Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Die Nouvelle Vague - Eine Filmrevolution close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Die Nouvelle Vague - Eine Filmrevolution

Subtitle: Erläuterungen anhand Truffauts 'Jules et Jim'

Termpaper, 2007, 18 Pages
Author: Till Julian Nesta Wörfel
Subject: Romance Languages - French Literature

Details

Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 18
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 17  Entries
Language: German
Archive No.: V86546
ISBN (E-book): 978-3-638-02124-1
ISBN (Book): 978-3-638-92331-6
File size: 260 KB

Abstract

Es war nicht nur eine neue Generation, ein neuer Stil, eine neue Art Filme zu machen, es war vor allem eine ganz neue Idee, mit einer neuen Kinoideologie, die sich Anfang der sechziger Jahre in Frankreich durchsetzte. Diese neue Bewegung und dieser radikale Schnitt des bisherigen französischen Kinos, wird als Nouvelle Vague bezeichnet. Die Arbeit zeigt, dass Film nicht immer ausschließlich in das wissenschaftliche Ressort der Film- und der Kulturwissenschaft, sondern durchaus auch in das der Literaturwissenschaften gehört.


Excerpt (computer-generated)

Universität Potsdam

Institut für Romanistik

stellvertretend für Université Toulouse II Le Mirail

Die Nouvelle Vague -

Eine Filmrevolution

Erläuterungen anhand Truffauts

Jules et Jim

Eine wissenschaftliche Arbeit im Studiengang Französische Philologie

von Till Wörfel


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

S. 3

2. Von Hollywood nach Europa

S. 4

2.1 Die Nouvelle Vague

S. 5

2.2 Politique des auteurs

S. 6

2.3 Die Methode Truffaut

S. 7

3. Elemente der Nouvelle Vague in Truffauts

Jules et Jim

S. 9

3.1 Genre, Roman, Epos

S. 10

3.2 Filmsprache und ästhetische Mittel

S. 12

3.3 Sequenzanalyse

S. 13

4. Schlussbemerkungen

S. 16

5. Bibliographie

S. 17

5.1 Filmographie

S. 17

2/17


1. Einleitung

Ende der fünfziger Jahre war Frankreich durch die Ablösung der IV. Republik, nach

Entkolonialisierungsprozess, Indochinakrieg und unmittelbar vor Ende des Algerienkriegs ein

politisch umstrittenes und dennoch wirtschaftlich florierendes Land. Die Wurzeln hierfür liegen im

Jahr 1959, in welchem Frankreich seinen Platz in der Welt veränderte. Das französische

Kolonialreich war größtenteils verloren bzw. der Entkolonialisierungsweg Afrikas geebnet. Zudem

stellte sich erstmals seit dem Krieg ein Konsumbedürfnis in der Gesellschaft ein.

Auch die Kunst sollte sich ändern: Das von Camus und Sartre intellektuell geprägte Frankreich sah

sich einer völlig neuen, bald über Frankreich hinaus die ganze Welt beeinflussenden Bewegung

gegenüber. Auf dem

Festival de Cannes

wird 1959 Fra

n ois Truffauts ,,

Les quatre cents coups

"

vorgestellt. Dieser Film gilt in der Filmgeschichte als Beginn einer neuen Epoche, einer neuen

Denkweise des französischen Films, die über die Landesgrenzen hinaus schon in den folgenden

Jahren für Aufmerksamkeit sorgte1.

Diese neue Bewegung hatte auch Einfluss auf die französische Politik; so zeigte der Staat nun

selbst, dass Kino zur Kultur zählt, indem er das

Centre national de la cinématographie

(C.N.C.)

dem

ministère de l′industrie

entzog und dem neu geschaffenen

ministère des affaires

zufügte2.

Die Bewegung proklamierte eine Befreiung von der alten (amerikanischen) Tradition des Films als

Produkt der Industrie. Der neue französische Film sollte einen sozialen Charakter bekommen.

,,Le

cinéma ne reflète pas la société en pleine évolution, il en fait partie"

3.

Es war nicht nur eine neue Generation, ein neuer Stil, eine neue Art Filme zu machen, es war vor

allem eine ganz neue Idee, mit einer neuen Kinoideologie, die sich Anfang der sechziger Jahre in

Frankreich durchsetzte. Diese neue Bewegung und dieser radikale Schnitt des bisherigen

französischen Kinos, wird als

Nouvelle Vague

(NV) bezeichnet.

1 vgl. Frodron S. 13.

2 vgl. ebd. S. 13 f.

3 ebd. S. 123.

3/17


2. Von Hollywood nach Europa

Vergleiche zwischen amerikanischer und europäischer Filmgeschichte führen unumgänglich zu

einer Grundsatzdiskussion, zu einer Unterscheidung von

genre

und

auteur

. Das amerikanische Kino

war in den Jahren 1932 bis 1946 derart dominant, dass es die vorherrschende Stellung in der Welt

einnahm. Ihm gegenüber konnte sich lediglich während dieser Periode die britische

Dokumentarschule, der ′poetische Realismus′ (ein Begriff, der eine Gruppe französischer

Regisseure um Pagnol, Clair, Carné und besonders Renoir zusammenfasst) und der

Film Noir

(u.a.

Hitchcock, Lang, Wells, Wilder), ein sich von den üblichen Hollywoodfilmen abgrenzendes Genre,

einen nennenswerten Ruf erarbeiten4. Besonders ging es dabei um eine weniger politische, denn

künstlerische Abgrenzung Europas von Hollywood. Schuf das Studiosystem in Los Angeles ein

Produkt zahlloser

,,Handwerker"

5, darunter Regisseure, Kameramänner, Produzenten,

Drehbuchautoren und Schauspieler, deren Zusammenspiel letztlich einen sehr unpersönlichen Film

formte, versuchten die europäischen Regisseure der fünfziger Jahre, eine jeweils eigene Handschrift

zu entwickeln. Hollywoodfilme waren fast ausnahmslos Studioprodukte, die feste Schemata in

einem festen Genre befolgten und kaum zu unterscheidende persönliche Stile besaßen. Eine

Ausnahme ist Alfred Hitchcock, der als einziger Regisseur in Hollywood als

auteur

bezeichnet

wurde.

Der größte Konkurrent Hollywoods war aber nicht Europa, sondern er kam aus den eigenen Reihen:

das Fernsehen. Während sich der amerikanische Film Anfang der Fünfziger mit dem Fernsehen

auseinandersetzen musste und infolgedessen stagnierte, entwickelte sich das Kino in den anderen

Ländern und organisierte sich nach überstandenem Krieg und Faschismus neu. Das

Filmvertriebssystem wuchs, begünstigt von zugänglicherem Material, wie den 16mm-Film und

überall entstanden Filmclubs und Filmfestivals. Das

Festival de Cannes

wurde zum internationalen

Treffen ausgebaut. Dadurch wurde auch Filmschaffenden vermeintlich kleinerer Länder der Zugang

zum internationalen Film ermöglicht. Das neue Kino Europas hatte mit Hollywood wenig zu tun. Es

war

,,persönlich, erfinderisch, nicht abgeklatscht und die zeitgenössische Erfahrung direkt

ansprechend"

6. Es waren diese Attribute, die den italienischen Neorealismus ausmachten. Das

italienische Kino der vierziger und fünfziger Jahre um Zavattini, De Sica, Visconti und Rossellini

war ein eng an alltägliche Themen anknüpfendes Kino. Laiendarsteller, einfache Technik, politische

Haltung und Ideen anstatt platter Unterhaltung7 bildeten einen facettenreichen Kontrast zu

Hollywood. Diese Filmkunstbewegung fand Mitte der fünfziger Jahre ihren Höhepunkt und ebnete

4 vgl. Monaco S. 301.

5 ebd. S. 310.

6 ebd S. 314.

7 vgl. Monaco S.316.

4/17



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:


This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/86546/die-nouvelle-vague-eine-filmrevolution
please wait Please wait