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Project Report, 2007, 35 Pages
Author: Mag. Phil. Angelika Marianne Wohofsky
Subject: Geography / Earth Science - Miscellaneous
Details
Year: 2007
Pages: 35
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-00800-6
File size: 410 KB
Pilotstudie einer Qualitätserhebung für den Naturpark Sölktäler zwecks generieren einer archetypischen Projektlandschaft für die regionale Entwickung des Naturparks. Diese qualitative Landschaftsanalyse wurde in Form einer Projektarbeit für den Auftraggeber, Naturpark Akademie Steiermark zwischen August und Oktober 2007 durchgeführt. Die Implementierung der Ergebnisse erfolgt derzeit. Die Qualität einer Landschaft in dieser Art zu erheben zählt zur Humanistischen Geografie und hat die Arbeiten von Yi-Fu Tuan (Universität Madison, Wisconsin) zur Basis.
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Abstract
Die Arbeit in Kleinregionen führt immer wieder zu zwei Kernfragen: „Was passt wirklich zu uns? Was ist unsere Stärke?“ Diese können von den ProjektmitarbeiterInnen oft nur mühsam beantwortet werden. Dann wird der Ball zu den BeraterInnen und TrainerInnen gespielt, wobei diesen nur der Verweis aufs Leitbild der Kleinregion übrig bleibt. Doch ein Leitbild ist, wie der Name schon sagt, „nur“ ein LEIT-BILD. Ein Bild, das anleiten soll, in eine bestimmte Richtung zu handeln und zu denken. Und diese Richtung wird von Bedürfnissen und Wünschen bestimmt, welche bei der Leitbildentwicklung erhoben wurden oder als vorrangig erschienen sind. Auch hier zeigte langjährige Praxis, dass Wünsche Momentaufnahmen darstellen und sich Bedürfnisse wandeln können. Und meistens sind diese Bedürfnisse auf MANGEL aufgebaut, auf das, was fehlt und nicht, was da ist. Denn was vorhanden ist, wird im Alltag nicht wahrgenommen. Es ist schlichtweg ZU NORMAL. Es fällt erst dann auf, wenn plötzlich das NORMALE oder ALLTÄGLICHE verloren gegangen ist, nicht mehr vorhanden ist. Dann tritt an die Stelle des NORMALEN der MANGEL. Und daran orientiert sich in weiterer Folge die Ideenentwicklung und Projektentwicklung in einer Region. Man will das machen, was fehlt. Derart betrachtet besteht Projektentwicklung aus einer Kette von Mangelbedürfnissen, die wieder aufgefüllt werden sollen. [...Auszug aus der Einleitung]
Excerpt (computer-generated)
"Im Land des Kaswurm" - Qualitätshandbuch des Naturpark Sölktäler
von
Mag. Phil. Angelika Marianne Wohofsky
August – Oktober 2007
INHALT
EINLEITUNG... 02
1. Qualitative Beschreibung des Landschaftsraumes Sölktäler... 03
1.1. Großsölk... 07
1.2. Kleinsölk... 09
2. Archetypisches Verhalten und Wirtschaften in der Region... 13
3. Projektthemen für den Naturpark Sölktäler... 15
3.1. Zusammenschau... 20
4. Kommunikation... 21
4.1. Kommunikation intern zu ProjektmitarbeiterInnen... 24
4.1.1 Motivation für ProjektmitarbeiterInnen... 26
4.2. Kommunikation zur Bevölkerung... 27
4.3. Wechselseitige Kommunikation intern und extern... 28
5. Textbausteine... 30
6. Ergänzungen... 33
EINLEITUNG:
Die Arbeit in Kleinregionen führt immer wieder zu zwei Kernfragen: „Was passt wirklich zu uns? Was ist unsere Stärke?“ Diese können von den ProjektmitarbeiterInnen oft nur mühsam beantwortet werden. Dann wird der Ball zu den BeraterInnen und TrainerInnen gespielt, wobei diesen nur der Verweis aufs Leitbild der Kleinregion übrig bleibt. Doch ein Leitbild ist, wie der Name schon sagt, „nur“ ein LEIT-BILD. Ein Bild, das anleiten soll, in eine bestimmte Richtung zu handeln und zu denken. Und diese Richtung wird von Bedürfnissen und Wünschen bestimmt, welche bei der Leitbildentwicklung erhoben wurden oder als vorrangig erschienen sind.
Auch hier zeigte langjährige Praxis, dass Wünsche Momentaufnahmen darstellen und sich Bedürfnisse wandeln können. Und meistens sind diese Bedürfnisse auf MANGEL aufgebaut, auf das, was fehlt und nicht, was da ist. Denn was vorhanden ist, wird im Alltag nicht wahrgenommen. Es ist schlichtweg ZU NORMAL. Es fällt erst dann auf, wenn plötzlich das NORMALE oder ALLTÄGLICHE verloren gegangen ist, nicht mehr vorhanden ist. Dann tritt an die Stelle des NORMALEN der MANGEL. Und daran orientiert sich in weiterer Folge die Ideenentwicklung und Projektentwicklung in einer Region. Man will das machen, was fehlt. Derart betrachtet besteht Projektentwicklung aus einer Kette von Mangelbedürfnissen, die wieder aufgefüllt werden sollen. Das kostet allen Beteiligten viel Kraft, Energie und auch finanziellen Aufwand. Ungleich weniger kostet es, auf Bestehendes aufzubauen und dieses noch zu verstärken. Solche Projekte sind schneller erfolgreich und passen einfach besser in die Kleinregion. Und noch einen Vorteil haben solche Projekte: Sie werden von der Bevölkerung leichter verstanden und getragen. Man vermittelt mit derartigen Projektvorschlägen mehr Verständnis für die Kleinregion und ihre Menschen und arbeitet mit ihren persönlichen Interessen, Talenten und Fähigkeiten zusammen. Die Projektlandschaft wird auf Erfolgskurs navigiert.
Eine solche Kleinregion stellt der Naturpark Sölktäler dar. Hier wurde im Rahmen der Arbeit mit den „Gastgebern mit Herz“ festgestellt, dass unglaublich viel Potenzial vorhanden ist, was den ProjektmitarbeiterInnen jedoch nur wenig bewusst war. Auf die Frage, was man in der Region tun könne, antworteten diese allzu oft: „Wandern“. Für die Projektentwicklung ohne Qualitätserhebung scheint das einfach zuwenig, ist aber nach Abschluss der Pilotstudie völlig nachvollziehbar. Die gesamte Region ist über Jahrhunderte hinweg vom „Wandern“ geprägt. Die alpine WANDER-Wirtschaft und der Saumverkehr prägten damit die Wahrnehmung und den Alltag der Sölktal-BewohnerInnen: Wandern, wenn auch anders als heute, war immer Teil ihres Lebens. Also muss die gesamte Projektlandschaft an diesem Kernthema orientiert werden, um von den dort freiwilligen ProjektmitarbeiterInnen positiv aufgenommen zu werden. Und das ist der Schlüssel für eine nachhaltige, für Menschen ausgerichtete Entwicklung in der Kleinregion.
Um diesem Umstand gerecht zu werden, wurde eine bereits bestehende Vorgehensweise der Kulturlandschaftsanalyse verfeinert, sodass die gewachsene Qualität eines Landschaftsraumes sichtbar gemacht werden kann. Ziel war es, das ARCHETYPISCHE einer Kleinregion zu erarbeiten und daran die Projektlandschaft auszurichten. Daneben wollte man Informationen über Motivationsfaktoren zur Projektmitarbeit erhalten und gleichzeitig wissen, mit welchen Worten und Textbausteinen man eine Kleinregion touristisch bewerben kann. Auch diese letzte Anforderung entstand aus der Praxis heraus, da vielfach Texte in Werbematerialien verwendet werden, die einfach auswechselbar und auf fast jede Region mit ähnlichem Landschaftsbild anwendbar sind. Doch eine Kleinregion soll sich ja vom Mitbewerb durch das Alleinstellungsmerkmal abheben! Die Pilotstudie hat all diese Ziele erreicht und bietet nun in der Umsetzung eine Fülle von Projektmöglichkeiten und Textbausteinen für die touristische Bewerbung. Damit ist dieses vorliegende Qualitätshandbuch des Naturpark Sölktäler ein Arbeitsinstrument für die dort agierende Steuerungsgruppe und das Management. All die gewonnenen Daten können auch mit GIS aufbereitet werden und sind in Form einer thematischen Karte umsetzbar. Detailerhebungen können ebenfalls durchgeführt werden, wenn es um die Vertiefung von einzelnen Projektbereichen geht. Damit ist das Qualitätshandbuch ein Arbeitsinstrument für das Regionalmanagement, die Steuerungsgruppen in Kleinregionen und für die kleinregionale Raumplanung. Ich darf mich für die Unterstützung bei der Pilotstudie durch die Naturparkakademie Steiermark, insbesondere durch Mag. Bernhard Remich, besonders bedanken! Auch danke ich den „Gastgebern mit Herz“, dass sie die Notwendigkeit einer solchen Qualitativen Landschaftsanalyse so offensichtlich gemacht haben, dass sie es mir ermöglicht haben, auf die heutigen Anforderungen von Entwicklungsarbeit in Kleinregionen zu reagieren. Mag. Angelika Marianne Wohofsky
1. Qualitative Beschreibung des Landschaftsraumes Sölktäler
Der gesamte Raum ergibt ein ausgeprägtes Bild von romantischem und wildromantischem Landschaftscharakter. Dies zeigt sich u.a. in traditioneller Baukultur, selbst neue Bauten sind dem angepasst, und im auffällig großen Bestand alter Bausubstanz wie Almhütten und bäuerlicher Wirtschaftsgebäude. Der romantische Charakter wird durch das Aussehen der landwirtschaftlich genutzten Flächen, die sehr kleinstrukturiert gehalten sind, besonders in der Kleinsölk betont.
Vielfältige optische Ankerpunkte bieten ein romantisches Erlebnisbild, wobei jenes der Kleinsölk stärker wirkt.
Die charakteristischen Landschaftselemente beginnen ab Mößna und Kleinsölk. Der Abschnitt zwischen Stein an der Enns und dem Schloß Großsölk bzw. der Ortschaft Kleinsölk sind vom optischen Erlebniswert schwächer ausgeprägt. Das Typische für diesen Landschaftsraum ist in diesem Bereich noch nicht richtig vorhanden! Das führt dazu, dass der eigentliche Beginn des Naturparks Sölktäler optisch erst in Mößna und Kleinsölk hervortritt. In der Gemeinde Stein/Enns fehlt dieses optische Bewusstsein – „Eintritt in den Naturpark“ - völlig. Die Beschilderung an der Hauptstraße im Ort verstärkt dies noch, da die Orientierungstafeln den Naturpark ausschließlich in der Kleinsölk ausweisen.
[...]
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