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Termpaper, 2007, 27 Pages
Author: Clemens Zörner
Subject: Sport - Theory and Practice
Details
Tags: Anaerobe, Leistungsfähigkeit, Mountainbikers
Year: 2007
Pages: 27
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-03213-1
File size: 705 KB
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Abstract
In dieser Arbeit geht es um die anaerobe Leistungsfähigkeit eines Mountainbikers. Zunächst werden die Energiebereitstellung bzw. die Formen der Energiebereitstellung behandelt. Die Sportart Mountainbiking hebt sich in den Anforderungen an den Sportler etwas davon ab. Im olympischen Cross-Country Rennen, welches über ca. 2 Std. ausgetragen wird, ist der Anteil des Rennens, den man im anaeroben Bereich bestreiten muss, im Verhältnis zur Gesamtdauer wesentlich größer als im Straßenrennen. Dies wurde eindeutig ist der Studie von Hillebrecht et al. (Welche Anforderungen werden an einen Mountainbiker gestellt?, 1998) festgestellt. „Eine sehr gut ausgeprägte anaerobe Kapazität (alaktazid, laktazid) und eine verbesserte Erholungsfähigkeit (Laktatelimination, Phosphatresynthese, aerobe Kapazität) könnten insbesondere in Abschnitten mit derartigen wechselnden Belastungen Leistungsdifferenzierungen bewirken“ (Hillebrecht et al., S.16 1998). Besonders die Streckenteile beim Mountainbike-Rennen, die sich durch schnell wechselnde Anstiege und Abfahrten auszeichnen, fordern dem Athleten eine hohe anaerobe Ausdauer- und Kraftfähigkeit ab, da kurze explosive Antritte nötig sind, um Gegner zu distanzieren. Die Anforderungen, die eine Sportart an den Athleten stellt, müssen in einem weiteren Schritt Eingang in die Leistungsdiagnostik und Trainingsplanung finden. Dafür hat Baron (2004) mit dem Power-Index eine gute Basis geschaffen. Es wird nicht nur die aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit gemessen, sondern auch die anaerobe. Durch den Index wird ermittelt, wie diese beiden Fähigkeiten im Verhältnis stehen und folglich, wie das zukünftige Training eines Athleten aussehen muss, um die Leistungsfähigkeit optimal auszubauen. Anaerobe Belastungen führen nicht immer gleich schnell zur allbekannten “Übersäuerung“. Es gibt im menschlichen Körper Puffersysteme, die die Übersäuerung hinauszögern und die Milchsäure kann in weniger beanspruchten Muskeln wieder abgebaut werden.
Excerpt (computer-generated)
Anaerobe Leistungsfähigkeit eines Mountainbikers
Schriftliche Hausarbeit im Hauptstudium
Clemens Zörner
Essen, September 2007
Lehramt Sport
Theorie und Praxis des Ausdauertrainings
SS 2007
Universität Duisburg - Essen, Standort Essen
Fachbereich 3, Bildungswissenschaften
Sport- und Bewegungswissenschaften / Biomechanik
Inhaltsverzeichnis
I. ZUSAMMENFASSUNG
2
1. EINLEITUNG
3
2. ENERGIEBEREITSTELLUNG
3
2.1 ENERGIEUMSETZUNG
3
2.2 ATP
4
2.3 FORMEN DER ENERGIEBEREITSTELLUNG
4
2.3.1 SPALTUNG KREATINPHOSPHAT
5
2.3.2 AEROBE ZERLEGUNG DER FETTSÄUREN
5
2.3.3 AEROBE ZERLEGUNG DER ZUCKERMOLEKÜLE
7
2.3.4 ANAEROBE ZERLEGUNG DER ZUCKERMOLEKÜLE
9
3. STUDIEN ZUM THEMA MOUNTAINBIKING
11
3.1 DIE SPORTART MOUNTAINBIKING
11
3.2 STUDIE I: ,,DER POWER INDEX: EINE NEUE PERSPEKTIVE IN DER
LEISTUNGSDIAGNOSTIK DES MOUNTAINBIKINGS" (BARON, 2004)
12
3.2.1 AUFBAU DER STUDIE
12
3.2.2 ZIELE UND HYPOTHESEN DER STUDIE
13
3.2.3 AEROBER TEST
13
3.2.4 ANAEROBER TEST
14
3.2.5 ERGEBNISSE
14
3.2.6 KRITIK
16
3.3 STUDIE II: ,,WELCHE ANFORDERUNGEN WERDEN AN EINEN MOUNTAINBIKER
GESTELLT? UNTERSUCHUNGEN IN EINEM WELTCUPRENNEN" (HILLEBRECHT ET AL., 1997)
16
3.3.1 MESSMETHODIK
17
3.3.2 ERGEBNISSE
18
3.4 STUDIE III: ,,BELASTUNG UND BEANSPRUCHUNG IN MOUNTAINBIKE-CROSS-COUNTRY-
WETTKÄMPFEN" (STAPELFELDT ET AL., 2002)
19
3.4.1 MESSMETHODIK
20
3.4.2 ERGEBNISSE
20
4. VERGLEICH UND FAZIT
21
LITERATURVERZEICHNIS
23
ANHANG 1
24
ANHANG 2
25
1
I. Zusammenfassung
In dieser Ausarbeitung geht es um die anaerobe Leistungsfähigkeit eines
Mountainbikers. Zunächst werden die Energiebereitstellung bzw. die Formen der
Energiebereitstellung behandelt.
Radsport im Allgemeinen ist, abgesehen von Sprintwettbewerben auf der Bahn, eine
klassische Ausdauersportart. Entscheidend ist die aerobe Ausdauer, dessen Training den
größten Anteil einnimmt. Bei Straßenrennen wird trotz teilweise sehr hoher
Geschwindigkeiten die meiste Zeit im aeroben Bereich gefahren.
Die Sportart Mountainbiking hebt sich in den Anforderungen an den Sportler etwas
davon ab. Im olympischen Cross-Country Rennen, welches über ca. 2 Std. ausgetragen
wird, ist der Anteil des Rennens, den man im anaeroben Bereich bestreiten muss, im
Verhältnis zur Gesamtdauer wesentlich größer als im Straßenrennen.
Dies wurde eindeutig ist der Studie von Hillebrecht et al. (Welche Anforderungen
werden an einen Mountainbiker gestellt?, 1998) festgestellt. ,,Eine sehr gut ausgeprägte
anaerobe Kapazität (alaktazid, laktazid) und eine verbesserte Erholungsfähigkeit
(Laktatelimination, Phosphatresynthese, aerobe Kapazität) könnten insbesondere in
Abschnitten mit derartigen wechselnden Belastungen Leistungsdifferenzierungen
bewirken" (Hillebrecht et al., S.16 1998). Besonders die Streckenteile beim
Mountainbike-Rennen, die sich durch schnell wechselnde Anstiege und Abfahrten
auszeichnen, fordern dem Athleten eine hohe anaerobe Ausdauer- und Kraftfähigkeit
ab, da kurze explosive Antritte nötig sind, um Gegner zu distanzieren.
Die Anforderungen, die eine Sportart an den Athleten stellt, müssen in einem weiteren
Schritt Eingang in die Leistungsdiagnostik und Trainingsplanung finden. Dafür hat
Baron (2004) mit dem Power-Index eine gute Basis geschaffen. Es wird nicht nur die
aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit gemessen, sondern auch die anaerobe. Durch den
Index wird ermittelt, wie diese beiden Fähigkeiten im Verhältnis stehen und folglich,
wie das zukünftige Training eines Athleten aussehen muss, um die Leistungsfähigkeit
optimal auszubauen.
Anaerobe Belastungen führen nicht immer gleich schnell zur allbekannten
"Übersäuerung". Es gibt im menschlichen Körper Puffersysteme, die die Übersäuerung
hinauszögern und die Milchsäure kann in weniger beanspruchten Muskeln wieder
abgebaut werden.
Ein MTB Profi sollte eine hohe Laktattoleranz aufweisen, um möglichst schnell die
Anstiege bewältigen zu können und gleichzeitig eine gute Erholungsfähigkeit, so dass
2
das entstandene Laktat in Bergabfahrten wieder (teilweise) abgebaut werden kann.
Durch dieses Zusammenspiel erklärt sich der große Anteil im Rennen, in dem die
Fahrer in der Lage sind, im anaeroben Bereich zu fahren.
1. Einleitung
In der folgenden Ausarbeitung geht es um die physiologischen Anforderungen der
Sportart Mountainbiking und Verfahren zur sportartspezifischen Leistungsdiagnostik.
Dazu sollen drei Studien beschrieben und analysiert werden. Zum einen geht es um den
Power-Index, der durch zwei Testverfahren die aerobe und die anaerobe
Leistungsfähigkeit eines Athleten misst und anschließend in eine Beziehung setzt, um
für das folgende Training Empfehlungen zu geben. Zum anderen wird eine Feldstudie
vorgestellt, die beim Mountainbike (MTB) World Cup Rennen in St. Wendel erstellt
wurde. Die dritte Studie ist eine Folgestudie und führt weiter aus, welche
physiologischen Anforderungen ein MTB Cross-Country Rennen an die Athleten stellt.
Dafür wurden elf Spitzensportler(innen) eine ganze Saison begleitet.
Die Ergebnisse der Studien sollen verglichen und auf einander bezogen werden.
Zur Vertiefung des Themas beginnt diese Hausarbeit mit der Darstellung der
Energiebereitstellung des Körpers. Die verschiedenen Formen werden aufgeführt und
die Erkenntnisse können anschließend mit in die Analyse der Studien einbezogen
werden.
2. Energiebereitstellung
2.1 Energieumsetzung
Damit der Körper Arbeit verrichten kann, gemeint ist in diesem Zusammenhang vor
allem Muskelarbeit, muss er über Energie verfügen. Vereinfacht gesagt, nimmt der
Körper chemische Energie auf und wandelt sie u.a. in mechanische Energie um. Die
chemische Energie wird durch Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate aufgenommen. Im
Körper werden diese energiereichen Molekularverbindungen zerlegt. Dabei entsteht
Energie, die in den Wärmehaushalt fließt oder in energiereiche chemische
Verbindungen gespeichert wird. Die wichtigste energiereiche Verbindung in unserem
Körper ist das ATP.
3
2.2 ATP
Das Adenosin-Triphosphat ist der Energielieferant für die Muskelkontraktion. Durch
die Abspaltung des letzten Phosphatrestes wird Energie freigesetzt. Diese freigesetzte
Energie ermöglicht das Kippen der Myosinköpfchen, was wiederum für die Kontraktion
des Muskels verantwortlich ist.
Abb. 1: ATP Molekül1
ATP ist die einzige Energiequelle des Muskels. Der ATP Vorrat, der im Muskel
vorhanden ist, reicht für ca. 3-4 Muskelkontraktionen. In der Literatur wird dies mit
unterschiedlicher Zeitdauer angegeben. Nach Markworth (2004) reicht der Vorrat für 1-
2 Sekunden, nach Kessel (1998) nur 1 Sekunde und Weineck (2002) spricht von einem
Sekundenbruchteil. ATP kann vom Muskel nicht aus dem Blut oder aus anderem
Gewebe entnommen werden. Deshalb muss der Muskel das verbrauchte ATP selber
resythetisieren. Das heißt, dass dem ADP, welches als Produkt durch die Abspaltung
eines Phosphatrestes entstanden ist, wieder ein Phosphatrest angelagert werden muss.
Die Resynthese des ATP nennt man Phosphorylierung.
2.3 Formen der Energiebereitstellung
Die Energie für die Resynthese von ATP kann durch die Spaltung von Kreatinphosphat
gewonnen werden oder durch die Zerlegung von Nährstoffen. Für die Resynthese von
ATP ist der Eiweißstoffwechsel zu vernachlässigen. Im Vordergrund stehen die aerobe
Zerlegung der Fettsäuren und die aerobe, wie auch anaerobe Zerlegung der
Zuckermoleküle.
Ort der Resynthese sind die Mitochondrien, die Markworth auch als ,,Kraftwerke der
Zelle" (Markworth, S.239, 2004) bezeichnet.
1 http://www.ustboniface.mb.ca/cusb/abernier/biologie/Module1/Images/atp.jpg, 26.05.07
4
2.3.1 Spaltung Kreatinphosphat
Die Spaltung des Kreatinphosphats (KP) verläuft anaerob-alaktazid. Das heißt, dass
kein Laktat produziert wird und kein Sauerstoff für diesen Vorgang nötig ist.
Die Konzentration von KP in der Muskulatur ist nach Kessel (1998) drei- bis sechsmal
so hoch, wie die des ATP.
Der Phosphatrest des KP kann schnell auf das ADP übertragen werden, wodurch ATP
wieder resynthetisiert wird.
Abb. 2: Spaltung
Kreatinphosphat2
Die Abspaltung erfolgt mit Hilfe des Enzyms Kreatinkinase. Neben dem ATP entsteht
als Produkt noch Kreatin, welches später wieder unter Verbrauch von ATP zu KP
resynthetisiert werden kann. Dies geschieht jeweils in den Erholungsphasen bzw. in
Phasen niedriger Belastung.
Nach Markworth (2004) reicht der KP-Vorrat für ca. 3-9 Sekunden intensiver
Muskelarbeit aus. Jede längere Belastung muss also über die Zerlegung von Nährstoffen
bewerkstelligt werden.
Somit ist die Spaltung von KP der schnellste Weg für die Muskelzelle, um an ATP zu
kommen, aber zeitlich sehr begrenzt.
2.3.2 Aerobe Zerlegung der Fettsäuren
3
Die Muskelzelle kann selber Fett speichern und oder dem Blut Fettsäuren entnehmen.
Der Abbau von Fettsäuren erfolgt in drei Enzymsystemen4 in den Mitochondrien. Diese
Enzymsysteme nennt man -Oxidation, Zitronensäurezyklus und Atmungskette.
Die Fettsäure wird in der Zelle zunächst unter Verbrauch von zwei ATP enzymatisch
aktiviert und kann so, als aktivierte Fettsäure in die Mitochondrien übertreten.
Im Prozess der -Oxidation wird die aktivierte Fettsäure zerlegt. Eine Fettsäure besteht
aus einem Grundgerüst von mehreren Kohlenstoffatomen.
2 Markworth, 2004, S. 237
3 Schaubild: siehe Anlage 1
4 Exkurs Enzyme: ~ bezeichnet man allgemein als die Katalysatoren einer Zelle. Sie treiben in diesem
Zusammenhang die Abspaltung oder die Anlagerung des Phosphatrestes an. Die vom Enzym umgesetzten
chemischen Stoffe nennt man Substrate.
5
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