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Die Augustusstatue von Prima Porta

Hausarbeit, 2007, 14 Seiten
Autor: Kristin Oswald
Fach: Archäologie

Details

Veranstaltung: Römische Kaiserporträts
Institution/Hochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena (Klassische Archäologie)
Tags: Augustusstatue, Prima, Porta, Römische, Kaiserporträts
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 14
Literaturverzeichnis: ~ 13  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V84170
ISBN (E-Book): 978-3-638-00222-6
ISBN (Buch): 978-3-638-91245-7
Dateigröße: 115 KB

Zusammenfassung / Abstract

Bereits seit dem Jahr 55 v. Chr. kämpfte Rom im Osten gegen die Parther. Diese militärische Großmacht, gegründet 250 v. Chr. unter Arschaka auf dem Gebiet Persiens, stieg während den Diadochen und ihrem Streit um die Macht zu Größe und Bedeutung auf und wurde zu Roms ärgstem Feind im Osten. Im Jahre 37 v. Chr. wird Phraates IV. König der Parther. Bis 21 v. Chr. änderte sich die Situation nicht, die Feldzeichen blieben trotz zahlreicher Verhandlungen in den Händen des Feindes. Als jedoch Augustus mit der Unterstützung seines 22-jährigen Stiefsohnes Tiberius in diesem Jahr selbst in den Orient zog, erzielte er ein Bündnis des dauerhaften Friedens. Dieser Triumph sollte nicht in Vergessenheit geraten und wurde auf einem einzigartigen Bildnis festgehalten: der Augustusstatue von Prima Porta.


Textauszug (computergeneriert)

Friedrich-Schiller-Universität Jena, Fach: Klassische Archäologie
Proseminar: Römische Kaiserporträts
WS 2006/07, 3. Fachsemester

Die Augustusstatue von PrimaPorta

von

Kristin Oswald

 


Gliederung

1. Einführung... 3

2. Die Statue... 4

3. Der Panzer... 6

4. Interpretation... 7

5. Zusammenfassung... 12

6. Literaturverzeichnis... 13



 

1. Einführung

Der Beginn der römischen Kaiserzeit bedeutete nicht nur für Rom ein neues Zeitalter, sondern auch für alle Provinzen des Reiches, ja für die ganze damals bekannte Welt. Am Beginn dieses Zeitalters, als erster Kaiser, steht Augustus. „Er war der Ordner eines Chaos, der Friedebringer für eine vom Krieg erschöpfte und zerrissene Menschheit, der Gründer einer neuen Antike.“1 „Soweit die Sonne leuchtet, reicht die Größe dieses Herrschers.“2
Geboren am 23. September 63 v. Chr. als Gaius Octavius, sollte seine familiäre Verbindung als Großneffe Caesars das ganze Leben des Augustus bestimmen. Er wurde zum testamentarischen Haupterben des römischen Imperators und zum größten Verteidiger dieses Erbes. Im Kampf gegen die Caesarmörder Brutus und Antonius erzielte er viele Siege. Nachdem er beide vorerst in die Flucht geschlagen hatte, besiegte er sie endgültig 31 v. Chr. in der Schlacht bei Actium. Nach diesem triumphalen Sieg war sein Aufstieg nicht mehr aufzuhalten und 27 v. Chr. bekam er endlich den lang ersehnten Titel des Augustus vom Senat verliehen. Es war Ausdruck des Dankes, denn der begabte Römer hatte die Bürgerkriege beendet, die nach dem Tod Caesars wieder über das Land hereingebrochen waren und dem Volk viel Leid gebracht hatten. Mit seinem neuem Titel wurde er zugleich der erste und wohl einer der besten Kaiser Roms.3
Denn die Beendigung der Bürgerkriege sollte nicht sein letzter Erfolg sein. Ein nächster und beinahe ebenso wichtiger ereignete sich im Jahr 20 v. Chr. Bereits seit dem Jahr 55 v. Chr. kämpfte Rom im Osten gegen die Parther. Diese militärische Großmacht, gegründet 250 v. Chr. unter Arschaka auf dem Gebiet Persiens, stieg während den Diadochen und ihrem Streit um die Macht zu Größe und Bedeutung auf und wurde zu Roms ärgstem Feind im Osten. Sie verhinderten die weitere Ausdehnung des Reiches und erregten damit Unwillen.4 Nach einem Bündnis mit Pompejus 69 v. Chr. sollte die Feindschaft jedoch nicht beendet sein, im Gegenteil, sie wurde noch mehr zugespitzt. Mit dem Euphrat als der von beiden Seiten bereits 92 v. Chr. festgelegten Grenze zwischen den Mächten waren eben jene beiden Parteien nicht zufrieden. Sie wollten ihre Machtbereiche vergrößern. Als Crassus im Jahr 55 schließlich zu einem Feldzug in den Osten aufbrach, war dies auch die Entscheidung des Triumvirats, das unter Caesar gerade die römische Politik bestimmte. 53 v. Chr. schließlich verliert Rom an die Parther seine Verbündeten im Orient. Daraufhin überquert Crassus den Euphrat bei Zeugma und provoziert seine Gegner erneut. In der Wüste bei Carrhae erleidet er eine vernichtende Niederlage, bei der er selbst ums Leben kommt. Die gesamte Orientarmee wird vernichtet und die römischen Feldzeichen fallen in die Hände der verhassten Gegner, die nun zu noch mehr Macht und Größe aufsteigen.
Bereits zwei Jahre später siegten die Römer am Euphrat, doch es waren noch nicht alle Etappen des Krieges geschlagen worden.5 Auf beiden Seiten wurden mehrere kleine Schlachten mit einigen Jahren Abstand gewonnen, wie uns Cassius Dio und Plutarch berichten. Im Jahre 37 v. Chr. wird Phraates IV. König der Parther. Bis 21 v. Chr. änderte sich die Situation nicht, die Feldzeichen blieben trotz zahlreicher Verhandlungen in den Händen des Feindes. Als jedoch Augustus mit der Unterstützung seines 22-jährigen Stiefsohnes Tiberius in diesem Jahr selbst in den Orient zog, erzielte er ein Bündnis des dauerhaften Friedens. „Schon durch den bloßen Aufmarsch der Legionen an der Ostgrenze hatte also Augustus das Ziel erreicht“ und die Feldzeichen zurückerobern können.6 Sie wurden im Tempel des Mars Ultor in Rom aufgestellt,7 den Augustus selbst erst wenige Jahre zuvor hatte neu bauen lassen.8 Diese mögen keinen hohen materiellen Wert gehabt haben, waren für die Römer in ihrer Bedeutung trotzdem unglaublich kostbar. Denn sie versinnbildlichten die Macht und Unbesiegbarkeit Roms.
Dieser Triumph sollte nicht in Vergessenheit geraten und wurde, neben Münzprägungen, auf einem einzigartigen Bildnis festgehalten: der Augustusstatue von Prima Porta. Heute wird sie in den Braccio Nuovo der Vatikanischen Museen in Rom aufbewahrt. Portraits von Augustus sind meist Ausdruck einer römischen Idealvorstellung, sie verkörpern ihn nicht als Privatmensch, sondern als Vorbild und Herrscher. Jedoch „wenn die Aufgabe gestellt wäre, aus den zahlreichen Portraits des Augustus ein einziges als seine Wesenheit bezeichnend auszuwählen, so würde die Entscheidung auf die Statue im Braccio Nuovo des Vatican fallen.“9

2. Die Statue

[...]


1 Siehe Rodenwaldt, Kunst um Augustus, S. 14

2 Siehe Rodenwaldt, Kunst um Augustus, S. 18

3 Siehe Schindler, Römische Kaiser, S. 30-31

4 Siehe RE, Band XVIII, Sp. 1971-1972

5 Siehe ebenda, Sp. 1985-1986, 1990-1992, Wissemann, Parther, S. 3-11

6 Siehe ebenda, Sp. 1997-2000

7 Siehe Geyer, Jenaer Hefte, S. 44, Simon, Kunst und Leben, S. 54, Zanker, Augustus, S. 189

8 Siehe Zanker, Augustus, S. 118

9 Siehe Rodenwaldt, Kunst um Augustus, S. 10


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