Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Hausarbeit, 2006, 22 Seiten
Autor: Jan Christian Schinke
Fach: Wirtschaft - Wirtschaftspolitik
Details
Institution/Hochschule: Georg-August-Universität Göttingen (Professur für Wirtschaftspolitik und Mittelstandsforschung)
Tags: Wirtschaftsförderung, Cluster, Netzwerke, Modebegriff, Regionale, Wirtschaftsförderung
Jahr: 2006
Seiten: 22
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 27 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-01600-1
ISBN (Buch): 978-3-638-91808-4
Dateigröße: 113 KB
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Zusammenfassung / Abstract
Welchen Maßstab muss staatliche Förderung finden, um Netzwerke zu fördern, ohne selbst steuernder Akteur zu sein? Die Globalisierung forciert den Wettbewerb der Regionen. Besonders erfolgreich sind weltweit die Regionen, in denen Cluster zu finden sind: geographisch oder wirtschaftlich abgegrenzte Gebilde verbundener Unternehmen. Sie zeichnen sich durch eine hohe Eigendynamik aus. Ihr Erfolg ruht in lokalen Gremien, oftmals nur informellen Charakters. Staatliche Förderung muss auf jede direkte Einmischung in diesen Gremien verzichten und darf keine direkten Unterstützungsförderungen leisten! Tut sie dies nämlich doch, greift sie steuernd ein und der Staat ist plötzlich selbst Akteur. Die Institutionen des Clusters laufen Gefahr, nicht die wirtschaftlichen Interessen der verbundenen Unternehmen vertreten zu können.
Textauszug (computergeneriert)
Georg-August-Universität Göttingen
Seminar: "Regionale Wirtschaftsförderung"
6. Fachsemester, am: 12.6.2006
Wirtschaftsförderung für Cluster und Netzwerke:
ökonomisch sinnvoll oder überschätzter Modebegriff?
von
Jan Christian Schinke
Inhalt
1. Einleitung - Welchen Maßstab muss staatliche Förderung finden, um Netzwerke zu fördern, ohne selbst steuernder Akteur zu sein?... 1
2. Was sind Cluster und Netzwerke... 1
3. Vorteile von Clustern... 5
3.1 Kommunikation, Innovationsfähigkeit und Kostenvorteile... 5
3.2 Bedeutung von F&E und die Unterschiede universitärer und unternehmensinterner Forschung... 7
4. Arten von Förderung... 9
5. Fazit, Empfehlungen, Defizite... 16
Abkürzungen... 17
Literaturverzeichnis... 18
1. Einleitung - Welchen Maßstab muss staatliche Förderung finden, um Netzwerke zu fördern, ohne selbst steuernder Akteur zu sein?
Die Globalisierung forciert den Wettbewerb der Regionen. Besonders erfolgreich sind weltweit die Regionen, in denen Cluster zu finden sind: geographisch oder wirtschaftlich abgegrenzte Gebilde verbundener Unternehmen. Sie zeichnen sich durch eine hohe Eigendynamik aus. Ihr Erfolg ruht in lokalen Gremien, oftmals nur informellen Charakters. Staatliche Förderung muss auf jede direkte Einmischung in diesen Gremien verzichten und darf keine direkten Unterstützungsförderungen leisten! Tut sie dies nämlich doch, greift sie steuernd ein und der Staat ist plötzlich selbst Akteur. Die Institutionen des Clusters laufen Gefahr, nicht die wirtschaftlichen Interessen der verbundenen Unternehmen vertreten zu können.
Adam Smith, Begründer der klassischen Volkswirtschaftslehre, argumentierte für völlig freie Märkte und sprach von der “unsichtbaren Hand”: das Streben, den eigenen Gewinn zu maximieren, führe beiläufig auch zu einer Wohlstandsoptimierung der Gesellschaft.1 Im Umkehrschluss muss die Politik den Kopf nicht in den Sand stecken. Denn nach der Abhandlung der nötigen Theorie zeigt sich in der Empirie, dass Cluster i.d.R. keinesfalls völlig zufällig entstehen. So kann es zwar den politischen Akteuren nicht alleine gelingen, Cluster anzusiedeln. Doch entstehen eben diese in gut entwickelten Agglomerationsräumen. Entwickelte Strukturen und Institutionen können der Nährboden für prosperierende Unternehmensverbünde sein. Kann Wirtschaftsförderung Cluster initiieren? Wäre es nicht besser, die Bildung von Clustern dem Markt zu überlassen? Nach einer Abhandlung der theoretischen Grundlagen und einer Auswertung von Feldstudien wird die Frage beantwortet, dass Cluster dann besonders erfolgreich sind, wenn Regionale Wirtschaftsförderung einen Maßstab findet, der ein Fundament für Wachstum schafft, aber nicht steuernd für wirtschaftliche Akteure wirkt.
2. Was sind Cluster und Netzwerke?
"Districts are geographically defined productive systems, characterised by a large number of firms that are involved at various stages and in various ways, in the production of a homogeneous product."2 Diese ursprüngliche Bezeichnung lokaler Produktionssystem geht auf Alfred Marshall zurück, der erstmals industrielle Verdichtungsräume Groß Britanniens beschrieb. Industriebetriebe in einem geographisch begrenzten Gebiet, spezialisiert auf ein Produkt, dessen Produktionsschritte wiederum spezialisierte, meist kleinere und mittlere Unternehmen in Arbeitsteilung übernehmen. Der Distrikt zeichnet sich durch eine hohe Innovationsgeschwindigkeit3 aus, die besonders von den kleinen Unternehmen getragen wird. Kleine Unternehmen sind es auch, die sich am stärksten an der zunehmenden Bildung von Clustern beteiligen. Der weltweite Wettbewerb, der von Global Playern auch den kleinsten Zulieferern aufgezwungen wird, sucht die Lösung zum Ausgleich eigener Schwächen durch den Zusammenschluss in Kooperationen mit Gleichgesinnten.4 Wahrscheinlich ist die sich verstärkende Globalisierung maßgeblich dafür verantwortlich, dass heutzutage nicht mehr nur industrielle Agglomerationsräume betrachtet werden, wenn von Netzwerken und Clustern die Rede ist. Längst schon ist sich die Wissenschaft einig, dass neben Unternehmen auch Forschungseinrichtungen und andere Akteure in Clustern eine wichtige Rolle spielen. Wirtschaftliche Agglomerationen umfassen all diese Akteure eines gemeinsamen Sektors, ihre Aktivitäten in einem bestimmten Feld sind "verwandt oder einander ergänzend".5
Es wird jedoch unterschieden. Die einfachste Einheit sind Kooperationen verschiedener Akteure, die sich meist nur für die Dauer eines bestimmten Projekts lose verbinden. Weitaus enger sind Netzwerke, die dauerhaft existieren, meist aber auf eine oder wenige Stufen von Wertschöpfungsketten beschränkt bleiben. Cluster sind schließlich Einheiten, deren Akteure in unterschiedlichen Konstellationen untereinander sowohl verschiedenste Netzwerk- wie auch Kooperationsbindungen eingehen können.6 Im Folgenden wird von Clustern als Untersuchungsgegenstand die Rede sein. Cluster sind nicht die Zusammenballung von Industrieakteuren. Ein gewisses institutionelles Umfeld ist erforderlich zum Initiieren und zum Bestehen von Clustern7; die Dynamik in Clustern kann sich erst voll entfalten, wenn sie sich als soziales und ökonomisches Ganzes begreifen, in dem Politik, Gesellschaft und Wirtschaft enge Bindungen und auch Abhängigkeiten zueinander haben.8
[...]
1 Krummel, 2001, 1
2 Becattini, 1990, 2 1
3 Für die aktuelle Clusterdiskussion wird die Innovationskraft einer Region an der Anzahl der Patente gemessen und ist ein Identifikationskriterium für Cluster; Vgl: Cichorowski, 2005, Anhang von Langhagen-Rohrbach, 5f.
4 Vgl. Hirsch-Kreinsen, 2003, 2ff. Globale Präsenspflicht zwingt zum Aufbau von Netzwerken. Die KMU bringen spezifische Stärken ein, die für alle nutzbar sind. Eigene Mehrleistungen werden eingebracht mit der Erwartung, dass auch andere zum gegebenen Zeitpunkt einen Mehrwert einbringen.
5 van der Linde, 2005, 20
6 Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, 2005, 463 2
7 Steiner, 2002, 220
8 Becattini, 1990, 2. Der Autor unterstreicht die Wichtigkeit: "Broader social and institutional aspects are just as important".
Kommentare
Bisher keine Kommentare
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Die bayerische Cluster-Offensive - Eine kritische Reflexion
Autor: cand. rer. oec. Manuel RimkusGeowiss. / Geographie - Wirtschaftsgeographie, 2007 Als PDF-Datei downloaden für 11,99 EUR
Wirtschaftliche Cluster und Wirtschaftsförderung
Autor: Andreas HermannsGeowiss. / Geographie - Wirtschaftsgeographie, 2006 Als PDF-Datei downloaden für 12,99 EUR
Der Cluster als Garant regionalwirtschaftlichen Erfolgs?
Autor: Christopher AltingGeowiss. / Geographie - Wirtschaftsgeographie, 2006 Als PDF-Datei downloaden für 34,90 EUR
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: