Bei GRIN registrieren oder einloggen

Your e-mail-address or password is wrong
Jetzt registrieren
Für neue Autoren: kostenlos, einfach und schnell
Dies wird Ihr Benutzername, bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an

Passwort vergessen

Your e-mail-address or password is wrong

Neues Passwort anfordern
Bestattungssitten, Gräber und Friedhöfe der Achämenidenzeit close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Bestattungssitten, Gräber und Friedhöfe der Achämenidenzeit

Wissenschaftlicher Aufsatz, 2007, 25 Seiten
Autor: Magister Artium Daniel Hockmann
Fach: Archäologie

Details

Kategorie: Wissenschaftlicher Aufsatz
Jahr: 2007
Seiten: 25
Literaturverzeichnis: ~ 36  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V77187
ISBN (E-Book): 978-3-638-81682-3
ISBN (Buch): 978-3-638-81850-6
Dateigröße: 197 KB

Zusammenfassung / Abstract

Dieser Beitrag untersucht die Gräber und Bestattungssitten im Großreich der Achämenidenzeit. Dabei werden die Königsgräber von Naqsh-i Rustam nicht besprochen. Lediglich das Kyrosgrab und mögliche Vorgängerbauten sollen vorgestellt werden, bevor das Hauptaugenmerk auf die Privatgräber im Großreich gelegt wird. Während es zu einzelnen Gräbern wie dem Kyrosgrab oder dem reichen Frauengrab in Susa kleinere Artikel existieren, die das jeweilige Grab in einen Kontext stellen, wurden Gräber und Friedhöfe in einem größeren regionalen Umfeld nur für die das Gebiet der Levante untersucht. Der Raum Palästina wurde von Ephraim Stern bearbeitet und die Regionen Jordanien, Syrien und Phönizien von Astrid Nunn. Der Großraum Mesopotamien und Iran wurden bislang völlig ausser Acht gelassen. Im Iran liegt es unter anderem am zu geringen Quellenmaterial, in Mesopotamien möglicherweise an den Altgrabungen und den unzuverlässig publizierten Befunden. Allerdings liefern die zahlreichen Rettungsgrabungen in den letzten Jahrzehnten vor allem in Nordmesopotamien und SO-Anatolien im Rahmen der Stauseeprojekte aussagefähiges Quellenmaterial, dass es zu untersuchen gilt.


Textauszug (computergeneriert)

Bestattungssitten, Gräber und Friedhöfe der Achämenidenzeit

von

Daniel Hockmann 

2007

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Bestattungssitten, Gräber und Friedhöfe der Achämenidenzeit  3
1.1. Pasargadae  3
1.2. Susa   7

2. Privatgräber   10
2.1. Kuh-i Ramat bei Persepolis  11
2.2. Ghalekuti I und II, Gilan, Iran  11
2.3. Mesopotamien  12
2.4. Nekropolen und Gräber in Phönizien, Syrien und Jordanien zur Achämenidenzeit  14
2.5. Deve Hüyük  16
2.6. Hacinebi  17
2.7. Palästina  17
2.8. Ägypten  18

3. Zusammenfassung  20

4. Bibliographie  22

 

 

 

1. Bestattungssitten, Gräber und Friedhöfe der Achämenidenzeit

Dieser Beitrag untersucht die Gräber und Bestattungssitten im Großreich der Achämenidenzeit. Dabei werden die Königsgräber von Naqsh-i Rustam nicht besprochen. Lediglich das Kyrosgrab und mögliche Vorgängerbauten sollen vorgestellt werden, bevor das Hauptaugenmerk auf die Privatgräber1 im Großreich gelegt wird.

Während es zu einzelnen Gräbern wie dem Kyrosgrab oder dem reichen Frauengrab in Susa kleinere Artikel existieren, die das jeweilige Grab in einen Kontext stellen, wurden Gräber und Friedhöfe in einem größeren regionalen Umfeld nur für die das Gebiet der Levante untersucht. Der Raum Palästina wurde von Ephraim Stern bearbeitet und die Regionen Jordanien, Syrien und Phönizien von Astrid Nunn. Der Großraum Mesopotamien und Iran wurden bislang völlig ausser Acht gelassen. Im Iran liegt es unter anderem am zu geringen Quellenmaterial, in Mesopotamien möglicherweise an den Altgrabungen und den unzuverlässig publizierten Befunden. Allerdings liefern die zahlreichen Rettungsgrabungen in den letzten Jahrzehnten vor allem in Nordmesopotamien und SO-Anatolien im Rahmen der Stauseeprojekte aussagefähiges Quellenmaterial, dass es zu untersuchen gilt.

1.1. Pasargadae

In Pasargadae befindet sich das leere Grab des Kyros.2 Neun Jahre nachdem seine Truppen in Babylon einmarschierten starb Kyros im Jahre 530 v.u.Z. an den Folgen einer Verwundung in einer Schlacht gegen die Massageten am Araxes.

Strabon zitiert in seiner Geographika Buch 15, Kpt. 3 Absatz 7 den Griechen Aristobulus, der von dem Besuch Alexander des Großen am Grab des Kyros berichtet. Das Grab soll von Bäumen dicht bestanden und verborgen gewesen sein. Aristobulus soll auf Geheiß des Königs (Alexander d. Gr.) das Grab betreten haben. Dort habe er eine goldene Kline, einen Tisch mit Gefäßen und einen goldenen Sarg gesehen. Alles sei mit Edelsteinen besetzten Tüchern verziert gewesen. Bei Arrian3, der ebenfalls den Aristobulus als Gewährsmann anführt, wird der Sarg des Kyros als Wanne bezeichnet.

Bei einem späteren Besuch Aristobulus war das Grab bereits geplündert - lediglich die Kline und der zerbrochene Sarg, seien noch am Ort gewesen. Es wird weiter berichtet, dass eine Magi-Wache das Grabmal beschützen sollte - als Bezahlung sollte die Wache ein Schaf jeden Tag und zusätzlich ein Pferd jeden Monat erhalten, das Kyros geopfert wurde.

Das Grab liegt an markanter Stelle in Pasargadae und wurde aus Steinblöcken gefertigt. Es ist aus sechs konzentrischen umlaufenden Plattformen gefertigt und mit einem Grabhaus bekrönt. Ein Satteldach schließt das Grabhaus ab, der Schlußstein fehlt jedoch. Die ursprüngliche Höhe betrug mehr als 11,00 m. Die Basis misst 13,35 x 12,30 m und die Grundfläche des Grabhauses 6,4 x 5,35 m. Die Ecken der Anlage sind an den Kardinalpunkten orientiert, der schmale Eingang in das Grabhaus ist 1,39 m hoch, 78 cm breit und zeigt nach NW.4 Eine schmale doppelflügelige Tür hat einst den Zugang zur Grabkammer verschlossen gehalten. Die Türsockel stehen noch an.5

Durchschreitet man die Tür, so durchquert man einen 1,20 m langen Gang und gelangt in die 3,17 m lange und 2,11 m breite und ursprünglich 5,6 m hohe Grabkammer.6 Hier sollen laut der oben genannten Augenzeugenberichte der Sarkophag, eine Kline und ein Tisch gestanden haben.7 Die Grundfläche von 6,6 m2 mag zu klein für das angeführte Inventar erscheinen, unter anderem ein Grund dafür, dass das Bauwerk lange Zeit nicht für das Kyros-Grab gehalten wurde. Allerdings fand sich in einem Hügelgrab bei Losarskata Mogila bei Duvanlij in Südbulgarien - ehemals die Satrapie Skudra (Südbulgarien) - ein reich ausgestattetes Grab achämenidischer Zeitstellung, in der ein Leichnam auf einer hölzernen Kline gebettet war, die sich in einem wannenförmigen Steinsarkophag befand.8 Ähnliches mag auch für die enge Grabkammer im Kyrosgrab vorstellbar gewesen sein.

Über dem Eingang zum Grab, direkt unter dem Giebel, war in 5 cm starkem Relief eine Strahlensonne von etwa 49 cm Durchmesser dargestellt.9 Diese Rosette erinnert an ein Architekturelement phrygischer Felsfassaden, lykischer Felsgräber in Myra oder auch an die reichverzierten Scheibenakrotere an archaisch-griechischen Tempeln und Palästen.10 Gerne wird darin ein Symbol für Ahuramazda gesehen, der über den Toten Kyros wachen soll.

[....]


1 Als Privatgräber sollen hier sämtliche nicht als großkönigliche Bestattungen verstandene Gräber angesprochen werden, selbst wenn es sich bei besonders reich ausgestatteten Gräbern möglicherweise auch um die Beisetzungen von Satrapen oder lokalen Herrschern handeln mag.

2 Die Identifizierung der Totenstätte als zum Großkönig gehörend gilt als sicher. vgl. Boardman, Perser 67+112.

3 Arrian, Anabasis 6, 29, 5.

4 Stronach, Pasargadae 26-27.

5 Stronach, Pasargadae 37.

6 Stronach, Pasargadae, 27; Boardman, Perser 68.

7 Boardman, Perser 68.

8 zitiert nach: von Gall, AMI 12, 272.

9 Stronach, Pasargadae 35-37.

10 von Gall, AMI 12, 274.


Kommentare

Bisher keine Kommentare

Kommentar hinzufügen
Ihr Kommentar wird redaktionell geprüft und dann freigeschaltet

Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:


Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/77187/bestattungssitten-graeber-und-friedhoefe-der-achaemenidenzeit
please wait Bitte warten