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"Die Stunde Null" - Reeducation, Reorientation, Restauration

Untertitel: Bonner Republik - Deutschland 1945-1949

Hausarbeit, 2003, 14 Seiten
Autor: Timo Gramer
Fach: Geschichte - Neuere Geschichte, 19. Jhdt.

Details

Veranstaltung: Kulturwissenschaften der deutschen Neuzeit nach 1945
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Kulturwissenschaften)
Tags: Stunde, Null, Reeducation, Reorientation, Restauration, Kulturwissenschaften, Neuzeit
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 14
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 10  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V86789
ISBN (E-Book): 978-3-638-02187-6
ISBN (Buch): 978-3-638-94986-6
Dateigröße: 91 KB
Anmerkungen :
Entnazifizierung, Ziele der Alliierten, Nürnberger Prozesse und Reeducation werden in dieser Arbeit systematisch und chronologisch aufbereitet und abschließend bewertet.


Zusammenfassung / Abstract

„Dieser Tag war für mich persönlich ein Tag der Befreiung. Nun muss ich auch sagen, dass einige Deutschen das anders sahen. Es ist schon richtig, dass dieser Tag für viele meiner Landsleute nicht mehr brachte als echtes und schmerzhaftes Leiden. Doch gibt es keinen Zweifel- dieser Tag war ein Tag der Befreiung!“ (Richard von Weizsäcker). Der Tag von dem der ehemalige deutsche Bundespräsident spricht ist der 08.05.1945; das Ende des 2. Weltkrieges nach bedingungsloser Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Deutschland hatte bedingungslos vor den Alliierten kapituliert, und somit sein Schicksal in die Hände seiner künftigen Besatzer legen müssen (Vergleiche Anhang Abbildung 1). Das „Tausendjährige Reich“ hatte nur zwölf Jahre gehalten (Abb.2) - Deutschland lag wirtschaftlich, politisch und ideell am Boden. Der Krieg hatte dort 10% der Bevölkerung gefordert; es entstand ein soziales Ungleichgewicht, da der Großteil der im Kampf Gefallenen Männer gewesen war. Städte wie Köln oder Dresden waren zu 75 bzw. 50% zerstört - Deutschland glich einem „Trümmerhaufen“ . Die Versorgung an Lebensmitteln, Wohnungen und Arbeitsplätzen war unzureichend, Seuchen und Krankheiten bedrohten das Land (Abb. 3, Nr. 58-61). Zudem mussten die deutschen Bürger bis 1949 über 16 Millionen Flüchtlinge und Heimatvertriebene integrieren, die von den Alliierten aus den ehemals deutschen Territorien in Osteuropa vertrieben worden waren. Diesen „Entwurzelten“ gegenüber entstand von „innerdeutscher“ Seite her schnell ein Gefühl der Ablehnung und der Belastung . Dem totalen Eroberungsanspruch des Hitler-Regimes war eine totale Zerstörung Deutschlands gefolgt. Die Alliierten hatten die Welt vom Nazi-Terror und deren Grausamkeiten befreit, doch sollten die große Probleme durch die „chaotischen Zustände“ im Nachkriegsdeutsch-land erst noch bevorstehen.


Textauszug (computergeneriert)

Oktober 2003

Universität Leipzig

- Institut für Kulturwissenschaften -

Teilgebiet B:

Vergleichende Kultur- und Gesellschafts-

geschichte : Kulturgeschichte BRD 1933-90

Student Timo Gramer

Journalistik/Kulturwissenschaften

Bonner Republik - Deutschland 1945-1949:




- ,,Die Stunde Null"-

Reeducation, Reorientation, Restauration


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung- ,,Die Stunde Null" 3

II. Ziele der Alliierten und Vorstellungen der Deutschen 4

III. Entnazifizierung 5

III.1 Der Nürnberger Hauptkriegsverbrecher-Prozess 6

III.2 Nachfolgeprozesse und spätere Entnazifizierung 7

III.3 Entnazifizierung der Richter 8

IV. ,,Reeducation" ,,Reorientation" und Restauration- Ein Kommentar 9

Literatur 13

2


I. Einleitung- ,,Die Stunde Null"

,,Dieser Tag war für mich persönlich ein Tag der Befreiung. Nun muss ich auch sagen, dass

einige Deutschen das anders sahen. Es ist schon richtig, dass dieser Tag für viele meiner

Landsleute nicht mehr brachte als echtes und schmerzhaftes Leiden. Doch gibt es keinen

Zweifel- dieser Tag war ein Tag der Befreiung!" (Richard von Weizsäcker).

1

Der Tag von dem der ehemalige deutsche Bundespräsident spricht ist der 08.05.1945; das

Ende des 2. Weltkrieges

2

nach bedingungsloser Kapitulation der deutschen Wehrmacht.

Deutschland hatte bedingungslos vor den Alliierten kapituliert, und somit sein Schicksal in

die Hände seiner künftigen Besatzer legen müssen (Vergleiche Anhang Abbildung 1). Das

,,Tausendjährige Reich" hatte nur zwölf Jahre gehalten (Abb.2) - Deutschland lag

wirtschaftlich, politisch und ideell am Boden.

Der Krieg hatte dort 10% der Bevölkerung gefordert; es entstand ein soziales

Ungleichgewicht, da der Großteil der im Kampf Gefallenen Männer gewesen war.

Städte wie Köln oder Dresden waren zu 75 bzw. 50% zerstört

3

- Deutschland glich einem

,,Trümmerhaufen"

4

. Die Versorgung an Lebensmitteln, Wohnungen und Arbeitsplätzen war

unzureichend, Seuchen und Krankheiten bedrohten das Land (Abb. 3, Nr. 58-61). Zudem

mussten die deutschen Bürger bis 1949 über 16 Millionen Flüchtlinge und

Heimatvertriebene

5

integrieren, die von den Alliierten aus den ehemals deutschen Territorien

in Osteuropa vertrieben worden waren. Diesen ,,Entwurzelten" gegenüber entstand von

,,innerdeutscher" Seite her schnell ein Gefühl der Ablehnung und der Belastung

6

.

Dem totalen Eroberungsanspruch des Hitler-Regimes war eine totale Zerstörung

Deutschlands gefolgt. Die Alliierten hatten die Welt vom Nazi-Terror und deren

Grausamkeiten befreit, doch sollten die große Probleme durch die ,,chaotischen Zustände"

7

im Nachkriegsdeutsch-land erst noch bevorstehen.

1 Von Weizsäcker, Richard; in: Newsweek, Voices of the century: The world at war, 15.03.1999, S.43

(sinngemäß übersetzt)

2 im 2. Weltkrieg starben 35 Mio Menschen, 55 Mio wurden verwundet, etwa 3 Mio wurden vermisst

3 ebd. S. 20

4 ebd. S.20

5 aus: Bundeszentrale, Haft 259, Deutschland 1945-1949, S.18, Zahl bezieht sich auf den Zeitraum von 1945-

1949

6 Vgl., ebd. S.18

7 Göbel, Abiturwissen, S.20

3



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