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Albert Hahls Südseebild in "Gouverneursjahre in Neuguinea"

Hausarbeit, 2005, 17 Seiten
Autor: Myriam Kiefer
Fach: Ethnologie / Volkskunde

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 17
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 11  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V84263
ISBN (E-Book): 978-3-638-00498-5
ISBN (Buch): 978-3-638-91250-1
Dateigröße: 179 KB

Zusammenfassung / Abstract

In dieser Arbeit befasse ich mich mit dem deutschen Gouverneur Albert Hahl und seinem Buch „Gouverneursjahre in Neuguinea“. Dieses autobiographische Werk verfasste er 1937, er schreibt darin über die Zeit, die er im Kolonialdienst für das deutsche Kaiserreich in Deutsch-Neuguinea in der Südsee verbrachte. Zuerst werde ich auf seine Person eingehen, dann auf „Gouverneursjahre in Neuguinea“. Diesbezüglich befasse ich mich damit, was für ein Bild Hahl von der Südsee kreiert. Wie er die Menschen zeichnet, mit denen er zu tun hatte, Situationen, in denen er sich befand, Entwicklungen, die er miterlebte und auch mitbestimmte. Und schließlich möchte ich seiner Darstellung eine heutige Sicht gegenüberstellen, um dieses Südseebild ein wenig zu erweitern. Hierbei beziehe ich mich zu einem großen Teil auf „Das Deutsche Reich in der Südsee“ von Hermann Joseph Hiery. In der Veranstaltung ging es um verschiedene „Deutsche in der Südsee“ sowie um deren und andere Darstellungen von „Südsee“. Kolonialisten waren eine der ersten Gruppen von Europäern, die sich in der Südsee niederließen. Die deutsche Kolonialmacht beeinflusste einerseits die Geschichte dort. Andererseits benutzte sie das Bild einer Südseeidylle in deutschem Besitz aus Prestigegründen sowie den Gedanken von „kulturellem Auftrag“ als Argumente für Kolonialbesitz und somit um ihre Position in Europa zu festigen. Albert Hahl lebte und arbeitete 18 Jahre im Dienste der deutschen Kolonialmacht in Deutsch-Neuguinea. Er gilt als erfolgreicher Kolonial-Gouverneur, was auch immer das heißen mag, auf jeden Fall befand er sich in einer machtvollen Position, was Handlungen vor Ort sowie die Darstellung in Europa betrifft. Ich möchte mich nun damit befassen, wie er das Fremde und die Geschichte beschreibt und konstruiert, sicherlich auch um seine Arbeit zu rechtfertigen


Textauszug (computergeneriert)

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Institut für Ethnologie
Fakultät für Verhaltens- und empirische Kulturwissenschaften
Sommersemester 2005, 4. Fachsemester
Proseminar: Deutsche in der Südsee

Albert Hahls Südseebild in "Gouverneursjahre in Neuguinea"

von

Myriam Kiefer

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung... 3

2. Zur Person Albert Hahls... 3

3. „Gouverneursjahre in Neuguinea“... 5

4. Das Südseebild in „Gouverneursjahre in Neuguinea“... 6

4.1. Im Hinblick auf die Menschen... 6
4.2. Im Hinblick auf die Umwelt und die zeitliche Entwicklung... 8

5. Die „Realität“... 10

6. Schlussbemerkung... 14

Literaturverzeichnis... 15


 

1. Einleitung

In dieser Arbeit befasse ich mich mit dem deutschen Gouverneur Albert Hahl und seinem Buch „Gouverneursjahre in Neuguinea“. Dieses autobiographische Werk verfasste er 1937, er schreibt darin über die Zeit, die er im Kolonialdienst für das deutsche Kaiserreich in Deutsch-Neuguinea in der Südsee verbrachte. Zuerst werde ich auf seine Person eingehen, dann auf „Gouverneursjahre in Neuguinea“. Diesbezüglich befasse ich mich damit, was für ein Bild Hahl von der Südsee kreiert. Wie er die Menschen zeichnet, mit denen er zu tun hatte, Situationen, in denen er sich befand, Entwicklungen, die er miterlebte und auch mitbestimmte. Und schließlich möchte ich seiner Darstellung eine heutige Sicht gegenüberstellen, um dieses Südseebild ein wenig zu erweitern. Hierbei beziehe ich mich zu einem großen Teil auf „Das Deutsche Reich in der Südsee“ von Hermann Joseph Hiery. In der Veranstaltung ging es um verschiedene „Deutsche in der Südsee“ sowie um deren und andere Darstellungen von „Südsee“. Kolonialisten waren eine der ersten Gruppen von Europäern, die sich in der Südsee niederließen. Die deutsche Kolonialmacht beeinflusste einerseits die Geschichte dort. Andererseits benutzte sie das Bild einer Südseeidylle in deutschem Besitz aus Prestigegründen sowie den Gedanken von „kulturellem Auftrag“ als Argumente für Kolonialbesitz und somit um ihre Position in Europa zu festigen. Albert Hahl lebte und arbeitete 18 Jahre im Dienste der deutschen Kolonialmacht in Deutsch-Neuguinea. Er gilt als erfolgreicher Kolonial-Gouverneur, was auch immer das heißen mag, auf jeden Fall befand er sich in einer machtvollen Position, was Handlungen vor Ort sowie die Darstellung in Europa betrifft. Ich möchte mich nun damit befassen, wie er das Fremde und die Geschichte beschreibt und konstruiert, sicherlich auch um seine Arbeit zu rechtfertigen. Zunächst komme ich aber auf Albert Hahls Person zu sprechen.

2. Zur Person Albert Hahls

Albert Hahl wurde am 10. September 1868 in Gern (Bayern) geboren und starb dort 77-jährig an Weihnachten 1945. Hahl kam mit 27 Jahren nach Deutsch-Neuguinea und war dort von „(…) Jan[uar] 1896 bis Dez[ember] 1898 als k[ai]s[er]l[icher] Richter in Herbertshöhe (Bismarckarchipel) in dem damaligen Schutzgebiet der Neuguinea-Kompagnie (…) tätig“ (http://www.stub.bildarchiv-dkg.unifrankfurt.de/, Zusätze von M. K.). Ein Zeitgenosse lobte Hahls politischen Aufstieg folgendermaßen: Nachdem er vielfach die Gelegenheit gehabt habe,

durch umsicht (sic) und Tatkraft unbotmäßige Eingeborene in ihre Schranken zu
weisen und in Ordnung zu halten, wurde er 1899 für die Stelle eines
Vizegouverneurs der Karolinen- und Marianengruppe in Ponape ausersehen. Mit
Umsicht und Unerschrockenheit verstand er hier in hervorragender Weise seinen
persönlichen Einfluß (sic) auf die Insulaner auszuüben und ihnen Vertrauen zur
deutschen Verwaltung einzupflanzen. Diese Eigenschaften, sowie seine Kenntnis
der Südseeverhältnisse lenkten dann die Wahl auf ihn, als es sich 1902 um die
Besetzung des freigewordenen Gouverneurpostens von Deutsch-Neuguinea in
Herbertshöhe handelte (Dobrowsky 2000).

Der Überlegenheitsanspruch der Deutschen gegenüber den Einheimischen, der hier zum Ausdruck kommt spiegelt auch Hahls Einstellung wieder, die jedoch für seine Zeit recht ungewöhnlich war, da sie um den Aspekt der Hochachtung und des Respekts vor den Einheimischen erweitert war.

Als Gouverneur der Kolonie war Hahl „(…) responsible for the administration of the
Micronesian Islands as well as the Bismarck Archipelago, the German Solomon Islands and
the north-eastern part of the mainland of New Guinea“ (Jacobs 1972: 517). Hahl war kein
“(...) theorist in colonial relations” (ebenda), er gilt aber als einer der erfolgreichsten
deutschen Kolonial-Gouverneure und sein Charakter wird in hohen Tönen gelobt:
Physically courageous, humane and resourceful, he combined commonsense with
intellectual curiosity in his approach to New Guinea. An unpretentious ease of
manner won him the respect of the rather bizarre community of whites and part-
Samoans at Kokopo in 1900; it made him equally at home in the villages of the
Gazelle Peninsula, where he learned to talk to the leading men in their own
language (ebenda).

[...]


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