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Zwischen Freundschaft und Hass - Fußball-Derbys und Fanfreundschaften

Subtitle: An den Beispielen Borussia Dortmund, Schalke 04 und 1. FC Nürnberg

Scholary Paper (Seminar), 2007, 20 Pages
Author: Stefanie Zwaagstra
Subject: History - Miscellaneous

Details

Event: Geschichte der Populärkultur in Deutschland 1920 bis 1990
Institution/College: University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Tags: Zwischen, Freundschaft, Hass, Fußball-Derbys, Fanfreundschaften, Geschichte, Populärkultur, Deutschland
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 20
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 22  Entries
Language: German
Archive No.: V86423
ISBN (E-book): 978-3-638-02093-0

File size: 307 KB

Abstract

(...) Im totalen Gegensatz zu der Rivalität zwischen diversen Vereinen stehen Fanfreundschaften. Wie kommt es zu der Zusammenarbeit zweier Vereine? Wie loyal sind Verein und Fans gegenüber der befreundeten Stadt? Diese Fragen werde ich versuchen in dieser Arbeit zu beantworten. Ich habe, um diese beiden Themengebiete zu verdeutlichen, die Vereine FC Schalke 04, Borussia Dortmund und den 1. FC Nürnberg ausgewählt, da die beiden Ruhrgebiets-Vereine eine gewisse regionale Nähe bieten. Den 1. FC Nürnberg mit hinzuzuziehen bot sich daher an, da eine Fanfreundschaft zwischen Nürnberg und Gelsenkirchen besteht. Ich zeige zunächst zusammengefasst die Geschichte der einzelnen Vereine auf, um einen allgemeinen Überblick zu geben. Im darauf folgenden Kapitel gehe ich näher auf die einzelnen Fangruppen ein, wodurch sie sich auszeichnen und welche Gruppierungen es gibt. Anschließend behandele ich ausführlich die oben erwähnten Themen Fanfreundschaft und Derbys, die den Schwerpunkt dieser Arbeit darstellen. Nach einer kurzen, allgemeinen Darstellung werde ich diese anhand der erwähnten Beispiele konkretisieren und ausführen. Es folgen ein Ausblick und ein Fazit am Ende dieser Arbeit. Die Quellenlage zu allen hier behandelten Themen war insgesamt befriedigend. Gerade zu den einzelnen, von mir ausgewählten Vereinen, war die Literatur ausreichend und behandelt neben der Vereinsgeschichte auch die Fankultur der einzelnen Clubs. Schwierig gestaltete sich die Literatursuche zum Thema „Fanfreundschaften“. Jedoch konnte ich auch hier eine gute wissenschaftliche Arbeit finden, die mir für einen allgemeinen Überblick durchaus hilfreich war. Für die Vereine speziell haben mir die Internetseiten der drei Clubs sehr weitergeholfen. So konnte ich, zum einen durch wissenschaftliche Arbeiten, aber auch durch einige gute Internetquellen einen guten Überblick über die von mir ausgewählten Themen bekommen. Um im Folgenden die Geschichte des Revierderbys Dortmund gegen Schalke und der Fanfreundschaft zwischen Schalke und Nürnberg ausführen zu können, werde ich nun kurz die Geschichte der drei Vereine darstellen, um die Umstände deutlich zu machen, die zum einen zu der Brisanz des Revierderbys und zum anderen dem Phänomen Fanfreundschaft führen.


Excerpt (computer-generated)

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf


Sommersemester 2007

Proseminar: Geschichte der Populärkultur in Deutschland 1920 bis 1990

Zwischen Freundschaft und Hass

Fußball-Derbys und Fanfreundschaften an den Beispielen Borussia Dortmund,

Schalke 04 und 1. FC Nürnberg

Stefanie Zwaagstra

Studiengang: B.A. Germanistik (KF) / Geschichte (EF)

Ergänzungsfach

4. Fachsemester


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 3

1. Vereinsgeschichte 4

1.1.Ballspiel-Verein Borussia Dortmund 09 4

1.2. Fußball ­ Club Schalke 04 6

1.3. Fußball-Club Nürnberg 7

2. Fußballfans 8

3. Zwischen Freundschaft und Hass 10

3.1. Klassiker Revierderby: Dortmund gegen Schalke 11

3.2. Ruhrpott und Franken: Fanfreundschaft Schalke ­ Nürnberg 14

4. Ausblick und Fazit 15

5. Quellen- und Literaturverzeichnis 18

2


Einleitung

Es ist der 7. September 1963, der dritte Spieltag der ersten Bundesliga Saison1. Doch viel

mehr ist es der Tag des ersten Revier-Derbys zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia

Dortmund2.

Auch heute noch ist die Stimmung ,,auf Schalke" oder in Dortmund hochgradig explosiv,

wenn Königsblau auf Schwarz-Gelb trifft; doch warum ist das so? Was steckt hinter dieser

Abneigung? Was macht Derbys so brisant?

Im totalen Gegensatz zu der Rivalität zwischen diversen Vereinen stehen Fanfreundschaften.

Wie kommt es zu der Zusammenarbeit zweier Vereine? Wie loyal sind Verein und Fans

gegenüber der befreundeten Stadt?

Diese Fragen werde ich versuchen in dieser Arbeit zu beantworten. Ich habe, um diese beiden

Themengebiete zu verdeutlichen, die Vereine FC Schalke 04, Borussia Dortmund und den 1.

FC Nürnberg ausgewählt, da die beiden Ruhrgebiets-Vereine eine gewisse regionale Nähe

bieten. Den 1. FC Nürnberg mit hinzuzuziehen bot sich daher an, da eine Fanfreundschaft

zwischen Nürnberg und Gelsenkirchen besteht.

Ich zeige zunächst zusammengefasst die Geschichte der einzelnen Vereine auf, um einen

allgemeinen Überblick zu geben.

Im darauf folgenden Kapitel gehe ich näher auf die einzelnen Fangruppen ein, wodurch sie

sich auszeichnen und welche Gruppierungen es gibt.

Anschließend behandele ich ausführlich die oben erwähnten Themen Fanfreundschaft und

Derbys, die den Schwerpunkt dieser Arbeit darstellen. Nach einer kurzen, allgemeinen

Darstellung werde ich diese anhand der erwähnten Beispiele konkretisieren und ausführen.

Es folgen ein Ausblick und ein Fazit am Ende dieser Arbeit.

Die Quellenlage zu allen hier behandelten Themen war insgesamt befriedigend. Gerade zu

den einzelnen, von mir ausgewählten Vereinen, war die Literatur ausreichend und behandelt

neben der Vereinsgeschichte auch die Fankultur der einzelnen Clubs. Schwierig gestaltete

sich die Literatursuche zum Thema ,,Fanfreundschaften". Jedoch konnte ich auch hier eine

gute wissenschaftliche Arbeit finden, die mir für einen allgemeinen Überblick durchaus

hilfreich war. Für die Vereine speziell haben mir die Internetseiten der drei Clubs sehr

weitergeholfen.

1 Vgl.: Spieltagübersicht - Bundesliga Saison 1963/64, 3. Spieltag. Auf:

Bundesliga, offizielle Website.

URL:

<http://www.bundesliga.de/de/statistik/spieltag/index.php?&competition=22&season=45&matchday=1> [Stand: 21.06.2007].

2 Diese Angabe berücksichtigt nur die Geschichte der Bundesliga, nicht die der Deutschen Fußballmeisterschaft


So konnte ich, zum einen durch wissenschaftliche Arbeiten, aber auch durch einige gute

Internetquellen einen guten Überblick über die von mir ausgewählten Themen bekommen.

1. Vereinsgeschichte

Um im Folgenden die Geschichte des Revierderbys Dortmund gegen Schalke und der

Fanfreundschaft zwischen Schalke und Nürnberg ausführen zu können, werde ich nun kurz

die Geschichte der drei Vereine darstellen, um die Umstände deutlich zu machen, die zum

einen zu der Brisanz des Revierderbys und zum anderen dem Phänomen Fanfreundschaft

führen.

1.1. Ballspiel-Verein Borussia Dortmund 093

Der Ballspiel-Verein Borussia, kurz BVB Dortmund 09 wurde am 20. Dezember 1909

gegründet. Er entstand aus der Fußballmannschaft des Jünglingsvereins der

Dreifaltigkeitsgemeinde. Namen wie ,,Borussia" (lat. für ,,Preußen") zeigten die

Verbundenheit zu der Region oder demonstrierten gar die nationale Zugehörigkeit und waren

Anfang des 20. Jahrhunderts weit verbreitet. Allerdings ist die Namensgebung beim BVB

Dortmund eher einem Zufall zuzuschreiben, da der Vorsitzende Franz Jacobi während der

Überlegung, wie sich der Verein nennen sollte, ein Schild der Brauerei ,,Borussia" entdeckte

und da es keine besseren Vorschläge gab, nahm man diesen Vorschlag an.

1910 wurde der BVB in den Westdeutschen Spielverband aufgenommen und erhielt die

Zulassung zum offiziellen Spielbetrieb zur Saison 1911/12. Durch eine Fusion mit

,,Rhenania", ,,Britannia" und ,,Deutsche Flagge Dortmund" kam es 1912/13 zu einem

unglaublichen Mitgliedschaftsanstieg.

1919 wurde die Borussia ins amtliche Vereinsregister eingetragen und gelangte so zu

Rechtsfähigkeit, wodurch es möglich wurde, die Spielstätte ,,Weiße Wiese" auszubauen.

Bei der Ligaerweiterung in der Saison 1919/20 war die Borussia nicht dabei und spielte so

zunächst zweitklassig.

1926 gelang ihnen zwar der Aufstieg in die 1. Bezirksklasse, allerdings stiegen sie in der

folgenden Saison direkt wieder ab. Von Mitte der 20er Jahre bis zur Saison 1935/36 verlor der

Dortmunder Fußball an Bedeutung, da andere Vereine aus dem Ruhrgebiet besser waren, so

zum Beispiel Schwarz-Weiß Essen oder Schalke 04.

3 Dieses Kapitel bezieht sich komplett auf: Dietrich Schulze-Marmeling; Werner Steffen (Hgg.):

Die Geschichte von Borussia Dortmund.

Göttingen, Die Werkstatt, 2002.

4


Doch mit dem Aufstieg in die Gauliga Westfalen in der Saison 1935/36 und der erstmaligen

Verpflichtung eines Trainers 1935 erlebte der BVB eine Professionalisierung und spielte sich

wieder zum besten Dortmunder Verein.

Von 1936 bis 1972 blieb die Borussia erstklassig. Zwar wären sie in der Saison 1939/40

abgestiegen, konnten aber in der ersten Liga bleiben, da diese von zehn auf zwölf Vereine

aufgestockt wurde.

1950 machten die Spieler in positiver Weise von sich reden, als sie die ,,Liste zur Ächtung der

Atomwaffe" unterzeichneten.

1955/56 wird der BVB erstmals Deutscher Meister und bekräftigt damit das Bild der

Spitzenmannschaft, die sie nach dem Zweiten Weltkrieg geworden war.

Auch bei der Bundesliga-Gründung 1963/64 war die Borussia dabei. Bis dahin hatten sie zwei

Mal die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft gewonnen und waren, durch das Erreichen

des Halbfinales des Europapokals, auch international ein Begriff.

Bis zum Abstieg nach der Saison 1971/72 konnte die Borussia 1964/65 den DFB-Pokal für

sich entscheiden und 1965/66 den UEFA-Pokal gewinnen, womit sie aus dem Schatten des

ewigen Konkurrenten Schalke 04 heraus treten konnten. Allerdings war dies bis 1982 der

letzte europäische Auftritt der Borussia.

Kurz vor dem Wiederaufstieg in die 1. Liga zur Saison 1976/77 stand der Verein 1974/75

kurz vor dem Konkurs, da die Vereinsführung trotz Regionalliga gewirtschaftet hatte, als

wären sie noch erstklassig. Es gründete sich die ,,Interessensgemeinschaft BVB-Fans", die

Mitglieder warben, Spenden sammelten und sich sozial engagierten. Auf diese Gruppierung

ist der Ruf der BVB-Fans als beste Fans der Liga zurückzuführen.

Nach diesem Tief gehörte der Verein 1976/77 wieder zu den reichsten Vereinen der Liga,

allerdings nur bis 1984/85, als er mit 4,3 Mio. DM den höchsten Schuldenberg der

Vereinsgeschichte aufwies. Es drohte der Lizenzentzug, was einen Abstieg in die

Amateuroberliga zur Folge gehabt hätte, allerdings konnte sich der Verein retten, da Spieler

auf Prämien verzichteten, Firmen, vornehmlich Brauereien, dem Verein aushalfen und die

Stadt Dortmund auf die Stadionmiete verzichtete.

Von da an ging es für den BVB wieder bergauf und der Verein zählt bis heute zu den Top-

Mannschaften, nicht nur im Ruhrgebiet. Neben einem weiteren DFB-Pokal Sieg (1988/89)

und drei Meisterschaften (1994/95, 1995/96 und 2001/02) konnte der BVB in der Saison

1996/97 auch die Champions League für sich entscheiden.

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