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Thematische Organisation in Alltagsgesprächen - Die Themenorganisation in der Konversationsanalyse

Termpaper, 2003, 24 Pages
Author: Marius Lange
Subject: German Studies - Linguistics

Details

Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 24
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V78246
ISBN (E-book): 978-3-638-82931-1
ISBN (Book): 978-3-638-83232-8
File size: 184 KB

Abstract

Stellt man sich die Frage, was überhaupt ein Thema ist, so finden sich vor allem in textlinguistischen Abhandlungen viele Themenkonzepte wieder, die oftmals nur für einen ganz bestimmten Texttyp formuliert worden sind. Trotz der Bedeutung, die das Thema in der Gesprächslinguistik hat, existiert bis heute jedoch keine einheitliche oder allgemein akzeptierte Definition. So ist es nicht verwunderlich, wenn viele Wissenschaftler ganz auf die Auslegung des Begriffes verzichten und mit einem eher intuitiv vorhandenen Themenverständnis arbeiten. Um diesem Mangel zu begegnen, seien nachfolgend die vier wichtigsten Themenkonzepte vorgestellt und mit dem Hinweis versehen, inwieweit sie sich für eine konversationsanalytische Forschungsarbeit anbieten. Ferner soll dem Leser damit ein Themenbegriff an die Hand gegeben werden, der die Lektüre der nachfolgenden Kapitel erleichtert und auf eine solide Grundlage stellt. Anhand ausgewählter Beispiele sowie eines eigens transkribierten Alltagsgespräches wird gezeigt, dass die inhaltliche Dimension eines bestimmten Themas unweigerlich mit der Interaktion zwischen den jeweiligen Sprechern und Hörern verknüpft ist. Dabei wird insbesondere auf die Themeninitiierung, die Verfahren der Themenänderung, die unterschiedlichen Themenverknüpfungsverfahren, die Themenprogression sowie die Themenbeendigung eingegangen.


Excerpt (computer-generated)

Freie Universität Berlin
Institut für Deutsche und Niederländische Philologie
Arbeitsbereich: Linguistik
Ausgewählte Probleme der Sprachwissenschaft: Einführung in die Konversationsanalyse (GK C)


Thematische Organisation in Alltagsgesprächen


vorgelegt von: Marius Lange

Berlin, 15. Januar 2003

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Der Themenbegriff ... 3

2. Die Themeninitiierung ... 5

3. Verfahren der Themenänderung ... 6

4. Die unterschiedlichen Themenverknüpfungsverfahren ... 10

5. Die Themenprogression ... 12

6. Die Themenbeendigung ... 13

7. Schlussbetrachtung ... 15

8. Verwendete Literatur ... 16

Anhang: Transkript ... I

 

1. Der Themenbegriff

Stellt man sich die Frage, was überhaupt ein Thema ist, so finden sich vor allem in textlinguistischen Abhandlungen viele Themenkonzepte wieder, die oftmals nur für einen ganz bestimmten Texttyp formuliert worden sind.1 Trotz der Bedeutung, die das Thema in der Gesprächslinguistik hat, existiert bis heute jedoch keine einheitliche oder allgemein akzeptierte Definition. So ist es nicht verwunderlich, wenn viele Wissenschaftler ganz auf die Auslegung des Begriffes verzichten und mit einem eher intuitiv vorhandenen Themenverständnis arbeiten. Um diesem Mangel zu begegnen, seien nachfolgend die vier wichtigsten Themenkonzepte vorgestellt und mit dem Hinweis versehen, inwieweit sie sich für eine konversationsanalytische Forschungsarbeit anbieten. Ferner soll dem Leser damit ein Themenbegriff an die Hand gegeben werden, der die Lektüre der nachfolgenden Kapitel erleichtert und auf eine solide Grundlage stellt.

In einem ersten Definitionsmodell wird das Thema als Extrakt bzw. Kondensat des Gesprächsinhalts verstanden und folglich mit dem Informationskern des Gespräches gleichgesetzt.2 In grammatischen Kategorien ausgedrückt entspricht dieser Basisaussage einer Proposition oder Makroproposition, die wiederum die „globale Bedeutung“3 der Gesprächseinheit repräsentiert. Dementsprechend könnte man das Thema entweder in einem vollständigen Satz oder lediglich in einem referierenden Ausdruck zusammenfassen, wie dies bei schriftlichen Abhandlungen etwa durch Titel oder Überschriften geschieht. Problematisch dabei ist, dass jedes Thema nur aufgrund interpretativer Verfahren bestimmt werden kann, da das Generalisieren insbesondere bei komplizierteren Ereignisfolgen immer schwieriger wird. Dennoch stellt dieser inhaltsorientierte Ansatz eine wichtige Möglichkeit dar, den Grund- oder Leitgedanken einer Gesprächseinheit auszumachen.

Ein anderes Themenkonzept findet sich im Rahmen des Frage- oder Problemstellungsansatzes: Hier fasst man das Thema als Ausdruck eines Mangels, eines Problems oder einer Frage auf, dessen Lösung der jeweilige Text oder Diskurs bereitstellt.4 Damit wird vorausgesetzt, dass jedes sprachliche Handeln in erster Linie „zur Beseitigung eines Defizits generiert wird.“5 Vergegenwärtigt man sich jedoch Smalltalks oder Alltagsgespräche, so fällt auf, dass diese nicht automatisch mit einer bestimmten Frage- oder Problemstellung verknüpft sind. Folglich besitzt dieses Definitionsmodell eine weitaus eingeschränktere Geltung als das vorhergehende, da es ausschließlich auf argumentative Gesprächstypen angewendet werden kann.

[...]


1 Eine gute Zusammenfassung bietet Lötscher.

2 Vgl. Bublitz 1989, S. 176 sowie Lötscher 1987, S. 141f.

3 Brinker / Antos / Heinemann / Sager 2001, S. 1253.

4 Vgl. Brinker / Antos / Heinemann / Sager 2001, S. 1253 sowie Bublitz 1989, S. 176.

5 Bublitz 1989, S. 176.


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