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Scholary Paper (Seminar), 2005, 19 Pages
Author: Paula Reinhard
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Tags: Nathan-Aufklärer, Familienvater, Untersuchungen, Lessings, Nathan, Weise
Year: 2005
Pages: 19
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 18 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-83671-5
File size: 142 KB
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Abstract
Inhalt des Dramas Nathan der Weise von Lessing ist die Auseinandersetzung zwischen den drei großen Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam. So ist Forschungen und Interpretationen der Literaturwissenschaft nach die Kernaussage die religiöse Toleranz und allgemeine Menschenliebe... Lessing formuliert in seinem Drama ganz klar das Problem der Vaterschaft, das bei Nathan auftaucht. So möchte ich in dem Gesellschaftsdrama, das ebenso ein Familienstück ist, die Rolle der Familie und die Funktion des Vaters näher beleuchten. Daher stelle ich meine Hausarbeit unter die Fragenstellung: Fungiert Nathan in Lessings Drama Nathan der Weise nur als Aufklärer, oder stellt er auch eine Vaterfigur dar.
Excerpt (computer-generated)
Universität Koblenz - Landau, Institut für Germanistik
Hauptseminararbeit: Nathan - Aufklärer oder Familienvater?
Sommersemester 2005, 7. Semester
Nathan-Aufklärer oder Familienvater? - Untersuchungen zu Lessings Nathan der Weise
von
Paula Reinhard
Inhaltsangabe
1. Einleitung 2
2. Hinführung zum Thema 3
2.1 der 11. September 3
2.2 Hintergrund des Werkes 4
3. Figurenkonstellationen in Nathan der Weise 5
3.1 die Familie(n) im Nathan 5
3.2 Figurenbeziehungen auf politischem Hintergrund 6
3.2 Figurenbeziehungen auf familiärem Hintergrund 8
Das Eure? 10
Aber macht nur das Blut 11
4. Jude, Christ und Moslem vereinigt? 12
4.1 die Ringparabel und ihre Funktion im Werk 12
Und hatte die geheime Kraft, vor Gott 12
4.2 die Allegorie der Menschheitsfamilie 13
5. Zusammenfassung und Ausblick 15
Literaturverzeichnis 17
1. Einleitung
Inhalt des Dramas Nathan der Weise von Lessing ist die Auseinandersetzung zwischen den drei großen Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam. So ist Forschungen und Interpretationen der Literaturwissenschaft nach die Kernaussage die religiöse Toleranz und allgemeine Menschenliebe.
In unserem Hauptseminar haben wir uns mit Ehe und Familie in den Dramen des 18. bis 20. Jahrhunderts beschäftigt. Nathan der Weise als ein Drama der Aufklärung birgt meiner Ansicht nach neben seiner religiösen Komponente ebenfalls Interpretationsansätze, die thematisch zu unserem Seminar passen. Denn auch der Nathan behandelt eine Familienthematik, da die Handlung im engen Kreise zweier Familien spielt, denen es am Ende gelingt, sich zu einer Familie zusammenzuschließen. Im Mittelpunkt steht hier die aufgeklärte und vernunftorientierte Haltung und ebenso das Handeln. Lessing formuliert in seinem Drama ganz klar das Problem der Vaterschaft, das bei Nathan auftaucht. So möchte ich in dem Gesellschaftsdrama, das ebenso ein Familienstück ist, die Rolle der Familie und die Funktion des Vaters näher beleuchten. Daher stelle ich meine Hausarbeit unter die Fragenstellung: Fungiert Nathan in Lessings Drama Nathan der Weise nur als Aufklärer, oder stellt er auch eine Vaterfigur dar. Nach einer kurzen Hinführung zum Thema beschäftige ich mich in meinem dritten Kapitel mit den Figurenkonstellationen und untersuche diese auf der einen Seite auf politischen Hintergrund, auf der anderen Seite im familiären Rahmen. Dem voraus geht eine allgemeine Darstellung der bestehenden Familienverhältnissen. Das vierte und letzte Kapitel dient dazu, die Schlüsselthemen und wichtigsten Textstellen des Dramas auf Familienkonzeption hin zu untersuchen und zu interpretieren.
2. Hinführung zum Thema
2.1 der 11. September
Nach den Geschehnissen des 11. Septembers 2001 nahmen mehr als 24 deutschsprachige Theaterbühnen das Drama auf ihren Spielplan. Den Häusern, die schon vor dem Terroranschlag Nathan - Inszenierungen geplant hatten, folgten weitere, da das Stück plötzlich an Aktualität gewann. Der Theaterkritiker der New York Times charakterisiert eine Inszenierung, die gut ein Jahr nach dem 11. September am Pearl Theater in New York aufgeführt wurde, treffend, indem er von Zeitgemäßigtheit spricht. „Timelessness is a good thing in a play, but timeliness is better. The 18th- century drama ‘Nathan the wise’ wins on both counts.” Das Drama Nathan der Weise impliziert eine sehr große Toleranz zwischen verschiedenen Kulturen, verschiedene Religionen und im allgemeinen auch zwischen den Menschen. Es will uns zeigen, was meine Hausarbeit später näher beleuchtet, dass alle Menschen Teil einer großen Menschheitsfamilie sind. Was Lessing unter Toleranz versteht und was er von einem toleranten Menschen erwartet, zeigt er an seiner Hauptperson. Nathans Vorstellung von Toleranz setzt Gleichberechtigung und Gleichrangigkeit aller Menschen voraus. Ungeachtet der Religionsauffassungen verlangt er von jedem nützliches Handeln und er ist auch der erste im Drama, der dieses Konzept umsetzt. Durch die Ringparabel gewinnt er Saladin und durch ein ausführliches Gespräch den Tempelherrn auf seine Seite. Diese drei Personen vollziehen während des Stückes einen Wandel der Wertigkeiten. Zum Schluss, wenn sich alle als große Familie erkennen, sind ihnen nicht mehr die Unterschiede der Religionen und Kulturen wichtig, sondern die Gemeinsamkeit ein Mensch zu heißen. (2,5, Z. 1312)
Im Hinblick auf den 11. September oder auch auf Auschwitz scheint diese Toleranz, die der Text impliziert, nicht lebbar. Zweifel an dem pädagogischen Nutzen Lessings aufgeklärter Utopie eine Menschheitsfamilie sind verständlich. Mit seinem Nathan vermittelt der Dichter eine sehr große Toleranz, die nach Terroranschlägen und Verfolgungen nicht realisierbar erscheinen. Aber auch gerade deshalb entschieden sich viele Regisseure das Drama neu zu inszenieren, denn „in dieser Situation lag es nahe den Nathan als Lehrstück zu reaktivieren“1 und somit die Botschaft des Stückes mit der harten Wirklichkeit der Welt zu konfrontieren. Gut zu handeln gilt als oberstes humanes Gebot nicht nur bei Lessing, dessen Stück keinesfalls als Historienstück bezeichnet werden kann.
2.2 Hintergrund des Werkes
[...]
1 Kuschel2004, S.11
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