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Malinche - Deutung und Interkulturalität

Hausarbeit, 2006, 16 Seiten
Autor: Kyrill Scheel
Fach: Geschichte - Ausland

Details

Institution/Hochschule: Universität Bremen
Tags: Malinche, Deutung, Interkulturalität
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 16
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 11  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V85087
ISBN (E-Book): 978-3-638-00579-1
ISBN (Buch): 978-3-638-91289-1
Dateigröße: 116 KB

Zusammenfassung / Abstract

In der folgenden Arbeit werden die verschiedenen Deutungen Malinches untersucht. Es soll gezeigt werden, wie und vor welchen gesellschaftlichen Hintergründen sich das Bild der Übersetzerin Cortés’ entwickelt und verändert hat.


Textauszug (computergeneriert)

 

Malinche – Deutung und Interkulturalität
 

Von Kyrill Scheel

 

 

Gliederung

Gliederung 2

1. Einleitung 3

2. Malinche 3

    2.1 Zur historischen Person 3
    2.2 Mythos – Verräterin 4
    2.3 Mythos - Begründerin der Mestizaje 5
    2.4 Mythos – La Buena (Die Gute) 6
    2.5 Malinche heute 7

3. Interkulturalität und Malinche 8

    3.1 Die Vermittlerin 8
    3.2 Malinche als kultureller Kreuzungspunkt 8
    3.3 Interkulturalität als Theorie im Zusammenhang mit der Eroberung Mexikos 10

4. Schluss 13

Literaturverzeichnis 15

 

 

1. Einleitung

Malinche, Malinalli, Malintzin oder Doña Marina, sind Bezeichnungen für ein und dieselbe Person, die bei der Eroberung Mexikos die wichtige Rolle der Vermittlerin zwischen Indianern und Eroberern spielte.
Genauso zahlreich wie ihre Namen sind auch die verschiedenen mythologischen Deutungen, welche die historische Gestalt Malinche umgeben. Jene Deutungen spiegeln meist nicht die Gegebenheiten zu der Zeit der Eroberung wieder, sondern stehen im Kontext der jeweiligen zeitgenössischen Diskurse.

In der folgenden Arbeit werden die verschiedenen Deutungen Malinches untersucht. Es soll gezeigt werden, wie und vor welchen gesellschaftlichen Hintergründen sich das Bild der Übersetzerin Cortés’ entwickelt und verändert hat.

 

2. Malinche

2. 1 Zur historischen Person

Es ist nicht viel über die historische Figur Malinche bekannt. Die wenigen gesicherten Daten und Fakten beruhen hauptsächlich auf dem Bericht des Zeitzeugen und Mitstreiters von Cortés, Bernal Díaz, der die “ Verdadera historia de la conquista de la Nueva España“ schrieb und den Kodizes, die Malinche in ihrer Tätigkeit als Übersetzerin abbilden.

Es gilt als sicher, dass Malinche im Jahre 1519 in einer Gruppe von anderen weiblichen Personen dem Eroberer Cortés übergeben wurde, als dieser in der Stadt Tabasco eintraf. Die Historiker sind sich jedoch nicht einig darüber, ob diese Übergabe eine freundschaftliche Geste von Seiten der Indianer war, oder ob sie vielleicht auch als Sklaven übergeben wurden.
Auf den Darstellungen der Kodizes wird Malinche immer in der traditionellen Kleidung gezeigt. Außerdem ist bekannt, dass sie von einem spanischen Priester auf den Namen Marina getauft wurde und von diesem Zeitpunkt an dem spanischen Rechtssystem untergeordnet war und mit Doña Marina angesprochen wurde. Sie war somit eine der ersten indigenen Frauen, die auch einen Anspruch auf gewisse Rechte, wie z. B. das Eherecht, innerhalb des Kreises der Eroberer besaß.
In den Kodizes wird Malinche als eine Person dargestellt, die auf einer höheren sozialen Stufe stand, wovon auch Bernal Díaz berichtet.1

Von ihrem Eherecht machte sie bald Gebrauch und heiratete den Spanier Juan Xaramillo, dem sie eine Tochter gebar.
Zu dem Eroberer Cortés hatte Malinche auch ein Verhältnis. Es gilt als sicher, dass sie ihm einen Sohn geboren hat. Über die emotionale Beziehung zu Cortés und dessen Einstellung zu Malinche kann jedoch nur spekuliert werden.

Eine Legende, von der auch Bernal Díaz berichtet, besagt, dass Malinche als Tochter einer Adelsfamilie in der Gegend des mexikanischen Veracruz geboren ist. Von ihrer Mutter wurde sie nach dem Tod des Vaters für tot erklärt und heimlich an Händler verkauft. Sie lebte dann als Sklavin in den Diensten eines Maya-Herrschers und wurde von diesem an Cortés verschenkt, der sie dann zu seiner Dolmetscherin machte.
Genauso unsicher, wie man sich über die Herkunft von Malinche ist, verhält es sich mit den Informationen zu ihrer Person nach 1526. Ihre Spur verliert sich in Erbstreitigkeiten und es ist auch kein Grabstein von ihr zu finden gewesen.

Dieser eher magere Umfang an gesichertem Wissen trug wahrscheinlich auch dazu bei, dass Malinche von der einst so wichtigen Gestalt als Übersetzerin zu einer mythischen Figur wurde, die in der Geschichtsschreibung und Literatur Mexikos eine so vielgedeutete Person darstellt.

[...]


1 Dröscher, Barbara: La Malinche – Zur Aktualität der historischen Gestalt für die Lateinamerikaforschung, in: Dröscher, Barbara; Rincón, Carlos (Hg.): La Malinche. Übersetzung, Interkulturalität und Geschlecht. Berlin 2001 (Tranvía Sur, Bd. 8), S. 20.


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