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Subtitle: Eine Annäherung an die ästhetischen und anthropologischen Grundlagen der Opernidee anhand der Gestaltung eines Programmheftes als Projekt in einer 11. Klasse
Examination Thesis, 2007, 46 Pages
Author: Stefanie Franke
Subject: Musicology
Details
Tags: Orpheus, Mensch
Year: 2007
Pages: 46
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 31 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-84784-1
ISBN (Book): 978-3-638-85173-2
File size: 2544 KB
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Abstract
Warum wird in der Oper alles gesungen? Was will Musik auf der Bühne? Ist Äußerung durch Gesang nicht unrealistisch? Warum singt ein Mensch? Und wann? Was vermag Gesang, was Sprache nicht vermag? Verstehen wir Gesang? Und wie? Viele Fragen drängen sich im Zusammenhang mit dem Phänomen Oper auf, und viele dieser Fragen sind der Grund, warum Schülerinnen und Schüler dem Phänomen Oper mit Vorurteilen und Abneigung begegnen. Daher sah ich Handlungsbedarf das Verständnis für diese Gattung mit einem auf die S II abgestimmten Konzept zu fördern. Der Mythos von Orpheus, dem Urbild des Sängers, der durch seinen Gesang quasi magische Kräfte entfaltet, kann mögliche Antworten aufzeigen und rückt daher ins Zentrum der Auseinandersetzung mit dem Phänomen Oper innerhalb dieses Konzepts. Den methodischen Kern des Konzepts bildet die Idee der Programmheftgestaltung als Möglichkeit, über die Oper zu reflektieren und sich ihren grundlegenden Ideen zu nähern.
Excerpt (computer-generated)
Hausarbeit im Rahmen der zweiten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen gemäß § 33 OVP
Orpheus, der singende Mensch –
Eine Annäherung an die ästhetischen und anthropologischen Grundlagen der Opernidee
anhand der Gestaltung eines Programmheftes als Projekt in einer 11. Klasse
vorgelegt von: Stefanie Franke
Studienseminar für Lehrämter an Schulen – Aachen
Seminar für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 1
2 Ausgangssituation ... 2
3 Die Ideen des Konzepts und didaktische Vorüberlegungen ... 4
3.1 Grundlegende Aspekte und Begründungen des Konzepts ... 4
3.1.1 Orpheus als Archetypus der Oper ... 4
3.1.2 Der Projektgedanke ... 5
3.1.3 Das Programmheft als Produkt ... 6
3.1.4 Interdisziplinarität ... 7
3.1.5 Wissenschaftspropädeutik ... 8
3.2 Unterrichtsorganisation und Handlungsformen ... 9
3.3 Zielvorstellungen ... 12
4 Das Konzept und seine Umsetzung ... 14
4.1 Überblick ... 14
4.1.1 Planung zur Durchführung des Konzepts ... 14
4.1.2 Planung zur begleitenden Unterrichtsreihe ... 16
4.2 Durchführung des Konzepts ... 17
4.2.1 Erster Schritt: Planung und Aufgabenverteilung ... 17
4.2.2 Zweiter Schritt: Selbstständige Bearbeitung der Aufgaben ... 18
4.2.3 Dritter Schritt: Informationsaustausch, Präsentation und Veröffentlichung ... 19
4.3 Durchführung der begleitenden Reihe ... 20
4.3.1 Monteverdi – Die Geburt der Oper ... 19
4.3.2 Gluck – Die Macht des Gesangs als „Waffe“ des Orpheus ... 21
4.3.3 Gefühlsausdruck und Wirkung von Gesang ... 23
4.3.4 Gesang als menschliches Urbedürfnis ... 25
4.3.5 Offenbach – Parodie und Tanz ... 26
4.3.6 Orpheus in der Kunst ... 26
5 Evaluation ... 27
5.1 Beobachtung und Evaluation von Schülerreaktionen ... 30
5.2 Evaluation des Produkts und der Ziele des Konzepts ... 30
5.3 Abschließende Reflexion ... 31
5.4 Ausblick: Übertragbarkeit des Konzepts ... 32
6 Bibliographie ... 34
7 Anhang
1 Einleitung
Warum wird in der Oper alles gesungen? Was will Musik auf der Bühne? Ist Äußerung durch Gesang nicht unrealistisch? Warum singt ein Mensch? Und wann? Was vermag Gesang, was Sprache nicht vermag? Verstehen wir Gesang? Und wie? Viele Fragen drängen sich im Zusammenhang mit dem Phänomen Oper auf, und viele dieser Fragen sind der Grund, warum Schülerinnen und Schüler1 dem Phänomen Oper mit Vorurteilen und Abneigung begegnen (vgl. Kapitel 2). Daher sah ich Handlungsbedarf das Verständnis für diese Gattung mit einem auf die S II abgestimmten Konzept zu fördern. Der Mythos von Orpheus, dem Urbild des Sängers, der durch seinen Gesang quasi magische Kräfte entfaltet, kann mögliche Antworten aufzeigen (vgl. Kapitel 3.1.1) und rückt daher ins Zentrum der Auseinandersetzung mit dem Phänomen Oper innerhalb dieses Konzepts.
Den methodischen Kern des Konzepts bildet die Idee der Programmheftgestaltung als Möglichkeit, über die Oper zu reflektieren und sich ihren grundlegenden Ideen zu nähern. Die theoretischen Grundlagen, die didaktische Herangehensweise sowie die Unterrichtsorganisation (und damit verbunden die Lehrerfunktion Unterrichten) werden in Kapitel 3 erläutert.
Es geht selbstverständlich nicht darum, alle Schüler zu Opernliebhabern zu machen, sondern vielmehr darum, eine Einstellungsänderung in Bezug auf das Phänomen Oper an sich zu erreichen und die Schüler zu mehr Verständnis gegenüber dieser Gattung zu erziehen, die nach wie vor einen wichtigen Teil des öffentlichen kulturellen Lebens darstellt (Kapitel 3.3 geht unter anderem genauer auf die Lehrerfunktion Erziehen ein). Die Oper wird dabei in den größeren Kontext des Musiktheaters2 gestellt, das die verschiedenen Gattungen (Oper, Operette, Musical) sowie die Belange hinter den Kulissen (wie Inszenierungsfragen, Berufsfelder) mit einbezieht. Kapitel 4 dokumentiert die konkrete Durchführung des Konzepts im Rahmen meines selbstständigen Unterrichts in einem Musikkurs der Jahrgangsstufe 11. Das Konzept wird abschließend evaluiert (Kapitel 5) und auf Möglichkeiten der Übertragbarkeit hin bewertet (Kapitel 6).
2 Ausgangssituation
Der Musikkurs der Jahrgangsstufe 11, den ich im Rahmen meines selbstständigen Ausbildungsunterrichts leite, besteht aus dreizehn Schülern und sechs Schülerinnen, von denen neun ein Instrument spielen.
Zu Beginn des 2. Halbjahres führte ich in diesem Kurs eine Reihe über die Oper „La Bohème“ durch, die mit dem Besuch einer Vorstellung im Theater Aachen abschloss. Anfänglich hatten sich viele Schüler eher ablehnend gegenüber der Beschäftigung mit dem Thema Oper und einem Opernbesuch geäußert. Sie empfinden Oper als unmodern, die Musik ist weit entfernt von der Musik, mit der sie sich üblicherweise beschäftigen, und die meisten vertreten die Ansicht, dass Oper „doch nur was für alte Leute“ (Schülerzitat) sei.
Die Reaktionen meiner Schüler auf das Thema Oper scheinen die allgemeine Einstellung bei Schülern und sogar bei Musiklehrern widerzuspiegeln3. Die Abneigungen und Vorurteile auf Lehrerseite beruhen einerseits auf dem Umfang vieler Werke, dem man mit wenigen Wochenstunden Musikunterricht nicht ausreichend gerecht werden kann, andererseits geben viele Lehrer an, „den tradierten szenisch-dramaturgischen Konventionen des Musiktheaters nur bedingt Sympathie und Verständnis entgegen[zu]bringen“4.
[...]
1 Falls im Folgenden häufig nur von „Schülern“ bzw. vom „Lehrer“ die Rede ist, richtet sich dies nicht gegen die Gleichberechtigung der Geschlechter, sondern ist lediglich eine Konzession an den Lesefluss. Lehrerinnen und Schülerinnen seien hiermit stets ausdrücklich mit einbezogen.
2 Der Begriff Musiktheater wird wie bei Ulrich Schreiber, Arnold Werner Jensen, Alexia Benthaus und in unterschiedlichen Schulbüchern als Oberbegriff für alle Formen des musikalischen Theaters verwendet. Da sich das zugrunde liegende Problem jedoch in erster Linie auf das Phänomen Oper bezieht, wird im Zusammenhang mit dem Konzept vor allem von Oper die Rede sein, auch wenn die anderen Gattungen des Musiktheaters ebenfalls Thema des Unterrichts sind. Vgl. Benthaus, Alexia: Oper im Unterricht – zwischen Anspruch und Realität: Möglichkeiten und Grenzen eines multidimensionalen Phänomens, Dortmund 2001, S. 1 und Werner-Jensen: Didaktik der Oper, Wiesbaden 1981, S. 11.
3 Vgl. Krettenauer, T.; Hampf, K.: Musiktheater-Didaktik konkret, in: Musik und Unterricht Heft 83, April 2006, S. 26 (sowie Benthaus, Alexia: Oper im Unterricht, S. 3).
4 Ebd., S. 26.
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