Globalisierung, Soziale Probleme und Soziale Arbeit

Autor: Marco Häusler
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit

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Details

Veranstaltung: Politische Strömungen
Institution/Hochschule: Fachhochschule Regensburg (Politikwissenschaft)
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 19
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 204 KB
Archivnummer: V8865
ISBN (E-Book): 978-3-638-15723-0

Textauszug (computergeneriert)

Globalisierung, Soziale Probleme und Soziale Arbeit

von Marco Häusler


"Ich ziehe keinen scharfen Trennstrich oder treffe eine Unterscheidung zwischen Ökonomie und Ethik. Eine Wirtschaft, die das Wohlbefinden eines Individuums oder einer Nation verletzt, ist unmoralisch."

(Mahatma Gandhi)


Gliederung

1. Was bedeutet Globalisierung?

2. Soziale Probleme

2.1. Nord-Süd-Gefälle oder das Problem der Entwicklungsländer

2.2. Wirtschaftskrisen am Beispiel Mexiko

2.3. Globalisierung: Eine Gefahr für den Sozialstaat?
2.3.1. Die Repressalien der Wirtschaft
2.3.2. Globale Auswirkungen auf nationale Staaten

3. Soziale Arbeit

3.1. Gemeinwesenarbeit als Antwort
auf Folgen globalökonomischer Entwicklung nach Elsen

3.2. Globales Lernen und entwicklungspolitische Bildung nach Seitz

3.3. Lebensphilosophische Erziehung
und die Gestaltung der Gesellschaft im rechten Mass

Literaturverzeichnis


Vorwort

Als ich mit der Ausführung dieser Arbeit begann, wurde mir sehr bald klar, dass die Thematik Globalisierung mit all ihren Facetten das Maß einer Seminararbeit bei weitem übersteigt.
Globalisierung passiert auf vielen differenten und gleichsam reziproken Ebenen. Ulrich Beck zeigt einige Dimensionen diese Phänomens auf, "nämlich (ohne Anspruch auf Vollständigkeit
und Trennschärfe) die kommunikationstechnische, die ökologische, die arbeitsorganisatorische, die kulturelle, die zivilgesellschaftliche usw." (Beck, 1997, S. 42).
Mir erscheint bei der Debatte um Globalisierung mit ihren Gefahren und Möglichkeiten die marx′sche Bestimmung, nach welcher das gesellschaftliche und ökonomische Sein das Bewusstsein des Menschen determiniert, als die Dringlichste. Deshalb werde ich mich in meinen Ausführungen auch auf die wirtschaftlichen Aspekte konzentrieren, möchte jedoch nicht den Eindruck vermitteln, dass dies die einzige Perspektive der Globalisierung darstellt.

1. Was bedeutet Globalisierung?

Seit Anfang der 90er Jahre fällt das Wort "Globalisierung" in deutschen Medien immer häufiger. Der Begriff hat in der letzten Dekade eine steile Karriere eingeschlagen.
Das Phänomen an sich ist von komplexer Beschaffenheit und lässt sich nur unscharf definieren: "Im weitesten Sinne kann darunter verstanden werden, dass immer weltumfassender mit Waren, Dienstleistungen und Kapital gehandelt wird" (Klimenta/Boxberger, 1998, S. 11). Ouelle:Deutscher Bundestag
Aber die Internationalisierung der Weltwirtschaft fand nicht in den letzten Jahren des 20. Jhds statt, sondern erreichte schon vor dem 1.Weltkrieg einen vorläufigen Höhepunkt. (vgl. Deutscher Bundestag, 2001, S.2) Schon im 18. Jhd. entstand die Idee des Liberalismus , welcher als Wegbereiter für internationale wirtschaftliche Verflechtungen gesehen werden kann. Nach dem 2.Weltkrieg wurde dann das wirtschaftliche Zusammenwachsen als Präventivmaßnahme zum Schutz vor weiteren Kriegen vorangetrieben.
Im Jahre 1944 wurde bei der BrettonWoods-Konferenz der Grundstein für den wirtschaftlichen Verflechtungstrend gesetzt und die Weltbank und der IWF ins Leben gerufen (vgl. Deutscher Bundestag, 2001, S.2). 1948 trat das GATT in Kraft, welches speziell für den Abbau von Handelshemmnissen und den für Freihandel verantwortlich war. (vgl. Informationen zur politischen Bildung, 263, S. 10)
Die Theorie hinter der Politik der Globalisierung lässt sich mit den Begriffen Privatisierung, Marktliberalisierung und Deregulierung zusammenfassen (Klimenta/Boxberger, 1998, S26-27). Hieraus wird ersichtlich, dass Globalisierung mit bewussten politischen Entscheidungen herbeigeführt wurde und keinen Istzustand beschreibt, sondern einen "Prozess, durch den Märkte und Produktion in verschiedenen Ländern immer mehr voneinander abhängig werden - dank der Dynamik des Handels mit Gütern und Dienstleistungen und durch die Bewegung von Kapital und Technologie. (vgl. Informationen zur politischen Bildung, S.3)
Jedoch hat dieser Prozess nach 1990 eine neue Qualität erreicht. Eine Enquete-Kommission des deutschen Bundestages führt hierfür zwei entscheidende Ereignisse ins Feld:
- Der Zusammenbruch des Ostblocks und der daraus resultierende Standortwettbewerb führte dazu, dass sich fast alle Staaten intensiver um das in den 80er Jahren durch Marktliberalisierungen extrem mobil gewordene Kapital bemühten.
- Durch den enormen Anstieg der Computer- und Informationstechnik wurden "weltweite Finanztransaktionen und Instant-Preisvergleiche mit der Folge eines dramatisch intensivierten Kostenwettbewerbs" herbeigeführt.
(vgl. Deutscher Bundestag, 2001, S.3-4)
In den letzten Jahren tauchte jedoch Kritik am Globalisierungsprozess und seiner weltweiten Auswirkungen auf die Menschen und die Umwelt auf. Ulrich Beck postuliert, dass die global agierende Wirtschaft die Grundlage der Nationalökonomie untergräbt (Beck, 1997, S.14).
Dies lässt sich damit belegen, dass es multinationalen Unternehmen nun möglich ist im Ausland zu produzieren und die für sie besseren Arbeitsbedingungen und Umweltauflagen auszunutzen (vgl. Grefe/Greffrath/Schuhmann, 2002, S.19-27). Politiker und führende Wirtschaftsvertreter versuchen durch eine Rhetorik der Standortkonkurrenz das sogenannte "downsizing" des Sozialstaats zu rechtfertigen und konstatieren sie seien "Modernisierer und Reformer", obwohl sie den Abbau von Arbeitnehmerrechten und Kürzungen sozialer Leistungen beschließen (vgl. Lafontaine/Müller, 1998, S. 9-24). Die Nichtregierungsorganisation attac skandiert: "Eine andere Welt ist möglich." Was also sind die Probleme der weltweit freien Marktwirtschaft und was kann man dagegen unternehmen?

2. Soziale Probleme

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