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Subtitle: Eine sach- und didaktische Analyse für den Geschichtsunterricht
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 17 Pages
Author: Kyrill Scheel
Subject: History - Didactics
Details
Tags: Situation, Ehefrau, Antike
Year: 2007
Pages: 17
Grade: 1
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-04322-9
ISBN (Book): 978-3-638-94062-7
File size: 236 KB
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Abstract
Vor nicht allzu langer Zeit, am 25. November 2006 war der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Hierzu startete Ulrike Hauffe, Landesbeauftragte für Frauen in Bremen, eine Aktion mit dem Thema „Häusliche Gewalt“, das heute immer noch als Tabu gilt. Ein Teil dieser Aktion war das Mitwirken von vielen Bäckereien in Bremen und Bremerhaven, die ihre Brötchen in Tüten mit der Aufschrift “ Gewalt kommt nicht in die Tüte” verkauften. Häusliche Gewalt ist ein Problem, das man auch schon in der Antike kannte jedoch unter ganz anderen rechtlichen Umständen. Das wohl einschlägigste Argument für die Bearbeitung dieses Themas im Unterricht ist die immer noch fortwährende Aktualität des Problems. Mit der folgenden Arbeit wird der Versuch unternommen darzustellen, welche rechtlichen Umstände während der griechischen und römischen Antike zu häuslicher Gewalt besonders an Frauen führten. Zunächst soll der rechtliche Status der Ehefrau in dieser Zeit untersucht werden. In dem ersten Teil, der den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet, wird in einer Sachanalyse zum Thema zunächst auf die Ehefrau in der griechischen Antike eingegangen. Es wird die Bedeutung der Ehe für die damalige Gesellschaft etwas genauer betrachtet und herausgearbeitet, welche rechtlichen Folgen die Ehe für die Frau hatte. Anschließend soll auf die römische Antike eingegangen werden. Hierbei liegt das Augenmerk auf der Stellung der Frau innerhalb der Familie. Zu der Forschungslage gilt zu sagen, dass man sich im Hinblick auf die griechische Geschichte nicht einig ist, über den tatsächlichen Einfluss der Frauen auf die Gesellschaft. Daraus ergibt sich auch die Schwierigkeit eine Aussage darüber zu treffen, welche rechtliche Position sie innerhalb der Familie einnahm, da die Quellen unterschiedliche Hinweise geben. Der didaktischen Analyse im zweiten Teil liegt die Frage nach dem Sinn und Zweck der Behandlung dieses Themas im Unterricht zugrunde. Die Frage nach dem „Warum“ soll erläutert werden. Den Anspruch, die methodische Umsetzung des Stoffes auszuarbeiten hat diese Arbeit jedoch nicht. Auch kann die rechtliche Position der Frau nicht in allen Dimensionen Berücksichtigung finden, sondern das Thema soll für die Schüler auf die rechtliche Position der Ehefrau reduziert werden. In Anbetracht der Umsetzung des Stoffs im Unterricht steht die Bearbeitung zweier Quellen im Vordergrund, eine aus der griechischen und die andere aus der römischen Antike.
Excerpt (computer-generated)
FB 08
Universität Bremen
Wintersemester 06/07
Seminar: Gender- und Geschichtsunterricht,
Ansprüche, Zugänge, regionalgeschichtliche Entwürfe
Die rechtliche Situation der Ehefrau in der griechischen und
römischen Antike
eine Sach- und didaktische Analyse für den Geschichtsunterricht
von
Kyrill Scheel
Kyrill Scheel
Studienfächer: Geschichte/Spanisch LA Sek. II, I
Inhalt
1. Einleitung
3
2. Sachanalyse
4
2.1 Die Ehefrau in der griechischen Antike
4
2.2 Die Ehefrau in der römischen Antike
6
3. Didaktische Analyse
10
4. Schluss
14
Literaturliste
16
2
1. Einleitung
Vor nicht allzu langer Zeit, am 25. November 2006 war der internationale Tag gegen Gewalt
an Frauen. Hierzu startete Ulrike Hauffe, Landesbeauftragte für Frauen in Bremen, eine
Aktion mit dem Thema ,,Häusliche Gewalt", das heute immer noch als Tabu gilt. Ein Teil
dieser Aktion war das Mitwirken von vielen Bäckereien in Bremen und Bremerhaven, die ihre
Brötchen in Tüten mit der Aufschrift " Gewalt kommt nicht in die Tüte" verkauften.
Häusliche Gewalt ist ein Problem, das man auch schon in der Antike kannte jedoch unter ganz
anderen rechtlichen Umständen. Das wohl einschlägigste Argument für die Bearbeitung
dieses Themas im Unterricht ist die immer noch fortwährende Aktualität des Problems.
Mit der folgenden Arbeit wird der Versuch unternommen darzustellen, welche rechtlichen
Umstände während der griechischen und römischen Antike zu häuslicher Gewalt besonders
an Frauen führten. Zunächst soll der rechtliche Status der Ehefrau in dieser Zeit untersucht
werden. In dem ersten Teil, der den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet, wird in einer
Sachanalyse zum Thema zunächst auf die Ehefrau in der griechischen Antike eingegangen. Es
wird die Bedeutung der Ehe für die damalige Gesellschaft etwas genauer betrachtet und
herausgearbeitet, welche rechtlichen Folgen die Ehe für die Frau hatte. Anschließend soll auf
die römische Antike eingegangen werden. Hierbei liegt das Augenmerk auf der Stellung der
Frau innerhalb der Familie. Zu der Forschungslage gilt zu sagen, dass man sich im Hinblick
auf die griechische Geschichte nicht einig ist, über den tatsächlichen Einfluss der Frauen auf
die Gesellschaft. Daraus ergibt sich auch die Schwierigkeit eine Aussage darüber zu treffen,
welche rechtliche Position sie innerhalb der Familie einnahm, da die Quellen unterschiedliche
Hinweise geben.
Der didaktischen Analyse im zweiten Teil liegt die Frage nach dem Sinn und Zweck der
Behandlung dieses Themas im Unterricht zugrunde. Die Frage nach dem ,,Warum" soll
erläutert werden. Den Anspruch, die methodische Umsetzung des Stoffes auszuarbeiten hat
diese Arbeit jedoch nicht. Auch kann die rechtliche Position der Frau nicht in allen
Dimensionen Berücksichtigung finden, sondern das Thema soll für die Schüler auf die
rechtliche Position der Ehefrau reduziert werden. In Anbetracht der Umsetzung des Stoffs im
Unterricht steht die Bearbeitung zweier Quellen im Vordergrund, eine aus der griechischen
und die andere aus der römischen Antike.
3
2. Sachanalyse
2.1 Die Ehefrau in der griechischen Antike
In der Genderforschung bestehen heutzutage gegensätzliche Auffassungen über die
Geschlechterrollen in der griechischen Antike. Auf der einen Seite sprechen Quellen für einen
Lebensraum der athenischen Frau, der sich hauptsächlich auf die häusliche Umgebung
beschränkte. Außerdem hatte sie wohl keinen Einfluss auf das öffentliche Leben und ihr
gesellschaftlicher Status war weitaus geringer als der des Mannes. Auf der anderen Seite wird
genau das Gegenteil behauptet und der Frau eine durchaus einflussreiche Position in Haus und
Gesellschaft zugesprochen.1
Die zur Verfügung stehenden Quellen stammen fast ausschließlich aus der aristokratischen
Schicht der griechischen Gesellschaft. Frauen tauchen in Mythen, Malereien, Theaterstücken
und Epen auf. Jedoch sind es immer männliche Autoren, die die Frau darstellen.
Es bleibt bis heute die Frage, ob jene Autoren philosophischer oder literarischer Texte die
Realität beschrieben oder Gegenbilder entwarfen, die bei einem Theaterstück zum Beispiel
durch dessen Ironie den Zuschauer zum Lachen bringen sollten. Aus diesem Grund bestehen
heutzutage die oben aufgeführten unterschiedlichen Auffassungen zu der Stellung der Frau
innerhalb der Familie und Gesellschaft im antiken Griechenland.
Gerade bei der Frage der Geschlechterrollen gab es auch aus antiker Sichtweise
gegensätzliche Ansichten. Die Philosophen Platon und Aristoteles nahmen hierbei deutlich
unterschiedliche Positionen ein. Platon sprach sich für eine prinzipielle Gleichberechtigung
von Mann und Frau aus, der Aristoteles aufgrund der biologischen Verschiedenheit
widersprach.2
Im weiteren Verlauf dieser Sachanalyse sollen noch andere Quellen einbezogen und die
Beziehung zwischen Ehefrau und Ehemann noch weiter ausgeführt werden.
Mit der Eheschließung in der griechischen Polis war auch das Bürgerrecht der daraus
hervorgehenden Kinder verknüpft. Trotz der Wichtigkeit der Ehe, gab es kein Amt und
bürokratischen Aufwand, um die Heirat durchzuführen und diese Information in einer Art
,,Kirchenbuch" zu registrieren. Im Falle einer Scheidung oder eines Erbstreits wurde vor
Gericht mit Indizien und Zeugen argumentiert. Die athenische Ehe erscheint zunächst als eine
formlose Angelegenheit. Es gab jedoch Vereinbarungen zwischen Brautvater und Bräutigam.
1 Wunderer, Hartmann: Thema Geschichte. Geschlechtergeschichte Historische Probleme Und Moderne
Konzepte. Braunschweig 2005, S. 14.
2 Ebd., S. 15.
4
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