45
3.2.1 Erfahrungen der Berliner Studie ,,Zeitvariable lineare Stromtarife" . . 45
3.2.2 Erfahrungen der Eckernförder Studie ,,Kostenorientierte Strom-
preisbildung" 47
3.2.3 Warmwasserspeicher in der Schweiz 48
3.3 Auswertung der Beispiele 49
3.3.1 Eignung des Lastmanagement als Regelenergiereserve 49
3.3.2 Motivation für die Betreiber von Lastmanagement 51
3.3.3 Motivation für die Inhaber steuerbarer Lasten 52
3.3.4 Lastmanagement von Haushaltsgeräten 52
3.4 Zusammenfassung 53
4 Schätzung des Potenzials des Lastmanagements
54
4.1 Vorgehen 54
4.2 Kriterien zur Identifizierung abschaltbarer Lasten 55
4.2.1 Geringe Nutzeneinbußen 55
4.2.2 Effektivität der abschaltbaren Gruppen 56
4.2.3 Nebenbedingungen 56
4.2.4 Weitere Annahmen 56
4.3 Industrie und Dienstleistungen 57
4.3.1 Identifizierung steuerbarer Lasten 57
4.3.2 Schätzung des Potenzials 58
4.4 Haushalte 60
4.4.1 Identifizierung steuerbarer Haushaltsgeräte 61
4.4.2 Technische Umsetzbarkeit 64
4.4.3 Akzeptanz durch die Haushalte 65
4.4.4 Berechnung des Potenzials 68
4.4.5 Kosten- / Nutzenabschätzung 72
4.5 Bewertung der Ergebnisse 73
5 Fazit
75
Anhang
77
Literatur
89
3
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
1
Abgrenzung des Lastmanagements 12
2
Übersicht über die an Stromnetzen beteiligte Einheiten 13
3
Schema der Kraft-Wärme-Kopplung (Quelle: Schmid (2003)) 15
4
Vergleich aktueller Szenarien zur künftigen Entwicklung der Windenergie-
nutzung in Deutschland (Quelle: dena (2005), S. 60) 18
5
Zusammenhang der Regelenergiearten (Quelle: Bund der Energieverbrau-
cher (2004)) 20
6
Funktionsprinzip der Funkrundsteuerung (Quelle: EFR (2004)) 28
7
Gesichertes Leistungsangebot eines virtuellen Kraftwerks, das Windkraft
und Biogas kombiniert (Quelle: Lange (2004)) 32
8
Vision Energieversorung im Jahre 20xx (Quelle: Bitsch (1999)) 33
9
Wandel in der Energieversorgung (Quelle: Bitsch, Erge und Zachari-
as (2002), S. 15 c 2001 Copyright Siemens AG) 36
10
Automatisierung des Lastabwurfs (Quelle: Röhrig (1998), S. 235) 38
11
Schema eines zweistufigen virtuellen Regelenergiekraftwerks 50
12
Stromverbrauch im Jahr 2003 nach Kundengruppen in Prozent (Quelle:
VDEW (2004b), S. 13) 54
13
Potenzialprofil für Werktage im Winter 71
14
Potenzialprofil für Werktage im Sommer 78
15
Potenzialprofil für Samstage im Sommer 80
16
Potenzialprofil für Sonntage im Sommer 82
17
Potenzialprofil für Werktage im Winter 84
18
Potenzialprofil für Samstage im Winter 86
19
Potenzialprofil für Sonntage im Winter 88
4
Tabellenverzeichnis
Tabellenverzeichnis
1
Kennzahlen der Grundlastkraftwerke im Jahr 2003 (Quelle: VDEW (2004a)) 14
2
Beitrag der erneuerbaren Energien zur Energiebereitstellung 2004 (vorläu-
fige Abschätzung) (Quelle: BMU (2005); ausgenommen rechte Spalte) . . . 16
3
Vergleich verschiedener Speichersysteme (Quelle: Rothert (1998)) 24
4
Anteil verlagerter Haushaltsgeräte der Berliner Studie (in v. H. der Haus-
halte; Quelle der Daten: Hanitsch et al. (1993), S. 72)
46
5
Vor- und Nachteile der Kundengruppen 55
6
Spanne des Anteils steuerbarer Lasten (Quelle: Röhrig (1998), S. 245) . . 59
7
Berechnung des Potenzials des Lastmanagements aus den Daten der Stu-
die der Stadtwerke Hannover 60
8
Eignung der wichtigsten Haushaltsgeräte für Lastmanagement 61
9
Anteil verlagerter Haushaltsgeräte der Berliner Studie (in v. H. der Haus-
halte; Quelle der Daten: Hanitsch et al. (1993), S. 72)
66
10
Gemittelter Verlagerungsfaktor der Geräteklassen nach der Berliner Studie
67
11
Anteil verlagerter Haushaltsgeräte der Eckernförder Studie (Quelle: Pilhar,
Möhring-Hüser und Morovi´c (1997), S. 5759; Der Grund für die zu 100 %
fehlenden Werte sind in der Quelle nicht genannt.) 67
12
Beteiligungsfaktor der Haushalte für Lastmanagementmaßnahmen 69
13
Nutzungsvektoren und Leistung der Haushaltsgeräte an Werktagen im
Winter 70
14
Nutzungsvektoren und Leistung der Haushaltsgeräte an Werktagen im
Sommer 77
15
Nutzungsvektoren und Leistung der Haushaltsgeräte an Samstage im
Sommer 79
16
Nutzungsvektoren und Leistung der Haushaltsgeräte an Sonntage im
Sommer 81
17
Nutzungsvektoren und Leistung der Haushaltsgeräte an Werktagen im
Winter 83
18
Nutzungsvektoren und Leistung der Haushaltsgeräte an Samstage im Winter 85
19
Nutzungsvektoren und Leistung der Haushaltsgeräte an Sonntage im Winter 87
5
Vereinbarungen
Vereinbarungen
Abkürzungsverzeichnis
BEWAG
Berliner Kraft- und Licht (Bewag)-Aktiengesellschaft
BMU
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicher-
heit
dena
Deutsche Energie-Agentur GmbH
DLR
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
DSM
Demand-Side-Management
EVU
Energieversorgungsunternehmen
EEG
Erneuerbare-Energien-Gesetz
IER
Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung,
Universität Stuttgart
IFEU
Institut für Energie- und Umweltforschung
KWK
Kraft-Wärme-Kopplung
LM
Lastmanagement
SLM
Synchrones Lastmanagement
VDEW
Verband der Elektrizitätswirtschaft e.V.
VDN
Verein der Netzbetreiber e.V. beim VDEW
WI
Wuppertal Institut
Formelzeichen
A
Anteil
b
Beteiligungsfaktor
G
Gruppengrenzen
L
Leistung
P
Potenzial
6
Vereinbarungen
Indizes
B
Bereich
D
deutschlandweit
d
Tag
G
Haushaltsgerät
GG
Großgerät
GK
Geräteklasse
HH
Haushalte
j
Jahreszeit (Sommer/ Winter)
max
maximal
o
oben
q
Quartil
u
unten
T
Tarif(gruppe)
t
Stundenintervall eines Vektors
WW
Warmwasserbereiter und Kleinheizgeräte
7
1 Einleitung
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
,,In elektrischen Versorgungssystemen muss die Leistungserzeugung jederzeit dem Leis-
tungsbedarf entsprechen."1 Daher wird ein entsprechend ausgerichteter Kraftwerkspark
unterhalten, der es ermöglicht, auf Laständerungen der Verbraucherseite mit den not-
wendigen Leistungsänderungen auf der Erzeugerseite zu reagieren.2 Bei unerwarteten
Schwankungen ist kurzfristig Regelenergie einsetzbar, um Abweichungen zu kompensie-
ren.
Ebenso wie Laständerungen auf der Verbraucherseite stellt die fluktuierende Einspei-
sung aus erneuerbaren Energieträgern ins Stromnetz auf der Erzeugerseite ein Problem
dar. Das schwankende Dargebot von Wind und Sonneneinstrahlung führt dazu, dass die
zu erwartende elektrische Leistung, die aus diesen alternativen Energien erzeugt wird,
im Voraus nicht genau bestimmt werden kann. Für das Versorgungssystem sind diese
Schwankungen auf der Erzeugerseite gleichbedeutend mit denen auf der Lastseite. Da
beide stochastisch unabhängig voneinander sind, können sie sich addieren und damit
den Regelaufwand erhöhen.
Die Schwankungen mit Hilfe von eigens dafür vorgesehenen Kraftwerken zu kompensie-
ren, ist aus technischer Sicht zwar zielführend, jedoch stehen diese Reservekraftwerke
die meiste Zeit still und sind im Vergleich zu Grundlastkraftwerken weniger wirtschaft-
lich. Als Alternative könnte der Regelenergiebedarf durch Lastmanagement bereitgestellt
werden.3 Auf diese Weise werden Schwankungen auf der Verbraucher- und Erzeuger-
seite durch eine Veränderung der Gesamtlast ausgeglichen, wodurch wiederum der Ein-
satz von Reservekraftwerken verringert werden kann. Voraussetzung für die Regelung
durch Lastmanagement ist, dass ein ausreichendes Potenzial an steuerbaren Lasten be-
reit steht, welches im Bedarfsfall von den Netzbetreibern abgeworfen oder zugeschaltet
werden kann.4 Kirby und Hirst sind sogar der Meinung, dass mit dem Lastmanagement
eine der größten, noch kaum genutzten Ressourcen im Energiebereich zur Verfügung
steht.5
1.2 Ziel und Methode der Arbeit
Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, das Potenzial des Lastmanagements als
Ersatz für Regelenergiekraftwerke abzuschätzen. Lastmanagement wird bisher vor allem
1) vgl. Dany (2000), Umschlagrückseite.
2) vgl. Leonhard und Müller (2002), S. 30.
3) vgl. Kirby und Hirst (1999).
4) unter der Voraussetzung, dass ausreichend Netzkapazität vorhanden ist.
5) vgl. ebd., S. 1.
8
1 Einleitung
zur Verstetigung des Leistungsbedarfs innerhalb von Unternehmen oder Verteilungsnet-
zen verwendet. Zur Nutzung als Regelenergie sind zum Teil technische und organisato-
rische Veränderungen im Bereich der Stromversorgung notwendig. Vor allem gilt dies für
Haushaltsgeräte, da dort zusätzliche technische Einbauten notwendig sind, die eine effi-
ziente Beteiligung am Lastmanagement ermöglichen. Eine vollständige Umsetzung des
Lastmanagements wird in diesen Fällen erst mit dem schrittweisen Austausch der Altge-
räte möglich. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, erstreckt sich der Zeithorizont
der vorliegenden Untersuchung auf die kommenden 15 Jahre.
In Kapitel 2 werden zunächst die Grundlagen der Arbeit dargestellt. Ausgehend von
der Versorgungsstruktur und den angeschlossenen Einheiten wird die generelle Eignung
von Lastmanagement zur Stabilisierung von Stromnetzen gezeigt. Abschließend wird ein
Ausblick zur zukünftigen Entwicklung des Versorgungsnetzes gegeben.
Kapitel 3 stellt anhand verschiedener Studien und Untersuchungen Beispiele für den Ein-
satz von Lastmanagement und virtuellen Kraftwerken in der Praxis vor. Die Erfahrungen
werden anschließend ausgewertet und bilden die Grundlage für die nachfolgende Quan-
tifizierung des Potenzials.
In Kapitel 4 wird das Potenzial des Lastmanagements anhand ausgewählter Lasten ge-
schätzt. Die Quantifizierung erfolgt zum einen für die Industrie und Dienstleistungen und
zum anderen für Haushalte. Während für den erstgenannten Bereich die Schätzung auf
Praxiserfahrungen basiert, wird für den sehr homogenen Bereich der Haushalte auf sta-
tistische Grundlagen zurückgegriffen, die ausgewertet und durch weitere Annahmen er-
gänzt wurden.
9
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