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Das Haus mit dem Dionysosmosaik in Köln und verwandte Mosaiken close

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Das Haus mit dem Dionysosmosaik in Köln und verwandte Mosaiken

Scholary Paper (Seminar), 2003, 23 Pages
Author: M.A. Isabelle Haßler
Subject: Archaeology

Details

Event: Proseminar "Griechische und römische Mosaiken"
Institution/College: Saarland University (Klassische Archäologie)
Tags: Haus, Dionysosmosaik, Köln, Mosaiken, Proseminar, Griechische, Mosaiken
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 23
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 13  Entries
Language: German
Archive No.: V85616
ISBN (E-book): 978-3-638-01895-1

File size: 236 KB

Abstract

1941 begann man den bis dahin unbebauten Teil des Geländes vor der Südfront des Kölner Doms auszuschachten um einen Unterstand für Reisende bei Fliegeralarm zu schaffen. Das gefundene Dionysosmosaik bedeckte den kompletten Boden des Raumes L33 aus der dritten Bauphase. Dieser Raum, ein Speisesaal34, maß 10,57 m auf 7 m wobei die Dicke der Wände zwischen 50 und 60 cm schwankte. Das Mosaik selbst stammt aus der Entwicklungsstufe III36, das heißt aus der Zeit zwischen der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts bis ins dritte Jahrhundert


Excerpt (computer-generated)

Universität des Saarlandes

Fachbereich 3.8 Klassische Archäologie

Proseminar ,,Griechische und römische Mosaiken"

Hausarbeit Isabelle Haßler

Das Haus mit dem Dionysosmosaik in

Köln und verwandte Mosaiken

Sommersemester 2003


Inhaltsverzeichnis

I.

Allgemeines zu Dionysos 3

I.I.

Dionysos als Person 3

I.II.

Der Dionysoskult und das goldene Zeitalter 4

II.

Das Dionysos-Mosaik in Köln 6

II.I.

Entdeckung und Lage des Mosaiks 6

II.II. Material und Aufbau 7

II.III. Die Bildfelder und ihre Bedeutung in Bezug auf den Dionysoskult 8

III.

Das Dionysosmosaik in Sepphoris 14

III.I. Lage und Geschichte von Sepphoris 14

III.II. Lage und Material des Mosaiks 16

III.III. Motivik und Thematik des Mosaiks 18

IV.

Anhang 22

IV.I. Bibliographie 22

2


I. Allgemeines zu Dionysos

I.I. Dionysos als Person

Dionysos wurde als Sohn des Zeus und der Semele geboren. Hera ließ Zagreus, den Sohn von

Zeus und Persephone aus Eifersucht von den Titanen überfallen. Diese töteten dann Zagreus,

zerrissen seine Glieder und verschlangen sie, jedoch rettete Athena sein Herz. Mit Semele

zeugte Zeus danach in Dionysos den Zagreus neu.

Nach dem Tod der Mutter durch eine List Heras wurde er von Zeus bis zur Geburt im

Schenkel eingenäht ausgetragen und nach der Geburt von Semeles Schwester Ino oder von

den Nymphen von Nysa, je nach Überlieferung, gepflegt. Die Nymphen von Nysa wurden

später belohnt, indem sie einen Platz im Himmel unter den Sternen als Hyaden erhielten.

Als Dionysos erwachsen war und bereits den Wein erfunden hatte, ließ Hera ihn rasend

werden. Er irrte lange umher, durch Ägypten und Syrien, dann die Küste von Asien entlang,

bis er schließlich nach Indien gelangte, wo er von der Göttin Kybele aufgenommen wurde, die

ihn vom Wahnsinn befreite und in die Riten ihres Kultes einführte. Während seiner Irrfahrten

belehrte er die Bewohner der Regionen über die Wichtigkeit des Weinanbaus und legte so die

Grundlagen für das zivile Leben.

Bei seiner Rückkehr nach Europa gelangte er nach Thrakien und begab sich von dort nach

Theben, wo er geboren worden war, und wo er nun seinen Kult einführen wollte.

Pentheus, der versuchte, sich dagegen aufzulehnen, wurde hart bestraft. In Argos, wohin er

sich anschließend begab, bewies Dionysos seine Macht auf ähnliche Weise. Er ließ die

Töchter des Königs Proitos und alle Frauen der Gegend in Raserei verfallen, so dass diese

sogar ihre eigenen Kinder verschlangen. Dann wollte sich der Gott nach Naxos begeben,

wozu er sich eines Schiffes tyrrhenischer Piraten bediente. Die untreue Besatzung, die ihn für

den Sohn eines Königs hielt, nahm Kurs auf Asien, um ihn dort als Sklaven zu verkaufen. Zur

Strafe verwandelte Dionysos die Seeleute in Delphine.

Nachdem er so nach und nach seinen Kult verbreiten konnte, wurde das göttliche Wesen des

Dionysos von allen anerkannt und der Gott konnte zum Himmel aufsteigen und hier seinen

Platz im Olymp einnehmen. Seine erste Tat, die er als Gott vollführte, war die Entführung der

Ariadne, die auf der Insel Naxos von Theseus zurückgelassen worden war, und deren Retter

und Bräutigam er wurde. Auf Naxos vermählte Dionysos sich mit Ariadne. Seine Begleiter

sind die Satyrn, Silene und Nymphen. In den späteren Erzählungen war Seilenos der Erzieher

von Dionysos, der ihm bei seinen Irrfahrten zur Seite stand. Da König Midas sich ihm

3


gegenüber aufmerksam gezeigt hatte, stellte der Gott ihm einen Wunsch frei. Midas wünschte

sich, dass alles, was er berührte, zu Gold würde.

I.II. Der Dionysoskult und das goldene Zeitalter

,,Wie alle Menschen hatte auch der Mensch der Antike den Wunsch, der Gegenwart zu

entrinnen. Er lebte im Eisernen Zeitalter; Kriege, Katastrophen und Seuchen stellten immer

wieder den Erfolg allen mühevollen Strebens in Frage und offenbarten Tag für Tag die

Ohnmacht der menschlichen Kreatur."1 Demzufolge wollte der Mensch der Realität und dem

hiesigen Leben entfliehen und ,,einen Platz finden, an dem er glücklich und zufrieden leben

konnte, den Menschen des Goldenen Zeitalters gleich."2 Das Goldene Zeitalter war eine

,,Urzeit"3 in der ein gemäßigtes Klima herrschte und die natur alles im Überfluss verschenkte,

wo die Menschen untereinander ,,in Liebe verbunden waren"4. ,,In den Berichten über das

goldene Zeitalter sind stets unvorstellbarer Genuss, ungetrübte Freude und immerwährender

Frieden die herrschenden Begriffe. Kein Wunder also, dass zu jeder Zeit das goldene Zeitalter

als ,das ganz Andere′ angesehen und erstrebt wurde."5

Da den Menschen in der römischen Kaiserzeit bewusst wurde, dass die Götter der Griechen

diese Sehnsucht nicht erfüllen konnten, wandte man sich den Kulten zu, die dies versprachen,

nämlich den Mysterien.6 Im Gegensatz zu den offiziellen Religionen war es in den

Mysterienkulten nur Eingeweihten möglich, ,,den Wahrheitsgehalt dieser Heilslehren im

persönlichen Erlebnis zu erfahren."7 Das Goldene Zeitalter wurde bei den Mysterienfeiern

,,von den Mysten für eine kurze Zeit erlebt."8 Durch die Vereinigung mit dem Gott, durch die

Ekstase, das ,,In-Besitz-Genommen-Werden"9 und ,,Gott-Erfüllt-Sein"10 erfuhr der Myste den

Glückszustand.

,,Zu den Vorstellungen vom Goldenen Zeitalter gehörte ein Gott, mit dessen Herrschaft der

wunderbare Zustand begann und unter dessen Auspizien sich alles in so prächtiger Weise

entfaltete."11 ,,Nach der Lehre der orphisch-pythagoreischen Mysterien"12 beginnt das

1 Horn 1972, 7

2 Ibid.

3 Ibid.

4 Ibid.

5 Ibid.

6 Ibid.

7 Ibid.

8 Ibid.

9 Ibid.

10 Ibid.

11Ibid., 9

12 Ibid.

4


Goldene Zeitalter mit Phanes. Dieser wird mit Dionysos identifiziert. Diesem wiederum

folgen sechs weitere Göttergenerationen und schließlich übernimmt Dionysos die

Weltherrschaft ,,um seine Mysten nun für immer ein ungetrübtes Paradiesleben zu

schenken."13

Die Goldene Zeit selbst, die aurea aetas oder Dionysiacum regnum14, beginnt mit der Geburt

des Dionysos. Die anwesenden Götter waren von Tanzlust ergriffen, Wein- und Milchquellen

sprudelten, Efeu rankt überall und Wasser, in dem das Kind gebadet werden sollte, wandelte

sich zu Wein.15 Dionysos macht also durch sein Erscheinen das Unmögliche möglich.16 Bei

dem Initiationsritus löste sich der Myste von alten Bindungen und fand Aufnahme in einem

Kreis Gleichgesinnter.17 ,,Während der Kultfeiern wurde er von Dionysos erfüllt. Dieses Gott-

Erfüllt-Sein ( oder ) war für ihn der Schlüssel, die Veränderungen

in der Welt wahrzunehmen und ihre Ursachen zu erkennen. Er lebte im Sinne der Mysterien

glückselig (, und )."18

Dionysos tritt oft als Herr der Jahreszeiten (Horen) auf, ,,im Goldenen Zeitalter war die Natur

verschwenderisch."19 Was für die Pflanzen und Flüsse gilt, gilt ebenso für die Tiere:

,,Ungerufen kamen die Ziegen mit prallen Eutern von der Weide zu den Menschen;

bereitwillig gaben sie Milch. Die Wolle färbte sich schon am Körper der Schafe. [...] Kein

Tier war des anderen Feind."20 Symbol dieses Friedens zwischen den Tieren und Menschen

sind zum Beispiel Darstellungen von mit Panthern spielenden Mysten oder Mysten, denen

Löwen und Tiger als Reittiere dienen.

Für den Menschen selbst war das Goldene Zeitalter eine Zeit, in der niemand kodifizierte

Gesetze brauchte, weil alle in ,,Frieden und Eintracht"21 lebten und es keine sozialen

Unterschiede gab. ,,Für ein glückliches Leben im Jenseits waren Initiation und Gemeinschaft

mit Dionysos im Kult wichtiger als ein in den Augen der Menschen tadellos geführtes

Leben"22, was die Kritiker der Mysterienkulte dazu veranlasste, voller Spott zu bemerken,

13 Ibid.

14 Cf. Ibid.

15 Cf. Ibid.

16 Ibid., 10

17 Cf. Ibid.

18 Ibid.

19 Ibid., 12

20 Ibid., 13

21 Ibid., 15

22 Ibid.

5



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