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Calvin und die Reformation in Genf

Scholary Paper (Seminar), 2007, 21 Pages
Author: Tanja Babischta
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Event: Grundkurs Kirchengeschichte: Neuzeit
Institution/College: University of Passau (Katholisch-Theologische Fakultät)
Tags: Calvin, Reformation, Genf, Grundkurs, Kirchengeschichte, Neuzeit
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 21
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V79229
ISBN (E-book): 978-3-638-85994-3

File size: 664 KB

Abstract

...Doch wer war dieser Johannes Calvin nun eigentlich und wie vollzog sich seine Reformation in Genf? Mit der Klärung dieser Frage beschäftigt sich die vorliegende Hausarbeit. Es ist nahe liegend, Calvins Werk in eine ausführliche Beschreibung seines Lebens einzubetten, da sich auf diese Weise seine Person und sein Wirken am besten erschließen. Dabei wird zuerst auf Kindheit und Studienjahre eingegangen, um zu klären, unter welchen Bedingungen und geistigen Strömungen Calvin aufgewachsen ist. Anschließend richtet sich das Augenmerk auf seine plötzliche Bekehrung zur Reformation und es werden die Jahre 1533 bis 1536 beleuchtet, in denen er, bedingt durch Flucht, einige Male seinen Wohnsitz wechselte. Im Folgenden steht seine erste Wirkungszeit in Genf im Mittelpunkt: Calvins Vorhaben und letztendlich auch die vorübergehende Ausweisung aus der Stadt. Zudem wird von seiner Zeit in Straßburg, der Teilnahme an den Religionsgesprächen in Hagenau, Worms und Regensburg, sowie den Ereignissen in Genf berichtet, die seine Rückkehr mitbestimmten. Des Weiteren wird sein letzter und prägendster Lebensabschnitt in Genf angesprochen. Dabei steht neben der Vorgehensweise bei der kirchlichen Neuordnung, unter Betrachtung einiger theologischer Ansichten Calvins, auch die Darstellung aufkeimender Widerstandsbewegungen, die letztendlich aber scheiterten, im Focus. Als nächstes werden die Festigung seiner Pläne sowie sein Lebensende noch kurz angesprochen. Zum Abschluss wird ein kurzer Ausblick über die Ausbreitung von Calvins Lehren gegeben...


Excerpt (computer-generated)

Universität Passau, Katholisch-Theologische Fakultät
Seminar: Grundkurs Kirchengeschichte: Neuzeit
Sommersemester 2007

Calvin und die Reformation in Genf

von

Tanja Babischta

 


Inhaltsverzeichnis

1. Johannes Calvin - einer der größten Reformatoren der Weltgeschichte... 3

2. Kindheit und Studienjahre 1509 – 1533... 4

3. Plötzliche Bekehrung zur Reformation... 6

4. Jahre der Flucht 1533 – 1536... 7

5. Erstes Wirken in Genf 1536 - 1538... 10

6. Die Jahre 1538 - 1541... 12

6.1 Aufenthalt in Straßburg... 12
6.2 Teilnahme an den Religionsgesprächen... 13
6.3 Ereignisse in Genf... 13

7. Zweite und letzte Phase in Genf 1541 - 1564... 14

7.1 Neuordnung der Kirche... 14
7.2 Den Widerständen zum Trotz... 16
7.3 Festigung seiner Pläne... 17

8. Abschließende Gedanken... 19

9. Literaturverzeichnis... 20

Bilderverzeichnis... 21


 

 

1. Johannes Calvin - einer der größten Reformatoren der Weltgeschichte

Er war ein Asket, der sein ganzes Leben in den Dienst der Reformation stellte, nur wenige Menschen der Weltgeschichte hatten eine so tiefe, vielfältige und andauernde Wirkung; beinahe alle reformierten Kirchen auf der ganzen Welt beziehen sich auf ihn: Johannes Calvin formte mit seiner Theologie eine komplette christliche Glaubensrichtung in ihren Kernaussagen. Er legte den Grundstein zu einer Entwicklung, die mit der Entstehung des Puritanismus ganz wesentlich das Leistungsdenken der westlichen Welt mitgeprägt hat und die letztendlich zur modernen Demokratie, wie wir sie heute kennen, führte1.
Im 16. Jahrhundert entstand in Genf unter Calvin die reformierte Kirche mit ihrem radikalen, kämpferischen Christentum, das sich nicht scheute, seinen Glauben mit Gewalt durchzusetzen und zu verteidigen. Mit seiner Sittenstrenge war dieses Reformiertentum einerseits der Welt abgewandt, andererseits auf unvergleichliche Weise weltoffen: Die Botschaft Calvins breitete sich noch zu seinen Lebzeiten in der Schweiz, in Frankreich, in England, in Schottland, in den Niederlanden, in einer Reihe deutscher Territorien, in Ungarn und Polen aus. Wie nachhaltig die Lehren des Reformators aus Genf die christliche Glaubenslandschaft beeinflusst haben, zeigt ein Blick auf die Verbreitung der auf Calvins Gedankengut zurückgehenden Glaubensgemeinschaften heute. Man findet Calvins „geistige Söhne“ mit 157 Kirchen und etwa 60 Millionen Mitgliedern in über 75 Ländern2.
Doch wer war dieser Johannes Calvin nun eigentlich und wie vollzog sich seine Reformation in Genf? Mit der Klärung dieser Frage beschäftigt sich die vorliegende Hausarbeit. Es ist nahe liegend, Calvins Werk in eine ausführliche Beschreibung seines Lebens einzubetten, da sich auf diese Weise seine Person und sein Wirken am besten erschließen. Dabei wird zuerst auf Kindheit und Studienjahre eingegangen, um zu klären, unter welchen Bedingungen und geistigen Strömungen Calvin aufgewachsen ist. Anschließend richtet sich das Augenmerk auf seine plötzliche Bekehrung zur Reformation und es werden die Jahre 1533 bis 1536 beleuchtet, in denen er, bedingt durch Flucht, einige Male seinen Wohnsitz wechselte.

Abb.2: Johannes Calvin (http://www.portrait.kaar.at/200Deutsche/ image23.html) [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Im Folgenden steht seine erste Wirkungszeit in Genf im Mittelpunkt: Calvins Vorhaben und letztendlich auch die vorübergehende Ausweisung aus der Stadt. Zudem wird von seiner Zeit in Straßburg, der Teilnahme an den Religionsgesprächen in Hagenau, Worms und Regensburg, sowie den Ereignissen in Genf berichtet, die seine Rückkehr mitbestimmten. Des Weiteren wird sein letzter und prägendster Lebensabschnitt in Genf angesprochen. Dabei steht neben der Vorgehensweise bei der kirchlichen Neuordnung, unter Betrachtung einiger theologischer Ansichten Calvins, auch die Darstellung aufkeimender Widerstandsbewegungen, die letztendlich aber scheiterten, im Focus. Als nächstes werden die Festigung seiner Pläne sowie sein Lebensende noch kurz angesprochen. Zum Abschluss wird ein kurzer Ausblick über die Ausbreitung von Calvins Lehren gegeben.

2. Kindheit und Studienjahre 1509 – 1533

Johannes Calvin wurde am 10. Juli 1509 in der nordfranzösischen Bischofsstadt Noyon als zweites Kind von Gérard Cauvin und Jeanne Lefranc unter dem Namen Jean Cauvin geboren3. Er und seine fünf Geschwister wurden hauptsächlich vom Vater erzogen der zunächst Notar des Domkapitels war, schließlich Vermögensverwalter des Bistums Noyon wurde und für Calvin eine theologische Ausbildung vorgesehen hatte4. Seine Mutter, die er bereits in jugendlichen Jahren verlor, hatte er als stets gottesfürchtige Frau in Erinnerung. Sie war es, die ihn mit ihrer Frömmigkeit schon früh mit dem katholischen Glauben vertraut machte – mitunter ein Grund, warum es ihm anfangs schwer fiel, den Weg der Reformation zu beschreiten. Die guten Beziehungen seines Vaters zu adeligen Familien von Noyon ließen es zu, dass Johannes, ähnlich wie Zwingli, bereits in frühester Jugend Unterricht erhielt. Dabei durfte der junge Calvin am Hausunterricht der Söhne einer bedeutenden Familie teilnehmen und erhielt Lateinstunden am Collège des Capettes der Stadt5. Nach diesem Elementarunterricht machte sich der künftige Reformator schon mit 14 Jahren nach Paris auf, die sieben freien Künste zu erlernen.

Abb. 3: Collège Montaigu (http://www.jesuites.com/actu/2006/carnavalet.. htm) [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Dort lebte er bei seinem Onkel und studierte zunächst am Collège de la Marche. In dieser Ausbildungsstätte erhielt er Unterricht vom humanistisch denkenden Mathurin Cordier, der die Grundlage für Calvins elegantes Latein legte. Nach ca. drei Monaten wechselte Johannes ans Collège Montaigu, wo nicht nur eine feindselige Haltung zum Humanismus herrschte, sondern an dem neben harter Disziplin auch der Geist strenger kirchlicher Scholastik Hof hielt. Im Jahr 1528 wurde er nach vierjähriger Ausbildung schließlich Lizentiat der freien Künste, was ihm den Zugang zum eigentlichen Studium eröffnete6.

[...]


1 vgl. van’t Spijker J232.

2 vgl. Aland 93.

3 vgl. Neuser 11.

4 vgl. zur Mühlen 58; Aland 91.

5 vgl. Neuser 13.

6 vgl. Neuser 14f; van’t Spijker J110f.


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