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Ein Kommentar zum Buch "La Colmena" von Camilo José Cela

Essay, 2004, 17 Seiten
Autor: Bettina Arzt
Fach: Kulturwissenschaft

Details

Institution/Hochschule: Universität Siegen
Tags: Kommentar, Buch, Colmena, Camilo, José, Cela
Kategorie: Essay
Jahr: 2004
Seiten: 17
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V82159
ISBN (E-Book): 978-3-638-86394-0
ISBN (Buch): 978-3-638-86396-4
Dateigröße: 116 KB
Anmerkungen :
Vollständige Zitierung über Fußnoten, daher kein Literaturverzeichnis erforderlich.


Zusammenfassung / Abstract

Der Roman spielt innerhalb von 2 kalten Wintertagen im Madrid des Jahres 1942. Die Bürger kämpfen ungeachtet ihrer sozialen oder intellektuellen Herkunft inmitten von Hunger, Armut und Elend um ihr eigenes Überleben in der schweren Zeit nach dem spanischen Bürgerkrieg. Haupthandlungszentrum des Romans ist das an einer Straßenecke gelegene Café der Doña Rosa, einer skrupellosen, geldgierigen Frau, die sowohl Kellner als auch Cafégäste gnadenlos terrorisiert. In diesem Café treffen sich vor allem das verarmte Kleinbürgertum Madrids, um bei einer Zigarette und einer Tasse Kaffee das Elend, das sie umgibt, ihre persönlichen Ängste und die Kälte für einen kurzen Moment zu vergessen und auch, um inmitten der Anonymität der Großstadt mit jemandem reden zu können....


Textauszug (computergeneriert)

Einführung in die Kulturgeschichte Spaniens
Wintersemester 2003/2004

Camilo José Cela:
„Der Bienenkorb“/ La Colmena (1951)

von

Bettina Arzt

Ein Kommentar zum Buch

 

 

Inhalt:

1. Kurzbiographie des Autors  S. 3

2. Kurzinhalt des Buches  S. 4

3. Historischer Kontext  S. 5

4. La Colmena als zeitkritisches Werk  S. 6

5. Der Erzählstil des Buches  S. 10
5.1. Fehlende Identifikation  S.12
5.2. Komplementärroman  S.13

6. Abschließende Betrachtung  S.14

 

 

1. Kurzbiographie des Autors:

Camilo José Cela (Trulock), dessen schriftstellerisches Werk zur Weltliteratur dieses Jahrhunderts zählt, wurde am 11.5.1916 in Iria Flavia in Galicien als Sohn eines Spaniers und einer Engländerin geboren. Nach einem abgebrochenen Medizin-, Philosophie und Jurastudium in England und Spanien kämpfte er im spanischen Freiheitskampf an der Seite Francos, tendierte jedoch später zu den oppositionellen Kräften. In der darauffolgenden Zeit widmete er sich immer mehr der Schriftstellerei und schrieb zahlreiche surrealistische Gedichte. Im Jahre 1942 publizierte er seinen ersten realistisch geprägten Roman „La familia de Pascual Duarte“. Er verfasste vor allem gesellschafts- und sozialkritische Werke, welche die Trivialität der menschlichen Existenz zum Ausdruck brachten und das perspektivenlose Dasein im wirtschaftlichen Elend der Nachkriegszeit widerspiegelten. Aus diesem Grund geriet er mit seinen Werken während der franquistischen Restauration nach Ende des spanischen Bürgerkrieges immer wieder mit der damals herrschenden Zensur in Konflikt. So konnte auch eines seiner frühen Werke, „La Colmena“, mit dem ich mich in dieser Arbeit näher beschäftigen werde, wegen „offenkundiger Unmoral“ 1 und scharfer Kritik an der zeitgenössischen gesellschaftlichen Situation vorerst nur im liberaleren Buenos Aires publiziert werden.


[...]

2. Kurzinhalt des Buches:

Der Roman spielt innerhalb von 2 kalten Wintertagen im Madrid des Jahres 1942. Die Bürger kämpfen ungeachtet ihrer sozialen oder intellektuellen Herkunft inmitten von Hunger, Armut und Elend um ihr eigenes Überleben in der schweren Zeit nach dem spanischen Bürgerkrieg.

Haupthandlungszentrum des Romans ist das an einer Straßenecke gelegene Café der Doña Rosa, einer skrupellosen, geldgierigen Frau, die sowohl Kellner als auch Cafégäste gnadenlos terrorisiert. In diesem Café treffen sich vor allem das verarmte Kleinbürgertum Madrids, um bei einer Zigarette und einer Tasse Kaffee das Elend, das sie umgibt, ihre persönlichen Ängste und die Kälte für einen kurzen Moment zu vergessen und auch, um inmitten der Anonymität der Großstadt mit jemandem reden zu können.

Auf Grund von Celas mosaikartiger Schilderung des städtischen Lebens, erweist sich die Wiedergabe eines zusammenhängenden Inhalts des Romans als sehr schwierig: Von den 296 eingeführten Personen geht der Autor nur auf sehr wenige näher ein, lässt jedoch auch ihr Schicksal für den Leser an vielen Stellen unbeleuchtet, so dass letztlich jedes Individuum lediglich wie ein Teil der anonymen Großstadt wirkt. Zu den näher beschriebenen Personen des Buches gehört neben anderen der verarmte Dichter, Martín Marco („Martin Marco, blass und abgezehrt, mit ausgefransten Hosen und fadenscheiniger Jacke ... “2), der einer der Stammgäste Doña Rosas ist. Er wird aus dem Café geworfen, weil er seine Getränke nicht bezahlen kann, worauf er ziellos in den kalten Straßen Madrids umherirrt. „Martin Marco, der Mann, der seinen Kaffee nicht bezahlt hat, und der die Stadt wie ein gepeinigtes Kind betrachtet, steckt die Hände in die Hosentaschen.“3 Er lebt von geliehenem Geld, schläft nachts in der Kammer eines Freundes und ist tagsüber obdachlos, so dass das Café sein einziger Zufluchtsort ist. Eines Tages trifft er zufällig auf seine reichgewordenen Jugendliebe, Nati, die ihn in vornehme Lokale ausführt und ihm mitleidig etwas Geld schenkt.

[....]


1 Kindlers Neues Literaturlexikon. Hrsg. Von Walter Jens. München: Kindler Verlag 1989. S. 781

2 Cela, Camilo José :La Colmena. München: Deutscher Taschenbuch Verlag 1968. S.51

3 Ebd. S.52


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