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Scholary Paper (Seminar), 2007, 16 Pages
Author: Katharina Mauck
Subject: Mathematics - Didactics
Details
Tags: Spiel, Anwendung, Mathematikunterricht, Grundschule, Annäherungsversuch
Year: 2007
Pages: 16
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-00137-3
File size: 103 KB
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Abstract
„Mit dem Schuleintritt beginnt der Ernst des Lebens.“ So wird häufig der Schuleintritt eines Kindes kommentiert. Schule und (vom Lehrer auch intendiertes) Spiel galten im Allgemeinen als Gegensätze und als nicht zu vereinen. Benita Daublebsky schreibt hierzu, „[..d]ass das eigentliche Leben des Kindes [..] unter der Bank [und] in der Pause [stattfindet] [...]“ . Somit unterstützt auch sie die Forderungen, die in den letzten Jahren laut geworden sind, das Schulcurriculum umzustrukturieren und das Lernen in der Schule neu zu gestalten, um Kindern die Motivation zu erhalten und ihnen somit eine wichtige Voraussetzung für kognitive Lernprozesse zu ermöglichten. Jedoch herrschen geteilte Meinungen über die Forderung, das Spiel intensiver in den Unterricht mit einzubeziehen. Dabei wird oft darauf verwiesen, dass das Spiel lediglich für Kleinkinder sinnvoll sei . Doch welche Rolle nimmt das Spiel für die Entwicklung des Kindes - auch über das Kleinkindstadium hinaus - ein, welche Gewichtung findet das Spiel im Mathematikunterricht der Grundschule? In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit der Ambivalenz des Einsatzes von Spielen im Mathematikunterricht auseinandersetzen. Zunächst werde ich auf die Eingrenzung des Terminus „Spiel“ eingehen und Merkmale desselben erläutern. Anschließend werde ich so genannte „Lernspiele“ vorstellen und im darauf folgenden die Vor- und Nachteile für den Einsatz im Mathematikunterricht der Primarstufe abwägen.
Excerpt (computer-generated)
Freie Universität Berlin
Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie
Arbeitsbereich Grundschulpädagogik
Sommersemester 2007
Mathematikmodul M4
Katharina Mauck
Das Spiel und seine Anwendung im Mathematikunterricht der Grundschule - Ein Annäherungsversuch
Inhalt
Inhalt 1
A Einleitung 2
B Das Spiel und der Mathematikunterricht 3
1 Zur begrifflichen Einordnung 3
2 Zu den Merkmalen des Spiels 4
a Das Spiel ist frei 4
b Das Spiel erfordert die Anerkennung eines Regelwerks 5
c Spiel ereignet sich in einer Scheinwelt 5
d Spiel bedeutet soziales Handeln 5
e Spiel ist (in der Regel) mit Spaß verbunden 6
3 Zur Notwendigkeit, Spiele in den (Mathematik-) Unterricht einzubeziehen 6
a Tastspiel 8
b „Mein rechter rechter Platz ist leer“ 10
B Schlussreflexionen 12
Literaturverzeichnis 14
Internetquellen 14
A Einleitung
„Mit dem Schuleintritt beginnt der Ernst des Lebens.“ So wird häufig der Schuleintritt eines Kindes kommentiert. Schule und (vom Lehrer auch intendiertes) Spiel galten im Allgemeinen als Gegensätze und als nicht zu vereinen. Benita Daublebsky schreibt hierzu, „[..d]ass das eigentliche Leben des Kindes [..] unter der Bank [und] in der Pause [stattfindet] [...]“1. Somit unterstützt auch sie die Forderungen, die in den letzten Jahren laut geworden sind, das Schulcurriculum umzustrukturieren und das Lernen in der Schule neu zu gestalten, um Kindern die Motivation zu erhalten und ihnen somit eine wichtige Voraussetzung für kognitive Lernprozesse zu ermöglichten. Jedoch herrschen geteilte Meinungen über die Forderung, das Spiel intensiver in den Unterricht mit einzubeziehen. Dabei wird oft darauf verwiesen, dass das Spiel lediglich für Kleinkinder sinnvoll sei2.
Doch welche Rolle nimmt das Spiel für die Entwicklung des Kindes - auch über das Kleinkindstadium hinaus - ein, welche Gewichtung findet das Spiel im Mathematikunterricht der Grundschule?
In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit der Ambivalenz des Einsatzes von Spielen im Mathematikunterricht auseinandersetzen. Zunächst werde ich auf die Eingrenzung des Terminus „Spiel“ eingehen und Merkmale desselben erläutern. Anschließend werde ich so genannte „Lernspiele“ vorstellen und im darauf folgenden die Vor- und Nachteile für den Einsatz im Mathematikunterricht der Primarstufe abwägen.
Ich halte es jedoch auch für sinnvoll, zu betonen, dass ich aus Mangel an schulischer Erfahrung nur Hypothesen aufstellen und mich Forschungsmeinungen anschließen oder sie kritisch hinterfragen kann.
B Das Spiel und der Mathematikunterricht
1 Zur begrifflichen Einordnung
Fragt man nach der Bedeutung des Begriffs „Spiel“, kann jedermann ex tempore dazu etwas assoziieren. Der Terminus wird auf vielseitigste Weise im täglichen Sprachgebrauch angewandt: „damit werde ich doch spielend fertig“, einen Spielfilm sehen, etwas spielt eine große Rolle, seine Chancen verspielen, Spielraum haben, das Liebesspiel etc. Betrachtet man jedoch die einzelnen Aussagen genauer, fällt auf, dass sie sich in ihrer Bedeutung teilweise im hohen Maße voneinander unterscheiden. Somit wird sichtbar, dass der Begriff „Spiel“ „[...] nicht auf die konkrete Spieltätigkeit begrenzt [ist], sondern [..] in allen menschlichen Handlungen auf[taucht]: vom Spiel der Gedanken bis zur spielerischen Vorwegnahme eines bestimmten Tuns.“3.
Bei der Recherche in der Forschungsliteratur zum Thema Spiel fällt auf, dass es sich schwierig gestaltet, dem Wesen des Spiels auf den Grund zu gehen, und somit zu keiner klaren Abgrenzung des Begriffs gekommen wird. Zwar wird deutlich, dass die Merkmale der Tätigkeit „Spielen“ relativ einstimmig definiert werden, jedoch macht sich bemerkbar, dass die vielfältigen Funktionen, Erscheinungsformen, und zivilisatorischen Bedingungen die Begriffsbestimmung erschweren. „[...D]as Wort `Spiel` [hat] eine nahezu universale Bedeutung.“4
Ich werde mich im Folgenden insbesondere auf die Forschung des Historikers und Kulturphilosophen Johan Huizinga stützen, der in seinem Essay „Homo Ludens. Vom Ursprung der Kultur im Spiel“5 die Basis für zahlreiche weiterführende Forschungen über das Spiel gelegt hat.
[...]
1 Vgl. Daublebsky, Benita: Spielen in der Schule. In: Flitner, Andreas: Das Kinderspiel. München, 1978, S. 255
2 Vgl. Daublebsky, Benita: Spielen in der Schule. Vorschläge und Begründungen für ein Spielcurriculum. Stuttgart, 1992. S. 10
3 Fritz, Jürgen: Theorie und Pädagogik des Spiels. Eine praxisorientierte Einführung. Weinheim und München, 1991. S. 13.
4 Flitner, Andreas: Nachwort. In: Huizinga, Johan: Homo Ludens. Vom Ursprung der Kultur im Spiel“. Hamburg, 1956 (19. Auflage 2004), S. 233.
5 Huizinga, Johan: Homo Ludens. Vom Ursprung der Kultur im Spiel“. Hamburg, 1956 (19. Auflage 2004).
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