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Untertitel: Das Blut der Maya
Hausarbeit, 2005, 17 Seiten
Autor: Carolyn Zeck
Fach: Amerikanistik - Anderes
Details
Tags: Speise, Götter
Jahr: 2005
Seiten: 17
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 9 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-80871-2
Dateigröße: 596 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Dass es bei den Maya Blut- und Menschenopfer gegeben hat, ist mehrfach belegt und steht heutzutage außer Frage. Anhand dieser Arbeit soll vielmehr dargestellt werden, welchen Sinn und Zweck die Maya-Völker durch diese Rituale verfolgten, wie sie sie legitimierten und welcher Ordnung sie unterstanden. Dazu soll erst einmal die Symbolik des Blutes erklärt werden. Darauf folgen einige Ritualtheorien, bevor anhand von verschiedenen Quellen (Ikonographie, Archäologie, Hieroglyphen und Augenzeugenberichte aus der Zeit der Konquista) die Blutlaß- und Menschenopfer der Maya genauer unter Betracht gezogen werden.
Textauszug (computergeneriert)
Freie Universität Berlin
Lateinamerika- Institut Maya Archäologie – Eine Einführung
Das Blut der Maya - Speise für die Götter
von Carolyn Zeck
2005
Inhaltsverzeichnis
Einleitung ... 3
1. Das Blut ... 3
1.1 Symbolik des Blutes in Mesoamerika ... 3
1.2 Mythische Verankerung bei den Maya ... 4
2. Das Ritual ... 6
2.1 Ritualtheorien ... 6
2.2 Blutrituale der Maya ... 8
a) Der zeremonielle Rahmen ... 8
b) Das Blutlass-Opfer ... 10
c) Das Menschenopfer ... 13
3. Schlussfolgerung ... 15
Literaturverzeichnis ... 16
Anhang ... 17
Einleitung
Dass es bei den Maya Blut- und Menschenopfer gegeben hat, ist mehrfach belegt und steht heutzutage außer Frage. Anhand dieser Arbeit soll vielmehr dargestellt werden, welchen Sinn und Zweck die Maya-Völker durch diese Rituale verfolgten, wie sie sie legitimierten und welcher Ordnung sie unterstanden. Dazu soll erst einmal die Symbolik des Blutes erklärt werden. Darauf folgen einige Ritualtheorien, bevor anhand von verschiedenen Quellen (Ikonographie, Archäologie, Hieroglyphen und Augenzeugenberichte aus der Zeit der Konquista) die Blutlaß- und Menschenopfer der Maya genauer unter Betracht gezogen werden.
1. Das Blut
1.1 Symbolik des Blutes in Mesoamerika
Dem Blut werden viele Eigenschaften und Fähigkeiten nachgesagt. Deshalb spielt es in den meisten Religionen eine bedeutende Rolle. Im Christentum ist es das „Blut Christi“, das die Gemeinschaft der Gläubigen im Abendmahl zusammenbringt und mit Gott verbindet. Hier handelt es sich jedoch nicht um echtes, physisches Blut, wohingegen es auf der Welt durchaus religiöse Zeremonien gibt, bei denen auch heute noch das Blut von Tieren als Opfer für die Götter verwendet wird, und früher sogar das von uns Menschen selbst.
In Mesoamerika ist das Blut in vielen eingeborenen Stämmen,- bei den alten Azteken, den Tolteken, den Mixteken, den Zapoteken, den Olmeken, und auch bei den Maya - mit ähnlichen Symboliken belegt ist. So wird es in den Quellen oft als magische, mysteriöse Flüssigkeit bezeichnet, deren Kräfte übernatürlichen Ursprungs sind. Jedes Individuum erhält bei seiner Geburt diesen lebensspendenden Saft aus der kosmischen Energie. Das Blut, Symbol für die Lebensenergie des Menschen, aber auch der Tiere und Pflanzen (z.B. wird das Harz, das Blut des Kopalbaumes, in manchen Riten anstelle von tierischem oder menschlichem Blut verwendet1 ), hat neben seinen physischen Aufgaben, nämlich die der Regulierung der Körpertemperatur und Transport des Sauerstoff, sowie aller Nährstoffe, im Glauben der mesoamerikanischen Völker, so auch der Maya, noch eine weitreichendere Bedeutung: das Blut bestimmt das Wachstum des Körpers genauso wie das des Geistes, d.h. die Entwicklung der Intelligenz.2 Bei den Maya spiegelt sich diese Bedeutung in der mythischen Schöpfungsgeschichte des Popol Vuh3 wieder: erst die Menschen, deren Fleisch und Blut aus Mais und nicht mehr aus Holz bestehen, sind fähig, ihre Götter zu erkennen und dementsprechend zu ehren.4 Des weiteren ist das Blut nicht nur eines der fünf energetischen Zentren (Blut, Herz, Kopf, Lunge und Muskeln) des menschlichen Körpers, sondern gleichzeitig auch Transportmittel der Lebensenergie und somit Verbindungsglied der Zentren untereinander.5
Es ist also nicht verwunderlich, dass dieser Stoff, dem so viele Fähigkeiten zugeschrieben werden, der kosmischen Ursprungs ist, und einem jeden von uns Lebewesen geschenkt wurde, dass das Blut eine besondere Rolle in den religiösen Vorstellungen der indigenen Bevölkerung Mesoamerikas spielte und auch heute noch Bestandteil vieler ritueller Zeremonien ist.
[...]
1 Kiehl / Freyler: S. 40 f.
2 Betancourt, Ignacio Guzmán : Valor y simbolismo de la sangre en la trdición indígena mexicana, ….S. 26
3 Der Popol Vuh ist die Schöpfungsgeschichte der Quiche-Maya, die Ende des 16. Jahrhunderts vom Padre Francisco Ximenez nach mündlicher Überlieferung (das Original war verschwunden) aufgeschrieben wurde.
4 Kiehl, Gabriela/ Jens Freyler: Popol Vuh – Die heilige Schrift der Maya. traveldiary.de Reiseliteratur-Verlag, Hamburg:2004, S. 78
5 Betancourt: S. 23
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