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Blick oder Kick? Konsum im Erlebnisparadies Europapark

Essay, 2006, 6 Pages
Author: Myriam Kiefer
Subject: Ethnology / Cultural Anthropology

Details

Event: "Shop until you drop“ – Zur Anthropologie des Konsums
Institution/College: University of Heidelberg (Südasien-Institut, Abteilung Ethnologie)
Tags: Blick, Kick, Konsum, Erlebnisparadies, Europapark, Shop, Anthropologie, Konsums
Category: Essay
Year: 2006
Pages: 6
Bibliography: ~ 2  Entries
Language: German
Archive No.: V84264
ISBN (E-book): 978-3-638-00499-2

File size: 127 KB

Abstract

In diesem Text geht es um Konsum im Rahmen der touristischen Aktivität des Besuchs eines Themen-, Freizeit- und Erlebnisparks. John Urry hat sich bereits intensiv mit der Soziologie von Konsum im Allgemeinen und dem Konsum von Tourismus im Besonderen beschäftigt. Er stellte fest, dass im Zentrum des touristischen Konsums der Blick steht, das Anschauen, das visuelle Konsumieren von außergewöhnlichen Objekten. Dieser in der Tat wichtige Aspekt von Tourismus-Konsum wird nun durch einen weiteren ergänzt: den Kick, der vor allem in so genannten Erlebnisparks das „Erleben“ in hohem Maße prägt.


Excerpt (computer-generated)

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Südasien-Institut, Abteilung Ethnologie
Seminar: „Shop until you drop“ – Zur Anthropologie des Konsums
Sommersemester 2006, 6. Fachsemester

Essay

Blick oder Kick? Konsum im Erlebnisparadies Europapark

von

Myriam Kiefer


 

In diesem Text geht es um Konsum im Rahmen der touristischen Aktivität des Besuchs eines Themen-, Freizeit- und Erlebnisparks. John Urry hat sich bereits intensiv mit der Soziologie von Konsum im Allgemeinen und dem Konsum von Tourismus im Besonderen beschäftigt. Er stellte fest, dass im Zentrum des touristischen Konsums der Blick steht, das Anschauen, das visuelle Konsumieren von außergewöhnlichen Objekten. Dieser in der Tat wichtige Aspekt von Tourismus-Konsum wird nun durch einen weiteren ergänzt: den Kick, der vor allem in so genannten Erlebnisparks das „Erleben“ in hohem Maße prägt.

Der Konsum von Tourismus und der touristische Blick

Urry stellt in seinem Aufsatz „The ´Consumption´ of Tourism“ zu Beginn fest, dass sich die Soziologie des Konsums nicht nur mit dem Konsum von materiellen Objekten befassen soll, sondern auch mit anderen Gegenständen von Konsum. So beschäftigen ihn beispielsweise die sozialen Beziehungen rund um touristische Dienste. Er ist der Meinung, dass soziale Phänomene um das Reisen zu wenig beachtet wurden. Für wichtig erachtet er hier die Tatsache, dass Zeit gekauft werden kann und beschäftigt sich mit dem Konzept von „Freizeit“ als Merkmal von Modernität. Des weiteren betont er das soziale Wesen des Individuums auch im Rahmen von Konsum. Es müsse mehr ins Bewusstsein gerückt werden, dass Konsum oft durch soziale Gruppen geschieht, über den Erwerb von Objekten hinaus geht und auch Arbeit beinhaltet. Schließlich meint er, dass der Konsum von touristischen Diensten ein komplexer Prozess ist, in dessen Zentrum der „tourist gaze“ steht - der touristische Blick, das visuelle Konsumieren von Dingen, die im Kontrast zum Alltag stehen.
Tourismus, so Urry, ist eine Freizeitaktivität und so ein Zeichen von Modernität, in dem Sinne, dass in „modernen“ Gesellschaften Arbeit und Freizeit zwei getrennte und regulierte Bereiche sozialer Praxis sind. Tourismus beinhaltet die Bewegung von Menschen zu einem Ort sowie deren Aufenthalt an diesem Ort. Beides findet abseits vom alltäglichen Wohn- und Arbeitsort statt und ist nur temporär, beinhaltet also das „Heimkehren“. Die Orte, die angeschaut werden, dienen Zwecken, die nicht direkt mit Arbeit verbunden sind. Mittlerweile reist ein Großteil der Bevölkerung in modernen Gesellschaften, was dem touristischen Blick Massencharakter verleiht. Man wählt Plätze, von denen man besonders intensives Vergnügen erwartet. Diese Erwartung wird durch nicht-touristische Praktiken wie Fernsehen, Zeitung lesen, etc. konstruiert. So werden Kategorien vorgegeben, in denen die Urlaubserfahrungen eingeordnet werden.
Der touristische Blick ist gerichtet auf Besonderes in Stadt und Landschaft. Man ist empfänglicher für visuelle Elemente als normal, hält sie fest auf Fotos, kauft Postkarten – der Blick wird reproduziert. Weiterhin, so Urry, ist der touristische Blick konstruiert durch Zeichen für Typisches, Beispielhaftes, Traditionelles (z.B. Liebende in Paris), und der Tourismus beinhaltet das Sammeln von solchen Zeichen.

[...]


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