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Industrielle Produktion in Zeiten der Informationsgesellschaft

Termpaper, 2005, 26 Pages
Author: Sven Regenhardt
Subject: Sociology - Knowledge and Information

Details

Event: Informationsgesellschaft
Institution/College: University of Lüneburg
Tags: Industrielle, Produktion, Zeiten, Informationsgesellschaft
Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 26
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 15  Entries
Language: German
Archive No.: V88251
ISBN (E-book): 978-3-638-01751-0
ISBN (Book): 978-3-638-91913-5
File size: 157 KB

Abstract

Im Folgenden soll geklärt werden inwieweit der Trend zur Informatisierung im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland, als einem der wichtigsten Wirtschaftszweige in Bezug auf Beschäftigung und volkswirtschaftlicher Wertschöpfung, Einzug gehalten hat. Wie gestaltet sich dieser und welche Chancen bietet er vor dem Hintergrund neuer Marktsituationen? Zunächst wird jedoch aufgezeigt, in welche gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die industrielle Fertigung eingebettet ist, um dann im Speziellen das Hauptaugenmerk auf die Analyse der industriellen Fertigung und deren Technikbedarf anhand theoretischer Grundlagen und einer vorliegenden arbeitssoziologischen Untersuchung zur erfahrungsgeleiteten Arbeit zu richten. Die Ausarbeitung gliedert sich dabei wie folgt: Zunächst wird in Abschnitt 2 die Diskussion der Informationsgesellschaft ausführlich beschrieben, welche den Rahmen für die gesamte Arbeit bildet. Die Darstellung der These „Risikogesellschaft als Konsequenz der Eigendynamik einer Industriennation“ nach Ulrich Beck und anschließend ein Blick auf Deutschmanns „wissenssoziologische Interpretation industrieller Rationalisierung“ folgen im dritten Abschnitt. Schließlich wird in Abschnitt 4 die Notwendigkeit erfahrungsgeleiteter Arbeit in der industriellen Produktion erläutert. Malschs Überlegungen zur „Informatisierung des betrieblichen Erfahrungswissens“ sollen hierbei zum besseren Verständnis der Diskussion, um das Thema „Ermittlung von Technikbedarf“ beitragen. Anhand der KOMPASS-Methode die dies praktisch umsetzt soll die Thematik nochmals veranschaulicht werden. Eine kritische Auseinandersetzung und ein Blick in die nahe Zukunft der Informationsgesellschaft schließen die Ausarbeitung ab.


Excerpt (computer-generated)

Industrielle Produktion in Zeiten der

Informationsgesellschaft


Hausarbeit

im Seminar ,,Informationsgesellschaft"

Fachbereich II ­ Sozialwissenschaften

Universität Lüneburg

SS 05

vorgelegt von

Sven Regenhardt


II

Inhaltsverzeichnis

Seiten

Abbildungsverzeichnis S.III

Abkürzungsverzeichnis

S.III

Tabellenverzeichnis

S.III

1. Einleitung

S.1

2. Die

Informationsgesellschaft

S.3

2.1 Konzepte

der

Informationsgesellschaft

S.3

2.2 Stagnation des Konzepts Informationsgesellschaft und die Rolle

der Soziologie

S.6

3. Industrieller Strukturwandel und dessen Folgen auf wirtschaftlicher und

gesellschaftlicher

Ebene

S.7

3.1 Gesellschaftliche Produktion von Risiken ­ die ,,Risikogesellschaft" S.7

3.2 Wissenssoziologische Erklärungsversuche industr. Rationalisierung

S.9

4. Technikbedarf in der industriellen Produktion aus der Perspektive

erfahrungsgeleiteter

Arbeit S.11

4.1 Informatisierung betrieblichen Erfahrungswissens

S.12

4.2 Das Konzept ,,erfahrungsgeleiteter Arbeit" in der industr. Produktion S.14

4.3 Moderation, Supervision und Nutzerrückkopplung als Elemente des

methodischen Vorgehens zur Ermittlung von Technikbedarf

S.16

4.4 Anwendung in der Praxis - die Methode KOMPASS

S.18

5. Fazit S.20

Literaturverzeichnis

S.21


III

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Konstitutive Komponenten erfahrungsgeleiteter Arbeit S.15

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 - Allgemeines Schema des Sozialen Wandels

S.8

Abkürzungsverzeichnis

akadem. akademische

bzw.

beziehungsweise

d.h.

das heißt

ebd.

ebenda

ggf.

gegebenenfalls

industr. industrieller

sog.

sogenannte

staatl.

staatliche

z.B.

zum

Beispiel


1

1. Einleitung

,,In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?", so lautet die Frage, die Armin Pongs in

seinem gleichnamigen Buch stellt. Antworten auf diese Frage fallen sehr unterschiedlich aus.

Neben gesellschaftstheoretischen Konzepten wie der Risikogesellschaft (Beck, U.; 1986),

Kommunikationsgesellschaft (Münch, R.; 1991) oder Erlebnisgesellschaft (Schulze, G.; 1992)

ist in den letzten Jahren zunehmend der Begriff ,,Informationsgesellschaft" in den

Vordergrund getreten. Alle Konzepte haben gemein, dass sie den Wandel der Gesellschaft

unter einem bestimmten Aspekt betrachten. Sie versuchen dabei, die zentrale Besonderheit

hervorzuheben, welche die Gesellschaft entscheidend bestimmt. Im Falle der

Informationsgesellschaft liegt der Fokus auf dem Begriff Information. Zwar sind

Informationen kein neues ,,Phänomen" der Menschheitsgeschichte, doch ist es offensichtlich,

dass der Bedarf an Informationen zur Generierung von Wissen Ausmaße und Formen

annimmt, die Informationen als charakteristisches Merkmal der modernen Gesellschaft

gelten lassen.

Augenscheinlich wird diese Entwicklung vor allem in der Arbeitswelt. Die Schaffung,

Verteilung und Bewertung von Informationen beschäftigt eine stetig steigende Anzahl von

Menschen, informationsorientierte Berufe nehmen zu. Ein jeder produziert und konsumiert

Informationen, lebt also quasi mit und in Informationen als Teil der Informationsgesellschaft.

,,Moderne Informationstechnologien werden als Chance für die Verwirklichung integraler

Gestaltungskonzepte gesehen, denn sie eröffnen nicht nur Optionen hinsichtlich verschiedener

Arbeits- und Organisationsformen, sondern sie stellen ­ wie auch die zunehmend

komplexeren Umweltbedingungen ­ höhere Anforderungen an die organisationale

Flexibilität."1

Im Folgenden soll geklärt werden inwieweit der Trend zur Informatisierung im

verarbeitenden Gewerbe in Deutschland, als einem der wichtigsten Wirtschaftszweige in

Bezug auf Beschäftigung und volkswirtschaftlicher Wertschöpfung, Einzug gehalten hat. Wie

gestaltet sich dieser und welche Chancen bietet er vor dem Hintergrund neuer

Marktsituationen? Zunächst wird jedoch aufgezeigt, in welche gesellschaftlichen und

wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die industrielle Fertigung eingebettet ist, um dann im

Speziellen das Hauptaugenmerk auf die Analyse der industriellen Fertigung und deren

Technikbedarf anhand theoretischer Grundlagen und einer vorliegenden arbeitssoziologischen

Untersuchung zur erfahrungsgeleiteten Arbeit zu richten.


2

Die Ausarbeitung gliedert sich dabei wie folgt: Zunächst wird in Abschnitt 2 die Diskussion

der Informationsgesellschaft ausführlich beschrieben, welche den Rahmen für die gesamte

Arbeit bildet. Die Darstellung der These ,,Risikogesellschaft als Konsequenz der

Eigendynamik einer Industriennation" nach Ulrich Beck und anschließend ein Blick auf

Deutschmanns ,,wissenssoziologische Interpretation industrieller Rationalisierung" folgen im

dritten Abschnitt.

Schließlich wird in Abschnitt 4 die Notwendigkeit erfahrungsgeleiteter Arbeit in der

industriellen Produktion erläutert. Malschs Überlegungen zur ,,Informatisierung des

betrieblichen Erfahrungswissens" sollen hierbei zum besseren Verständnis der Diskussion,

um das Thema ,,Ermittlung von Technikbedarf" beitragen. Anhand der KOMPASS-Methode

die dies praktisch umsetzt soll die Thematik nochmals veranschaulicht werden. Eine kritische

Auseinandersetzung und ein Blick in die nahe Zukunft der Informationsgesellschaft schließen

die Ausarbeitung ab.

1 Grote, Gudela (1998) S.144


3

2. Die

Informationsgesellschaft

2.1

Konzepte der Informationsgesellschaft

Bei dem Versuch, den Begriff Informationsgesellschaft zu definieren, erkennt man schnell,

dass man sich, um es mit Oliver Haufs Worten zu sagen, im ,,definitorischen Brachland"

befindet. Soziologen, Ökonomen und Politikwissenschaftler bedienen sich nach Gutdünken

des amorphen Begriffs Informationsgesellschaft ohne ihn eingehend zu verorten.2 Es soll

nicht die Aufgabe der vorliegenden Arbeit sein, eine allgemeingültige Definition der

Informationsgesellschaft darzubieten. Vielmehr soll der Leser ein gewisses Gefühl für die

Thematik erlangen, in dem im folgenden eine schlagwortartige Beschreibung des Konzepts

der Informationsgesellschaft, mit einem tieferen Einblick in die Arbeit Daniel Bells und eine

zeitliche Einordnung in Anlehnung an Rudolf Stichweh

erfolgt.

Den Ausgangspunkt der These der Informationsgesellschaft markiert für Stichweh das Buch

des Ökonomen Fritz Machlup ,,The Production and Distribution of Knowledge in the United

States", welches 1962 erschienen ist.

Das wesentliche Thema der Arbeit wird bereits im Titel genannt: Wissen. Machlup führt eine

neue Beschäftigungsklassifizierung ein, die die Unterscheidung von wissens-produzierenden

und nicht-wissensproduzierenden Tätigkeiten in den Mittelpunkt stellt.3

Den nächsten Schritte im Werdegang des Konzepts der Informationsgesellschaft, sieht

Stichweh in einem Essay des Japaners Umeaso Tadao von 1963, sowie in verschiedenen

Regierungsdokumenten aus Japan, die zwischen 1969 und 1983 veröffentlicht wurden.

Informationen nehmen laut Umeaso im Rahmen des Selbstverständnisses und der

selbstgerichteten Auseinandersetzung der Gesellschaft eine zentrale Rolle ein. Ferner verweist

er auf die enorme Bedeutung, welche der immateriellen Manipulation von Symbolen in der

historischen wie auch in der gegenwärtigen Gesellschaft zukommt. Die genannten

Regierungsdokumente stammen von Autoren aus den Bereichen der Ökonomie oder

Informationswissenschaften. Sie führen den Begriff der Informationsgesellschaft ein und

versinnbildlichen diesen anhand der fortschreitenden Computerisierung. Dem Handel, der

Dienstleistung und der Industrie, so die Autoren, werden durch den Computer als

Leittechnologie ungekannte Geschwindigkeiten im Informationsfluss ermöglicht, während auf

2

Hauf, Oliver

(1996), S.70

3

Stichweh, Rudolf

(1998), S.433



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