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Konstruktivismus - Grundlagen zu Theorie und Praxis

Termpaper, 2002, 13 Pages
Author: Felix Hessmann
Subject: Psychology - General

Details

Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 13
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V8620
ISBN (E-book): 978-3-638-15549-6
ISBN (Book): 978-3-638-84186-3
File size: 179 KB

Abstract

Der Konstruktivismus sei, so Gerhard Roth, eine philosophische Theorie der Wahrnehmung und der Erkenntnis, die für sich in Anspruch nähme, durch Resultate und Theorien aus den Einzelwissenschaften, wie Neurobiologie, Psychologie oder Kommunikationswissenschaften begründet zu sein. In der noch jungen Wissenschaft der Psychologie ist der Konstruktivismus noch eine besonders frische Entwicklungslinie deren Positionen philosophiegeschichtlich jedoch bis Kant zurückreichen. Doch die entscheidende Entwicklung hin zu diesem Konzept basiert auf den Fortschritten der biologischen Psychologie, in deren Rahmen diese Hausarbeit entsteht. So ist der Konstruktivismus sowohl von der ideengeschichtlichen Weiterentwicklung, als auch vom Fortschritt der biologischen Zusammenhänge, geleitet. Auf der Basis von Literatur und modernerer Stellungnahmen soll im Folgenden die Theorie des Konstruktivismus dargestellt und dann die neuronalen Grundlagen der Theorie skizziert werden. Im vierten Abschnitt wird dies auf der biopsychologischen Ebene erweitert, um anschließend über die praxisorientierte Anwendung des Konzeptes im Bereich der Instruktionspsychologie zu referieren. Den Abschluss findet die Arbeit mit einer Zusammenfassung.


Excerpt (computer-generated)

Konstruktivismus- Grundlagen zu Theorie und Praxis

von Sebald Hessmann


Gliederung

1. Zwischen Philosophie und Biologie

2. Konstruktivismus - radikal und neu

2.1. Der radikale Konstruktivismus

2.2 Der neue Konstruktivismus

3. Neuronale Grundthesen des Konzeptes

3.1 Vom Sinnesorgan zum Neuron

3.2 Vom Neuron zum Gehirn

4.Biopsychologisch orientierte Grundlagen des Konstruierens

4.1 Die Autopoiese

4.2 Signale und Informationen im autopoetischen System

4.3 Beobachter und Konstrukte

5. Der Konstruktivismus-Ansatz und das Lernen

5.1 Thesen zur Instruktionspsychologie

5.2 Problemfelder bei der Umsetzung

5.3 Kritikansätze von Seiten der Instruktionspsychologie

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis


"... und wir müssen uns daran erinnern, daß das,was wir beobachten, nicht die Natur selbst ist,
sondern Natur, die unserer Fragestellung ausgesetzt ist."
(Heisenberg, Physik und Philosophie)

1. Zwischen Philosophie und Biologie

Der Konstruktivismus sei, so Gerhard Roth, eine philosophische Theorie der Wahrnehmung und der Erkenntnis, die für sich in Anspruch nähme, durch Resultate und Theorien aus den Einzelwissenschaften, wie Neurobiologie, Psychologie oder Kommunikationswissenschaften begründet zu sein. In der noch jungen Wissenschaft der Psychologie ist der Konstruktivismus noch eine besonders frische Entwicklungslinie deren Positionen philosophiegeschichtlich jedoch bis Kant zurückreichen. Doch die entscheidende Entwicklung hin zu diesem Konzept basiert auf den Fortschritten der biologischen Psychologie, in deren Rahmen diese Hausarbeit entsteht. So ist der Konstruktivismus sowohl von der ideengeschichtlichen Weiterentwicklung, als auch vom Fortschritt der biologischen Zusammenhänge, geleitet.
Auf der Basis von Literatur und modernerer Stellungnahmen soll im Folgenden die Theorie des Konstruktivismus dargestellt und dann die neuronalen Grundlagen der Theorie skizziert werden. Im vierten Abschnitt wird dies auf der biopsychologischen Ebene erweitert, um anschließend über die praxisorientierte Anwendung des Konzeptes im Bereich der Instruktionspsychologie zu referieren. Den Abschluss findet die Arbeit mit einer Zusammenfassung.

2. Konstruktivismus - radikal und neu

2.1 Der radikale Konstruktivismus

Als radikaler Konstruktivismus ist der Konstruktivismus in erster Linie eine Erkenntnistheorie, die sich mit der Frage beschäftigt, in welchem Verhältnis das Wissen zur Welt steht. Hauptaussage dabei ist, dass dieses Wissen keine objektiven Realitäten darstellt, sondern "Erfindungen" des menschlichen Geistes. Dieser Ansatz gründet sich vor allem auf einer neurobiologischen Herleitung und auf der biologischen Systemtheorie nach Maturana und Varela 1987, welche den Begriff der Autopoiese geprägt haben.
Während frühere Erkenntnistheorien davon ausgehen, dass es im Prinzip möglich ist, die Welt in ihrer wahren Gestalt zu erkennen, und dass es im wissenschaftlichen Austausch eben damit auch darum gehen kann, welche Theorie diese Wahrheit am besten abbildet, wendet sich der radikale Konstruktivismus von dieser Sicht ab. "Der radikale Unterschied liegt in dem Verhältnis zwischen Wissen und Wirklichkeit. Während die traditionelle Auffassung in der Erkenntnislehre sowie in der kognitiven Psychologie dieses Verhältnis stets als eine mehr oder weniger bildhafte (ikonische) Übereinstimmung oder Korrespondenz betrachtet, sieht der radikale Konstruktivist es als Anpassung im funktionalen Sinn" .
In der Welt wird also lediglich eine funktionierende Modellvorstellung gesehen, in der die "Wirklichkeit von uns nicht gefunden, sondern erfunden (konstruiert) wird". Doch die Funktionalität schließt als Gütekriterium andere Konstruktionen nicht von vornherein aus und so ergibt sich aus dem radikalen Konstruktivismus eine prinzipielle Gleichwertigkeit unterschiedlicher Theorieansätze und damit verbunden die Schwierigkeit, wie dann noch eine gemeinsame Basis der Verständigung gefunden werden kann. Dem Konstruktivismus wird oft vorgeworfen, er würde eine objektive und reale Wirklichkeit leugnen. Die reale Welt kommt in den konstruktivistischen Ansätzen immer noch vor, die Frage nach dieser realen Welt wird aber hinfällig, da sie nicht erfahrbar ist. Laut Maturana ist die Frage nach der objektiven Wirklichkeit sinnfrei. Dennoch ist die reale Welt als Umwelt und Anreizstruktur mitgedacht.

2.2 Der neue Konstruktivismus

[...]


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