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Mindestlöhne in Frankreich und Großbritannien - Vorbild für Deutschland? close

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Mindestlöhne in Frankreich und Großbritannien - Vorbild für Deutschland?

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 26 Pages
Authors: Torsten Kühne, Jürgen Fuchs
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2007
Pages: 26
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V75742
ISBN (E-book): 978-3-638-80403-5
ISBN (Book): 978-3-638-92743-7
File size: 229 KB

Abstract

Die Einführung von Mindestlöhnen in Deutschland ist ein heikles und vor allem zum jetzigen Zeitpunkt viel diskutiertes Thema. Die Gewerkschaften fordern schon seit längeren eine Einführung von Mindestlöhnen auch in Deutschland. So steht im aktuellen Spiegel (vgl.: Michael Sauga 2007) ein weiterer Artikel über die Forderung von Ver.di Chef Bsirske einen Mindestlohn von €7,50 einzuführen. Wie verhalten sich unsere Nachbarländer zu Thema Mindestlöhne? Unter welchen Vorraussetzungen haben sie Mindestlöhne eingeführt und wie sieht es mit der rechtlichen Umsetzung aus? Was waren die Konsequenzen einer Einführung für die Beschäftigung und was läst sich daraus für den deutschen Arbeitsmarkt ableiten? In dieser Arbeit wird versucht diesen Fragen nachzugehen und Anhand der, aus den Studien über Frankreich und Großbritannien gewonnenen, Erkenntnissen, Handlungsoptionen für eine Mindestlohneinführung in Deutschland abzuleiten. So wird zuerst auf die theoretischen Grundlagen eingegangen, da diese für ein Verständnis der Zusammenhänge wichtig sind. Begonnen wird mit dem bekanntesten Modell, dem Neoklassischen. Des Weiteren werden die Schwachpunkte dieses Modells aufgezeigt. Als weitere Modelle werden solche mit lohnnehmenden und lohnsetzenden Unternehmen vorgestellt. Auch wird auf die so genannten Wohlfahrts- und Wachstumsmodelle eingegangen. Zudem werden die am häufigsten verwendeten Messmethoden wie der Kaitz Index, die Schätzung mit Zeitreihendaten als auch die Schätzung mit Querschnittsdaten näher betrachtet. Im Zweiten Teil dieser Arbeit werden zunächst die empirischen Erhebungen für Europa untersucht und Anhand von aktuellen Daten die Verteilung von Mindestlöhnen in Europa dargestellt. Im Detail wird dann auf die Mindestlöhne in Großbritannien und Frankreich eingegangen. Diese werden Anhand der Punkte Anpassung, Entwicklung und Verbreitung evaluiert. Ein besonderes Augenmerk liegt bei den Auswirkungen auf die Beschäftigung, auf die Anhand jeweils einer Studie genauer eingegangen wird. Im Schlussteil werden die aktuellen Ideen und möglichen Ansatzpunkte für eine Einführung von Mindestlöhnen in Deutschland untersucht. So wird zu erst die Situation des deutschen Arbeitsmarkts aufgezeigt um dann auf den aktuellen Verlauf der Debatte und den wichtigsten Pro und Contra Argumenten zu einem Mindestlohn in Deutschland einzugehen. Zuletzt werden Anhand der gewonnenen Erkenntnisse Implementierungsmöglichkeiten für Deutschland vorgeschlagen.


Excerpt (computer-generated)

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Institut für Wirtschaftswissenschaft

Volkswirtschaftliches Hauptseminar Wirtschafts- und Sozialpolitik

Mindestlöhne in Frankreich und Großbritannien - Vorbild für Deutschland?

Torsten Kühne, Jürgen Fuchs

 

Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung ... 3

2. Mindestlöhne in der Theorie ... 4

2.1. Neoklassisches Modell ... 4
2.2 Kritik am neoklassischen Modell ... 5
2.3 Weitere Modelle ... 6
    2.3.1 Modelle mit lohnnehmenden Unternehmen ... 6
    2.3.2 Modelle mit lohnsetzenden Unternehmen ... 6
    2.3.3 Wohlfahrts- und Wachstumsmodelle ... 9
2.4 Messmethoden ... 9
    2.4.1 Kaitz Index ... 10
    2.4.2 Weitere Messmethoden ... 10

3. Mindestlöhne in Europa ... 11

3.1 Empirische Erhebungen ... 11
3.2 Mindestlöhne in Großbritannien ... 14
    3.2.1 Der National Minimum Wage ... 14
    3.2.2 Anpassungsverfahren ... 14
    3.2.3 Entwicklung ... 14
    3.2.4 Verbreitung ... 15
    3.2.5 Auswirkung auf Beschäftigung ... 15
3.3 Mindestlöhne in Frankreich ... 16
    3.3.1 Der SMIC ... 16
    3.3.2 Anpassungsverfahren ... 17
    3.3.3 Entwicklung ... 17
    3.3.4 Verbreitung ... 17
    3.3.5 Auswirkung auf Beschäftigung ... 18

4. Mindestlohn in Deutschland? ... 19

4.1 Situation am deutschen Arbeitsmarkt ... 20
4.2 Verlauf der Debatte ... 21
4.3 Implementierungsmöglichkeiten ... 22

5. Zusammenfassung ... 22

Literaturverzeichnis: ... 24

 

 

1. Einleitung

Die Einführung von Mindestlöhnen in Deutschland ist ein heikles und vor allem zum jetzigen Zeitpunkt viel diskutiertes Thema. Die Gewerkschaften fordern schon seit längeren eine Einführung von Mindestlöhnen auch in Deutschland. So steht im aktuellen Spiegel (vgl.: Michael Sauga 2007) ein weiterer Artikel über die Forderung von Ver.di Chef Bsirske einen Mindestlohn von €7,50 einzuführen. Wie verhalten sich unsere Nachbarländer zu Thema Mindestlöhne? Unter welchen Vorraussetzungen haben sie Mindestlöhne eingeführt und wie sieht es mit der rechtlichen Umsetzung aus? Was waren die Konsequenzen einer Einführung für die Beschäftigung und was läst sich daraus für den deutschen Arbeitsmarkt ableiten? In dieser Arbeit wird versucht diesen Fragen nachzugehen und Anhand der, aus den Studien über Frankreich und Großbritannien gewonnenen, Erkenntnissen, Handlungsoptionen für eine Mindestlohneinführung in Deutschland abzuleiten.

So wird zuerst auf die theoretischen Grundlagen eingegangen, da diese für ein Verständnis der Zusammenhänge wichtig sind. Begonnen wird mit dem bekanntesten Modell, dem Neoklassischen. Des Weiteren werden die Schwachpunkte dieses Modells aufgezeigt. Als weitere Modelle werden solche mit lohnnehmenden und lohnsetzenden Unternehmen vorgestellt. Auch wird auf die so genannten Wohlfahrts- und Wachstumsmodelle eingegangen. Zudem werden die am häufigsten verwendeten Messmethoden wie der Kaitz Index, die Schätzung mit Zeitreihendaten als auch die Schätzung mit Querschnittsdaten näher betrachtet.

Im Zweiten Teil dieser Arbeit werden zunächst die empirischen Erhebungen für Europa untersucht und Anhand von aktuellen Daten die Verteilung von Mindestlöhnen in Europa dargestellt. Im Detail wird dann auf die Mindestlöhne in Großbritannien und Frankreich eingegangen. Diese werden Anhand der Punkte Anpassung, Entwicklung und Verbreitung evaluiert. Ein besonderes Augenmerk liegt bei den Auswirkungen auf die Beschäftigung, auf die Anhand jeweils einer Studie genauer eingegangen wird. Im Schlussteil werden die aktuellen Ideen und möglichen Ansatzpunkte für eine Einführung von Mindestlöhnen in Deutschland untersucht. So wird zu erst die Situation des deutschen Arbeitsmarkts aufgezeigt um dann auf den aktuellen Verlauf der Debatte und den wichtigsten Pro und Contra Argumenten zu einem Mindestlohn in Deutschland einzugehen. Zuletzt werden Anhand der gewonnenen Erkenntnisse Implementierungsmöglichkeiten für Deutschland vorgeschlagen.


2. Mindestlöhne in der Theorie


2.1. Neoklassisches Modell

Das bekannteste und simpelste Modell, mit dem die Effekte eines Mindestlohnes auf den Arbeitsmarkt erklärt werden, ist das neoklassische Modell. Die darin auftretende, negative Auswirkung eines Mindestlohnes auf die Beschäftigung bildet bis heute die Grundlage aller, einen Mindestlohn ablehnenden, Argumentationen (vgl.: Patzschke 2001, S.42; sowie: Bosch et. al. 2006, S.27; Reiner 2006, S.108). Aus diesem Grund wird es hier vorgestellt.

Dem neoklassischen Modell liegt die Annahme zugrunde, dass es sich um einen Arbeitsmarkt mit vollkommenem Wettbewerb handelt. Damit sind Arbeit, Arbeitnehmer und Unternehmen homogen. Zudem herrscht vollkommene Information und es existieren keine Mobilitätsbarrieren und Anpassungskosten (Patzschke 2001, S.6/7). In diesem Modell schneidet die Arbeitsnachfragekurve der Unternehmen (AN, negative Steigung), bei freiem Spiel der Kräfte, die Arbeitsangebotskurve der Arbeiter (AA, positive Steigung) beim markträumenden Lohnsatz (l*). Dieser entspricht dem Wertgrenzprodukt der Arbeit (Patzschke 2001, S.7). Das einzelne Unternehmen sieht sich jedoch einer waagrechten Angebotskurve gegenüber; senkt es seinen Lohn unter den Marktlohn verliert es alle Mitarbeiter.

 

[...]



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