Bei GRIN registrieren oder einloggen

Your e-mail-address or password is wrong
Jetzt registrieren
Für neue Autoren: kostenlos, einfach und schnell
Dies wird Ihr Benutzername, bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an

Passwort vergessen

Your e-mail-address or password is wrong

Neues Passwort anfordern
„Zum Zionisten hat mich die Affäre Dreyfus gemacht" close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

„Zum Zionisten hat mich die Affäre Dreyfus gemacht"

Untertitel: Wie groß war der Einfluss der "Affaire" auf Theodor Herzl wirklich?

Hausarbeit, 2007, 18 Seiten
Autor: Malte Wicking
Fach: Kulturwissenschaft

Details

Veranstaltung: Öffentlichkeit und öffentliche Meinung in der Dreyfus-Affäre
Institution/Hochschule: Universität Dortmund (Institut für Journalistik)
Tags: Zionisten, Affäre, Dreyfus, Meinung, Dreyfus-Affäre
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 18
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 10  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V85411
ISBN (E-Book): 978-3-638-00897-6

Dateigröße: 128 KB

Zusammenfassung / Abstract

Als Pariser Korrespondent der liberalen Wiener Tageszeitung „Neue Freie Presse“ begleitete Theodor Herzl am Ende des 19. Jahrhunderts die Affäre Dreyfus. Angesichts des sich dabei so drastisch entladenden französischen Judenhasses musste die „Affaire“ einen lebenslang wirkenden Eindruck auf den Juden Theodor Herzl ha-ben. Aber machte sie ihn wirklich, wie Herzl selbst einige Jahre später schrieb, zum „Zionisten“? War es erst das antisemitische Komplott gegen Alfred Dreyfus, das dem Autor und Journalisten Theodor Herzl den entscheidenden Antrieb gab, die Lösung der so ge-nannten „Judenfrage“ in der Gründung eines eigenen Judenstaates zu suchen? Herzl stellte dies gerne so dar. Der Historiker Julius H. Schoeps weckte allerdings Zweifel an der Stilisierung der Ereignisse um Hauptmann Dreyfus zum Wendepunkt in Herzls politischem Leben. Vor dem Hintergrund von Schoeps’ Thesen, die dieser anhand von Textanalysen und der Biografie Herzls aufgestellt hat, werden in dieser Arbeit ausgewählte Artikel Herzls zur Affäre Dreyfus untersucht. In meinen Analysen werde ich der Frage nachgehen, ob Herzl voreingenommen über die Affäre schreibt – sei es für oder gegen Dreyfus. Davon ausgehend widme ich mich im Fazit der Frage der Professionalität Herzls bei der Beschreibung der Affäre – diese lässt zumindest Rückschlüsse darauf zu, wie stark die Ereignisse Herzl beeinflussten. Eine eingehende Untersuchung, wie groß der Einfluss der Dreyfus-Affäre auf Herzls Wandlung zum Zionisten war, ist in einer kurzen Arbeit wie dieser nicht zu leisten. Hierfür müssten gerade jene Artikel berücksichtigt werden, die Herzl vor der Affäre schrieb. Nur so könnte ein Wandel seiner Ansichten, sofern die Dreyfus-Affäre ihn ausgelöst hätte, illustriert werden. Dies aber bietet eher genug Stoff für eine ganze Diplomarbeit – auch wegen der Schwierigkeit, Zugriff auf die Originaltexte Herzls zu bekommen. Auf die schlechte Verfügbarkeit seiner Dreyfus-Artikel gehe ich mit einem eigenen Kapitel ein. Angehängt sind, sofern ich aus ihnen zitiere, die von mir abgetippten Artikel Herzls, deren Repros aus der Universität zu Köln stammen.


Textauszug (computergeneriert)

TU Dortmund, Sommersemester 2007
Öffentlichkeit und öffentliche Meinung in der Dreyfus-Affäre

„Zum Zionisten hat mich die Affäre Dreyfus gemacht"

Wie groß war der Einfluss der "Affaire" auf Theodor Herzl wirklich?

von

Malte Wicking

 


Gliederung

1. Einleitung... 3

2. Theodor Herzl – eine biografische Skizze... 4

3. Rechercheprobleme... 5

4. Herzl und die Affäre Dreyfus... 6

4.1 Vom objektiven Beobachter zum Sympathisanten... 6
4.2. Analyse: „Der Prozess“, NFP vom 20.12.1894... 9
4.3 Analyse: „Die Degradation des Capitäns Dreyfus“, NFP vom 5.1.1895... 11
4.4 Analyse: „Fünf gegen zwei“, Die Welt vom 15.9.1899... 12
4.5 Der Einfluss der „Affaire“ auf Herzl... 14

5. Fazit... 15

6. Anhang... 17

6.1 Quellen... 17


 

1. Einleitung

Als Pariser Korrespondent der liberalen Wiener Tageszeitung „Neue Freie Presse“ begleitete Theodor Herzl am Ende des 19. Jahrhunderts die Affäre Dreyfus. Angesichts des sich dabei so drastisch entladenden französischen Judenhasses musste die „Affaire“ einen lebenslang wirkenden Eindruck auf den Juden Theodor Herzl haben. Aber machte sie ihn wirklich, wie Herzl selbst einige Jahre später schrieb, zum „Zionisten“? War es erst das antisemitische Komplott gegen Alfred Dreyfus, das dem Autor und Journalisten Theodor Herzl den entscheidenden Antrieb gab, die Lösung der so genannten „Judenfrage“ in der Gründung eines eigenen Judenstaates zu suchen? Herzl stellte dies gerne so dar. Der Historiker Julius H. Schoeps weckte allerdings Zweifel an der Stilisierung der Ereignisse um Hauptmann Dreyfus zum Wendepunkt in Herzls politischem Leben.
Vor dem Hintergrund von Schoeps’ Thesen, die dieser anhand von Textanalysen und der Biografie Herzls aufgestellt hat, werden in dieser Arbeit ausgewählte Artikel Herzls zur Affäre Dreyfus untersucht. In meinen Analysen werde ich der Frage nachgehen, ob Herzl voreingenommen über die Affäre schreibt – sei es für oder gegen Dreyfus. Davon ausgehend widme ich mich im Fazit der Frage der Professionalität Herzls bei der Beschreibung der Affäre – diese lässt zumindest Rückschlüsse darauf zu, wie stark die Ereignisse Herzl beeinflussten. Eine eingehende Untersuchung, wie groß der Einfluss der Dreyfus-Affäre auf Herzls Wandlung zum Zionisten war, ist in einer kurzen Arbeit wie dieser nicht zu leisten. Hierfür müssten gerade jene Artikel berücksichtigt werden, die Herzl vor der Affäre schrieb. Nur so könnte ein Wandel seiner Ansichten, sofern die Dreyfus-Affäre ihn ausgelöst hätte, illustriert werden.
Dies aber bietet eher genug Stoff für eine ganze Diplomarbeit – auch wegen der Schwierigkeit, Zugriff auf die Originaltexte Herzls zu bekommen. Auf die schlechte Verfügbarkeit seiner Dreyfus-Artikel gehe ich mit einem eigenen Kapitel ein. Ange- hängt sind, sofern ich aus ihnen zitiere, die von mir abgetippten Artikel Herzls, deren Repros aus der Universität zu Köln stammen.

2. Theodor Herzl – eine biografische Skizze

Theodor Herzl, geboren am 2. Mai 1860 in Budapest, gestorben am 3. Juli 1904 in Niederösterreich, gilt bis heute als der maßgebliche Denker des Zionismus. Sein Buch „Der Judenstaat“ aus dem Jahr 1896 hatte großen Einfluss auf die Gründung des Staates Israel im Jahr 1948. Seine Eltern waren assimilierte österreichische Juden, orientierten sich an Sprache und Kultur ihres Heimatlandes. Auch Herzl verstand sich lange mehr als Österreicher denn als Jude, musste aber bereits in seiner Studienzeit Erfahrungen mit Antisemitismus machen. So verließ er die Burschenschaft Albia, in der er einige Jahre Mitglied war, nach einer antisemitischen Vortragsveranstaltung. Von 1891 bis 1894 war der studierte Jurist Paris-Korrespondent der liberalen Wiener Tageszeitung „Neue Freie Presse“. Hier erlebte er die erste Phase der Dreyfus-Affäre mit, von der Verhaftung des jüdisch-französischen Offiziers im Dezember 1894 bis zu dessen erster Verurteilung im Januar des folgenden Jahres.
Herzl selbst hat die Ereignisse um Dreyfus oft als Auslöser für seine Entwicklung zum Zionisten dargestellt. „Zum Zionisten hat mich der Prozess Dreyfus gemacht“, schrieb er 1899 in der Zeitschrift North American Review1. Tatsächlich berichtete er seit Beginn seiner Tätigkeit in Frankreich über antisemitische Ausfälle in Frankreich, „ab Oktober 1891 mehrten sich die Meldungen, Berichte und Aufsätze, die sich mit der so genannten ‚Judenfrage’ befassten“.2
Seit Beginn der 1890er Jahre dachte Herzl über die Lösung der „Judenfrage“ nach, und entwickelte Lösungsansätze, die heute bizarr anmuten. So plante er Duelle bekannter Juden mit prominenten Antisemiten, denn er glaubte, „ein halbes Dutzend Duelle würde die gesellschaftliche Stellung der Juden sehr heben“. Zugleich aber müssten „sich völlig assimilieren und integrieren“, also aufhören, Juden zu sein. Eine weitere Idee war der Übertritt aller Juden zum Katholizismus, der das antijüdische Ressentiment unmöglich machen sollte.3

[...]


1 Zitiert nach: Schoeps 1995: 32

2 Ebenda: 11

3 Vgl. ebenda: 16 ff.


Kommentare

Bisher keine Kommentare

Kommentar hinzufügen
Ihr Kommentar wird redaktionell geprüft und dann freigeschaltet

Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:


Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/85411/zum-zionisten-hat-mich-die-affaere-dreyfus-gemacht
please wait Bitte warten