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1618-1648: Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Frieden - Religionskampf und ... close

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1618-1648: Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Frieden - Religionskampf und europäische Machtauseinandersetzung

Subtitle: Ursachen und Grundlinien des Krieges sowie dessen Resultate im Westfälischen Frieden

Scholarly Research Paper, 2007, 31 Pages
Author: Daniel Fischer
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Category: Scholarly Research Paper
Year: 2007
Pages: 31
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 20  Entries
Language: German
Archive No.: V74882
ISBN (E-book): 978-3-638-72936-9
ISBN (Book): 978-3-638-72962-8
File size: 4544 KB
Notes :
Der Dreißigjährige Krieg muss als gesamteuropäisches Ereignis gesehen werden, auch wenn man den Auslöser zum Krieg im Reich selbst zu suchen hat. Gerade als Zäsur im Bewusstsein des deutschen Volkes bis ins 20. Jahrhundert hinein hat der Drei-ßigjährige Krieg an seiner Aktualität nichts eingebüßt. Die als Ergebnis des Westfälischen Friedens 1648 entstandenen kon-fessionellen Einteilungen in protestantische und katholische Regionen sind in Deutschland bis in unsere Tage greifbar. Zwei Blöcke (siehe Abbildung 3) traten schon im Vorfeld der Auseinandersetzung deutlich hervor: ein habsburgischer und ein antihabsburgischer. Diese doch mehr grobe Einteilung bedarf jedoch der Vertiefung. Der Symbolwert der Daten 1618-1648 hat sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt. Mögen die genauen Kenntnisse doch rar sein, ist das Ereignis selbst gegenwärtig. Die Länge des Krie-ges ist von Zerstörungen von Kirchen und der enormen Dezimie-rung der Bevölkerung gekennzeichnet, obwohl hier regional dif-ferenziert werden muss. Die Bedeutung der konfessionellen Komponente darf nicht unter-schätzt werden, hat doch Martin Luther gerade einmal 100 Jahre früher Front gegen die katholische Kirche gemacht. Aus der Kirche, die er reformieren wollte entstand etwas Eigenes, ja Neues, das die Machtverhältnisse der Habsburger seitens neuer Mächte zu berühren begann. Als zentraleuropäische, machtpolitische Auseinandersetzung ist der Dreißigjährige Krieg als Vorstadium zum Gedanken des euro-päischen Gleichgewichtes geworden, der dann das Denken der eu-ropäischen Großmächte bis in das 19. Jahrhundert hinein be-stimmte.


Abstract

Der Dreißigjährige Krieg muss als gesamteuropäisches Ereignis gesehen werden, auch wenn man den Auslöser zum Krieg im Reich selbst zu suchen hat. Gerade als Zäsur im Bewusstsein des deutschen Volkes bis ins 20. Jahrhundert hinein hat der Dreißigjährige Krieg an seiner Aktualität nichts eingebüßt. Die als Ergebnis des Westfälischen Friedens 1648 entstandenen konfessionellen Einteilungen in protestantische und katholische Regionen sind in Deutschland bis in unsere Tage greifbar. Zwei Blöcke traten schon im Vorfeld der Auseinandersetzung deutlich hervor: ein habsburgischer und ein antihabsburgischer. Diese doch mehr grobe Einteilung bedarf jedoch der Vertiefung. Der Symbolwert der Daten 1618-1648 hat sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt. Mögen die genauen Kenntnisse doch rar sein, ist das Ereignis selbst gegenwärtig. Die Länge des Krieges ist von Zerstörungen von Kirchen und der enormen Dezimierung der Bevölkerung gekennzeichnet, obwohl hier regional differenziert werden muss. Die Bedeutung der konfessionellen Komponente darf nicht unterschätzt werden, hat doch Martin Luther gerade einmal 100 Jahre früher Front gegen die katholische Kirche gemacht. Aus der Kirche, die er reformieren wollte entstand etwas Eigenes, ja Neues, das die Machtverhältnisse der Habsburger seitens neuer Mächte zu berühren begann. Als zentraleuropäische, machtpolitische Auseinandersetzung ist der Dreißigjährige Krieg als Vorstadium zum Gedanken des europäischen Gleichgewichtes ("Balance of Power") geworden, der dann das Denken der europäischen Großmächte bis in das 19. Jahrhundert hinein bestimmte.


Excerpt (computer-generated)

Technische Universität Dresden, Institut für Geschichte
Verschriftlichung der mündlichen Staatsexamensprüfung
vom 16. Mai 2007

1618-1648: Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Frieden
Religionskampf und europäische Machtauseinandersetzung
Ursachen und Grundlinien des Krieges sowie
dessen Resultate im Westfälischen Frieden

von

Daniel Fischer

 


Gliederung

Zäsur: Dreißigjähriger Krieg 3

Vorbemerkungen 4

I. Strukturgeschichtlicher Zugang 7

II. Ereignisgeschichtlicher Verlauf  14

Vom Prager Fenstersturz zum Böhmisch-Pfälzischen Krieg 1618-1623  16
Der Dänisch-Niedersächsische Krieg 1625-1629  17
Der Schwedische Krieg 1630-1635 18
1648: Der Westfälischer Frieden, ein völkerrechtlicher Vertrag 23

III. Endbetrachtung 26

IV. Literaturliste  30




 

Zäsur:

Dreißigjähriger Krieg

Der Dreißigjährige Krieg muss als gesamteuropäisches Ereignis gesehen werden, auch wenn man den Auslöser zum Krieg im Reich selbst zu suchen hat. Gerade als Zäsur im Bewusstsein des deutschen Volkes bis ins 20. Jahrhundert hinein hat der Dreißigjährige Krieg an seiner Aktualität nichts eingebüßt. Die als Ergebnis des Westfälischen Friedens 1648 entstandenen konfessionellen Einteilungen in protestantische und katholische Regionen sind in Deutschland bis in unsere Tage greifbar. Zwei Blöcke (siehe Abbildung 3) traten schon im Vorfeld der Auseinandersetzung deutlich hervor: ein habsburgischer und ein antihabsburgischer. Diese doch mehr grobe Einteilung bedarf jedoch der Vertiefung.

Der Symbolwert der Daten 1618-1648 hat sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt. Mögen die genauen Kenntnisse doch rar sein, ist das Ereignis selbst gegenwärtig. Die Länge des Krieges ist von Zerstörungen von Kirchen und der enormen Dezimierung der Bevölkerung gekennzeichnet, obwohl hier regional differenziert werden muss. Die Bedeutung der konfessionellen Komponente darf nicht unterschätzt werden, hat doch Martin Luther gerade einmal 100 Jahre früher Front gegen die katholische Kirche gemacht. Aus der Kirche, die er reformieren wollte entstand etwas Eigenes, ja Neues, das die Machtverhältnisse der Habsburger seitens neuer Mächte zu berühren begann. Als zentraleuropäische, machtpolitische Auseinandersetzung ist der Dreißigjährige Krieg als Vorstadium zum Gedanken des europäischen Gleichgewichtes geworden, der dann das Denken der europäischen Großmächte bis in das 19. Jahrhundert hinein bestimmte.

Vorbemerkungen

Abbildung 11: Wappen der Habsburger [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Habsburg und Spanien waren im 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts aufs engste verbunden. Damit bestanden zwei habsburgische Linien, die der Kernlande und die Spaniens. Staatsheiraten waren gang und gebe. Die sog. „Spanische Sukzession“ (Thronfolge) zielte darauf ab, die Kaiserkrone des Reiches zwischen Madrid und Wien alternieren zu lassen. Der Wiener Linie lag nie daran, die spanische Linie in den Genuss der Kaiserkrone kommen zu lassen. Der Versuch scheiterte und Wien wusste 1617 im Onate-Vertrag Spanien territorial mit der Belehnung des Elsaß und in Reichsitalien zu entschädigen.

Frankreich stellte das einzige wirkliche Hindernis zur „Monarchia universalis“ Karls V. dar. Zudem gesellte sich antihabsburgischer Patriotismus in Italien zum antihabsburgischen Block. Die Schlüsselstellung Mailands in Reichsitalien erlangte Bedeutung im Krieg. Nach diesem knappen Überblick über Europa ins Reich selbst. Der hier geschlossene Augsburger Religionsfrieden von 1555 regelte das unbefristete Nebeneinander zweier Varianten des christlichen Glaubens. Der Frieden zielte letztlich auf die Absicherung des allgemeinen Landfriedens. Jedoch gab es kein Ende der Glaubenskämpfe. Der Frieden galt nur für Katholiken und Protestanten während die Calvinisten ausgeschlossen blieben. Das Recht zur freien Bekenntniswahl war nur den Reichsständen zugedacht: „cuius regio, eius religio“ (wessen Land, dessen Religion). Die Formel verdeutlichte, dass die Untertanen der jeweiligen Region die Religion des Herrn anzunehmen hatten. Daneben ging eine Formierung reichsständischer Herrschaftssysteme zu ausgeweiteten Landesherrschaften vor sich. Dieser Prozess bedeutete eine Trennung aber auch Integration im Reich, denn am Festhalten an der Reichseinheit rüttelte man nicht.

Das politische System des Reiches (Abbildung 2) am Vorabend des Krieges war stark von der kaiserlichen Zentralgewalt bestimmt. Seit 1438 stellte das Haus Habsburg die Kaiser im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und konnte sich der Mehrheit der Kurfürstenstimmen sicher sein. Das protestantische Kursachsen, das im Schmalkaldischen Krieg 1546/47 von den Habsburgern unterstützt wurde (in der Form, dass der albertinischen Linie unter Moritz von Sachsen gegen die ernestinische Linie die Kurwürde verliehen wurde), war traditionsgemäß eines der Länder, das den Kaiser des Hauses Habsburg zu unterstützen pflegte. Im Ausbau der Landesherrschaften entstand der kaiserlichen Zentralgewalt jedoch ein politisches Gegenstück. Ständische und absolutistische Tendenzen lassen hier einen Dualismus erkennen, der aufgrund seiner komplementären Staatlichkeit, die das Reich kennzeichnete, eine Besonderheit in Europa darstellte.

Abbildung 22: Institutionen des Heiligen Römischen Reiches [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Das Spannungsfeld im Reich entstand nun einerseits aus dem Verfassungsproblem und andererseits in Konfessionsfragen.

Abbildung 33: Die Mächtegruppierungen in Europa [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Trotz des Augsburger Religionsfriedens hatte die katholische Gegenreformation mit dem Ziel der Rekatholisierung eingesetzt. Die Reichsverfassung war in der Krise. Kompetenzstreitigkeiten zogen die Gründung der protestantischen Union (1608) und der katholischen Liga (1609) nach sich. Erstmals hatten sich die Reichsstände in großen Bünden zusammengeschlossen. Im Streit um die Herzogtümer Jülich und Kleve spitzte sich die durch die Konfessionsfragen angeheizte Machtfrage zu. Erstmals traten Mächte Europas in Deutschland in Erscheinung. Im Vertrag von Xanten (1614) einigten sich schließlich Pfalz-Neuburg und Brandenburg und teilten die Herzogtümer auf. Kursachsen ging leer aus. Das Vorspiel zum Krieg war noch einmal friedlich ausgegangen. Es war klar, das bei zukünftigen unvorhersehbaren Auseinandersetzungen das Reich zum Schauplatz auswärtiger Interessen werden würde.

I. Strukturgeschichtlicher Zugang

[...]


1 Geschichte, Lehrbuch für Klasse 7, 1. Aufl., Volk und Wissen, Volkseigener Verlag, Berlin, 1989, S. 73.

2 http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0e/Institutionen_HRR.png

3 Geschichte, Lehrbuch für Klasse 7, 1. Aufl., Volk und Wissen, Volkseigener Verlag, Berlin, 1989.


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