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Scholary Paper (Seminar), 2007, 22 Pages
Author: Lisa Breiter
Subject: Sociology - Miscellaneous
Details
Tags: Humankapitaltheorie, Rolle, Ausgangsbedingungen
Year: 2007
Pages: 22
Grade: 1,8
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-02009-1
ISBN (Book): 978-3-640-31969-5
File size: 337 KB
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Abstract
Wie Alfred Marshall in seinem Werk „Principles of Economics“ schrieb, ist das Humankapital das wertvollste Kapital des Menschen. Man sollte also meinen, dass eine Investition darin stets lukrativ ist. Doch entspricht dies wirklich der Realität? Wie steht es mit dem Einfluss der Mutter auf das Humankapital der Kinder; behält Marshall Recht wenn er sagt, der wertvollste Teil ist das Ergebnis der „Bemühungen“ der Mutter? Die Aneignung von Humankapital erfolgt ein Leben lang, wodurch es auch möglich ist, ohne das Mitwirken der Mutter sich selbiges einzuverleiben. Differenzierter betrachtet sind die Ausgangsbedingungen, die ein Mensch durch sein Elternhaus mitbekommt, entscheidend. Fest steht, dass jeder Mensch über unterschiedliches Humankapital verfügt, was vor allem in der Arbeitswelt zu Ungleichheit führt. Von Interesse ist nun, wie diese Unterschiede zustande kommen. In meiner Hausarbeit möchte ich mich der Frage widmen, inwieweit unterschiedliche Ausgangsbedingungen den Erwerb von Humankapital beeinflussen und welche Rolle dabei der Familienstatus spielt. Zudem werde ich untersuchen, wie sich die Entscheidungen zwischen unterschiedlich anspruchsvollen Bildungsgängen erklären lassen.
Excerpt (computer-generated)
Universität Mannheim
Fachrichtung:Soziologie
Semester: HS 2007
12.10.2007
Humankapitaltheorie
Welche Rolle spielen unterschiedliche Ausgangsbedingungen?
Hausarbeit für das Hauptseminar
,,Theorien und Methoden der Ungleichheitsforschung"
Lisa Breiter
Gliederung
1 Einleitung 2
2 Die Humankapitaltheorie 4
2.1 Verschiedene Arten von Humankapital 5
2.2 Kosten und Nutzen des Humankapitalerwerbs 6
3 Einflussfaktoren 7
3.1 Bildungsverhalten 7
3.2 Humankapital und Arbeitslosigkeit 8
3.3 Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt 9
3.4 Institutionelle und demographische Einflüsse 9
4 Ungleichheit 10
4.1 Persönliche Merkmale der Bildungsteilnehmer 10
4.2 Geschlechtsspezifische
Lohnunterschiede 11
5 Kurzes Fazit 12
6 Kritik an der Humankapitaltheorie 13
6.1 Unterschiedliche
Bildungsentscheidungen nach Klasse, Stand und Geschlecht 13
6.1.1 Ergebnisse 14
6.1.2 Mögliche
Erklärungen 15
6.2 Humankapitaltheorie und Bildungsproduktionsfunktion 17
7 Fazit 18
8 Literatur- und Quellenverzeichnis 19
1
1 Einleitung
,,The most valuable of all capital is that invested in human beings; and of that capital the most
precious part is the result of the care and influence of the mother"
Alfred Marshall1
Wie Alfred Marshall in seinem Werk ,,Principles of Economics" schrieb, ist das Humankapi-
tal das wertvollste Kapital des Menschen. Man sollte also meinen, dass eine Investition darin
stets lukrativ ist. Doch entspricht dies wirklich der Realität? Wie steht es mit dem Einfluss der
Mutter auf das Humankapital der Kinder; behält Marshall Recht wenn er sagt, der wertvollste
Teil ist das Ergebnis der ,,Bemühungen" der Mutter?
Die Aneignung von Humankapital erfolgt ein Leben lang, wodurch es auch möglich ist, ohne
das Mitwirken der Mutter sich selbiges einzuverleiben. Differenzierter betrachtet sind die
Ausgangsbedingungen, die ein Mensch durch sein Elternhaus mitbekommt, entscheidend.
Fest steht, dass jeder Mensch über unterschiedliches Humankapital verfügt, was vor allem in
der Arbeitswelt zu Ungleichheit führt. Von Interesse ist nun, wie diese Unterschiede zustande
kommen.
In meiner Hausarbeit möchte ich mich der Frage widmen, inwieweit unterschiedliche Aus-
gangsbedingungen den Erwerb von Humankapital beeinflussen und welche Rolle dabei der
Familienstatus spielt. Zudem werde ich untersuchen, wie sich die Entscheidungen zwischen
unterschiedlich anspruchsvollen Bildungsgängen erklären lassen.
Ich finde das Thema sehr interessant und relevant für die heutige Zeit. Bildungsungleichheit
ist ein Phänomen, welches sich nie vollkommen eindämmen lassen wird und stets zu Diskus-
sionen führt. Gerade was die Humankapitalaneignung betrifft, kam es in den letzten Jahren zu
deutlichen Veränderungen, unter anderem durch die Bildungsexpansion. Durch sie konnten
zwar einige Ungleichheiten beseitigt werden, doch dafür ergaben sich andere.
1 Marshall, Alfred, 1890. Principles of Economics. London: Macmillan and Co. S. VI.IV. 11.
2
Heute ist nicht mehr die Rede von Dahrendorfs Kunstfigur des ,,katholischen Arbeitermäd-
chens vom Lande" aus den 60er Jahren, welches zur Veranschaulichung sozialer Benachteili-
gung verwendet wurde.2 Dieses Bild hat sich zwar gewandelt, die Ungleichheit ist jedoch
geblieben. Zudem werden immer größere Unterschiede zwischen den einzelnen Individuen
und ihrer Bildung deutlich. Diese Ungleichheiten lassen sich zum Teil mit Hilfe der Human-
kapitaltheorie erklären. Sie besagt, dass der Bildungserwerb ausschließlich dann erfolgt, wenn
sich die Investition lohnt. Folglich ergeben sich für jedes Individuum unterschiedliche Sicht-
weisen, was die Rentabilität angeht. Dies ist ein wichtiger Ansatzpunkt in meiner Arbeit.
In meiner Hausarbeit möchte ich zunächst die Humankapitaltheorie und ihren Erwerb erläu-
tern, um einen Überblick zu schaffen. Im Anschluss möchte ich einige Einflussfaktoren auf
das Bildungsverhalten nennen. Danach befasse ich mich mit Ungleichheiten und deren Ursa-
chen. Im letzten Abschnitt möchte ich mich mit Kritik an der Humankapitaltheorie auseinan-
dersetzen und werde diese anhand von Studien empirisch ermitteln. Abschließend werde ich
die wichtigsten Erkenntnisse meiner Arbeit zusammenfassen und einige Kommentare zur
Humankapitaltheorie anführen.
Die Literatur zu dem Thema ist breit gefächert. Es gibt unzählige Werke, die sich mit der
Thematik auseinandersetzen. Daher ergaben sich bei meiner Recherche zunächst einige
Schwierigkeiten geeignete Literatur zu finden, die den direkten Zusammenhang von Human-
kapital und Bildungsungleichheit untersuchen.
2 Vgl. Geißler, Rainer, 2005. Die Metamorphose der Arbeitertochter zum Migrantensohn. Zum Wandel der
Chancenstruktur im Bildungssystem nach Schicht, Geschlecht, Ethnie und deren Verknüpfungen. S. 71-100,
In: Institutionalisierte Ungleichheiten. Wie das Bildungssystem Chancen blockiert, editiert bei Peter A. Berger
und Heike Kahlert. Weinheim/München: Juventa. S. 71f.
3
2 Die Humankapitaltheorie
Bei der Suche nach einer genauen Definition von Humankapital stößt man auf unterschiedli-
che Varianten, wobei dies auf die vielseitige Anwendbarkeit des Begriffs auf unterschiedliche
Themenfelder zurückzuführen ist. Ganz allgemein lässt sich Humankapital als menschliches
Kapital bezeichnen. Dies ist eine ,,volkswirtschaftliche Bezeichnung für die Betrachtung der
Menschen einer Gesellschaft als Träger von Bildung, Ausbildung und Leistungsmotivati-
on..."3 Im weit gefassten Sinne lässt sich die Investition in Humankapital als eine Investition
in Menschen oder genauer als eine Investition in die Bildung in Form von Aus- und Weiter-
bildung und Erfahrungswissen von Menschen verstehen.4
Wie bereits angesprochen, variiert der Erklärungsanspruch des humankapitaltheoretischen
Ansatzes mit dem jeweiligen Bereich, in dem er Anwendung findet. Was aber die Grundlage
aller Bereiche bildet und diese miteinander verbindet, ist die humankapitaltheoretische
Interpretation der gelernten Arbeitskraft. Vereinfacht kann man das Humankapital eines
Menschen mit der Produktivität einer Maschine vergleichen. Eine Investition darin, bietet
somit eine gute Möglichkeit, das Arbeitsvermögen zu verbessern.5
In Werken, in denen es um den direkten Zusammenhang der Humankapitaltheorie und Bil-
dung geht, findet man Darstellungen in der die Humankapitaltheorie die ,,Bildungsnachfrage
als Investition im Hinblick auf künftige Erträge" erklärt.6 Dabei dreht sich alles um die Kos-
ten der Bildung und ihre Rentabilität. Humankapital trägt einen bedeutenden Teil zur Produk-
tivität eines Menschen bei. Man kann davon ausgehen, dass Arbeitskräfte mit höheren Kom-
petenzen und Fähigkeiten auch höhere kognitive Leistung erbringen können. Folglich lässt
sich vermuten, dass ausgebildete Fachkräfte produktiver arbeiten können als ungelernte. Ana-
log verhält es sich mit deren Fähigkeit etwas neues zu lernen.
3 Hillmann, Karl-Heinz, 1994. Wörterbuch der Soziologie. Stuttgart: Kröner. S. 343.
4 Vgl. Fuente, Angel de la/Ciccone, Antonio, 2003. Das Humankapital in der wissensbasierten globalen Wirt-
schaft: Abschlussbericht. Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaf-
ten. S. 8.
5 Vgl. Pfriem, Hanns, 1979. Konkurrierende Arbeitsmarkttheorien. Neoklassische, duale und radikale Ansätze.
Frankfurt/Main; New York: Campus. S. 98f.
6 Helberger, Christof, und Helene Palamidis 1989. Der Beitrag der Humankapitaltheorie zur Erklärung der Bil-
dungsnachfrage. In Bildung in sozioökonomischer Sicht. Festschrift für Hasso von Recum zum 60. Geburtstag,
Hrsg. Peter A. Döring, Horst Weishaupt, und Manfred Weiß. Köln: Böhlau Verlag. S. 205.
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