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Die Klassische Gitarre und ihre Mikrofonierung

Diploma Thesis, 2007, 58 Pages
Author: Emanuel Werbik
Subject: Audio Engineering

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2007
Pages: 58
Grade: 1,1
Bibliography: ~ 34  Entries
Language: German
Archive No.: V86464
ISBN (E-book): 978-3-638-00375-9
ISBN (Book): 978-3-638-91144-3
File size: 1009 KB
Notes :
Kommentar des Dozenten: "Mit dieser Ausarbeitung liegt ein umfassendes Werk vor, welches alle wichtigen Aspekte und Gedankengänge hinsichtlich einer kompletten Einführung zum Thema bereitstellt."


Abstract

Die Gitarre gilt heute als eines der verbreitetsten Instrumente und findet in nahezu allen Stilrichtungen Verwendung. Gerade durch diese Vielfältigkeit gelingt es der Gitarre nahe zu jeden Typus Spieler zu bedienen und mit den verschiedenen Unterarten von akustischen und elektronischen Gitarrenmodellen auch klanglich ein so breites Feld abzudecken, dass kaum ein Wunsch offen bleibt. Durch den revolutionären technischen Fortschritt und die Entwicklung von Massenkommunikationsmedien wie Radio, Fernsehen und Internet wurde die Gitarre immer populärer, wurde sogar zum Instrument einer Jugendbewegung. Zudem war (und ist) die Gitarre mit einem Preis am unteren Ende der Skala von knapp € 100 für fast jeden erschwinglich. Sie kann überall hin mitgenommen werden, spielerische Erfolge, wenn auch auf niedrigem Niveau, stellen sich rasch ein. Musiker haben die Möglichkeit Konzerte überall auf der Welt zu veranstalten und erreichen schnell eine so große Anzahl von Zuhörern, wie es früher niemals der Fall gewesen wäre. All diese Gründe trugen dazu bei, dass die Gitarre Einzug in viele Haushalte fand, doch durch diese Vielzahl von Eindrücken ist es unvermeidlich, dass sich heutzutage jeder einzelne Mensch klanglich etwas anderes vorstellt wenn er an eine Gitarre oder an Gitarrenmusik denkt. Und nur wenige werden noch das traditionelle Bild der Gitarre im Kopf haben, dass klassische Instrument, welches durch viele spanische Einflüsse geprägt ist. Und die Flut der Begeisterung die mit Ándres Segovia einkehrte scheint schon längst wieder vergangen zu sein. Da auch die Mehrzahl der tontechnischen Produktionen ein anderes Gitarrenklischee bedient und man im tontechnischen Alltag in Deutschland immer weniger mit klassischen Gitarristen zu tun hat, möchte ich mich mit dieser vernachlässigten Sparte befassen, um vielleicht bessere Ergebnisse bei Tonaufnahmen einer Konzertgitarre zu erzielen. Diese Diplomarbeit beschäftigt sich also mit der Klassischen Gitarre und dem klassischen Gitarristen und versucht die Feinheiten des Instruments und seines Spiels näher zu beschreiben, um dem Tontechniker Kenntnisse zu vermitteln, welche ihm dabei helfen sollen, sich in den Virtuosen hineinzuversetzen, besser mit eventuellen Problemen umgehen zu können, das Spiel des Gitarristen zu durchschauen um das Instrument als solches in all seiner Klangschönheit aufnehmen zu können. Des Weiteren sollen die qualitativen Unterschiede der Gitarren deutlich gemacht werden.


Excerpt (computer-generated)

Diplomarbeit

Die Klassische Gitarre und ihre Mikrofonierung

Emanuel Werbik
Kurs AEDS 606

SAE Institute Leipzig
Abgabetermin: 22.10.2007

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 3

2. Die Klassische Gitarre ... 5

2.1 Die historische Entwicklung der Klassischen Gitarre ... 5

2.2 Die Klassische Gitarre heute ... 6

2.3 Anatomie der Klassischen Gitarre – Funktion und Materialien ... 7
2.3.1 Der Kopf ... 10
2.3.2 Der Hals ... 12
2.3.3 Der Korpu ... 14
2.3.4 Die Saiten ... 18
2.3.5 Der Lack ... 20

3. Akustik der Gitarre ... 21

3.1 Funktionsweise ... 21
3.2 Klangentwicklung ... 25

4. Tonhölzer ... 26

5. Probleme bei der Intonation ... 29

6. Mikrofonierung der Klassischen Gitarre ... 33

6.1 Überlegungen im Vorfeld der Aufnahme ... 33
6.1.1 Das Instrument ... 33
6.1.2 Der Raum ... 34
6.1.3 Der Musiker ... 35
6.1.4 Die Wahl des Mikrofons ... 36

6.2 Gängige Arten der Mikrofonierung von Klassischen Gitarren ... 37
6.2.1 Die Multimikrofonierung ... 37
6.2.2 Stereofonieverfahren ... 41

7. Praktische Beispiele einer Mikrofonierung ... 43

7.1 Versuchsablauf ... 43
7.2 Auswertungen der Hörbeispiele ... 46
7.3 Gedanken zur Mikrofonierung und weitere Ansätze ... 47

8. Schlussbetrachtung ... 49

9. Quellenverzeichnis ... 53

 

 

1. Einleitung

Die Gitarre gilt heute als eines der verbreitetsten Instrumente und findet in nahezu allen Stilrichtungen Verwendung. Egal ob Pop, Rock oder Folk – sie spielt immer eine wichtige Rolle. Gerade durch diese Vielfältigkeit gelingt es der Gitarre nahe zu jeden Typus Spieler zu bedienen und mit den verschiedenen Unterarten von akustischen und elektronischen Gitarrenmodellen auch klanglich ein so breites Feld abzudecken, dass kaum ein Wunsch offen bleibt.

Durch den revolutionären technischen Fortschritt und die Entwicklung von Massenkommunikationsmedien wie Radio, Fernsehen und Internet wurde die Gitarre immer populärer, wurde sogar zum Instrument einer Jugendbewegung. Zudem war (und ist) die Gitarre mit einem Preis am unteren Ende der Skala von knapp € 100 für fast jeden erschwinglich. Sie kann überall hin mitgenommen werden, spielerische Erfolge, wenn auch auf niedrigem Niveau, stellen sich rasch ein.

Musiker haben die Möglichkeit Konzerte überall auf der Welt zu veranstalten und erreichen schnell eine so große Anzahl von Zuhörern, wie es früher niemals der Fall gewesen wäre.

All diese Gründe trugen dazu bei, dass die Gitarre Einzug in viele Haushalte fand, doch durch diese Vielzahl von Eindrücken ist es unvermeidlich, dass sich heutzutage jeder einzelne Mensch klanglich etwas anderes vorstellt wenn er an eine Gitarre oder an Gitarrenmusik denkt. Und nur wenige werden noch das traditionelle, ursprüngliche Bild der Gitarre im Kopf haben, dass klassische Instrument, welches durch viele spanische Einflüsse geprägt ist: Das Kunstinstrument, welches ein intensives und langwieriges Studium verlangt, um auf hohem Niveau gespielt zu werden.

Kaum einer denkt bei Gitarrenmusik heute noch an die ernste Musik von berühmten Komponisten wie Mauro Guilani, Fernando Sor oder Francisco Tarrega. Und die Flut der Begeisterung die mit Ándres Segovia einkehrte scheint schon längst wieder vergangen zu sein.

Da auch die Mehrzahl der tontechnischen Produktionen ein anderes Gitarrenklischee bedient und man im tontechnischen Alltag in Deutschland immer weniger mit klassischen Gitarristen zu tun hat, möchte ich mich mit dieser vernachlässigten Sparte befassen, um vielleicht bessere Ergebnisse bei Tonaufnahmen einer Konzertgitarre zu erzielen.

Diese Diplomarbeit beschäftigt sich also mit der Klassischen Gitarre und dem klassischen Gitarristen und versucht die Feinheiten des Instruments und seines Spiels näher zu beschreiben, um dem Tontechniker Kenntnisse zu vermitteln, welche ihm dabei helfen sollen, sich in den Virtuosen hineinzuversetzen, besser mit eventuellen Problemen umgehen zu können, das Spiel des Gitarristen zu durchschauen um das Instrument als solches in all seiner Klangschönheit aufnehmen zu können. Des Weiteren sollen die qualitativen Unterschiede der Gitarren deutlich gemacht werden, um gegebenenfalls eine „schlechte“ Gitarre gegen eine hervorragende austauschen zu können ([4]).

2. Die Klassische Gitarre

Die Gitarre gehört zu der Familie der Kastenhalslauten und ist hinsichtlich der Tonerzeugung ein Saiteninstrument (cordophon), hinsichtlich der Spieltechnik ein Zupfinstrument ([6], [18]).

Die Klassische Gitarre (Konzertgitarre) wird häufig auch Spanische Gitarre oder auch Nylonsaitengitarre genannt. Sie ist jedoch nicht mit einer Flamenco-Gitarre zu verwechseln, welche Unterschiede in Klang und Bauart aufweist. Auch hat sie nichts mit anderen akustischen Gitarren gemeinsam, wie zum Beispiel der Westerngitarre.

2.1 Die historische Entwicklung der Gitarre

Die Ursprünge der Gitarre sind bis heute bei vielen Historikern umstritten und ihre Geschichte bietet reichlichen Diskussionsstoff. Man nimmt an, dass die Gitarre, wie wir sie heute kennen, zurück bis in die Renaissancezeit geht. Ihr tatsächlicher Ursprung könnte allerdings einige Jahrtausende zurückliegen, lange vor der christlichen Zeitrechnung. So hat man beispielsweise babylonische Tontafeln aus dem Jahre 1900 v. Ch. gefunden, die Musiker mit Instrumenten zeigen, die der heutigen Gitarre ähneln. Die direkten Vorfahren der Gitarre kamen wohl aus dem arabisch-persischen Raum mit der islamischen Kultur, die über die Mauren ihren Einzug in Spanien fand, wo sie letztendlich zu dem weiterentwickelt wurde, was wir heute unter einer modernen Klassischen Gitarre verstehen ([1]).
Den größten Beitrag dazu leistete Antonio de Torres (1817-1892), ein spanischer Gitarrenbauer aus Almería. Er modernisierte und etablierte die Form des Gitarrenkorpus, erfand den modernen Steg und konstruierte seine Gitarrendecken mit einer neuartigen Fächerverleistung. Seine Gitarren wurden sehr begehrt, da sie einen deutlich lauteren Ton hervor brachten und sich so in einer Gruppe mit anderen Instrumenten und Gesang durchsetzen konnten. Die Torres-Gitarre ist bis heute die Grundlage einer jeden Klassischen Konzertgitarre geblieben ([25]).

[...]


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