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Subtitle: Auf der Suche nach neuen Definitionsansätzen
Diploma Thesis, 2003, 136 Pages
Author: Diplom-Journalistin (FH) Jana Hoffhenke
Subject: Communications: Print Media, Press
Details
Tags: Fachzeitschrift, Charakterstudie, Mediums
Year: 2003
Pages: 136
Grade: 2,7
Bibliography: ~ 64 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-07339-4
ISBN (Book): 978-3-640-32544-3
File size: 534 KB
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Abstract
Fachzeitschriften sind ein wichtiger Bestandteil des Mediensystems. So umfangreich der Fachzeitschriftenmarkt in Deutschland ist, so komplex und dynamisch stellt er sich auch dar, obwohl sich diese Vielfältigkeit keineswegs in den vorhandenen Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft widerspiegelt. Zwar ist die Fachzeitschrift ein vergleichsweise altes Medium, doch taten sich Zeitschriftenforscher und andere Wissenschaftler bereits von Anfang an schwer in der Ausformulierung einer belegbaren Definition. Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, eine eingehende Charakterstudie des Mediums Fachzeitschrift zu erstellen, ausgehend von dem bisher veröffentlichten wissenschaftlichen Forschungsmaterial. Dafür werden vorhandene Definitionsansätze aufgegriffen, diese kritisch hinterfragt und Lücken aufgezeigt. Am Ende der Ausführungen soll die Fachzeitschrift stark an Transparenz gewonnen haben, unter anderem was Leserschaft, Positionierung im Markt und Funktionen angeht. Eine auf Grundlage der erworbenen Kenntnisse erstellte Definition wird schlussendlich Zeitschriften dem Subsystem Fachzeitschrift möglichst eindeutig zuordnen bzw. sie aus diesem ausschließen können. Darüber hinaus soll jedoch, neben der wissenschaftlichen Erfassung von Charaktereigenschaften, auch das Wesen der Fachzeitschrift in Deutschland eingefangen werden, um dem Medium ein einprägsames Gesicht zu geben.
Excerpt (computer-generated)
Die Fachzeitschrift Charakterstudie eines
wissenschaftlich vernachlässigten
Mediums
Auf der Suche nach neuen
Definitionsansätzen
Diplomarbeit
zur Erlangung des Grades einer Diplom-Journalistin (FH)
an der
Hochschule Bremen
im Fachbereich Allgemeinwissenschaftliche Grundlagenfächer
Eingereicht von:
Jana Matzel
Bremen, den 15. August 2003
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung 4
1.1. Hintergrund der Arbeit 4
1.2. Vorgehensweise 5
2.
Überblick über die Quellenlage 6
2.1. Überblick über die Literaturlage 6
2.2. Sonstige Quellen und Überprüfung ihrer Brauchbarkeit 8
2.2.1. Internet 8
2.2.2. Fachzeitschriften 9
2.2.3. Empirische Studien 10
2.2.4. Statistiken 14
2.3. Zusammenfassung und Einschätzung der Quellenlage 15
3.
Rahmenbedingungen 17
3.1. Historischer Abriss von Fachzeitschriften 17
3.2. Geschichte der Zeitschriftenforschung 19
3.3. Definitionsgeschichte
im Spiegel gesellschaftlicher Ereignisse 21
3.4. Mögliche Gründe für die Unterschätzung der Fachzeitschrift 24
3.5. Die Fachzeitschrift Mehr als die Summe ihrer Teile? 26
3.5.1. Fach 26
3.5.2.
Zeitschrift 28
3.5.3. Zusammenführung und Ergebnis 30
3.6. Rückblick und Anmerkungen zu Kapitel 3 30
4.
Prüfung vorhandener Definitionsansätze 32
4.1. Über den Rezipienten zur Definition 32
4.2. Über die Macher zur Definition 35
4.2.1. Der Fachzeitschriftenverlag 36
4.2.2. Der Fachjournalist 37
4.3. Über die Erfüllung der journalistischen Funktionen zur Definition 40
4.3.1. Information 40
4.3.2. Kritik/Kontrolle 42
4.3.3. Bildung 43
4.3.4. Öffentlichkeit 44
4.3.5. Unterhaltung 46
4.3.6. Integration 46
4.3.7. Zusammenfassung 47
4.4. Über die Typologisierung zur Definition 48
4.4.1. Typologisierung von Zeitschriften 48
4.4.2. Typologisierung von Fachzeitschriften 49
4.4.3. Zusammenfassung 51
4.5. Über den Inhalt zur Definition 52
4.6. Über die Struktur des Fachzeitschriftenmarktes zur Definition 54
4.7. Über die Erstellung eines Kriterienkataloges zur Definition 57
4.7.1. Aktualität 57
4.7.2.
Periodizität 59
4.7.3. Kontinuität 60
4.7.4. Popularität 61
4.7.5. Universilität 62
4.7.6. Sprache 63
4.7.7. Gestaltungskriterien 64
4.7.8. Publizität 66
4.7.9. Auflage 67
4.7.10. Zusammenfassung 68
4.8. Rückblick und Anmerkungen zu Kapitel 4 69
5.
Prüfung alternativer Definitionsansätze 70
5.1. Erläuterung des Vorhabens 70
5.2. Erläuterung des Werkzeugs Systemtheorie 70
5.3. Die Fachzeitschrift als System 73
5.3.1. System-immanente Leistungen 73
5.3.2.
System-Leistungen
im Zusammenhang mit anderen
Mediensystemen 76
5.3.3. System-Leistungen im Zusammenhang mit
Nutzer-Systemen 78
5.3.4. System-Leistungen im Zusammenhang mit Nicht-Nutzer-
Systemen 82
5.3.5. System-Leistungen im Zusammenhang mit Systemen
ohne Zuordnung 85
5.4. Zusammenfassung und Erstellung eines Funktionsprofils 88
5.5. Rückblick und Anmerkungen zu Kapitel 5 88
6.
Ergebnisse 91
6.1. Zusammenfassung aller Ergebnisse 91
6.2. Die fertige Definition 92
6.3. Die Zukunft der Fachzeitschrift 93
7.
Fazit 94
Quellenverzeichnis 96
Anhang A 103
Anhang B 126
Die Fachzeitschrift
Kapitel
1
Kapitel 1 Einleitung
Zu Beginn ist es notwendig das Untersuchungsthema ,Fachzeitschrift′ und das
geplante Erkenntnisziel zu erläutern. Dafür wird zunächst kurz ausgeführt, welche
Motivation der vorliegenden Arbeit zugrunde liegt. Außerdem wird der Ablauf der
wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Fachzeitschrift skizziert
und damit ein erster Überblick über den Inhalt der Arbeit geliefert.
Anmerkung zur Zitation: Alle Hervorhebungen von Wörtern innerhalb von Zitaten
stammen ausschließlich von den jeweiligen Verfassern. Direkte Zitate wurden mit
dem Namen des Autors, dem Erscheinungsjahr des genutzten Buches und der
Seitenzahl versehen. Ein ,,siehe" vor diesen Angaben weist auf ein indirektes Zitat
bzw. die sinngemäße Übernahme von Gedanken hin. Mit ,,vgl." gekennzeichnete
Daten sind in ähnlicher Form oder anderem Kontext auch in dem jeweiligen Werk
zu finden, jedoch erfolgt hier keine gesonderte Nennung der Seitenzahl.
1.1. Erläuterung des Themas
Fachzeitschriften sind ein wichtiger Bestandteil des Mediensystems. So
umfangreich der Fachzeitschriftenmarkt in Deutschland ist, so komplex und
dynamisch stellt er sich auch dar, obwohl sich diese Vielfältigkeit keineswegs in
den vorhandenen Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Publizistik- und
Kommunikationswissenschaft widerspiegelt. Zwar ist die Fachzeitschrift ein
vergleichsweise altes Medium, doch taten sich Zeitschriftenforscher und andere
Wissenschaftler bereits von Anfang an schwer in der Ausformulierung einer
belegbaren Definition.
Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, eine eingehende Charakterstudie des
Mediums Fachzeitschrift zu erstellen, ausgehend von dem bisher veröffentlichten
wissenschaftlichen Forschungsmaterial. Dafür werden vorhandene
Definitionsansätze aufgegriffen, diese kritisch hinterfragt und Lücken aufgezeigt.
Am Ende der Ausführungen soll die Fachzeitschrift stark an Transparenz
gewonnen haben, unter anderem was Leserschaft, Positionierung im Markt und
Funktionen angeht. Eine auf Grundlage der erworbenen Kenntnisse erstellte
Definition wird schlussendlich Zeitschriften dem Subsystem Fachzeitschrift
möglichst eindeutig zuordnen bzw. sie aus diesem ausschließen können. Darüber
hinaus soll jedoch, neben der wissenschaftlichen Erfassung von
4
Die Fachzeitschrift
Kapitel
1
Charaktereigenschaften, auch das Wesen der Fachzeitschrift in Deutschland
eingefangen werden, um dem Medium ein einprägsames Gesicht zu geben,
welches bisher nicht existent ist.
1.2. Vorgehensweise
Zunächst ist es notwendig die Quellenlage zu sondieren, zum einen um zu
zeigen, wo die Lücken im vorhandenen wissenschaftlichen Material zum Thema
Fachzeitschrift sind, zum anderen um die Relevanz der jeweils benutzten Quellen
bereits im Vorfeld diskutieren und anschließend einschätzen zu können.
Kapitel 3 liefert das nötige Wissen, um eine feste Ausgangsgrundlage zu
schaffen, von der aus die verschiedenen Seiten der Fachzeitschrift näher
beleuchtet werden. Hierzu werden sowohl die Geschichte der Fachzeitschriften,
als auch die Geschichte der Fachzeitschriftenforschung kurz angerissen. In diesem
Zusammenhang gilt es zudem die Frage zu klären, inwieweit gesellschaftliche
Bedingungen und Ereignisse Auswirkungen auf die vorangegangenen Bereiche
haben können.
Mit Hilfe verschiedener Blickwinkel soll in Kapitel 4 ein detailiertes Charakterbild
der Fachzeitschrift entstehen. Unterschiedliche Definitionsansätze werden
aufgegriffen und das dafür jeweils vorhandene Datenmaterial gesichtet, geprüft
und diskutiert. Zudem soll aufgezeigt werden, wo es Potenzial für weitere
Ausführungen gibt, die bisher nicht oder nicht ausreichend genutzt wurden.
Kapitel 5 geht dann auf konkret daran, die im vorangehenden Kapitel
aufgezeigten Definitionsansätze aus- bzw. weiterzuführen. Dabei sollen
herausgearbeitete Aspekte mit Hilfe einer wissenschaftlichen Hilfstheorie
betrachtet und untersucht werden.
Zum Schluss werden alle gewonnenen Erkenntnisse zusammengeführt und ein
Ausblick auf die Zukunft erstellt.
5
Die Fachzeitschrift
Kapitel 2
Kapitel 2 Überblick über die Quellenlage
Bevor der Einstieg in das Arbeitsthema erfolgen kann, gilt es zunächst die
Quellenlage zu sondieren. Zwar mag dies keine gängige wissenschaftliche
Notwendigkeit sein, jedoch erfordert das Thema eine gesonderte Betrachtung der
benutzten Materialien. Deshalb wird im Folgenden die vorhandene
wissenschaftliche Literatur geprüft. Anschließend sollen weitere Quellen
verschiedenster Art überprüft und beurteilt werden. Zum Schluss erfolgt eine
Einschätzung der gesamten Quellenlage und die Ausführung damit
einhergehender möglicher Auswirkungen auf die Arbeitsergebnisse.
2.1. Überblick über die Literaturlage
Die Literaturauswahl für das Themengebiet Fachzeitschrift ist alles andere als
sättigend. Dies zeigt sich vor allem beim Vergleich mit anderen Sachgebieten der
Medien- und Kommunikationsforschung. Wohlwollend ausgedrückt kann das
Angebot an relevanter Literatur als ,überschaubar′ bezeichnet werden. Dabei
wurde bereits berücksichtigt, dass die meisten Publikationen sich vornehmlich dem
Thema Zeitschrift im Allgemeinen widmen und es scheint oft so, als sei die
Fachzeitschrift ein eher unbedeutendes Anhängsel. Trotzdem werden in dieser
Arbeit Erkenntnisse die Zeitschrift betreffend zur Geltung kommen, weisen doch
die Zeitschrift und die Fachzeitschrift als Subsystem selbiger eine charakteristische
Schnittmenge auf.
Besonders auffällig ist, dass gerade bei aktuelleren Publikationen kaum neue
Erkenntnisse erarbeitet werden. Statt dessen wird oft die zuweilen sehr gute
Literatur älteren Entstehungsdatums bemüht. So kann etwa Ernst H. Lehmann1 als
Pionier auf dem Gebiet der Zeitschriftenforschung gelten, dessen Erkenntnisse,
ebenso wie die von Wilmont Haacke2, von sehr vielen der neueren
Zeitschriftenforscher als Grundlage genutzt werden.
Wer sich jedoch nicht in ein gemachtes Nest setzen will, muss neben der
Lektüre klassischer Zeitschriften-Untersuchungen3 auch in andere
Forschungsbereiche schauen. Fündig kann man vor allem im allgemeinen
1 Lehmann [1936]
2 Haacke [1961 und 1968]
3 etwa von Ubbens [1969] oder Straßner [1997]
6
Die Fachzeitschrift
Kapitel 2
kommunikationswissenschaftlichen Bereich werden, wo mit Standardwerken von
Weischenberg4, Mast5, Noelle-Neumann6 oder Burkhart7 weitreichende Überblicke
über verschiedene journalistische Bereiche erstellt werden, die zwar oft das
gewünschte Thema nur am Rande streifen, jedoch für das Gesamtbild benötigt
werden.
Überraschend vielseitig zeigten sich neben Arbeiten, die sich mit
Marketingstrategien für Fachzeitschriften oder Medien-Evaluation im Allgemeinen
beschäftigten8, auch Publikationen aus dem Bereich der
Wirtschaftswissenschaften9. Überraschenderweise fanden sich hier oft neue
Ansatzpunkte bzw. Definitionsvorschläge, ohne das starre Festkleben an
fachjournalistischen Grundprinzipien. Natürlich muss hierbei ständig im Blick
behalten werden, dass die Intention hinter diesen Arbeiten oft eine andere ist, als
bei denen, die kommunikationstheoretisch orientiert sind. So betrachtet der
Wirtschaft- und Sozialwissenschaftler Albrecht Meidenbauer in seiner
Dissertation10 das Thema Fachzeitschrift mit Konzentration auf deren Auswirkung
marktspezifischer Wirtschaftsleistungen auf die öffentliche Kommunikation. Trotz
allem oder gerade deshalb vermögen die Ansätze aus diesem Fachgebiet frischen
Wind in die Definitionsdiskussion zu bringen.
Einen großen Beitrag zu dieser Diskussion, vor allem bei der Erarbeitung eines
von eben jenen angesprochenen festen Strukturen losgelösten
Definitionsansatzes, können außerdem Systemtheoretiker wie Helmut Wilke11,
Niklas Luhmann12 oder Bernd Blöbaum13 leisten. Die von ihnen vertretenen
systemtheoretischen Denkmodelle lassen sich an vielen Stellen sinnvoll nutzen,
wenn Betrachtungen auf andere Ebenen übertragen oder Zusammenhänge zur
Verdeutlichung aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden sollen.
Es hat sich gezeigt, dass die Beschränkung auf die in direktem Zusammenhang
mit der Fachzeitschrift stehenden Wissenschaftsbereiche nicht ausreichen, um ein
4 Weischenberg [1995 und 1998]
5 Mast [1998]
6 Noelle-Neumann [1999]
7 Burkhart [2002]
8 etwa AFM [1985 und 1994]
9 etwa Schuback [1968] und Böhme [1995]
10 Meidenbauer [1990]
11 Wilke [2000a und 2000b]
12 Luhmann [1981 und 1991]
13 Blöbaum [1994]
7
Die Fachzeitschrift
Kapitel 2
umfassendes Bild des Untersuchungsgegenstandes zu erstellen. Der Ausflug in
scheinbar weniger relevante Bereiche kann hier Abhilfe schaffen und unter
Umständen wichtige neue Denkanstöße bringen.
2.2. Sonstige Quellen und Überprüfung ihrer Brauchbarkeit
Neben gedruckten wissenschaftlichen Büchern gibt es noch eine Vielzahl
anderer Quellen, die im Rahmen einer solchen Arbeit betrachtet werden müssen.
Im folgenden liegt das Augenmerk auf dem Internet, Fachzeitschriften,
Empirischen Studien und Statistiken, deren Verwendbarkeit und Nutzen nach
eingehender Betrachtung beurteilt werden soll. Natürlich gibt es, außer den
genannten, noch weitere Quellen, die bei der wissenschaftlichen Arbeit eine Rolle
spielen können. Als Beispiel seien hier etwa Zeitungen oder diverse Offline-Medien
genannt. Diese wurden zwar ebenfalls betrachtet, spielen jedoch als
Informationsmaterial für die Zielsetzung dieser Arbeit nur eine geringe bzw. gar
keine Rolle und können deshalb vernachlässigt werden.
2.2.1. Internet
Die Rolle, die das Internet für die Charakterisierung des Mediums
Fachzeitschrift spielen kann, lässt sich sehr klar umreißen. Das weltweite Netz ist
voll von Daten zu Fachzeitschriften und Suchmaschinen spucken bei einfachen
Anfragen zehntausende Ergebnislinks aus. Der Schein, dass hier unzählige
Informationen auf den Suchenden warten, trügt jedoch, denn bei genauer
Betrachtung sind im Internet aufgeführte Definitionsangaben für Fachzeitschriften
meist äußerst oberflächlich oder werden nicht durch zugrunde liegende Daten
gestützt. Anbieter wie etwa das Fachzeitschriften-Portal14 implizieren mit ihrem
Namen, dass hier komplette und logisch typologisierte Auflistungen aller
Fachzeitschriften zu finden sind. Woher genau diese Daten jedoch stammen, lässt
sich selten zurückverfolgen. So ist die Auflistung des Fachzeitschriften-Portals
etwa vom Media-Daten Verlag15 übernommen, was der Nutzer des Portals nur
erfährt, wenn er direkt nachfragt. Dieses Beispiel soll nur verdeutlichen, wie
schwierig es ist, die vorhandenen Internet-Quellen in ihrer Glaubwürdigkeit und
Relevanz einzustufen. Autoren lassen sich in der Regel nicht ausmachen; zudem
bleiben viele Aussagen unbegründet und ohne die Möglichkeit zur Nachfrage.
14 www.fachzeitschriften-portal.de
15 www.media-daten.com
8
Die Fachzeitschrift
Kapitel 2
Auf der Homepage des Wissenschaftlichen Instituts für Presseforschung und
Medienberatung16 wird lediglich auf ,fremde′ Ergebnisse und ausgewählte Daten
aus der Fachpressestatistik zurückgegriffen.17 Diese wiederum wird von der
Interessenvertretung der deutschen Fachverlage erstellt18 und erscheint
regelmäßig etwa im August für das vorangegangene Jahr.
Der Verband deutscher Zeitschriftenverleger e.V.19 hält für den Begriff
Fachzeitschrift online eine Definition bereit20, jedoch findet keine wissenschaftliche
Herleitung statt. Ebensowenig unterscheidet sich diese in irgendeinem Punkt von
bereits in gängiger Literatur aufgegriffenen Definitionen.
Die exemplarische Liste könnte noch weitergeführt werden, doch reichen die
genannten Beispiele aus, um die Meinung zu rechtfertigen, dass das Internet als
Informationsquelle für diese Arbeit kaum eine Hilfe anzubieten hat und sich die
Online-Angebote von Verbänden auf der Definitionsebene inhaltlich mit dem
decken, was auch die wissenschaftliche Literatur zu bieten hat, dort jedoch mit
höherer Transparenz und damit Glaubwürdigkeit.
2.2.2. Fachzeitschriften
Es gibt einige Fachzeitschriften, die direkt im Bereich Medien, Kommunikation
oder Journalismus/Journalistik angesiedelt sind. Bekanntestes Beispiel dürfte der
,,Journalist" sein, der sich mit der Medienwelt, den dortigen Arbeitsbedingungen,
Ausbildungsmöglichkeiten und sonstigen zugehörigen Themen befasst. Das
Mediensystem Fachzeitschrift oder auch die allgemeine Beschäftigung mit der
Zeitschrift findet sich in den Themenspiegeln jedoch höchst selten wieder und falls
doch, dann lässt die Art und Weise der Aufbereitung keine Schlüsse zu, die für
diese Arbeit relevant wären. Eines der wenigen Beispiele etwa ist der Artikel ,,Tops
und Flops" 21, der sich jedoch nur damit auseinandersetzt, welche Zeitschriften zu
den Gewinnern oder Verlierern der letzten Saison gezählt werden können. Dabei
spielen Fachzeitschriften keine Rolle und der Erfolgsstatus wird nicht etwa an
Rezipienten-bezogenen Daten festgemacht, sondern an Anzeigeneinnahmen.
16 www.presseforschung.de
17 siehe www.presseforschung.de/struktur/fachpresse.htm
18 www.fachpresse.de
19 www.vdz.de
20 siehe www.vdz.de/pages/custom/default.htm
21 Journalist [1/1995]; S. 34-36
9
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