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Termpaper, 2005, 22 Pages
Author: Torsten Strecke
Subject: Computer Science - Didactics
Details
Tags: IT-Weiterbildungssystem
Year: 2005
Pages: 22
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-01820-3
File size: 404 KB
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Abstract
1 Einleitung Das Besondere in der Computer-, Software- und Telekommunikationsbranche im Vergleich zu anderen Branchen ist, dass das Humankapital der Arbeitnehmer den bedeutendsten Faktor für den Produktionsprozess in diesem Bereich darstellt. Realkapital, technische Ressourcen und Arbeit treten dabei in den Hintergrund. Das bedeutet, dass sich die Arbeitnehmer der IT-Branche regelmäßig Wissen aneignen müssen; somit sind sie zu einem lebenslangen Lernpro-zess (ständiger „work in progress“) verpflichtet. Dieser Prozess findet im Unternehmen statt, insbesondere in der täglichen Projektarbeit, wo häufig ganzheitliche und integrierte Aufgaben zu lösen sind. Damit geht aber auch einher, dass in keiner anderen Sparte die Aktualität des Faktenwissens so schnell verfällt. Da das Wissen der Arbeitnehmer das Kapital der Firmen darstellt, ist es in ihrem Interesse, gerade die innerbetriebliche Weiterbildung zu verstärken, die eine unver-zichtbare Voraussetzung für Organisationsentwicklung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit ist. Dem Wandel hin zu einer Wissensgesellschaft müssen sich diese Arbeitnehmer stellen und dieser Wandel sollte als Chance wahrgenommen werden, um auch in Zukunft „die Gesell-schaft aktiv mitgestalten zu können“ (Bulmahn in bmb+f 2002, S.3). 2 Anlass Die Informations- und Telekommunikationstechnologie (IT) stellt im 21.Jahrhundert eine Schlüsseltechnologie dar und die Wechselbeziehung zu anderen Technologien wird immer enger. Bis 2010 wird ein Wachstum auf 1 Mio. Beschäftigte in der IT-Branche bei gegenwär-tig 800.000 Fachkräften vorausgesagt. 2.1 IT-Fachkräftemangel Ein großes Problem ist, dass bereits seit einigen Jahren ein IT-Fachkräftemangel herrscht, der langfristig das Wirtschaftswachstum bremst. Die Schaffung der IT-Berufe in der dualen Ausbildung ab 1997 war zwar ein erster Schritt, dem Mangel entgegenzuwirken, aber die Zahl der Absolventen und deren Qualifikationen waren nicht ausreichend, sodass im Jahr 1999 etwa 75.000 Arbeitskräfte fehlten. Auch die Hoffnungen der daraufhin angestoßenen Green-Card-Debatte, die ausländische Fachkräfte anwerben sollte, erfüllten sich nur geringfügig: 20.000 Ausländer bewarben sich bisher um eine Arbeitserlaubnis in Deutschland.
Excerpt (computer-generated)
Grundstudium Fachdidaktik der Beruflichen Fachrichtungen
Seminar FD1-02:
Grundlagen der Fachdidaktik Elektrotechnik-Informatik
Ausarbeitung zum Thema:
Das IT-Weiterbildungssystem
Name:
Torsten Streck
e
Studiengang:
Kooperative Lehramtsausbildung für die Sekundarstufe II mit be-
ruflichem Schwerpunkt
Berufliche Fachrichtung:
Elektrotechnik
Unterrichtsfach:
Wirtschaftslehre/Politik
Wintersemester 2004/05
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung 3
2
Anlass 3
2.1
IT-Fachkräftemangel 3
2.2
Vorhandene Weiterbildungsangebote 4
3
Erste Überlegungen 4
3.1
Beteiligte Partner 4
3.2
Zielgruppen 5
3.3
Arbeitsprozessorientierte Weiterbildung 5
3.4
Äquivalenz Betriebliche Weiterbildung Hochschulleistungen 5
4
Konzept 6
4.1
IT-Spezialisten 6
4.1.1
Veranschaulichung eines Referenzprozesses im Spezialistenprofil ,,IT Systems
Technician" 8
4.2
Operative Professionals 11
4.3
Strategische Professionals 12
5
Evaluation 12
6
Fazit 14
7
Quellen 16
8
Anlagen 17
8.1
Ereignis-Prozessketten 17
8.1.1
Schaubild 1 17
8.1.2
Erläuterung der Komponenten der Ereignis-Prozessketten 17
8.2
Schaubild 2 19
8.3
Schaubild 3 20
8.4
Schaubild 4 21
2
1 Einleitung
Das Besondere in der Computer-, Software- und Telekommunikationsbranche im Vergleich
zu anderen Branchen ist, dass das Humankapital der Arbeitnehmer den bedeutendsten Faktor
für den Produktionsprozess in diesem Bereich darstellt. Realkapital, technische Ressourcen
und Arbeit treten dabei in den Hintergrund. Das bedeutet, dass sich die Arbeitnehmer der IT-
Branche regelmäßig Wissen aneignen müssen; somit sind sie zu einem lebenslangen Lernpro-
zess (ständiger ,,work in progress") verpflichtet. Dieser Prozess findet im Unternehmen statt,
insbesondere in der täglichen Projektarbeit, wo häufig ganzheitliche und integrierte Aufgaben
zu lösen sind.
Damit geht aber auch einher, dass in keiner anderen Sparte die Aktualität des Faktenwissens
so schnell verfällt. Da das Wissen der Arbeitnehmer das Kapital der Firmen darstellt, ist es in
ihrem Interesse, gerade die innerbetriebliche Weiterbildung zu verstärken, die eine unver-
zichtbare Voraussetzung für Organisationsentwicklung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit
ist.
Dem Wandel hin zu einer Wissensgesellschaft müssen sich diese Arbeitnehmer stellen und
dieser Wandel sollte als Chance wahrgenommen werden, um auch in Zukunft ,,die Gesell-
schaft aktiv mitgestalten zu können" (Bulmahn in bmb+f 2002, S.3).
2 Anlass
Die Informations- und Telekommunikationstechnologie (IT) stellt im 21.Jahrhundert eine
Schlüsseltechnologie dar und die Wechselbeziehung zu anderen Technologien wird immer
enger. Bis 2010 wird ein Wachstum auf 1 Mio. Beschäftigte in der IT-Branche bei gegenwär-
tig 800.000 Fachkräften vorausgesagt.
2.1 IT-Fachkräftemangel
Ein großes Problem ist, dass bereits seit einigen Jahren ein IT-Fachkräftemangel herrscht, der
langfristig das Wirtschaftswachstum bremst.
Die Schaffung der IT-Berufe in der dualen Ausbildung ab 1997 war zwar ein erster Schritt,
dem Mangel entgegenzuwirken, aber die Zahl der Absolventen und deren Qualifikationen
waren nicht ausreichend, sodass im Jahr 1999 etwa 75.000 Arbeitskräfte fehlten. Auch die
Hoffnungen der daraufhin angestoßenen Green-Card-Debatte, die ausländische Fachkräfte
anwerben sollte, erfüllten sich nur geringfügig: 20.000 Ausländer bewarben sich bisher um
eine Arbeitserlaubnis in Deutschland.
3
2.2 Vorhandene Weiterbildungsangebote
Ein weiteres Problem ist, dass hiesige Arbeitskräfte regelmäßig Schulungen, Seminare oder
Fortbildungen besuchen, jedoch ist das Feld mit ca. 300 Abschlüssen (wie MCSE1, CNA2)
sehr unübersichtlich. Hinter identischen Bezeichnungen verbergen sich oft unterschiedliche
Profile und Prüfungsinhalte. Das behindert nicht nur Firmen bei Neueinstellungen, da keine
Transparenz gegeben ist, sondern es kann auch passieren, dass sich die Chancen von Qualifi-
kanten auf dem Arbeitsmarkt trotz Mühen und finanziellen Einsatzes nicht verbessern (vgl.
Borch/Weißmann 2002, S.11). Weitere Nachteile, die sich ergeben können, sind: Mangelnde
Praxisnähe, ungeeignetes Umfeld oder fehlende Unterstützung beim Transfer des erlernten
Wissens in den Arbeitsalltag. Es muss also das heterogene Feld der Fortbildungen strukturiert
werden.
3 Erste Überlegungen
3.1 Beteiligte Partner
Ein Lösungsweg zur Behebung der fehlenden Transparenz und zur Erreichung einer neuen
Qualität innerhalb der betrieblichen Weiterbildung war die Schaffung eines IT-
Weiterbildungssystems mit Niveau die so genannte ,,IT-Qualifizierungsoffensive". Daran
beteiligt waren auf Arbeitgeberseite der
Berufsverband Informationswirtschaft, Telekommuni-
kation und neue Medien (BITKOM)
, der
Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindust-
rie (ZVEI)
, auf Arbeitnehmerseite die Gewerkschaften
IG Metall
und
ver.di
3, sowie auf Seiten
der Bundesregierung das
Bundesbildungs- und -wirtschaftsministerium
.
Die Entwicklungsarbeit nahm im Jahr 1999 ihren Anfang. Etwa 50 Experten aus der betriebli-
chen Praxis und Bildungsarbeit wurden in das Arbeitsgremium der Sozialpartner und des
Bundes aufgenommen, um Leistungsanforderungen für die IT-Weiterbildung zu definieren.
Dazu mussten Marktstudien und Stellenanzeigen von IT-Unternehmen unter den verschärften
Bedingungen eines dynamisch wandelnden Arbeitsmarktes ausgewertet werden.
Im weiteren Verlauf werden bedeutende Entwicklungsschritte erläutert (Vorstellungen über
Zielgruppen, Bestimmung der arbeitsprozessorientierten Weiterbildung und die Verknüpfung
von Hochschulleistungen und betrieblicher Weiterbildung).
1
MCSE
: Microsoft Certified System Engineer
2
CNA
: Certified Novell Administrator
3 Die beteiligten Verbände und Gewerkschaften auf Arbeitgeber- bzw. Arbeitnehmerseite werden nachfolgend
als Gruppe der Sozialpartner zusammengefasst.
4
3.2 Zielgruppen
Von Anfang an stand fest, dass mit der Errichtung der neuen IT-Berufe ein durchdachtes
Konzept für die berufsbegleitende Weiterqualifizierung folgen musste, damit die Ausbildung
nicht in einer betrieblichen Sackgasse mündet. Gegenwärtig schließen jährlich rund 20.000
Menschen eine IT-Ausbildung ab. Doch nicht nur für diese Absolventen sollte die Weiterbil-
dung gedacht sein, sondern auch für andere Berufsgruppen: Berufserfahrene, wie z.B. Quer-
einsteiger mit oder ohne Hochschulabschluss, Studienabbrecher, arbeitslose Absolventen der
IT-Ausbildung oder Frauen, die aufgrund einer Babypause mehrere Jahre den Job nicht aus-
üben konnten.
3.3 Arbeitsprozessorientierte Weiterbildung
Wie bereits oben hervorgehoben, schicken Unternehmen ihre Mitarbeiter zu Weiterbildungs-
veranstaltungen und häufig lassen sich die gelernten Inhalte nicht in den Arbeitsprozess ein-
bringen. Für die betriebliche IT-Weiterbildung hingegen ging es um die geschickte Verzah-
nung von Erfahrungsschatz und Lernstoff. Das Ziel lautete, am Arbeitsplatz und im Arbeits-
prozess zu lernen. Diese Methode erhielt den Namen APO arbeitsprozessorientierte Weiter-
bildung. Mit der Federführung für die Umsetzung der APO wurde das Fraundorfer Institut für
Software- und Systemtechnik (ISST) beauftragt, um einen Qualitätsstandard zu entwickeln4.
Dazu wurden typische Ereignisprozessketten analysiert und daraus eine Schablone entworfen
der so genannte Referenzprozess , die sich auf Projektaufträge anwenden und in Arbeits-
schritte differenzieren lässt (ersichtlich im Schaubild unter Abschnitt 8.1.1). Zu jedem Vor-
gang lassen sich Lerninhalte zuordnen und die beruflichen Handlungskompetenzen ermitteln,
die der Qualifikant am Ende beherrschen sollte (Eine genauere Beschreibung findet sich im
Abschnitt 8.1.2 wieder.). Das selbsttätige Lernen findet aber nicht autonom statt, sondern in-
tegriert in einem Team. Jedem Prüfling werden Lernbegleiter zur Seite gestellt mit der Ab-
sicht, das Projekt regelmäßig reflektieren und gegebenenfalls anpassen zu können.
3.4 Äquivalenz Betriebliche Weiterbildung Hochschulleistungen
Die Sozialpartner verständigten sich darauf, ein Gleichgewicht zwischen beruflichen Weiter-
bildungsabschlüssen und Hochschulabschlüssen herzustellen. Lern- und Prüfungsleistungen
aus der IT-Weiterbildung sollten mittels eines Leistungspunktesystems (Credit Points) ähnlich
dem European Credit Transfer System (ECTS), das bereits im Hochschulbereich in Deutsch-
4 Ergebnisse einsehbar unter www.apo-it.de
5
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