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Motivation und Lernen: Die pädagogische Interessentheorie

Scholary Paper (Seminar), 2000, 14 Pages
Author: Cristina Hatzel
Subject: Pedagogy - Pedagogic Psychology

Details

Event: Seminar Motivation und Lernen
Institution/College: University of Koblenz-Landau (Institut für Pädagogik)
Tags: Motivationspsychologie
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2000
Pages: 14
Bibliography: ~ 5  Entries
Language: German
Archive No.: V875
ISBN (E-book): 978-3-638-10556-9
ISBN (Book): 978-3-638-75598-6
File size: 86 KB

Abstract

In dieser Arbeit wird im Rahmen des Oberbegriffs ,,Motivation und Lernen" mit der Interessentheorie eine Theorie vorgestellt, die die Motivation zu Lernen und Leistung aus einem spezifisch pädagogischen Blickwinkel heraus zu beleuchten versucht. Sie wurde in dieser Form entwickelt von einer Forschergruppe um SCHIEFELE, der sich seit Mitte der 70er Jahre mit dem Interessenbegriff und seit Ende der 70er Jahre mit der Entwicklung einer entsprechenden Theorie befaßt. Auslösend für die Beschäftigung SCHIEFELES mit dem Interesse war die Allgemeingültigkeit des Erziehungsziels ,,Selbstbestimmung". Um ein Ziel durchzusetzen und als Pädagoge handlungsfähig zu sein bedarf es einer Handhabung in Form einer theoretischen Basis, auf der das pädagogische Handeln gründet. Die Selbstbestimmung bzw. die Frage nach den Bedingungen für selbstbestimmtes Handeln und aus pädagogischer Sicht für selbstbestimmtes Lernen konnte aber durch keines der damals vorliegenden Motivationskonzepte erklärt werden. Des weiteren war die Frage nach der Bedeutung der Objektseite bzw. aus pädagogischer Sicht der Lerninhalte für die Motivation nicht völlig geklärt. Da als Voraussetzung für selbstbestimmtes Handeln ein Interesse am im Zentrum der Handlung stehenden Objekt vorausgesetzt wurde, entwickelte die Forschergruppe, zu der auch KRAPP und PRENZEL gehören, eine Rahmenkonzeption und eine Theorie der Wirkungsweise von Interesse. In der Arbeit wird zuerst auf die Motivationspsychologie und ihre Relevanz für die Pädagogik eingegangen und von da ausgehend der Blick auf die Interessentheorie gerichtet. Diese wird im Anschluss in ihrem Aufbau genauer erklärt. Abschließend wird dann auf die Anwendungsmöglichkeiten und Einsichten, die sich daraus für Pädagogen ergeben, geschlossen.


Excerpt (computer-generated)

Dozentin: Prof. Dr. Ruth Rustemeyer 28.03.00
Seminar: Motivation und Lernen
WS 99/00

Hausarbeit:
Motivation und Lernen -
Die pädagogische Interessentheorie

Cristina Hatzel
Dipl.-Päd. 9. Semester

Gliederung

1 Zur Fragestellung dieser Arbeit 3

2 Die Interessentheorie als Teil der Motivationspsychologie 4


2.1 Der Interessenbegriff in seinem bedeutungsgeschichtlichen Verlauf 4

2.2 Die Bedeutung der Motivationspsychologie und der Interessentheorie im Besonderen für die Pädagogik 5

2.2.1 Forschungsfeld: Das Desinteresse von Schülern an den Naturwissenschaften 6

2.2.2 Forschungsfeld: Die betriebliche Weiterbildung 6

3 Grundzüge der pädagogischen Interessentheorie 7


3.1 Rahmenkonzeption der pädagogischen Interessentheorie 7

3.2 Das theoretische Modell der Wirkungsweise von Interesse 9

4 Zusammenfassung und Schlußwort 12

5 Literatur 13

 

1 Zur Fragestellung dieser Arbeit

In dieser Arbeit möchte ich im Rahmen des Seminars ,,Motivation und Lernen" mit der Interessentheorie eine Theorie vorstellen, die die Motivation zu Lernen und Leistung aus einem spezifisch pädagogischen Blickwinkel heraus zu beleuchten versucht. Sie wurde in dieser Form entwickelt von einer Forschergruppe um SCHIEFELE, der sich seit Mitte der 70er Jahre mit dem Interessenbegriff und seit Ende der 70er Jahre mit der Entwicklung einer entsprechenden Theorie befaßt.
Auslösend für die Beschäftigung SCHIEFELES mit dem Interesse war die Allgemeingültigkeit des Erziehungsziels ,,Selbstbestimmung". Um ein Ziel durchzusetzen und als Pädagoge handlungsfähig zu sein bedarf es einer Handhabung in Form einer theoretischen Basis, auf der das pädagogische Handeln gründet. Die Selbstbestimmung bzw. die Frage nach den Bedingungen für selbstbestimmtes Handeln und aus pädagogischer Sicht für selbstbestimmtes Lernen konnte aber durch keines der damals vorliegenden Motivationskonzepte erklärt werden. Des weiteren war die Frage nach der Bedeutung der Objektseite bzw. aus pädagogischer Sicht der Lerninhalte für die Motivation nicht völlig geklärt.
Da als Voraussetzung für selbstbestimmtes Handeln ein Interesse am im Zentrum der Handlung stehenden Objekt vorausgesetzt wurde, entwickelte die Forschergruppe, zu der auch KRAPP und PRENZEL gehören, eine Rahmenkonzeption und eine Theorie der Wirkungsweise von Interesse.

Ich möchte nun im Folgenden zuerst auf die Motivationspsychologie und ihre Relevanz für die Pädagogik eingehen und von da ausgehend den Blick auf die Interessentheorie richten. Diese soll im darauffolgenden Kapitel in ihrem Aufbau genauer erklärt werden. Abschließend möchte ich dann auf die Anwendungsmöglichkeiten und Einsichten, die sich daraus für Pädagogen ergeben, zu sprechen kommen.

2 Die Interessentheorie als Teil der Motivationspsychologie

2.1 Der Interessenbegriff in seinem bedeutungsgeschichtlichen Verlauf

Betrachtet man die bedeutungsgeschichtliche Entwicklung des Wortes ,,Interesse", ist zwischen der ursprünglich alt-lateinischen Bedeutung ,,dazwischensein in Raum und Zeit" (inter-est) und der heutigen Verwendung ein großer Unterschied festzustellen.
Bis ins Mittelalter wurde der Begriff ,,Interesse" für die Kennzeichnung einer Wertdifferenz verwandt, z.B. für Zinsen als Entschädigung für einen Wertverlust. In den neueren Sprachen galt ,,Interesse" allgemein für die Gesamtheit dessen, was einer Person nützt. Ab dem 18. Jahrhundert schloß die Bedeutung des Wortes alles ein, was die menschliche Aufmerksamkeit fesselt und beansprucht und entsprach damit in etwa der heutigen Verwendung.

[...]


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