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Die digitale Überwachung

Termpaper, 2005, 26 Pages
Author: Mathias Bliemeister
Subject: Communications: Multimedia, Internet, New Technologies

Details

Institution/College: University of Hamburg
Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 26
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 17  Entries
Language: German
Archive No.: V86083
ISBN (E-book): 978-3-638-01044-3
ISBN (Book): 978-3-638-91527-4
File size: 126 KB

Abstract

Die moderne Gesellschaft errichtet zunehmend überwiegende Teile ihrer Strukturen auf den Säulen der Informations- und Kommunikationstechnik. Dadurch festigen sich unterschiedliche Elemente aus der Informations- und Kommunikationstechnik in private, soziale, wirtschaftliche, aber auch politische Bereiche. Der Computer als Schnittstelle zwischen dem Menschen und der Informations- und Kommunikationstechnik übernimmt hierbei eine besondere Rolle. Der einzelne Computer ist im Wesentlichen Übermittler und Empfänger von Informationen. Ist der Computer gar am Internet angeschlossen, so wird der Nutzer Teilnehmer eines virtuellen Raumes, in dem mittlerweile die Kommunikation von mehreren Millionen Menschen täglich stattfindet. Wesentliche Bereiche des Lebens werden durch die Nutzung des Computers und insbesondere durch die Nutzung des Internets teilweise leichter und angenehmer gemacht. Man kann an dieser Stelle zahlreiche Beispiele nennen, wodurch dieser Satz seine Rechtfertigung erfährt. Im Rahmen dieser Arbeit beschäftige ich mich jedoch mit einer anderen Sichtweise. Die zunehmende Bedeutung des Computers, ja der Informations- und Kommunikationstechnik ermöglicht derjenigen Instanz, die Macht über diese Technik hat, die Nutzer und gar die Gesellschaft zu überwachen. Wer aber profitiert von der Überwachung einzelner Personen bzw. einer Gesellschaft? Ganz offensichtlich der Staat und große Konzerne. Der Staat, weil er somit seine Bevölkerung kontrollieren kann und zur Prävention von Deliktbegehung und zur Erleichterung von Deliktaufklärung. Die Konzerne, weil sie einen wirtschaftlichen Vorteil aus der Überwachung und der Transparenz gewinnen können. Dass dies an das Panoptikum Foucaults erinnert, ist nicht das Ergebnis paranoider Gedankengänge, sondern gegenwärtige Realität. Datenschützer und Hackervereinigungen laufen bereits Sturm gegen derartige Entwicklungen, die den Datenschutz und die bürgerliche Freiheit beschränken. Im Rahmen dieser Arbeit möchte ich das Internet, die Biometriepässe und die Videoüberwachung im Kontext eines digitalen Panoptikums untersuchen. Darüber hinaus beschäftige ich mich mit der Subkultur der Hacker, da es sich hierbei ganz offensichtlich um eine Gruppe handelt, die dieser Entwicklung als Opposition gegenübersteht.


Excerpt (computer-generated)

Universität Hamburg
Fachbereich Sprach-, Literatur– und Medienwissenschaften
Institut für Germanistik II

Mathias Bliemeister

Seminar
Subjekt, Körper und Medienethik der Netzkultur
Sommersemester 2005

Thema:

Die digitale Überwachung

 

 

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung  2

2 Entstehung einer Subkultur  4

    2.1 Die „Hackerethik“  5
    2.2 Entwicklung der Subkultur der Hacker in Deutschland  5
    2.3 Der Chaos Computer Club  7

3 Machtverlust durch Informationsverlust 8

    3.1 Malware 9
    3.2 Entwicklung der IT-Behörden in der Bundesrepublik  10

4 Der Staat und die Überwachung  11

    4.1 Das Internet  12
    4.2 Die Biometrie  15
    4.3 Die Videoüberwachung  17

5 Das digitale Überwachungspanoptikum  20

6 Fazit  22

7 Literaturverzeichnis 23

 

 

1 Einleitung

Die moderne Gesellschaft errichtet zunehmend überwiegende Teile ihrer Strukturen auf den Säulen der Informations- und Kommunikationstechnik. Dadurch festigen sich unterschiedliche Elemente aus der Informations- und Kommunikationstechnik in private, soziale, wirtschaftliche, aber auch politische Bereiche. Der Computer als Schnittstelle zwischen dem Menschen und der Informations- und Kommunikationstechnik übernimmt hierbei eine besondere Rolle. Der einzelne Computer ist im Wesentlichen Übermittler und Empfänger von Informationen. Ist der Computer gar am Internet angeschlossen, so wird der Nutzer Teilnehmer eines virtuellen Raumes, in dem mittlerweile die Kommunikation von mehreren Millionen Menschen täglich stattfindet. Wesentliche Bereiche des Lebens werden durch die Nutzung des Computers und insbesondere durch die Nutzung des Internets teilweise leichter und angenehmer gemacht. Man kann an dieser Stelle zahlreiche Beispiele nennen, wodurch dieser Satz seine Rechtfertigung erfährt. Im Rahmen dieser Arbeit beschäftige ich mich jedoch mit einer anderen Sichtweise.

Die zunehmende Bedeutung des Computers, ja der Informations- und Kommunikationstechnik ermöglicht derjenigen Instanz, die Macht über diese Technik hat, die Nutzer und gar die Gesellschaft zu überwachen. Folgende technischen Werkzeuge bzw. Entwicklungen werden bereits in einem relativen Umfang für die Überwachung genutzt.

– Videoüberwachung
– Biometrie
– RFID-Chips
– Internet
– Gesundheitskarte
– Änderung des Bankgeheimnisses

Wer aber profitiert von der Überwachung einzelner Personen bzw. einer Gesellschaft? Ganz offensichtlich der Staat und große Konzerne. Der Staat, weil er somit seine Bevölkerung kontrollieren kann und zur Prävention von Deliktbegehung und zur Erleichterung von Deliktaufklärung. Die Konzerne, weil sie einen wirtschaftlichen Vorteil aus der Überwachung und der Transparenz gewinnen können. Dass dies an das Panoptikum Foucaults erinnert, ist nicht das Ergebnis paranoider Gedankengänge, sondern gegenwärtige Realität.

„Wann immer man es mit einer Vielfalt von Individuen zu tun hat, denen eine Aufgabe oder ein Verhalten aufzuzwingen ist, kann das panoptische Schema Verwendung finden. Unter dem Vorbehalt notwendiger Anpassungen erstreckt sich eine Anwendbarkeit auf alle Anstalten, in denen innerhalb eines nicht allzu ausgedehnten Raumes eine bestimmte Anzahl von Personen unter Aufsicht zu halten ist. In jeder dieser Anwendungen ermöglicht es die Perfektionierung der Machtausübung: weil es die Möglichkeit schafft, daß von immer weniger Personen Macht über immer mehr ausgeübt wird; weil es Interventionen zu jedem Zeitpunkt erlaubt und weil der ständige Druck bereits vor der Begehung von Fehlern, Irrtümern, Verbrechen wirkt; ja weil unter diesen Umständen seine Stärke gerade darin besteht, niemals eingreifen zu müssen, sich automatisch und geräuschlos durchzusetzen, einen Mechanismus von miteinander verketteten Effekten zu bilden; weil es außer einer Architektur und einer Geometrie kein physisches Instrument braucht, um direkt auf die Individuen einzuwirken.“ 1

Datenschützer und Hackervereinigungen laufen bereits Sturm gegen derartige Entwicklungen, die den Datenschutz und die bürgerliche Freiheit beschränken. Im Rahmen dieser Arbeit möchte ich das Internet, die Biometriepässe und die Videoüberwachung im Kontext eines digitalen Panoptikums untersuchen. Darüber hinaus beschäftige ich mich mit der Subkultur der Hacker, da es sich hierbei ganz offensichtlich um eine Gruppe handelt, die dieser Entwicklung als Opposition gegenübersteht.

 

2 Entstehung einer Subkultur

In den 1950er Jahren gründeten befreundete Studenten am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den „Tech Model Railroad Club“ (TMRC). Hier bastelten sie mit ausgedienten Telefonen und anderen elektrischen Resten und bauten damit umfangreiche und komplizierte Eisenbahnnetzwerke. Am MIT benutzten die Studenten das Wort „hack“ ursprünglich für studentische Scherzaktionen. Die Mitglieder des TMRC fanden in dem Wort Verwendung, wenn sie für ein besonders kompliziertes technisches Problem eine raffinierte Lösung entwickelten.2

[...]


1 Foucault, Michel. Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses. 1976. S. 264 f.

2 Vgl. Gröndahl, Boris. Hacker. 2000. S. 40.


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