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"Liebender Gott oder Burnout?"

Untertitel: Von der prophylaktischen Wirkung persönlicher Gottesvorstellungen

Diplomarbeit, 2007, 111 Seiten
Autor: Sarah Scharrer
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 111
Note: 1,4
Literaturverzeichnis: ~ 66  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V87523
ISBN (E-Book): 978-3-638-01026-9

Dateigröße: 760 KB

Zusammenfassung / Abstract

„Wenn nichts mehr funktioniert: Burnout - Wie es sich entwickelt und wie man es entdeckt“ „Erholung auf Knopfdruck: Entspannung kann man lernen – Burn-out-Syndrom vorbeugen“ „Burnout: Wenn das Feuer erlischt.“ Schlagzeilen wie diese sind immer wieder in den Medien zu lesen und der Begriff Burnout ist in aller Munde. Es hat den Eindruck, als ob Burnout ständig weitere Kreise zieht. Doch ist dem wirklich so oder liegt es nur an vermehrter Berichterstattung zu diesem Thema, so dass Burnout zum Modewort geworden ist? Genaue Zahlen gibt es nicht, jedoch lassen sich an unterschiedlichen Stellen Schätzungen finden. ArbeitsmedizinerInnen beispielsweise „schätzen, dass sieben bis neun Prozent der Berufstätigen gefährdet sind. Und PsychologInnen und TherapeutInnen berichten von einer Zunahme der KlientInnen, die jenes realtiv ungenau definierte Syndrom aufweisen“ (Halmschlager, www.forumpharmazie.at, 20.06.07). Es gibt bisher noch keine repräsentativen Studien zur Häufigkeiten von Burnout, lediglich Untersuchungen für einzelne Berufsgruppen wurden durchgeführt. Auch wenn die Zahlenangaben variieren, wird für soziale Berufsgruppen in der Regel angegeben wird, dass rund 1/3 der Berufstätigen von Burnout betroffen sind (vgl. u.a. Kugler (Hrsg.) www.angst-depression.com, 20.06.07; Steyrer, www.wu-wien.ac.at, 21.06.07). Somit ist dieses Thema für die Soziale Arbeit von großer Relevanz. Auch in der Forschungsgeschichte des Burnouts gibt es zahlreiche Autoren, die ihre Untersuchungen speziell im Bereich der Sozialen Arbeit durchgeführt haben, weil Burnout dort schon früher stark vertreten war.


Textauszug (computergeneriert)

„Liebender Gott oder Burnout?“
Von der prophylaktischen Wirkung
persönlicher Gottesvorstellungen.

Diplomarbeit
im Fach Heimerziehung
Studiengang Sozialwesen
der Berufsakademie Stuttgart

Sarah Scharrer
Bearbeitungszeitraum: 26.März 2007 bis 05.Juli 2007
Stuttgart, Juli 2007

 

 

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung ... 5

1.1 Anlass der Arbeit ... 5
1.2 Aufbau der Arbeit ... 6

2 Burnout ... 8

2.1 Definition ... 8

2.2 Begriff und Phänomen Burnout ... 9

2.3 Symptomatik ... 10
2.3.1 Erschöpfung ... 10
2.3.2 Depersonalisation ... 11
2.3.3 Persönliche Leistungsfähigkeit ... 11

2.4 Verlauf ... 11
2.4.1 Das Vier-Phasen-Modell nach Edelwich & Brodsky ... 12
2.4.2 Ressourcentheorie nach Buchwald & Hobfoll ... 15

2.5 Verwandte Konzepte ... 17
2.5.1 Stress ... 17
2.5.2 Depression ... 18
2.5.3 Chronisches Erschöpfungssyndrom (Chronic fatigue syndrom/ CFS) ... 19

2.6 Risikofaktor Persönlichkeitsmerkmale ... 19
2.6.1 Perfektionismus ... 20
2.6.2 Selbstwertgefühl ... 21

2.7 Prophylaxe ... 22

3 Gottesvorstellungen ... 23

3.1 Eingrenzung und Verwendung des Begriffes ... 23
3.1.1 Gott ... 23
3.1.2 Gottesvorstellungen ... 23

3.2 Arten ... 24
3.2.1 Aktuelle Zahlen ... 24
3.2.2 Vielfalt der Gottesvorstellungen ... 25
3.2.3 Der liebende/ fürsorgende Gott ... 27
3.2.4 Der strafende/ fordernde Gott ... 29
3.2.5 Liebender und Strafender Gott als Kontinuum ... 30

3.3 Gottesvorstellungen und Charakteristika der Persönlichkeit ... 31
3.3.1 Einstellungen: Affekt, Kognition und Handeln ... 31
3.3.2 Zusammenhänge mit burnoutrelevanten Persönlichkeitsmerkmalen ... 33

4 Von der prophylaktischen Wirkung persönlicher Gottesvorstellungen ... 36

5 Methode ... 38

5.1 Erhebungsverfahren ... 39
5.1.1 Das problemzentrierte Interview ... 39
5.1.2 Bedeutung des Interviewer ... 41

5.2 Qualitative Inhaltsanalyse ... 42
5.2.1 Strukturierende Inhaltsanalyse ... 42
5.2.2 Gütekriterien ... 43
Um dieser Validität gerecht zu werden ist es also von grundlegender Bedeutung den Erhebungs- und Interpretationsvorgang nachvollziehbar und überprüfbar zu machen (vgl. Bohnsack, 2003, S.20) ... 44

5.3 Versuchspersonen ... 44

5.4 Versuchsdurchführung ... 45

6 Ergebnisse der Befragung ... 48

6.1 Burnout ... 48

6.2 Gottesvorstellungen ... 53
6.2.1 Gottesvorstellungen vor dem Burnout ... 53
6.2.2 Gottesvorstellungen heute ... 58

6.3 Persönlichkeitsmerkmale ... 63

7 Diskussion der Ergebnisse ... 71

8 Zusammenfassung der Auswertung ... 88

9 Fazit ... 90

Anhang A: MBI – Maslach Burnout Inventory ... 93
Anhang B: Interviewleitfaden ... 95
Anhang C: Transkriptionszeichen ... 96
Anhang D: Ausschnitte aus den Interview ... 97

D.1: Interview A ... 97
D.2: Interview B ... 99
D.3: Interview C ... 100
D.4: Interview D ... 102

Literaturverzeichnis ... 105

 

 

1 Einleitung

1.1 Anlass der Arbeit


„Wenn nichts mehr funktioniert: Burnout - Wie es sich entwickelt und wie man es entdeckt“1

„Erholung auf Knopfdruck: Entspannung kann man lernen – Burn-out-Syndrom vorbeugen“2

„Burnout: Wenn das Feuer erlischt.“3

Schlagzeilen wie diese sind immer wieder in den Medien zu lesen und der Begriff Burnout ist in aller Munde. Es hat den Eindruck, als ob Burnout ständig weitere Kreise zieht. Doch ist dem wirklich so oder liegt es nur an vermehrter Berichterstattung zu diesem Thema, so dass Burnout zum Modewort geworden ist?

Genaue Zahlen gibt es nicht, jedoch lassen sich an unterschiedlichen Stellen Schätzungen finden. ArbeitsmedizinerInnen beispielsweise „schätzen, dass sieben bis neun Prozent der Berufstätigen gefährdet sind. Und PsychologInnen und TherapeutInnen berichten von einer Zunahme der KlientInnen, die jenes realtiv ungenau definierte Syndrom aufweisen“ (Halmschlager, www.forumpharmazie.at, 20.06.07). Es gibt bisher noch keine repräsentativen Studien zur Häufigkeiten von Burnout, lediglich Untersuchungen für einzelne Berufsgruppen wurden durchgeführt. Auch wenn die Zahlenangaben variieren, wird für soziale Berufsgruppen in der Regel angegeben wird, dass rund 1/3 der Berufstätigen von Burnout betroffen sind (vgl. u.a. Kugler (Hrsg.) www.angstdepression. com, 20.06.07; Steyrer, www.wu-wien.ac.at, 21.06.07). Somit ist dieses Thema für die Soziale Arbeit von großer Relevanz. Auch in der Forschungsgeschichte des Burnouts gibt es zahlreiche Autoren, die ihre Untersuchungen speziell im Bereich der Sozialen Arbeit durchgeführt haben, weil Burnout dort schon früher stark vertreten war. Ist Burnout nun nicht nur ein Modewort, sondern ein weit verbreitetes Phänomen, so muss die Frage gestellt werden, welche Voraussetzungen begünstigend bzw. prophylak- tisch wirken. Neben Aspekten wie Arbeitsbedingungen oder soziales Umfeld spielen Persönlichkeitsmerkmale und intrapersonelle Faktoren eine zentrale Rolle. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich daher mit der Frage, ob Gottesvorstellungen eine prophylaktische Wirkung haben. Dass gerade diese Thematik gewählt wurde, hat einen zweifachen Grund:

Obwohl die Soziale Arbeit heute einen rechtlichen Auftrag hat, liegen ihre geschichtlichen Wurzeln im diakonisch-christlichen Bereich. Zum Beispiel wurden zahlreiche Heime und Behinderteneinrichtungen gegründet, weil Menschen aus einer christlichen Motivation heraus der Not und dem Elend auf den Straßen begegnen wollten. Auch heute noch spiegelt sich diese Orientierung in vielen Leitbildern wider. Somit ist anzunehmen, dass in der Sozialen Arbeit ein hoher Anteil an Menschen arbeitet, der eine starke christliche Prägung hat.

Die Autorin absolvierte ihre Praxisphasen während des Studiums in einer christlichen Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung, die der Diakonie angeschlossen ist. Von der Entstehung bis heute prägt der Glaube Leben und Arbeiten der Mitarbeiter. Dieser persönliche Bezug zu sowohl der Sozialen Arbeit, als auch dem Glauben bildet den zweiten Aspekt, der zur Auswahl des Themas geführt hat.

Jedoch soll die Bearbeitung der Thematik nicht auf ein christliches Gottesbild eingegrenzt werden, sondern sich vielmehr mit den individuellen Vorstellungen Gottes beschäftigen, ganz gleich welcher religiöse Hintergrund vorliegt.

1.2 Aufbau der Arbeit

Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile, bestehend aus Theorie und Empirie. Beginnend mit dem Theorieteil, wird zunächst auf Definition und Phänomen des Burnouts eingegangen. Daraus resultiert dann eine Symptom- und Verlaufsbeschreibung, die sich auf ausgewählte Autoren der Literatur stützt. Aufgrund der Schwierigkeiten, die sich bei der Defintion und Beschreibung von Burnout ergeben, wird ein Kapitel eingefügt, bei dem die Abgrenzung zu verwandten Konzepten dargelegt wird, um so die Besonderheiten des Burnouts zu verdeutlichen. Den Abschluss dieses ersten Schwerpunktes der Arbeit bilden Aussagen zu Risikofaktoren, wobei ein besonderer Fokus auf Perfektionismus und Selbstwertgefühl gelegt wird. Daraus leiten sich dann Ausführungen zur Prophylaxe ab, die die Brücke zu den Gottesvorstellungen schlagen.

In einem nächsten Teil werden Gottesvorstellungen definiert und ein Dimensionenmodell vorgestellt. Dieses bildet die Grundlage für die Erarbeitung zweier ausgewählter Gottesvorstellungen (liebender/ fürsorgender und strafender/ fordernder Gott), die anschließend zueinander ins Verhältnis gesetzt werden.

Um die Zusammenhänge von Gottesvorstellungen zu Verhalten und Emotionen darzustellen, wird ein kurzer Exkurs zum Thema Einstellungen vollzogen und im Anschluss daran Zusammenhänge zu den Risikofaktoren des Burnouts (Perfektionismus und Selbstwertgefühl) erörtert.

Den Übergang zum empirischen Teil stellt eine Zusammenfassung der theoretischen Erkenntnisse dar, die in der Arbeitshypothese für die nachfolgende Untersuchung mündet.

Im empirischen Teil wird zunächst die gewählte Methode und im Anschluss daran die Versuchspersonen und der –verlauf beschrieben. Nach der Darstellung der Ergebnisse erfolgt die Diskussion derselben mit abschliessender Reflexion der Bedeutung für die Soziale Arbeit.

Anmerkungen:

Zugunsten der besseren Lesbarkeit wurde grundsätzlich bei Berufsbezeichnungen u.ä. die männliche Form verwendet, welche in der vorliegenden Arbeit auch das weibliche Geschlecht mit einbezieht.

In der Literatur finden sich zahlreiche Schreibweisen und Bezeichnungen für das Phänomen Burnout (z.B. Burn out, Burn Out, Burn-Out, Burn-Out-Syndrom, …). Bei wörtlichen Zitaten wird die ursprüngliche Form übernommen, an allen anderen Stellen die Schreibweise „Burnout“ verwendet.

2 Burnout

2.1 Definition

Der Begriff Burnout kommt aus dem Englischen und bedeutet „ausbrennen“. Er findet sowohl in der Raumfahrt (Brennschluss), als auch in der Kerntechnik (Durchbrennen von Brennstoffelementen) Anwendung (vgl. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Hrsg.), 2007, S.229). Darüber hinaus wird damit auch ein „Syndrom der völligen seelischen u. körperlichen Erschöpfung“ (ebd.) bezeichnet.

Der Brockhaus Gesundheit führt als zentrales Merkmal den „Verlust der körperlichen und seelischen Leistungsfähigkeit sowie der Fähigkeit, diese Kräfte zu regenerieren“ (Lexikonredaktion des Verlags F.A. Brockhaus (Hrsg.), 2006, S.232) an. Als ursächlich wird hier ein Überengagement im Beruf betrachtet, so dass über einen längeren Zeitraum hinweg die eingesetzte Energie das Maß der erreichten Ergebnisse und die damit verbundene Energieregeneration übersteigt. Eine häufig betroffene Berufsgruppe ist die der sozialen Berufe (vgl. ebd.). Während man jedoch früher davon ausging, dass Burnout hauptsächlich in den helfenden Berufen auftritt, ist heute bekannt, dass Burnout jeden treffen kann (vgl. Burnout-Syndrom, www.de.wikipedia.org, 29.05.07).

Es gibt auch Forschungen, die Burnout unter Arbeitslosen festgestellt haben, so dass selbst die Eingrenzung auf Berufstätigkeit aufgehoben werden muss (vgl. Burisch, 1989, S.11).

In der 10. Revision der Internationalen Statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD 10) ist Burnout unter der Ziffer Z73.0 eingegliedert unter der Kategorie „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“ (vgl. DIMDI, www.dimdi.de, Kapitel XXI, 30.05.07). Es gibt jedoch keine ausführliche Definition des Syndroms, sondern lediglich ein kurzgefasstes Zustandsbild. Es wird von Ärzten ungern als Hauptdiagnose gestellt, da die Abrechnung dann über die Krankenkassen schwierig ist (vgl. Ist es eine Krankheit?, www.swissburnout.ch, 30.05.07). In einigen Ländern wie beispielsweise Österreich ist es nicht über die Kassen abzurechnen.

Diese unklaren Definitionen spiegeln wider, was sich durch die bisherige Forschungsgeschichte des Burnouts gezogen hat: Der Begriff Burnout geht seit seiner Entstehung mit sehr unterschiedlichen Assoziationen, Beschreibungen und Definitionen einher und es gibt wenig Konsens über eine einheitliche Definition. Dies mag vor allem an der Vielschichtigkeit des Phänomens liegen. Deshalb soll im Folgenden ein kurzer Überblick über die Entstehung des Begriffes gegeben und die Kernaussagen einiger wichtiger Forscher herausgegriffen werden. Die Auswahl der genannten Vertreter wurde unter zwei Gesichtspunkten getroffen: Erstens aufgrund ihrer Bedeutung in der Forschungsgeschichte des Burnout und zweitens inwiefern ihre Schwerpunkte positiv mit dem Thema der vorliegenden Arbeit korrelieren. Außerdem werden jene bevorzugt zitiert, die ihre Studien im sozialen Arbeitsfeld durchgeführt haben.

2.2 Begriff und Phänomen Burnout

Der Begriff Burnout geht auf den amerikanischen Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger zurück, der ihn Anfang der 70er Jahre prägte. Obwohl das Phänomen auch damals nicht neu war (bereits im alten Testament in 1.Könige 17-22 findet sich eine Schilderung, die Parallelen zu einer Burnout-Erschöpfung aufweist), wurde es doch von ihm das erste Mal differenziert beschrieben und mit dem Begriff Burnout betitelt (vgl. Burisch, 1989, S.3). In den darauffolgenden Jahren boomte in Amerika sowohl die Forschung, als auch die Popularität des Begriffes in der Medienlandschaft. In Deutschland begannen die intensivere Auseinandersetzung und die öffentliche Diskussion dieser Thematik erst in der zweiten Hälfte der 80er Jahre (vgl. Schmid, 2003, S.32f). Im allgemeinen Sprachgebrauch, aber auch in der Fachliteratur, gab es keine einheitliche Definition dieses Phänomens. Christina Maslach, „the field’s best-known methodologist“ (Paine, 1984, S.13) analysierte u.a. die unterschiedlichen Definitionen und stellte die Gemeinsamkeiten heraus, um so eine Arbeitsdefinition zu erhalten, die von der Mehrheit geteilt werden kann (vgl. Maslach, In: Paine, 1984, S.31). Sie zeigt drei grundlegende Übereinstimmungen auf:

„First of all, there is general agreement that burnout occurs at an individual level. Second, … burnout is an internal psychological experience involving feelings, attitudes, motives and expectations. Third, … burnout is a negative experience for the individual, in that it concerns problems, distress, discomfort, dysfunction, and/ or negative consequences.” (ebd., S.31f)

Darüber hinaus weisen alle Definitionen drei Dimensionen auf, die zwar unterschiedlich schwer gewichtet und terminologisiert werden, aber trotzdem allen Begriffsbestimmungen zueigen sind. Die erste Dimension ist Erschöpfung körperlicher, psychischer und/ oder emotionaler Art und hat den Verlust von Gefühlen, Interessen und Vertrauen zur Folge. Die zweite Dimension ist die negative Veränderung im Umgang mit und der Reaktion auf andere Menschen, auch als Depersonalisation bezeichnet. Die negative Reaktion gegen sich selbst und die eigenen Erfolge, also der persönlichen Leistungsfähigkeit, stellen die dritte Dimension dar (vgl. ebd, S.32).

Trotz dieser aufgezeigten Gemeinsamkeiten gibt es bis heute keine eindeutige und allgemeinverbindliche Begriffsdefinition von Burnout (vgl. die Ausführungen zu ICD10 unter 2.1.). Dies ist sicherlich auch deshalb der Fall, da sowohl die Symptomatik, als auch der Verlauf einer Burnout-Erschöpfung individuell sehr unterschiedlich sein können und die Abgrenzung zu benachbarten Erscheinungen wie beispielsweise Stress, Depression und dem Chronischen Erschöpfungssyndrom sehr schwierig ist. Ein Versuch der Abgrenzung wird in Kapitel 2.5. gemacht.

Zunächst wird auf der Grundlage der von Maslach benannten drei Dimensionen die Symptomatik von Burnout näher erläutert.4 Die Dimensionen dienen der Strukturierung und werden mit Hilfe von Forschungsergebnissen anderer Autoren ergänzt. Dabei ist zu beachten, dass allgemeine Übereinstimmung darin besteht, dass grundsätzlich nicht alle Symptome auftreten müssen, um von Burnout sprechen zu können. Vielmehr erhöht „das Vorhandensein eines Symptoms die Wahrscheinlichkeit […], mit dem die anderen ebenfalls auftreten, bzw. auftreten werden“ (Burisch, 1989, S. 11).

[...]


1 Tegen, A., www.abendblatt.de, 20.06.07

2 Ludwigsburger Kreiszeitung, 30.05.07, S.9

3 Restin, M., www.hr.monster.de, 20.06.07

4 Auf Grundlage dieser drei Dimensionen entwickelten Maslach & Jackson ein Instrument zur Erfassung von Burnout, den Maslach Burnout Inventory (MBI). Er ist das meist verbreitete Erhebungsinstrument (vgl. Anhang A).


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