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Das Drogo-Sakramentar: Die Initialen Te igitur, D mit Osterszene, C mit Himmelfahrt, D mit Pfingstwunder

Scholary Paper (Seminar), 2002, 19 Pages
Author: Annette Wälde
Subject: Art - Graphics / Illustration / Print

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 19
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V88142
ISBN (E-book): 978-3-638-01725-1

File size: 109 KB


Excerpt (computer-generated)

Julius-Maximilians-Universität

Würzburg

Lehrstuhl für Kunstgeschichte

WS

2001/2002

Seminar: Karolingische und ottonische Buchmalerei

Hausarbeit

Drogo-Sakramentar ­

Initialen Te igitur, D mit Osterszene, C mit Himmelfahrt, D mit Pfingstwunder









Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Literaturhinweise 1

2 Geschichtlicher Hintergrund des Drogo-Sakramentars 1

3 Definition Sakramentar 2

4 Einordnung in die Drogo-Gruppe 2

5 Entstehung in der Metzer Schule 3

6 Ausstattung 3

7 Inhalt und Aufbau des Drogo-Sakramentars 4

8 Provenienz 5

9 Untersuchung anhand von vier ausgewählten Initialen 5

9.1 Te igitur 5

9.1.1 Das große T 5

9.1.2 Die kleinen Buchstaben 7

9.2 D mit Osterszene 9

9.3 C mit Christi Himmelfahrt 11

9.4 D mit Pfingstwunder 12

10 Zusammenfassung der besonderen Merkmale 13

11 Kunsthistorische Stellung 15

12 Literaturverzeichnis 16


1

1 Einleitung und Literaturhinweise

Das Sakramentar des Bischofs Drogo von Metz gilt als eines der großartigsten und

schönsten Werke seiner Zeit, des neunten Jahrhunderts nach Christus. Es ist das

älteste Prachtsakramentar und Meßbuch, das aus der hochkarolingischen Zeit für die

Nachwelt erhalten geblieben ist1 ­ aber nicht allein deshalb verdient es nähere

Betrachtung, wie die folgenden Untersuchungen zeigen werden.

Diese Arbeit stützt sich in Bezug auf die Literatur hauptsächlich auf das in der

Handschriftensammlung der Universität Würzburg aufbewahrte Faksimile des Drogo-

Sakramentars. Es beinhaltet einen von Florentine Mütherich herausgegebenen

ausführlichen Kommentar des Kunsthistorikers Wilhelm Köhler, der seinem Buch ,,Die

Karolingischen Miniaturen" entnommen und durch die Herausgeberin teilweise gekürzt

bzw. ergänzt worden ist.

Arbeiten von Florentine Mütherich, Jürgen Gutbrod und Willibald Sauerländer2 leisteten

neben dem Faksimile v.a. bei der Betrachtung der Initialen einen großen Beitrag.

Zur Untersuchung von Herkunft und Ausstattung boten sich Texte von Jean Hubert und

Wolfgang Braunfels² an.

Bei der Klärung von Definitionsfragen halfen die Bücher von Christine Jakobi-Mirwald²;

die übrige verwendete Literatur soll hier nicht explizit aufgeführt werden.

2 Geschichtlicher Hintergrund des Drogo-Sakramentars3

Zur Untersuchung des Drogo-Sakramentars muß man sich in die Stadt Metz begeben,

wo in den Jahren von 823 bis 855 Bischof Drogo das Episkopat innehatte.

801 als unehelicher Sohn Karls des Großen in Burgund geboren, wurde er mit 22

Jahren Bischof von Metz; daß er überhaupt eine kirchliche Laufbahn eingeschlagen

hatte, war seinem Halbbruder Ludwig dem Frommen zu verdanken, der ihn sehr bald

dazu zwang, in den geistlichen Stand einzutreten. Ab 834 durfte er sich auch

Erzkaplan nennen. Zehn Jahre später wurde ihm von Papst Sergius II. das Pallium

verliehen. Damit wurde Metz zum Erzbistum erhoben und Drogo zum Päpstlichen Vikar

über Gallien und Germanien ernannt, also zum Vorsteher und päpstlichen Stellvertreter

dieser Gebiete, in denen er die Missionierung und die Entwicklung der Kirche weiter

vorantreiben sollte.

1 Vgl. Wolfgang Braunfels: Die Welt der Karolinger und ihre Kunst. München 1968, S. 209.

2 Vgl. Literaturverzeichnis Nr. 1, 4, 5, 7, 8, 9, 12, 16.

3 Dieses Kapitel stützt sich auf Florentine Mütherich (Hrsg.), Drogo-Sakramentar. Manuscrit Latin 9428

Bibliothèque Nationale Paris. Vollständige Faksimile-Ausgabe im Originalformat. Mit einem Kommentar

von Wilhelm Köhler (Auszug aus Karolingische Miniaturen, Vol. III). Graz 1974, S. 9-17.


2

Drogos Sitz war die Kathedrale Saint-Etienne in Metz. Diese hatte ehemals als religiös

wichtiges Zentrum gegolten, das allerdings an Einfluß und Macht im Reich verloren

hatte. So setzte man auf Drogo mit seinem Amtsantritt die Hoffnungen, daß er die

Kirche zu ihrer alten Bedeutung führen würde.

In Vielem gelang ihm das auch, wozu seine engen Verbindungen zum Hof beitrugen.

Bei der Umsetzung der Pläne zur Vereinheitlichung des Reiches scheiterte allerdings

auch er, was nicht zuletzt daran lag, daß wohl die damalige Gesellschaft noch nicht

bereit war für dermaßen beschleunigte Reformen, wie Karl der Große und später sein

Sohn Ludwig sie im Sinn hatten.

Im Jahre 855 fand Bischof Drogos Leben ein jähes Ende, als er durch einen nicht

näher erläuterten Unfall den Tod fand.

3 Definition Sakramentar

Vor weiteren Untersuchungen soll zunächst definiert werden, was ein Sakramentar ist.

Ein Sakramentar ist ein Meßbuch für den Vorsteher der Eucharistiefeier, welches

neben dem stets gleichbleibenden Kern der Liturgie, dem Canon missae, ausgewählte

Gebete und Meßformulare enthält. U. a. aus dem Sakramentar entwickelte sich später

das Missale.4

4 Einordnung in die Drogo-Gruppe

Im Zuge seiner Bemühungen um die Stellung der Stadt im Reich ließ Drogo die ihm

unterstehenden Kirchen prunkvoll ausstatten5.

Zu diesen Ausstattungen gehörten auch mehrere Handschriften, welche die

Jahrhunderte in Metz bis 1944 ohne größere Schäden überstanden, dann aber durch

den Krieg teilweise zerstört wurden. Besonders drei davon, die auch dieses Ereignis

ohne Schaden überlebten, erweckten Aufmerksamkeit bei den Kunsthistorikern: es

handelte sich um die ,,Drogo-Gruppe".

Sie besteht aus dem Pariser Evangeliar, wohl das Älteste dieser Gruppe (ca. 840),

dem Zweiten Pariser Evangeliar (wohl 845 bis 855) und schließlich dem Drogo-

Sakramentar (wohl zwischen 844 und 855 entstanden).

Als gesichert gilt, daß letzteres nicht früher geschaffen worden sein kann, da sich auf

seinen Buchdeckeln Darstellungen Drogos mit Pallium befinden. Dieses hat er jedoch,

wie oben angesprochen, erst 844 verliehen bekommen.

4 Vgl. Christine Jakobi: Buchmalerei. Ihre Terminologie in der Kunstgeschichte. Berlin 1991 (2. Aufl. 1997),

S. 140.

5 Dieses Kapitel stützt sich auf Mütherich (wie Anm. 3), S. 14-17.



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