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Geldpolitik

Termpaper, 2002, 30 Pages
Authors: Ralph Kopp, Martin Bolt, Alex Koch
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 30
Grade: sehr gut bis hervorragend
Language: German
Archive No.: V8848
ISBN (E-book): 978-3-638-15710-0

File size: 325 KB


Excerpt (computer-generated)

Geld und Kredit - Testatsarbeit

Thema:

Erklären Sie, weshalb die Schweiz, Grossbritanien und Japan unterschiedliche gelpolitische Instrumente anwenden
und beurteilen Sie die Wahl dieser Instrumente.

Universität St. Gallen / 3. Semester

Abgabetermin:

8. Februar 2002

Erstellt von:

Ralph Kopp; Martin Bolt; Alex Koch

I Inhaltsverzeichniss

1. Abkürzungsverzeichnis

2. Literaturverzeichnis

3. Einleitung

4. Geldpolitik und Ihre Bedeutung
   
4.1. Bedeutung der Geldpolitik
    4.2. Instrumente der Geldpolitik
        4.2.1. Offenmarktpolitik (inkl. Repo-Teil, da auch OMP)
        4.2.2. Einlagen- bzw. Schuldenpolitik
        4.2.3. Refinanzierungskredit
        4.2.4. Swap- und Termingeschäfte
        4.2.5. Mindestreservenpolitik
        4.2.6. Kreditbegrenzung
        4.2.7. Freiwillige Vereinbarungen
        4.2.8. Beeinflussung der Nichtbanken

5. Schweiz
   
5.1. Internationale Gemeinschaften und Währungsbunde
    5.2. Historische Betrachtung
    5.3. Geldpolitische Instrumente im Einsatz
    5.4. Erfolg und Beurteilung der Geldpolitikinstrumente
    5.5. Zukünftige Verhaltensweise der Zentralbank

6. Japan
   
6.1. Internationale Gemeinschaften und Währungsbunde
    6.2. Historische Betrachtung
    6.3. Geldpolitische Instrumente im Einsatz
    6.4. Erfolg und Beurteilung der Geldpolitikinstrumente
    6.5. Zukünftige Verhaltensweise der Zentralbank

7. Grossbritanien
   
7.1. Internationale Gemeinschaften und Währungsbunde
    7.2. Historische Betrachtung
    7.3. Geldpolitische Instrumente im Einsatz
    7.4. Erfolg und Beurteilung der Geldpolitikinstrumente
    7.5. Zukünftige Verhaltensweise der Zentralbank

8. Vergleich und Beurteilung der Politika
   
8.1. Übersichtstabelle
    8.2. Erklärung unterschiedlicher Instrumenteneinsatz
    8.3. Zusammenfassung

9. Anhang

2. Literaturverzeichnis

[...]


3. Einleitung
Die Arbeit beginnt mit einem kurzen Überblick über die zahlreichen geldpolitischen Instrumente einer Zentralbank und geht in der Folge auf die aktuelle Geldpolitik der Schweiz, Japan und Grossbritannien ein. Als Grundlage zur Beurteilung der Politik dienen die von den Zentralbanken praktizierten geldpolitischen Konzepte, bedeutsame historische Entwicklungen sowie aktuelle wirtschaftliche und makroökonomische Gegebenheiten der einzelnen Länder. Diese zahlreichen Unterschiede erlauben einen spannenden Vergleich, wie die einzelnen Zentralbanken aus den beschriebenen geldpolitischen Instrumenten auswählen und mit welcher Intensität und Erfolg sie diese einsetzen, um ihre makroökonomischen Ziele zu erreichen.
Ziel der Arbeit ist es, das Know-how über Geldpolitik zu vertiefen sowie einen Ausblick über die möglichen zukünftigen Handlungsaktivitäten der drei Zentralbanken zu geben.

4. Geldpolitik und Ihre Instrumente
4.1. Bedeutung der Geldpolitik
Unter Geldpolitik verstehen wir die bewusste Geldmengenänderung durch die Zentralbank zur Erreichung bestimmter wirtschaftspolitischer Ziele. Allgemein anerkannte Ziele sind die Preisniveaustabilität, die Vollbeschäftigung und der Zahlungsbilanzausgleich. 1 Dabei kommt der Preisniveaustabilität eine grosse Bedeutung zu.2 Zur ihrer Messung ist der Konsumentenpreisindex ein anerkannter Massstab.3

Eine empirisch fundierte These bringt hervor, dass eine zu expansive Geldpolitik im Endeffekt zu einem Teuerungsanstieg führt. Die zyklischen Wendepunkte der Inflationsrate folgen den entsprechenden Wendepunkten im Wachstum der Notenbankgeldmenge mit einer Verzögerung von zwei bis drei Jahren. 4 Eine auf Preisniveaustabilität ausgerichtete Geldpolitik geht davon aus, dass sich das Wachstum der Geldmenge am Wachstum des realen Bruttoinlandproduktes orientiert.5 Aus diesen Gründen wird eine Änderung der Notenbankgeldmenge angestrebt, welche in etwa der Veränderung des realen Einkommens entspricht.6 Somit lässt sich Inflation vermeiden.7

Schmid zeigt, dass bei Störungen im monetären Bereich eine Zinspolitik die beste Strategie ist, da sie exogene Schwankungen des Geldangebots und der Geldnachfrage eliminiert. Für Störungen im realen Bereich kommt die Geldmengenpolitik in Frage.8 Setzt die Zentralbank ein Zinsziel, besteht die Gefahr einer
akzelerierenden Inflation. 9

4.2. Instrumente der Geldpolitik
Sowohl Inflation als auch Deflation sind mit volkswirtschaftlichen Kosten10 verbunden und müssen vermieden werden. 11 Eine Hauptaufgabe beim Einsatz der geldpolitischen Instrumente ist es deshalb, Preisstabilität zu gewährleisten. Da der Preisstabilität i.A. eine sehr hohe Priorität zukommt, wird kurz erläutert, wie eine restriktive Geldpolitik die Inflation senken kann: Um die Inflationsrate zu reduzieren, muss die Zentralbank die Geldmenge drosseln. Der Transmissinsmechanismus beschreibt, dass die ursprüngliche Geldmengenreduktion sich schliesslich soweit auswirtkt, dass die Unternehmen auf weitere Preiserhöhungen verzichten, um die Lager abzubauen und die Kapazitäten besser auslasten, somit die Inflation abnimmt.12

Voraus laufende Indikatoren haben einen grossen Stellenwert, da sie über die künftigen Teuerungsentwicklung Auskunft geben. 13 Weiter entscheidungsrelevant für die Geldpolitik sind die Auslastung der Produktionskapazitäten , die Arbeitsmarktlage, die Zinssätze und die Wechselkurse. Obwohl die Geldpolitik zur Steuerung konjunktureller Gegebenheiten beitragen kann, kennt sie auch ihre Grenzen. Wie stark eine Wirtschaft langfristig wachsen kann, hängt von Faktoren ab, die ausserhalb der Reichweite der Geldpolitik liegen. 14 Versucht die Geldpolitik, das Wirtschaftswachstum über die langfristigen Wachstumsmöglichkeiten einer Wirtschaft hinaus anzugeben, kommt es zu Produktionsengpässen und zu steigender Teuerung. Grundlegend sind die Verfügbarkeit und der Ausbildungsstand der Arbeitskräfte sowie die Ausstattung der Wirtschaft mit Kapital (Maschinen, Infrastruktur, technisches Wissen).15 Die wichtigsten einer Zentralbank zur Verfügung stehenden geldpolitischen Instrumente werden nun kurz erläutert:

4.2.1. Die Offenmarktpolitik

Die Offenmarktpolitik ist das für die Zentralbanken weltweit mit Abstand wichtigste geldpolitische Instrument. Dabei werden Wertpapiere durch die Zerntralbank für eigene Rechnung am offenen Markt an- oder verkauft. Kauft die Zentralbank Wertpapiere, so erhöht sie damit die monetäre Basis, was im Endeffekt zu einer Zinssatzsenkung führt.16

Die Zentralbank hat die Möglichkeit, als Mengen- oder Preisfixierer aufzutreten. Als Mengenfixierer wird sie eine ganz bestimmte Menge unabhängig vom Kurs nachfragen. So könnte die Zentralbank eine geplante Ausweitung der Geldmenge erreichen. Als Preisfixierer wird sie bis zu einem spezifischen Preis unabhängig der Menge Wertschriften nachfragen. 17

Zur Offenmarktpolitik gehört auch das Repo-Geschäft (repurchase agreement). Die Zentralbank verkauft (kauft) dabei Wertpapiere mit der gleichzeitigen Verpflichtung ihres Rückkaufs (Verkaufs) zu einem späteren Zeitpunkt. Für das während der Laufzeit zur Verfügung gestellte Zentralbankgeld verlangt die Zentralbank einen Zinssatz. 18 Das Verlustrisiko lässt sich durch den Margenausgleich einschränken, der bei Überschreitung einer Risiko- Toleranzlimite bei der Geschäftsbank per sofort fällig wird.19 Da die Zentralbank sowohl als Geldgeber oder als Geldnehmer auftreten kann, eignen sich die Repo-Geschäfte sowohl für die Schaffung wie auch für die Abschöpfung von Liquidität.20 Weil die Repo-Geschäfte durch die Absicherung weitgehend risikolos sind und kürzere Laufzeit haben, sind die Repo-Sätze tiefer als der Dreimonats-Libor. 21 Praktisch risikolos sind die Repo-Geschäfte einerseits durch den erwähnten Margenausgleich sowie dem im Gegensatz zu den Devisen-Swaps nicht vorhandenen Erfüllungsrisiko.22

[...]

1 Vgl. Schmid (2001), S. 267
2 Vgl. Schmid (2001), S. 272
3 Vgl. Schmid (2001), S. 286
4 Vgl. Schmid (2001), S. 250
5 Vgl. Schmid (2001), S. 267 f.
6 Vgl. Schmid (2001), S. 268
7 Vgl. Schmid (2001), S. 272
8 Vgl. Schmid (2001), S. 278-284
9 Vgl. Schmid (2001), S. 285
10 Vgl. auch Bildung und Wirtschaft, S. 6, Abschnitt 8
11 Vgl. Bildung und Wirtschaft, S. 4, Abschnitt 5
12 Vgl. Bildung und Wirtschaft, S. 4 f., Abschnitt 6 und Kurzporträt SNB, S. 3
13 Vgl. Bildung und Wirtschaft, S. 4, Abschnitt 5
14 vgl. Referat Hans Meyer, 28.02.2000, Die Schweizerische Geldpolitik im europäischen Umfeld, Abschnitt 3
15 Vgl. Bildung und Wirtschaft, S. 6, Abschnitt 7
16 Vgl. Schmid (2001), S. 292 bis 295
17 Vgl. Schmid (2001), S. 296 f.
18 Vgl. Schmid (2001), S. 299
19 Vgl. Schmid (2001), S. 300
20 Vgl. Kurzporträt SNB, S. 7
21 Vgl. Schmid (2001), S. 300
22 Vgl. Kurzporträt SNB, S. 7


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