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Waffen und Rüstungen der Römer - Über Ausrüstung und Kleidung des Legionärs in der Spätphase der römischen Republik

Scholary Paper (Seminar), 2005, 12 Pages
Author: Christian Hardinghaus
Subject: History - Early and Ancient History

Details

Event: Die Spätphase der römischen Republik
Institution/College: University of Osnabrück
Tags: Waffen, Rüstungen, Römer, Ausrüstung, Kleidung, Legionärs, Spätphase, Republik, Spätphase, Republik
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 12
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V80344
ISBN (E-book): 978-3-638-87350-5
ISBN (Book): 978-3-638-87354-3
File size: 89 KB

Abstract

Neben politischem und wirtschaftlichem Geschick der Römer, war es vor allem auch die militärische Präzision und militärische Überlegenheit der römischen Armee, die es möglich machte, nahezu alle Völker auf der europäischen Landkarte zu unterwerfen. Kämpften gallische, italische oder auch germanische Stämme häufig ordnungslos und mit primitiven Waffen, war das römische Militär immer auf Fortschritt aus. So wurde die Ausrüstung der kämpfenden Soldaten stetig weiterentwickelt. Eroberte feindliche Waffen wurden genau analysiert und für den eigenen Bedarf perfektioniert und übernommen. Obwohl Quellenlage und Funde sehr überschaubar sind, versucht der Autor Grundausrüstung und Kleidung des Legionärs zur Spätphase der Republik so detailgetreu wie möglich darzustellen.


Excerpt (computer-generated)

Universität Osnabrück, SS 2005, 4. Semester
Seminar: Die Spätphase der römischen Republik

Waffen und Rüstungen der Römer -
Über Ausrüstung und Kleidung des Legionärs in der Spätphase der römischen Republik

von

Christian Hardinghaus

 


Inhaltsverzeichnis

Römische Mode und die Probleme der zeitlichen Zuordnung... 3

Die Kleidung... 5

Die Tunika... 5
Der Militärmantel... 5
Die Militärstiefel (caligae)... 6

Rüstungen und Schutz... 7

Die Panzerungen... 7
Der Helm ( galea oder cassis)... 7
Der Schild (scutum)... 8

Waffen... 9

Das Schwert (gladius)... 9
Der Dolch (pugio)... 9
Der Wurfspeer (pilum)... 10
Die Stärke der Stärke... 11

Literatur... 12



 

Römische Mode und die Probleme der zeitlichen Zuordnung

Neben politischem und wirtschaftlichem Geschick der Römer, war es vor allem auch die militärische Präzision und militärische Überlegenheit der römischen Armee, die es möglich machte, nahezu alle Völker auf der europäischen Landkarte zu unterwerfen. Kämpften gallische, italische oder auch germanische Stämme häufig ordnungslos und mit primitiven Waffen, war das römische Militär immer auf Fortschritt aus. So wurde die Ausrüstung der kämpfenden Soldaten stetig weiterentwickelt. Eroberte feindliche Waffen wurden genau analysiert und für den eigenen Bedarf perfektioniert und übernommen. Bei einer genauen wissenschaftlichen Rekonstruktion von Ausrüstung und Kleidung der römischen Legionäre ist man immer auf drei verschiedene Quellenarten angewiesen, die man miteinander kombinieren muss, um eine möglichst exakte Beschreibung eines Ausrüstungsgegenstandes zu bekommen. Das Wissen erlangen Geschichtswissenschaftler so immer aus schriftlichen Quellen, bildlichen Darstellungen und archäologischen Funden gleichermaßen. Hat sich doch die Ausrüstung der römischen Soldaten im Wandel der Epochen stetig verändert, gestaltet sich eine detaillierte Einteilung in eine bestimmte zeitliche Epoche, wie etwa die Spätphase der römischen Republik (ca. 133 – 27 v. Christus) sehr schwierig, da die drei genannten Quellenarten sich häufig wiedersprechen. „Unsere heutigen Vorstellungen vom Aussehen der Legionäre gründen sich auf die bildlichen Darstellungen aus römischer Zeit und die Funde von Ausrüstungsteilen aus archäologischen Ausgrabungen. Dabei zeigt sich, dass das Erscheinungsbild des römischen Legionärs zeitlichen Wechseln unterworfen war, was vor allem aus Reaktionen der Römer auf verschiedene Kampftechniken der unterworfenen Völker resultierte.“1
So sind beispielsweise Ausrüstungsgegenstände in schriftlichen Quellen der Spätphase der Republik beschrieben, die aber nach ihrer Fundstückdatierung erst in der Frühphase der Kaiserzeit auftauchen dürften, oder eben umgekehrt. Mode ist immer ihren eigenen Weg gegangen und ließ sich oft auch nicht von Politik beeinflussen. So kann es durchaus sein, dass der Soldat der späten Republik in mancher Hinsicht schon dem Legionär der frühen Kaiserzeit gleicht, in anderen Aspekten jedoch noch wie der typische Legionär der Republik auftritt. Fakt allerdings ist, dass die römische Grundausrüstung des Heeres in allen Epochen über Jahrhunderte hinweg die gleiche war, veränderte sie dennoch häufig ihr spezifisches Aussehen. In meinem Referat versuche ich anhand wissenschaftlicher Quellen die Grundausrüstung und Kleidung des Legionärs zur Spätphase der Republik so detailgetreu wie möglich darzustellen.

Die Kleidung

Die Tunika

Die Tunika gilt in allen römischen Epochen als das Grundkleidungsstück aller Römer. Unter der eigentlichen Tunika trug man eine Leinentunika, welche die Funktion der Unterwäsche übernahm. Sie war nach unten offen, sehr hautfreundlich und weich. Ihre Hauptaufgabe war, den „Kampfesschweiß“ aufzusaugen und Körpergeruch zu unterbinden. Die darüber getragene Wolltunika gab es gegen Ende der römischen Republik in drei Formen. Die ärmellose, die kurzärmelige und die langärmelige. Während der Zeit der Republik war die ärmellose Tunika das Standardmodell (die langärmelige Tunika war ab dem 3. Jh. n. Chr. Standard und galt in der Republik als verweichlicht. Die kurzärmelige wurde erst in der Zeit des Augustus favorisiert). „ Die ärmellose Tunica dürfte in der Republik die üblichste Form dieses Kleidungsstückes gewesen sein. In der frühen Kaiserzeit wurde sie fast völlig von der kurzärmeligen Variante verdrängt. Im 2. Jahrhundert trug man sie wieder häufiger, aber nur zur Dienstuniform, nicht zur Rüstung.“2
Die ärmellose Tunica war eine breite, an beiden Seiten zusammengenähte Stoffbahn und bestand aus dickem tweedähnlichem Wollstoff mit einem Fischgratmuster. An der Oberkante wurden zwei Öffnungen für die Arme freigelassen und in der Mitte eine schmale Öffnung für den Hals. Angezogen wurde sie wie ein Pullover. Um die Taille band man einen schmalen Gürtel, über den die normalerweise bis zur Wade reichende Tunika hochgezogen wurde. Die Militärtunika wich nur in der Länge von der Tunika der restlichen Bevölkerung ab. Während die Soldaten die Tunika nur bis zum Knie trugen, ließen die Zivilisten den Saum bis unter das Knie hängen. Unter seinen beiden Tuniken trug der römische Soldat allem Anschein nach nichts. Das hatte sehr praktische Vorteile. Zum einen war die ständige Kühlung von unten selbst bei kaltem Wetter sehr angenehm, zum anderen wurde dadurch auch der sogenannte „Wolf“ vermieden, der durch das Aneinaderscheuern der Hosenbeine im Schritt entstehen kann.

Der Militärmantel

[...]


1 Vgl.: Becker, Thomas: Im Dienste Roms. Die Legion und ihre Soldaten. Pax et Gaudium. Spaß an Geschichte 20 (August, September, Oktober 2005). S.42.

2 Vgl.: Junkelmann, Marcus: Die Legionen des Augustus. Mainz am Rhein. 1986. S. 154.


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